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Lösungsansätze zum Wasserkonflikt in Zentralasien

Das Potential von Mikro- und Makro-Level-Ansätzen zur dauerhaften Beendigung des Konflikts

Title: Lösungsansätze zum Wasserkonflikt in Zentralasien

Bachelor Thesis , 2014 , 43 Pages

Autor:in: Thorsten Wolters (Author)

Politics - Environmental Policy
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In Zentralasien findet sich eine Verknüpfung der Hebel, die zur (De-)Stabilisierung einer Region beitragen können. So stellt eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung fest, Zentralasien befinde sich in einer Schicksalsgemeinschaft mit regional geschaffener Infrastruktur, die Wasserressourcen, Energieversorgung und Handelswege beinhaltet. (Krumm, 2007 S. 3) Es findet sich also reichlich Konfliktpotenzial zwischen den Staaten in Bezug auf diese Faktoren. Das stärkste Konfliktpotenzial scheint dabei die Kombination aus Wassermanagement und Energiepolitik zu bieten. Dies zeigt klar und deutlich die indirekte Kriegsdrohung Karimows gegen Tadschikistan und Kirgistan, wenn es um den Bau von Staudämmen geht. (Bensmann, 2012)

Im Zusammenhang mit dieser Perspektive erklärt sich die Fragestellung, die in dieser Arbeit beantwortet werden soll. Die Rolle der Staaten in der Region und der Einfluss anderer Staaten mit Interessen in der Region findet sich im Versuch wieder, den Konflikt mithilfe internationaler Verträge zu lösen beziehungsweise die gewaltsame Weiterentwicklung der Spannungen zu verhindern. Das Aral Sea Basin Programm ist ein solcher Vertrag, der auf der Makro-Ebene geschlossen wurde. Seine Vereinbarungen betreffen hauptsächlich die Staaten selbst sowie ihre Institutionen.

Es soll untersucht werden, ob sich diese Herangehensweise eher eignet als der Versuch, Konfliktlösung und -prävention auf der Mikro-Ebene herbeizuführen. Das Beispiel, dass hier betrachtet werden soll, ist das „Transboundary Water Management in Central Asia Programme“, das in der Region durch die Deutsche Gesellschaft für Inter-nationale Zusammenarbeit (GIZ) implementiert wird. Dabei liegt der Fokus der Arbeit in diesem Programm auf der Förderung der Infrastruktur bezüglich des Wassermanagements.

Außerdem wird die Rolle des Wassers im Konflikt betrachtet. Es soll am Rande der Beertung der Lösungsansätze geklärt werden, ob das Wasser ursächlich für den Konflikt ist und damit die Lösungsansätze überhaupt als Konfliktlösungsmechanismus wirksam sein können.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Region

2.1 Ökonomie

2.2 Ökologie

3. Konflikt

3.1 Konfliktgegenstände

3.1.1 Politische Situation

3.1.2 Ethnische und religiöse Konflikte

3.1.3 Wasser und Energie

3.2 Konfliktklassifikation

4. Konfliktlösung

4.1 Aral Sea Basin Program (ASBP)

4.2 Transboundary Water Management in Central Asia Programme

5. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lösungsansätze für den Wasserkonflikt in Zentralasien, indem sie das Potenzial von Mikro-Level-Ansätzen im Vergleich zu Makro-Level-Verträgen bewertet. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob kleinräumige, praxisorientierte Programme wie das "Transboundary Water Management in Central Asia Programme" besser geeignet sind, um Stabilität und Kooperation zu fördern, als groß angelegte internationale Verträge.

  • Analyse der sozioökonomischen und ökologischen Rahmenbedingungen in Zentralasien
  • Kategorisierung des Konfliktpotenzials mittels politikwissenschaftlicher Indikatoren (BAR-Skala)
  • Evaluierung des Aral Sea Basin Program (ASBP) auf Makro-Ebene
  • Untersuchung von Mikro-Level-Interventionen durch die GIZ
  • Bewertung der Rolle von Wasser, Energie und Identitätsbildung im regionalen Konfliktgefüge

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Politische Situation

Die wohl mit Abstand gravierendste Änderung erfuhr die Region mit Ende der Sowjetunion und der Unabhängigkeit der fünf Staaten. Mit diesem Zeitpunkt beginnt ihre Interaktion untereinander, aber auch mit außerregionalen Akteuren. Die Grenzziehung der Staaten ist noch sowjetisch geprägt, künstlich geplant und folgt keinen gewachsenen Strukturen. Die Unabhängigkeit traf die Staaten unvorbereitet und wurde auch nicht aufgrund revolutionärer oder staatsbildender Prozesse durchgeführt, sondern war lediglich dem Zerfall der Sowjetunion geschuldet. (Krumm, 2007 S. 3) (Peimani, 2009 S. 4) (Cummings, 2012 S. 57 f.)

Die Einführung der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) konnte, wie in den meisten anderen Mitgliedsstaaten auch in den fünf zentralasiatischen nicht verhindern, dass ein Prozess mit politischen, ökonomischen, sozialen und menschenrechtlichen Problemen einsetzte. Im Hintergrund standen dabei immer rückläufige Wirtschaftszahlen, die jedoch unterschiedliche Auswirkungen auf jeden einzelnen Staat hatte. (Peimani, 2009 S. 3)

Einig sind sich Peimani und Krumm, dass Usbekistan und Turkmenistan es schafften weitestgehend die sowjetischen Systeme ihrer politischen Systeme beizubehalten. Peimani stellt diese Diagnose ebenfalls für Kasachstan, während Krumm Kasachstan neben Kirgistan den erfolgreichsten Reformprozess zugesteht. (Krumm, 2007 S. 4) (Peimani, 2009 S. 4) Einigkeit herrscht über die besondere Rolle Tadschikistans, das bis heute durch den Bürgerkrieg von 1992 bis 1997 politisch und die lange Stationierung russischer Truppen maßgeblich geprägt ist. (Cummings, 2012 S. 58, 87-89) (Peimani, 2009 S. 4) (Krumm, 2007 S. 3-4)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Wasserkonflikts in Zentralasien ein, beleuchtet die Rolle von Macht und Ressourcen und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit vor.

2. Region: Dieses Kapitel definiert Zentralasien geografisch und ökonomisch, wobei die Abhängigkeit von Wasser für die Landwirtschaft und die Rohstoffförderung hervorgehoben wird.

3. Konflikt: Hier werden die Ursachen des Konflikts, inklusive der politischen Situation, ethnischer Spannungen und des Wasser-Energie-Nexus, analysiert und theoretisch klassifiziert.

4. Konfliktlösung: Dieses Kapitel evaluiert zwei spezifische Programme, das Aral Sea Basin Program (ASBP) und das GIZ-Programm, im Hinblick auf ihre Wirksamkeit bei der Konfliktprävention.

5. Conclusio: Die Conclusio fasst die Ergebnisse zusammen und prognostiziert, dass lokale Kooperationsansätze langfristig bessere Chancen auf Stabilität bieten als isolierte politische Initiativen.

Schlüsselwörter

Zentralasien, Wasserkonflikt, Konfliktlösung, Energiepolitik, Aralsee, Transboundary Water Management, Mikro-Level, Makro-Level, GIZ, Ressourcensicherheit, politische Transformation, Kooperation, Konfliktklassifikation, BAR-Skala, Infrastruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Konfliktpotenzial rund um die Wasserressourcen in Zentralasien und evaluiert, welche Strategien (Makro-Verträge versus Mikro-Level-Projekte) am besten geeignet sind, um diese Konflikte dauerhaft beizulegen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die ökonomische und ökologische Lage der Region, die Rolle von Energie und Wasser, die Auswirkungen historischer Grenzziehungen sowie die Analyse bestehender internationaler und lokaler Lösungsansätze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist zu untersuchen, ob kleinräumige, infrastrukturorientierte Projekte auf Mikro-Ebene eine effektivere Methode zur Konfliktlösung und Prävention darstellen als großangelegte, oft intransparente Staatsverträge auf Makro-Ebene.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die politikwissenschaftliche Konfliktklassifikation nach der BAR-Skala (Basins at Risk), um das Kooperations- bzw. Deflektv-Verhalten der Anrainerstaaten anhand verschiedener Indikatoren objektiv einzuordnen und zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der regionalen Konfliktgegenstände (Politik, Ethnien, Energie) und eine detaillierte Evaluation des Aral Sea Basin Programms sowie des von der GIZ implementierten Programms zur grenzüberschreitenden Wasserbewirtschaftung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentralasien, Wassermanagement, Konflikttransformation, regionale Kooperation, Energieversorgung und nachhaltige Infrastrukturentwicklung.

Welche Rolle spielt die sowjetische Vergangenheit für den heutigen Konflikt?

Die sowjetische Ära hinterließ eine künstliche Grenzziehung und ein Infrastruktursystem, das auf zentralistischer Steuerung basierte; mit dem Zerfall der Sowjetunion brach dieses Austauschsystem zusammen, was die Staaten in ein Kompetenzvakuum stürzte.

Warum wird das Rogun-Staudamm-Projekt als besonders kritisch eingestuft?

Das Projekt ist ein zentraler Zankapfel, da es die Spannungen zwischen Tadschikistan und Usbekistan verdeutlicht und als Symbol für den Versuch dient, durch Großprojekte Einfluss in der Region zu gewinnen, was zu Misstrauen bei den Unteranrainern führt.

Was ist das Ergebnis der GIZ-Projekt-Evaluierung?

Die GIZ-Projekte erweisen sich als erfolgreich, da sie auf Mikro-Ebene durch datengestützte Arbeit und Personalausbildung Vertrauen zwischen den Staaten schaffen und somit eine bessere Basis für regionale Kooperationsprozesse bieten als Makro-Strukturen.

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Details

Title
Lösungsansätze zum Wasserkonflikt in Zentralasien
Subtitle
Das Potential von Mikro- und Makro-Level-Ansätzen zur dauerhaften Beendigung des Konflikts
Author
Thorsten Wolters (Author)
Publication Year
2014
Pages
43
Catalog Number
V316150
ISBN (eBook)
9783668151178
ISBN (Book)
9783668151185
Language
German
Tags
lösungsansätze wasserkonflikt zentralasien potential mikro- makro-level-ansätzen beendigung konflikts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thorsten Wolters (Author), 2014, Lösungsansätze zum Wasserkonflikt in Zentralasien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316150
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