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Konflikttheorie nach Ralf Dahrendorf

Title: Konflikttheorie nach Ralf Dahrendorf

Seminar Paper , 2003 , 13 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Marco Librera (Author)

Sociology - War and Peace, Military
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Konflikte werden von Hillmann als: „Zusammenstoß, im soz.wiss. Sinne allg. Bezeichnung für Gegensätzlichkeiten, Spannungen, Gegnerschaften, Auseinandersetzungen, Streitereien u. Kämpfen unterschiedl. Intensität zw. verschiedenen sozialen Einheiten.“ definiert. (Hillmann 1994: 432, Hervorhebung von Hillmann). Allgemein betrachtet sind Konflikte also Streitereien oder Auseinandersetzungen im gesellschaftlichen Leben und damit allgegenwärtige Phänomene. Wir finden diese auf allen gesellschaftlichen und sozialen Ebenen und Strukturen wie z.B. zwischen zwei Staaten, zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften, Vater und Sohn. Ich möchte hier den konflikttheoretischen Ansatz nach Ralf Dahrendorf vorstellen, weitere Ansätze in dieser Richtung gibt es unter anderem von Randall Collins. Die Dahrendorfsche Konflikttheorie geht insbesondere auf die Veröffentlichungen „Soziale Klassen und Klassenkonflikte“ aus dem Jahr 1957 und „Class and Class Conflicts in Industrial Society“ aus dem Jahre 1959 zurück. Weiterhin fand und findet die wissenschaftliche Auseinandersetzung und Diskussion in Aufsätzen und Essays statt. Man sollte erwähnen, dass die Dahrendorfsche Konflikttheorie vor allem im angelsächsischen und südeuropäischen Raum Anklang fand. Dahrendorf unterscheidet in seiner Betrachtung nach Gegenständen, Ursachen, Ebenen und Erscheinungsformen sowie Intensität und Gewaltsamkeit von Konflikten. Im Rahmen dieser Arbeit alle Punkte in der notwendigen Ausführlichkeit zu beleuchten, würde den Rahmen sprengen. Ich werde mich daher auf die wichtigsten Punkte beschränken und im Anschluss auf die Frage eingehen, ob die Dahrendorfsche Konflikttheorie heutzutage der Modifikation bedarf oder immer noch genügend Erklärungskraft im soziologischen Sinne besitzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung mit Fragestellung

II. Zwei Gesellschaftsmodelle

III. Konflikttypen

IV. Anspruch der Konflikttheorie und der Ansatz von Dahrendorf

V. Der Konfliktbegriff und sein Erklärungsbereich

VI. Lebenschancen

VII. Norm – Sanktion – Herrschaft

VIII. Modell der Konflikttheorie und Bildung von Konfliktgruppen

IX. Konfliktregelung

X. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die strukturierte Vorstellung und Analyse des konflikttheoretischen Ansatzes von Ralf Dahrendorf. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Dahrendorf sozialen Wandel in industriellen Gesellschaften erklärt und inwiefern sein Modell angesichts moderner gesellschaftlicher Entwicklungen noch heute Erklärungsansätze bietet.

  • Gegenüberstellung von strukturell-funktionaler Theorie und Konflikttheorie
  • Kategorisierung von Konflikttypen und Ursachen für sozialen Wandel
  • Analyse der Begriffe Lebenschancen, Norm, Sanktion und Herrschaft
  • Phasenmodell der Bildung von Konfliktgruppen
  • Strategien zur effektiven Regelung sozialer Konflikte

Auszug aus dem Buch

VII. Norm – Sanktion – Herrschaft

Konflikt und Wandel sind universelle Phänomene, „unabhängig von der spezifischen Gesellschaftsform und eine soziale Grundtatsache für das menschliche Zusammenleben“ (ebd.: 178). Laut Dahrendorf handelt es sich sogar um systemimmanente und konstituierende Prozesselemente für ein menschliches Sozialsystem. Ohne Konflikte, die ein Wandlungspotential darstellen, ist kein menschliches Sozialsystem vorstellbar.

Dahrendorf begründet dies anthropologisch in Anlehnung an Vertragstheoretiker wie Hobbes und seinen „homo homini lupus“. Es sieht den Menschen also nicht von Grund auf als soziales Wesen. Das Verhältnis zwischen Menschen ist prinzipiell konfliktär. Die Erzeugung von sozialen Verhalten qua normativen Zwang ist eine Prämisse für gesellschaftliches Zusammenleben. Man geht hier davon aus, dass Gesellschaft ein moralisches Gemeinwesen ist, indem das Verhalten seiner Mitglieder durch Normen geregelt werden muss. Damit diese Geltung erlangen und eingehalten werden, bedingt es der Implementierung von Sanktionen, diese schaffen faktische Verbindlichkeit.

Als drittes Element tritt Herrschaft hinzu, wenn die Möglichkeit zur Verhängung der Sanktionen gleichzeitig ein Ausdruck von Herrschaft bzw. ein Bestandteil dieser ist. Ohne zuweit ausholen zu wollen, möchte ich hier anmerken, dass sich der Herrschaftsbegriff an der Weberschen Definition von Herrschaft orientiert.

Dieses Dreigespann Normen – Sanktionen – Herrschaft soll Ausgangspunkt jeder soziologischen Erklärung sozialer Phänomene sein.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung mit Fragestellung: Definition des Konfliktbegriffs und Einordnung des konflikttheoretischen Ansatzes von Ralf Dahrendorf in den soziologischen Kontext.

II. Zwei Gesellschaftsmodelle: Gegenüberstellung von Parsons’ Integrationstheorie und Dahrendorfs Konflikttheorie als konkurrierende Erklärungsmodelle gesellschaftlicher Stabilität und Veränderung.

III. Konflikttypen: Unterscheidung zwischen exogenen und endogenen Konfliktursachen, wobei der Fokus auf den strukturellen Bedingungen gesellschaftlicher Entwicklung liegt.

IV. Anspruch der Konflikttheorie und der Ansatz von Dahrendorf: Kritische Auseinandersetzung mit Marx und Parsons sowie Erläuterung des Fokus auf den durch Herrschaftsverhältnisse verursachten sozialen Wandel.

V. Der Konfliktbegriff und sein Erklärungsbereich: Eingrenzung des Untersuchungsgegenstands auf soziale Konflikte, die sich systematisch aus der Struktur einer Gesellschaft ableiten lassen.

VI. Lebenschancen: Erläuterung der Lebenschancen als Zusammenspiel von Optionen und Ligaturen, die den Handlungsspielraum individuellen Handelns bestimmen.

VII. Norm – Sanktion – Herrschaft: Darstellung des grundlegenden Dreigespanns, das für Dahrendorf die Voraussetzung für jedes menschliche Sozialsystem darstellt.

VIII. Modell der Konflikttheorie und Bildung von Konfliktgruppen: Analyse der drei Phasen der Konfliktgruppenbildung, von der strukturellen Ausgangslage über die Bewusstwerdung bis hin zum manifesten Konflikt.

IX. Konfliktregelung: Diskussion der Möglichkeiten, soziale Konflikte durch Regelung und Institutionalisierung zu kanalisieren, statt sie gewaltsam zu unterdrücken.

X. Fazit: Kritische Reflexion der Anwendbarkeit des Dahrendorfschen Modells auf moderne, globalisierte Gesellschaften.

Schlüsselwörter

Konflikttheorie, Ralf Dahrendorf, Sozialer Wandel, Herrschaft, Gesellschaftsmodell, Lebenschancen, Quasigruppen, Konfliktregelung, Soziologie, Klassenkonflikt, Normen, Sanktionen, Industriegesellschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die soziologische Konflikttheorie nach Ralf Dahrendorf und deren Analyse von sozialen Konflikten als Triebkraft für gesellschaftlichen Wandel.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung zur strukturell-funktionalen Theorie, das Verständnis von Herrschaft, der Aufbau von Lebenschancen sowie der Prozess der Gruppenbildung und Konfliktregelung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Dahrendorfs Ansatz darzustellen und zu bewerten, inwieweit seine Theorie zur Erklärung sozialen Wandels in heutigen industriellen Gesellschaften beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die theoretische Analyse und Literaturarbeit, um die zentralen Konzepte Dahrendorfs (insbesondere die Schriften von 1957 und 1959) systematisch aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Gesellschaftsmodelle, die Definition des Konfliktbegriffs, das Dreigespann Norm-Sanktion-Herrschaft sowie die Phasen der Gruppenbildung und Konfliktregelung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Herrschaftsstruktur, soziale Ungleichheit, Quasigruppen, Optionen, Ligaturen und Konfliktregelung geprägt.

Was unterscheidet Dahrendorfs Verständnis von Konflikten von anderen Ansätzen?

Dahrendorf sieht Konflikte nicht als Abweichung, sondern als systemimmanente, notwendige Prozesselemente, die durch Herrschaftsverhältnisse in sozialen Strukturen erzeugt werden.

Warum schlägt Dahrendorf eine "Regelung" statt einer "Lösung" von Konflikten vor?

Da soziale Ungleichheit und damit verbundene Gegensätze laut Dahrendorf unvermeidbare Bestandteile menschlicher Gesellschaften sind, ist eine vollständige "Lösung" unmöglich; stattdessen müssen Konfliktformen institutionalisiert werden.

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Details

Title
Konflikttheorie nach Ralf Dahrendorf
College
University of Stuttgart  (Institut für Sozialwissenschaften Abtl. für Soziologie II)
Course
Einführung in die Soziologie WS 2002
Grade
1,5
Author
Marco Librera (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V31609
ISBN (eBook)
9783638325509
Language
German
Tags
Konflikttheorie Ralf Dahrendorf Einführung Soziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marco Librera (Author), 2003, Konflikttheorie nach Ralf Dahrendorf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31609
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