Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Individual, Groups, Society

Kleinunternehmer und ihre Einbettung in Netzwerke. Typisch afrikanische Strukturen?

Title: Kleinunternehmer und ihre Einbettung in Netzwerke. Typisch afrikanische Strukturen?

Bachelor Thesis , 2011 , 41 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Anna Carina Speitkamp (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Wirtschaftswissenschaften prägten lange ein Bild, in dem ökonomische Interessen von sozialen Strukturen abgekoppelt sind, und gehen. An dieser Stelle liegt es in der Verantwortung der Sozialwissenschaften, diese Erklärungsmuster zu hinterfragen und zu ergänzen, um ein umfassenderes Bild zu schaffen. Die vorliegende Arbeit diskutiert daher sozialwissenschaftliche Erkenntnisse zu einem bestimmten Teilbereich dieses Feldes.

Die sozialen Netzwerke von Unternehmern eignen sich hier als Beispiel, weil sich an ihnen die Vermischung von wirtschaftlichem Handeln und sozialen Beziehungen besonders deutlich herausstellen lässt. Durch die Literatur ziehen sich zwei gegensätzliche Tendenzen, die Vermischung als hilfreich (Sozialkapital), oder als Hindernis (erdrückende Verpflichtungen) zu betrachten. Die zentrale Frage dieser Arbeit ist daher, ob die Einbettung in solche Strukturen von Vorteil ist, oder konkreter: Welchen Einfluss haben Familie und andere soziale Netzwerke auf den wirtschaftlichen Erfolg von Kleinunternehmern? Im Hinblick auf die Bedeutung ihrer sozialen Netzwerke vergleicht diese Arbeit afrikanische Kleinunternehmer mit Unternehmern, die in die USA migriert sind. Dabei soll die Frage beantwortet werden, ob die untersuchten Strukturen typisch afrikanisch sind oder so auch in anderen Regionen vorkommen.

Auf die Einleitung folgt ein kurzes Kapitel über den analytischen Rahmen, um die für diese Arbeit relevanten Konzepte grob zu umreißen und weiter in die Thematik einzuführen. Anschließend stelle ich ausgewählte theoretische Ansätze vor, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Fragestellung beschäftigen. Der Hauptteil der Arbeit besteht aus zwei Kapiteln mit empirischen Beispielen aus Subsahara-Afrika und den USA, die ich im Hinblick auf die Fragestellung untersuche. Dabei behandele ich die afrikanischen Beispiele etwas ausführlicher, da mir hier durch den Hintergrund meines Studiums eine tiefere Analyse möglich ist. Am Ende dieser beiden Kapitel werde ich jeweils die zentralen Befunde zusammenfassen und diskutieren. Sowohl im Theorieteil, als auch im Empirie-Teil beziehe ich mich in chronologischer Reihenfolge auf meine Quellen, erstens um dem Leser die Einordnung zu erleichtern und zweitens, um eine gewisse Entwicklung innerhalb der wissenschaftlichen Disziplin darzustellen. Abschließend folgt als Fazit der Vergleich zwischen Subsahara-Afrika und USA.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analytischer Rahmen

3. Theoretische Ansätze

3.1. „Weak and strong ties“ und „Embeddedness“

3.2. Das „Traders' Dilemma“

3.3. Der Einfluss des Staates

3.4. Familiennetzwerke als Arenen der Aushandlung

4. Empirische Beispiele aus Subsahara-Afrika

4.1. Kenianische Businessmen und ihre Familien

4.2. Weak and strong ties im informellen Sektor von Nairobi und Harare

4.3. Netzwerke namibischer Kleinunternehmer

4.4. Ergänzende Beispiele

4.5. Zentrale Erkenntnisse der empirischen Beispiele aus Afrika

5. Empirische Beispiele aus den USA

5.1. Die Kenjinkai japanischer Migranten

5.2. Die spezialisierten Netzwerke mexikanischer Migranten

5.3. Gypsies und koreanische Kye

5.4. Ergänzendes Beispiel

5.5. Zentrale Erkenntnisse der empirischen Beispiele aus den USA

6. Abschließender Vergleich

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Familie und sozialen Netzwerken auf den wirtschaftlichen Erfolg von Kleinunternehmern. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage gestellt, ob die Einbettung in solche Strukturen in einem wirtschaftlichen Kontext vorteilhaft ist oder ob soziale Verpflichtungen den Erfolg eher behindern.

  • Analyse der theoretischen Debatte um Sozialkapital und das „Traders' Dilemma“
  • Vergleichende Untersuchung empirischer Beispiele aus Subsahara-Afrika und den USA
  • Hinterfragung der Rolle von Familiennetzwerken und ethnischen Bindungen
  • Diskussion unterschiedlicher Motivationsstrukturen jenseits der reinen Profitmaximierung

Auszug aus dem Buch

3.1. „Weak and strong ties“ und „Embeddedness“

Mark Granovetter konzentriert sich, bezogen auf den euro-amerikanischen Kontext, auf die Stärke von sozialen Bindungen. Diese definiert er wie folgt:

„The strength of a tie is a (probably linear) combination of the amount of time, the emotional intensity, the intimacy (mutual confiding), and the reciprocal services which characterize the tie.“ (Granovetter 1973: 1361).

Laut dieser Definition sind zum Beispiel Familie und Freunde als starke Bindungen einzuordnen. Seine These, mit der sich viele der nachfolgenden wissenschaftlichen Beiträge auseinandersetzen, besagt, dass gerade die schwachen Bindungen für den wirtschaftlichen Erfolg von Individuen förderlich seien. Je mehr schwache Bindungen ein Akteur habe, desto wahrscheinlicher sei es, dass er relevante Informationen erhalte (ebd. 1371). Der Grund dafür ist, dass Personen, zu denen wir nur schwache Bindungen haben, sich in der Regel in anderen Kreisen bewegen als wir (ebd. 1371). Nur über schwache Bindungen ließen sich Brücken („bridges“) zwischen unterschiedlichen Gruppen herstellen (ebd. 1376). Anhand der folgenden empirischen Beispiele werde ich diskutieren, in wie weit sich dieses Konzept auf afrikanische Unternehmer übertragen lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das interdisziplinäre Forschungsfeld der Verbindung von wirtschaftlichem Handeln und sozialen Beziehungen ein und skizziert das Ziel der Arbeit sowie den Aufbau des Vergleichs zwischen Subsahara-Afrika und den USA.

2. Analytischer Rahmen: Das Kapitel definiert grundlegende Konzepte wie Informalität, Sozialkapital, Kleinunternehmer und soziale Netzwerke, um eine wissenschaftliche Basis für die weiteren Analysen zu schaffen.

3. Theoretische Ansätze: Es werden zentrale Theorien von Granovetter, Evers, Meagher und Steinwachs vorgestellt, die verschiedene Perspektiven auf die Einbettung von Unternehmertum in soziale Netzwerke bieten.

4. Empirische Beispiele aus Subsahara-Afrika: Dieses Kapitel präsentiert und analysiert verschiedene Fallstudien aus Kenia, Namibia, Tansania und anderen afrikanischen Ländern im Hinblick auf ihre Netzwerke und wirtschaftliche Erfolgsfaktoren.

5. Empirische Beispiele aus den USA: Hier werden Fallstudien zu Migrantennetzwerken in den USA diskutiert und mit den afrikanischen Erkenntnissen kontrastiert, um Generalisierbarkeit und Unterschiede herauszuarbeiten.

6. Abschließender Vergleich: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Rolle der Familie sowie die Motivationen der Unternehmer und bewertet die Kontroverse um die Nützlichkeit sozialer Einbettung.

Schlüsselwörter

Kleinunternehmer, Soziale Netzwerke, Sozialkapital, Embeddedness, Subsahara-Afrika, USA, Traders' Dilemma, Reziprozität, Migration, Ethnische Bindungen, Informeller Sektor, Familiennetzwerke, Wirtschaftlicher Erfolg, Unternehmertum, Profitmaximierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, inwieweit soziale Netzwerke und familiäre Bindungen den wirtschaftlichen Erfolg von Kleinunternehmern beeinflussen und ob diese Einbettung eine Ressource oder ein Hindernis darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die soziologische Einbettung wirtschaftlichen Handelns, das Konzept des Sozialkapitals, die Analyse informeller Sektoren und die Rolle kultureller Faktoren bei der Unternehmensführung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob die Einbettung in soziale Strukturen für den wirtschaftlichen Erfolg von Kleinunternehmern von Vorteil ist oder ob sie durch Erwartungen zur Reziprozität das Wachstum einschränkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die auf einer Zusammenführung und Diskussion verschiedener empirischer Studien und theoretischer Ansätze zur Wirtschaftssoziologie basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung gefolgt von einer detaillierten Analyse empirischer Beispiele aus Subsahara-Afrika und den USA, um regionale Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Soziale Netzwerke, Kleinunternehmer, Embeddedness, Sozialkapital und informelle Wirtschaft definieren.

Wie bewerten die untersuchten Autoren das "Traders' Dilemma"?

Das Dilemma, bei dem sozialer Druck zur Reziprozität den ökonomischen Erfolg mindert, wird von einigen Autoren für afrikanische Familiennetzwerke diskutiert, jedoch von anderen relativiert oder auf andere Faktoren zurückgeführt.

Welche Rolle spielt die Familie in den Netzwerken?

Die Einschätzung der Rolle der Familie variiert stark: Während sie in manchen Studien als notwendige Stütze für Startkapital und Sicherheit gesehen wird, gilt sie in anderen als Ineffizienzquelle, die durch Verpflichtungen das Unternehmenswachstum hemmt.

Excerpt out of 41 pages  - scroll top

Details

Title
Kleinunternehmer und ihre Einbettung in Netzwerke. Typisch afrikanische Strukturen?
College
University of Bayreuth  (Lehrstuhl für Entwicklungssoziologie)
Course
-
Grade
1,8
Author
Anna Carina Speitkamp (Author)
Publication Year
2011
Pages
41
Catalog Number
V316140
ISBN (eBook)
9783668150584
ISBN (Book)
9783668150591
Language
German
Tags
Kleinunternehmer Afrika Migration Netzwerke Traders Dilemma strong ties weak ties embeddedness Familie Familienunternehmen ethnic informeller Sektor business
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Carina Speitkamp (Author), 2011, Kleinunternehmer und ihre Einbettung in Netzwerke. Typisch afrikanische Strukturen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316140
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  41  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint