Deutschlands Energieversorgung der Zukunft und der Beitrag erneuerbarer Energien


Hausarbeit, 2012

25 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Energiepolitik der Zukunft

2. Aktueller Stand der Energieversorgung in Deutschland5
2.1 Primärenergieverbrauch
2.2 Energieeffizienz
2.3 Derzeitige Bedeutung der erneuerbaren Energien

3. Zukunft der Energieversorgung in Deutschland
3.1 Folgen des Atomausstiegs
3.2 Zukünftige Bedeutung der fossilen Energieträger
3.3 Zukünftige Bedeutung der erneuerbaren Energien
3.3.1 Strombereitstellung aus erneuerbaren Energien
3.3.2 Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien
3.3.3 Kraftstoffbereitstellung aus erneuerbaren Energien

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1 Energiepolitisches Zieldreieck

Abbildung 2 Beiträge der Energieträger zum Primärenergieverbrauch in Prozent

Abbildung 3 Energieproduktivität in Deutschland

Abbildung 4 Struktur der Endenergiebereitstellung aus erneuerbaren Energien 2010

Abbildung 5 Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien

Abbildung 6 Preisentwicklung bei Holzbrennstoffen, Heizöl und Erdgas

Tabelle 1 Stromerzeugungskosten verschiedener Energieträger

1. Energiepolitik der Zukunft

Die Energiepolitik in Deutschland war in den vergangenen Jahren sehr stark von klimapolitischen Überlegungen beeinflusst. Im Rahmen der Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen erklärte sich Deutschland bereit, bis zum Jahr 2020 die Treibhausgasemissionen um 40% gegenüber 1990 zu reduzieren. Dieses ehrgeizige Ziel ist jedoch nur zu erreichen, wenn eine drastische Veränderung der Energieversorgung stattfindet. Ein Ausbau der erneuerbaren Energie ist dabei ebenso notwendig, wie die Steigerung der Energieeffizienz. Es wäre jedoch falsch die Energiepolitik nur als eine abgeleitete Klimapolitik zu verstehen. Eine einseitige Beschränkung auf die Erfüllung von Umweltzielen würde den Herausforderungen vor denen die Energiepolitik steht, nicht gerecht werden. Auch der beschlossene Atomausstieg für das Jahr 2020 wird neue Anforderungen an die Energiepolitik stellen und den Energiemix verändern. Die heute getroffenen Entscheidungen zur zukünftigen Energieversorgung sind jedoch richtungsweisend für die kommenden Jahrzehnte und dürfen daher keine voreiligen und allein auf Klimaschutz reduzierten Entscheidungen sein.

Im Mittelpunkt der Energiepolitik muss daher sowohl langfristig als auch kurz- und mittelfristig, das Erreichen des energiepolitischen Zieldreiecks stehen (Abb. 1). Dieses beinhaltet die drei Prämissen der Wirtschaftlichkeit, der Versorgungssicherheit und der Umweltverträglichkeit (Hillemeyer 2006). Die Wirtschaftlichkeit der Energieversorgung ist dann gewährleistet, wenn Energie zu angemessenen und unter Wettbewerbsbedingungen gebildeten Marktpreisen zur Verfügung steht. Dies ist notwendig um die Wettbewerbsfähigkeit der energieverbrauchenden Wirtschaft sowohl national als auch international zu gewährleisten. Zudem ist die Nutzung von Energie ein elementares Grundbedürfnis der Bevölkerung, weshalb es auch aus sozialer Perspektive notwendig ist, Energie zu einem möglichst geringen Preis zur Verfügung zu stellen. In den vergangenen Jahren wurde gerade dieser Aspekte zunehmend vernachlässigt und vor allem im Sektor der erneuerbaren Energien vom Staat hohe Subventionen gezahlt, die zumindest aus wirtschaftlicher Sicht auf Dauer nicht tragbar sind (Hillemeyer 2006).

Die zweite Prämisse des energiepolitischen Zieldreiecks ist die Versorgungssicherheit. Ganz allgemein versteht man hierunter die kontinuierliche und stabile Energieversorgung, welche zu jeder Zeit in Deutschland gewährleistet sein soll (Bardt 2010). In Deutschland ist dieser Aspekt in den vergangenen Jahren zunehmend in den Hintergrund getreten, da die Versorgungssicherheit bereits ein sehr hohes Niveau erreicht hat. Global betrachtet muss allerdings berücksichtigt werden, dass das kontinuierliche Bevölkerungswachstum und der steigende Industrialisierungsgrad zu einem steigenden Energieverbrauch führen. Gerade die Versorgung mit fossilen Energieträgern wird daher in Zukunft wesentlich größere Probleme mit sich bringen als bisher. Für Deutschland bedeutet dies, dass die Energiepolitik auf diese veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden muss. Dazu zählt zum einen die Sicherung der Energieversorgung aus fossilen Energieträgern, aber auch die Schaffung einer Energiebasis, welche sich in einem geringeren Maße auf fossile Energien stützt.

Als dritte Prämisse ist die Umweltverträglichkeit zu nennen. Es muss das Ziel der Energiepolitik sein, eine Energieversorgung zu gewährleisten, die mit möglichst geringen negativen Umweltauswirkungen einhergeht. Eine stärkere Einbindung der erneuerbaren Energien in den Energiemix Deutschlands scheint aus diesem Blickwinkel unumgänglich. Zur Erreichung dieses Ziels sind zudem Energieeffizienzsteigerungen eine Möglichkeit weniger Energie zu verbrauchen, ohne ökonomische Ziele zu gefährden.

Dabei ist zu beachten, dass diese Ziele nicht unabhängig voneinander stehen, sondern zum einen komplementäre Beziehungen zueinander haben, teilweise aber auch in einem Zielkonflikt stehen. Ein Beispiel hierfür ist, dass eine Steigerung der Umweltverträglichkeit oder der Versorgungssicherheit in den meisten Fällen auch mit einer Preissteigerung einhergeht. Wie bereits erwähnt ist die Versorgungssicherheit in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau. Handlungsbedarf besteht demzufolge vor allem bei einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit.

Ein Aspekt der neben diesen drei Prämissen keinesfalls vernachlässigt werden darf ist die gesellschaftliche Akzeptanz von energiepolitischen Entscheidungen (Knopf et al. 2011). Wenn getroffene Maßnahmen auf eine breite gesellschaftliche Ablehnung stoßen, können diese keine dauerhaften und beständigen Lösungen darstellen. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Einführung des Biosprits E-10. Laut einer Umfrage der Auto Motor und Sport (2011) sprechen sich mehr als 2/3 der Autofahrer dafür aus, diesen Kraftstoff wieder aus dem Sortiment zu nehmen. Überraschend ist dieses Ergebnis deshalb, da im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien als Gegenargument häufig von zu hohen Preisen für den Endverbraucher gesprochen wird. Genau dies war jedoch bei der Einführung von E-10 nicht der Fall und dennoch fand dieser neue Kraftstoff bis heute keine weitreichende gesellschaftliche Akzeptanz. Dieses Fallbeispiel soll zeigen, dass bei Entscheidungen der Energiepolitik sehr viele Faktoren berücksichtigt werden müssen, die in den seltensten Fällen alle miteinander vereinbar sind. Die Findung von Kompromissen wird daher ein wesentlicher Bestandteil der zukünftigen Energiepolitik Deutschlands darstellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Energiepolitisches Zieldreieck (verändert nach Knopf et al. 2011)

2. Aktueller Stand der Energieversorgung in Deutschland

Bevor eine Aussage darüber gemacht werden kann, wie die zukünftige Energieversorgung in Deutschland aussehen kann, soll im Folgenden der aktuelle Stand der Energieversorgung dargestellt werden. Dabei wird zunächst geklärt, wie sich der Energiemix in Deutschland zusammensetzt und welche Veränderungen im Primärenergieverbrauch in den letzten Jahren stattgefunden haben. Eine wesentliche Aufgabe der Energiepolitik wird es zudem sein Verbesserungen im Bereich der Energieeffizienz zu erzielen. Deshalb wird in Kapitel 2.2 darauf eingegangen, welche Potentiale in der Effizienzsteigerung liegen und welche Hemmnisse zur Umsetzung derzeit noch bestehen. In Kapitel 2.3 wird das Augenmerk auf der derzeitigen Bedeutung der erneuerbaren Energien liegen. Hier wird erläutert, welchen Beitrag diese zur Energiebereitstellung bereits heute leisten und welche Entwicklung sich in den vergangenen Jahren in diesem Bereich vollzogen hat.

2.1 Primärenergieverbrauch

Ganz allgemein versteht man unter der Primärenergie jene Energievorkommen, die von der Natur zur Verfügung gestellt werden. Hierzu zählen die fossilen Energieträger, wie Erdöl, Erdgas und Kohle, als auch Uran. Ebenso zählen die regenerativen Energiequellen zur Primärenergie. Damit ist der Primärenergieverbrauch ein bedeutender Indikator für den Verbrauch von Ressourcen. Bei der Berechnung des Primärenergieverbrauchs wird zudem der Wirkungsgrad der jeweiligen Energieträger berücksichtigt. Je weniger Ressourcen für die Gewinnung einer bestimmten Menge Energie eingesetzt werden müssen, desto höher ist der Wirkungsgrad des Energieträgers. So beträgt der Wirkungsgrad bei der Stromerzeugung aus Wind, Wasserkraft und Photovoltaik 100%, bei Kernenergie nur 33% (UBA 2011, zuletzt abgerufen am 12.12.2011). In Deutschland ist der Primärenergieverbrauch seit Anfang der 1990er Jahre, trotz einer Zunahme der Wirtschaftsleistung um rund 25%, leicht rückläufig. Dies ist zum einen auf den Ausbau von erneuerbaren Energien, die einen höheren Wirkungsgrad als fossile Energieträger haben, zurückzuführen. Aber auch die Effizienzsteigerung bei fossilen Kraftwerken trägt zu dieser Entwicklung bei. Im Jahr 2010 betrug der Primärenergieverbrauch in Deutschland 14.057 Petajoule (PJ) und lag damit rund 4,7% höher als 2009 (UBA 2011, zuletzt abgerufen am 12.12.2011). Der Primärenergieverbrauch hängt dabei mit konjunkturellen Schwankungen in der deutschen Wirtschaft zusammen, womit auch dieser vergleichsweise große Anstieg erklärt werden kann. Die Wirtschaftskrise bewirkte einen Rückgang des Energieverbrauchs auf das Niveau der 1970er Jahre im Jahr 2009 und das derzeitige, wieder stärker werdende Wirtschaftswachstum, geht mit einem gesteigerten Energiebedarf einher, ohne jedoch das Niveau von 2008 mit 14.216 PJ zu erreichen (UBA 2011, zuletzt abgerufen am 12.12.2011). Schwankungen des Primärenergieverbrauchs sind zudem auf unterschiedliche Witterungsbedingungen zurückzuführen. So steigt beispielsweise in einem überdurchschnittlich kalten Winter der Energiebedarf zur Wärmeerzeugung. Nach dem Energiekonzept der Bundesregierung soll der Primärenergiebedarf bis 2050 um 50% gegenüber 2020 reduziert werden (dena 2011, zuletzt abgerufen am 14.12.2011).

Der Energiemix in Deutschland hat sich seit 1990 sehr stark verändert. Die bedeutendsten Veränderungen waren ein starker Rückgang der Energiegewinnung aus Braunkohle, eine Steigerung des Gasverbrauchs, sowie ein starker Ausbau der erneuerbaren Energien. Im Jahr 2010 wurde immer noch mehr als die Hälfte der Energie aus Erdöl und Erdgas gewonnen, womit diese damit auch weiterhin die wichtigsten Energieträger in Deutschland sind (Abb.2). Da in Deutschland lediglich Braun- und Steinkohle als natürliche Ressource vorkommen, ist man zur Deckung des Energiebedarfs sehr stark von Energieimporten abhängig (Böcker & Welte 2006). Nur rund ein Viertel der verbrauchten Energie wird auch aus heimischen Ressourcen, also aus Braunkohle und erneuerbaren Energien, gewonnen. Gerade im Hinblick auf die Versorgungssicherheit macht sich Deutschland damit sehr stark von Ressourcenländern abhängig, die nicht selten mit politischen Unruhen zu kämpfen haben. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist der Iran. Die Folge sind stark schwankende Preise für Erdöl und Erdgas, die ein Energieimportland wie Deutschland dazu zwingen sich diesen veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Mit knapper werdenden Erdöl- und Erdgasressourcen und einem weiterhin steigendem Weltenergieverbrauch, vor allem in den Schwellenländern, muss es zumindest ein langfristiges Ziel sein, sich von diesen Energieträgern als Standbein der Energieversorgung loszulösen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Beiträge der Energieträger zum Primärenergieverbrauch in Prozent (eigene Darstellung, Datengrundlage: UBA 2011)

2.2 Energieeffizienz

Ein Indikator der angibt, wie effizient der Umgang mit Energie in einer Volkswirtschaft ist, ist die Energieproduktivität bzw. die Energieeffizienz. Ausgerückt wird sie als das Verhältnis vom Bruttoinlandsprodukt zum Primärenergieverbrauch. Mithilfe dieses Indikators kann gezeigt werden, wie viel volkswirtschaftliche Gesamtleistung (BIP in €) mit einer Einheit Primärenergie „produziert“ werden kann (Brüggemann 2005). Je höher die Energieeffizienz liegt, desto mehr entkoppelt sich das Wirtschaftswachstum von einem steigenden Energiebedarf. Das von der deutschen Bundesregierung im Jahr 2002 festgelegt Ziel, strebt eine Verdopplung der Energieeffizienz bis 2020 im Vergleich zum Basisjahr 1990 an. Aus Abbildung 3 ist zu entnehmen, dass eine Steigerung der Energieeffizienz in den vergangenen Jahren durchaus zu erkennen ist. Jedoch muss berücksichtigt werden, dass der Primärenergieverbrauch trotz erheblicher Anstrengungen der Bundesregierung seit 1990 nahezu konstant geblieben ist. Der Rückgang des Primärenergieverbrauchs in den letzten Jahren ist größtenteils auf die Wirtschaftskrise und weniger auf effizienzsteigernde Maßnahmen zurückzuführen. Der wichtigere Faktor, dass dennoch eine Steigerung der Energieeffizienz stattgefunden hat, ist das anhaltende Wirtschaftswachstum in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Obwohl nur eine geringfügige Verminderung des Primärenergieverbrauchs stattfand, ist diese Entwicklung durchaus positiv zu sehen. Deutschland ist es gelungen ein Wirtschaftswachstum zu generieren, welches sich nicht auf einen steigenden Energiebedarf stützt. Damit kann durchaus von einer zunehmenden Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Primärenergieverbrauch gesprochen werden. Dennoch muss es ein wesentlicher Bestandteil der Energiepolitik sein, den Primärenergieverbrauch dauerhaft zu senken. Gerade zur Erreichung der Ziele, die im energiepolitischen Zieldreieck zusammengefasst sind, ist eine Verminderung des Energieverbrauchs elementar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Energieproduktivität in Deutschland (eigene Darstellung, Datengrundlage: BMU 2011)

Effizienzsteigerungen sind dabei sowohl auf der Energieangebotsseite als auch auf der Energieverbraucherseite möglich.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Deutschlands Energieversorgung der Zukunft und der Beitrag erneuerbarer Energien
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Veranstaltung
Aktuelle Konzepte zu Energiegewinnung, Klima- und Umweltschutz
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
25
Katalognummer
V316153
ISBN (eBook)
9783668149557
ISBN (Buch)
9783668149564
Dateigröße
980 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Energie, Energieversorgung, erneuerbare Energie
Arbeit zitieren
Alois Weiß (Autor), 2012, Deutschlands Energieversorgung der Zukunft und der Beitrag erneuerbarer Energien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316153

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