Die Bedeutung der Finanzplanung im Rahmen der Unternehmensfinanzierung


Hausarbeit, 2014
20 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Allgemeine Einleitung
1.2. Zielsetzung der Arbeit
1.3. Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

2. Unternehmensfinanzierung
2.1. Finanzierung
2.2. Liquidität
2.3. Finanzierungsmöglichkeiten
2.3.1. Möglichkeiten der Außenfinanzierung
2.3.1.1. Eigenfinanzierung in Form der Beteiligungsfinanzierung
2.3.1.2. Mezzanine-Finanzierung
2.3.1.3. Fremdfinanzierung
2.3.2. Möglichkeiten der Innenfinanzierung
2.3.2.1. Finanzierung aus Umsatzerlösen
2.3.2.2. Finanzierung aus sonstigen Kapitalfreisetzungen
2.4. Liquiditätskennzahlen

3. Finanzplanung
3.1. Grundsätze und Aufgaben der Finanzplanung
3.2. Ermittlung des Kapitalbedarfs
3.3. Abgrenzung zwischen kurz-, mittel- und langfristiger Finanzplanung

4. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Der Kreislauf finanzieller Mittel

Abbildung 2: Liquiditätskennzahlen

Abbildung 3: Prozess der Finanzplanung

Abbildung 4: Arten der Finanzpläne

1. Einleitung

1.1. Allgemeine Einleitung

Die finanzielle Entwicklung eines Unternehmens muss in der heutigen Wettbewerbssituation vorausschauend geplant werden. Ein Unternehmen benötigt zu jedem Zeitpunkt genügend liquide Mittel, damit es seine/n Zahlungsverpflichtungen gegenüber seinen Gläubigern erfüllen kann. Die Unternehmensfinanzierung hat die Aufgabe, Möglichkeiten zu beschreiben, wie Unternehmen ihr finanzielles Gleichgewicht erreichen können. Veränderungen auf den Kapitalmärkten seit 1990, hervorgerufen durch die ökonomische Globalisierung, finanztechnische Produkte, die europäische Neuordnungsoffensive im Zuge des Baselprozesses und die weltweite Krise der Finanzinstitute, zeigen die dringende Notwendigkeit auf, Unternehmen auf ihre Finanzierungssituationen aus finanzwirtschaftlicher Sicht hin zu untersuchen.

Heutzutage verlangen rasch wandelnde Gütermärkte von einem Unternehmen eine schnellere Anpassung, damit es im globalen Konkurrenzkampf bestehen kann. Dies erfordert kurzfristige liquide Mittel und den Blick in die Zukunft, wie das Kapital anzulegen ist, um es schnell zu beschaffen und für welchen Zweck es verwendet wird. Der Markt stellt hohe Anforderungen an Auswahl und Strukturierung der Instrumente sowie an die Vorbereitung und Umsetzung eines Finanzierungsplans. Die richtige Finanzplanung ist ein wichtiges Instrument für die Unternehmensfinanzierung. Gerade in Zeiten von Basel III und den damit verbundenen Anforderungen an das Unternehmen, gewinnt die Finanzplanung als unternehmensinternes und –externes Steuerungs- und Kommunikationsinstrument immer mehr an Bedeutung.

1.2. Zielsetzung der Arbeit

In der vorliegenden Arbeit soll erläutert werden, was die Unternehmensfinanzierung ist und aus welchen Bestandteilen sie besteht. Des Weiteren soll veranschaulicht werden, welche Bedeutung die Finanzplanung innerhalb einer Unternehmensfinanzierung spielt. Ziel der Arbeit ist es, die Chancen einer richtigen Finanzplanung aufzuzeigen und die dadurch entstehenden wirtschaftlichen Möglichkeiten für ein Unternehmen innerhalb der Unternehmensfinanzierung zu betrachten.

1.3. Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

Unter Anwendung von Desktopresearch und Literaturrecherche wurden die Inhalte dieser Arbeit zusammengetragen. Diese Arbeit ist in 4 Kapitel unterteilt und verfolgt den Anspruch die aufgeworfenen Fragen anhand der recherchierten Theorien in den nachfolgenden Kapiteln zu beantworten.

Zunächst werden die Begrifflichkeiten zum Thema Unternehmensfinanzierung erklärt. Hierbei wird insbesondere auf die Liquidität und den Finanzierungsbegriff eingegangen. Darauf aufbauend werden die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten und anschließend die Liquiditätskennzahlen betrachtet. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Finanzplanung. Zu Beginn werden die Grundsätze und Aufgaben der Finanzplanung erklärt. Danach wird auf die Ermittlung des Kapitalbedarfs eingegangen. Des Weiteren werden die kurzfristige, mittelfristige und langfristige Finanzplanung betrachtet. Das vierte Kapital fasst als Schlussbetrachtung die Erkenntnisse dieser Arbeit zusammen. Es stellt dar, welche Bedeutung die Finanzplanung innerhalb der Unternehmensfinanzierung einnimmt und wieso die richtige Finanzplanung eine essenzielle Bedeutung innerhalb der Unternehmensfinanzierung hat.

2. Unternehmensfinanzierung

Eine zentrale Voraussetzung für ein Unternehmen ist, dass genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen um die Zahlungsfähigkeit in der Gegenwart und Zukunft sicher zustellen. Die grundlegende Aufgabe der Unternehmensfinanzierung ist die Sicherung des betrieblichen Leistungsprozesses im Rahmen des ökonomischen Prinzips. Ziel ist es zu vermeiden, dass das Unternehmen seinen finanziellen Forderungen nicht nachkommen kann. Die Finanzierung dient somit der Sicherung der Zahlungsfähigkeit, damit das Unternehmen jederzeit termingerecht seine finanziellen Verpflichtungen befriedigen kann. Eine Unternehmensfinanzierung sollte zu möglichst minimalen Kapitalkosten erfolgen und die Rentabilität eines Unternehmens stützen.[1]

2.1. Finanzierung

Der Begriff Finanzierung wird im weitesten Sinne des Wortes in der Betriebswirtschaftslehre für die in einem Betrieb abspielenden finanziellen Vorgänge verwendet. Es wird zwischen dem engen und weiten Finanzierungsbegriff unterschieden. Ersterer umfasst die Vorgänge der Kapitalbeschaffung. Letzterer beinhaltet neben der Kapitalbeschaffung auch die Kapitaldispositionen beinhaltet, die zur Durchführung des Betriebsprozesses erforderlich sind.[2] Daher wird die Finanzierung weitestgehend als Kapitalbeschaffung, also als Bereitstellung von finanziellen Mitteln jeder Art, verstanden. Die Finanzierung dient einerseits zur Durchführung der betrieblichen Leistungserstellung und Leistungsverwertung und realisiert andererseits bestimmter außerordentlicher finanztechnischer Vorgänge wie z.B. Gründung, Börsengang, Kapitalerhöhung oder Sanierung. Außerdem steht die Finanzierung der Investition gegenüber, denn eine Mittelverwendung hat eine Mittelbeschaffung zur Voraussetzung. Erst muss klar sein, wie viel Geld zur Verfügung steht, damit bewusst wird was ein Unternehmen sich davon leisten kann. Durch die folgende Abbildung des Kreislaufs finanzieller Mittel werden die finanziellen Vorgänge des Betriebsprozess dargestellt und verdeutlicht.[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Wöhe, G. u.a. (2013), S. 5

Abbildung 1: Der Kreislauf finanzieller Mittel

In der Phase 1 tragen Mittel von außen zur Finanzierung bei und erscheinen in der Bilanz im Kapitalbereich Eigen- und Fremdkapital und im Zahlungsbereich als Zahlungsmittel (Kasse, Bank). Die erworbenen Zahlungsmittel werden in der Phase 2 zur Beschaffung von Sachgütern verwendet und es entsteht eine Investition. In der Phase 3 fließen die Mittel über den Markt zurück und es entsteht eine weitere Kapitalbeschaffung von innen, wenn Gewinne entstehen. Fließen die Einnahmen der Phase 3 wieder zurück in die Phase 2, entsteht wieder eine Einnahme die investiert werden kann. In der letzten Phase entsteht ein Kapitalabfluss, wenn die Einnahmen zur Rückzahlung von Kapital aus der Phase 1 verwendet werden oder Gewinne ausgeschüttet werden. Ein Kapitalabfluss kann aber schon früher in den Phasen entstehen. Wenn in Phase 3 der Kapitalrückfluss hinter den Ausgaben der Phase 2 zurückbleibt, entsteht ein Verlust und somit ebenfalls ein Kapitalabfluss.[4]

2.2. Liquidität

Ein Betriebsprozess kann nur dann störungsfrei ablaufen wenn es der Unternehmensführung gelingt, die notwendigen Einzahlungs- und Auszahlungsströme zeitlich so zu koordinieren, dass die zur Durchführung des Prozesses erforderlichen finanziellen Mittel stets fristgerecht zur Verfügung stehen. Das Kapital ist aber zum Teil an verschiedenen Vermögenswerte gebunden, wie z.B. in Gebäude. Durch diese Kapitalbindung kann ein zeitliches Abstimmungsproblem entstehen bis zu dem Zeitpunkt, zu dem das Geld zur Verfügung steht. Die Fähigkeit des Unternehmens, seinen fälligen Verbindlichkeiten unter der Voraussetzung des reibungslosen Ablaufs des Betriebsprozesses termingerecht nachkommen zu können, wird als Liquidität bezeichnet.[5]

Des Weiteren wird zwischen der Vermögensliquidität und der Finanzplanliquidität unterschieden. Bei der Vermögensliquidität auch von der ‚absoluten Liquidität‘ gesprochen, d.h. im Sinne der Liquidierbarkeit, die Eigenschaft von Wirtschaftsgütern als Zahlungsmittel verwandelt oder umgewandelt zu werden. Bei der Finanzliquidität steht nicht die Liquidierbarkeit im Mittelpunkt, sondern das Verhältnis zwischen dem Bedarf an liquiden Mitteln und den zur Deckung verfügbaren liquiden Mitteln. Bei der Finanzliquidität wird von der ‚relativen Liquidität‘ gesprochen.[6]

2.3. Finanzierungsmöglichkeiten

Hinsichtlich der Finanzierung eines Unternehmens kann nach der Kapitalherkunft in Innen- und Außenfinanzierung sowie nach der Rechtsstellung der Kapitalgeber in Eigen- und Fremdfinanzierung unterschieden werden.[7] Bei der Innenfinanzierung werden dem Unternehmen keine Mittel von außen zugeführt, unabhängig davon, ob es sich um Eigen- oder Fremdkapital handelt, sondern lediglich von innen gebildet Des Weiteren wird nach Dauer der Kapitalbereitstellung in kurzfristig, mittelfristig, langfristig und unbefristet unterschieden.[8] Im Folgenden werden die Instrumente der Unternehmensfinanzierung erläutert und ein Überblick über die gängigsten Ausprägungen erstellt.

2.3.1. Möglichkeiten der Außenfinanzierung

Die Außenfinanzierung bezeichnet einen Mittelzufluss aus Quellen außerhalb des Unternehmens im Rahmen gesonderter Finanztransaktionen. Sie lässt sich auch als Marktfinanzierung bezeichnen. Der Bankkredit gehört zu den am häufigsten verwendeten Formen der Außenfinanzierung.[9] Folgend werden drei der zahlreich existierenden Instrumente der Außenfinanzierung erläutert.

2.3.1.1. Eigenfinanzierung in Form der Beteiligungsfinanzierung

Es handelt sich um eine Eigenfinanzierung in Form der Beteiligungsfinanzierung, wenn einem Unternehmen durch den Einzelunternehmer (Eigentümer), durch die Gesellschafter von Personengesellschafter (Miteigentümer) oder durch Aktionäre (Anteilseigner) Eigenkapital von außen zugeführt wird. Dabei wird von einer Eigenfinanzierung in Form der Einlagen- bzw. Beteiligungsfinanzierung gesprochen.[10]

2.3.1.2. Mezzanine-Finanzierung

Der Begriff Mezzanine entstammt der Architektur und bezeichnet ein Zwischengeschoss zwischen zwei Stockwerken. Übertragen auf die Bilanz eines Unternehmens, nimmt das sogenannte Mezzanine-Kapital eine Position zwischen Eigen- und Fremdkapital ein. Mezzanines-Kapital ist ein Oberbegriff für eine Reihe hybrider Finanzierungsinstrumente, die zwischen Eigen-und Fremdkapital einzuordnen sind. Es gibt auf der einen Seite das eigenkapitalnahe Sweet Equity, wie z.B. atypische stille Beteiligungen oder Genussrechte. Auf der anderen Seite das fremdkapitalnahe Dept Mezzanine, wie z.B. nachrangige Darlehen.[11]

2.3.1.3. Fremdfinanzierung

Wird einem Unternehmen Kapital durch Gläubiger zugeführt wird, liegt eine Fremdfinanzierung vor. Die Gläubiger erwerben dadurch kein Eigentum am Unternehmen und das Fremdkapital geht nicht in das Eigentum des Unternehmens über, sondern begründet eine schuldrechtliche Verbindung zwischen dem Unternehmen als Schuldner und dem Kapitalgeber als Gläubiger.[12] Das zugeführte Fremdkapital ergänzt die Ausstattung der Unternehmung mit Finanzierungsmitteln und besitzt ausschließlich eine Finanzierungsfunktion. Grundsätzlich kann zwischen der Kreditfinanzierung und der Finanzierung durch Emission von Obligationen unterschieden werden. Weiterhin können auch Schuldscheindarlehen und Leasing zur Fremdfinanzierung als Außenfinanzierung gezählt werden.[13]

2.3.2. Möglichkeiten der Innenfinanzierung

Bei der Innenfinanzierung erfolgt diese aus eigenen Mitteln des Unternehmens. Dies geschieht durch betriebliche Desinvestitionen. Dabei werden dem Unternehmen keine Mittel von außen zugeführt, unabhängig davon, ob es sich um Eigen- oder Fremdkapital handelt, sondern lediglich von innen gebildet. Voraussetzung für eine Innenfinanzierung ist jedoch, eine entsprechende Ertragskraft des Unternehmens. Bei der Innenfinanzierung fließt Kapital zu, aus Erlösen des Unternehmens. Umsatzerlöse oder sonstige Erlöse können zur möglichen Finanzierung von Investitionen verwendet werden, soweit den Erlösen kein auszahlungswirksamer Aufwand gegenüber steht. Die Formen der Innenfinanzierung sind die Finanzierungen aus Umsatzerlösen und die Finanzierung aus sonstigen Kapitalfreisetzungen.[14]

2.3.2.1. Finanzierung aus Umsatzerlösen

Die Finanzierung aus Umsatzerlösen wird auch als Überschussfinanzierung und Cashflow-Finanzierung bezeichnet.[15] Die Finanzierung aus Umsatzerlösen kann in den folgenden drei Formen erfolgen:

- Finanzierung aus zurückbehaltenen Gewinnen

Die Finanzierung aus zurückbehaltenen Gewinnen wird meistens als Selbstfinanzierung bezeichnet. Voraussetzung für die zurückbehaltenen Gewinne ist, dass als erstes Gewinne erzielt werden. Ihre Höhe wird durch die Differenz zwischen dem Gewinn nach Steuern und der Ausschüttung bestimmt. Die Selbstfinanzierung unterteilt sich in die offene und stille Selbstfinanzierung. Bei der offenen Selbstfinanzierung sind die Gewinne in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung offen ersichtlich. Der erwirtschaftet Gewinn wird jedoch teilweise oder insgesamt nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet. Bei der stillen Selbstfinanzierung werden stille und versteckte Reserven gebildet, die nicht in der Bilanz ersichtlich sind.[16]

[...]


[1] Vgl. Grunow, H.-W.,(2006), S. 15

[2] Vgl. Wöhe, G. u.a (2013), S.2

[3] Vgl. Wöhe, G. u.a. (2013), S. 3f.

[4] Vgl. Wöhe, G. u.a.(,2013), S.5

[5] Vgl. ebd.: S. 25 ff.

[6] Vgl, ebd.: S. 26 f.

[7] Vgl. Werner, H. u.a. (2005), S.5ff.

[8] Vgl. Gräfer, H. u.a. (2011), S.35

[9] Vgl. Werner, H. u.a. (2005), S. 29

[10] Vgl. Wöhe, G. u.a. (2013),S. 16

[11] Vgl. Olfert, K. (2011), S. 268

[12] Vgl. Olfert, K. (2011), S.277

[13] Vgl. Gräfer, H. u.a. (2011), S.116

[14] Vgl. Olfert, K. (2011), S. 375

[15] Vgl. ebd.: S. 33

[16] Vgl. Olfert, K. (2011), S. 375f.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung der Finanzplanung im Rahmen der Unternehmensfinanzierung
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Stuttgart
Veranstaltung
Unternehmensfinanzierung
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
20
Katalognummer
V316245
ISBN (eBook)
9783668152809
ISBN (Buch)
9783668152816
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmensfinanzierung, Finanzplanung
Arbeit zitieren
Sandra-Patricia Krajewski (Autor), 2014, Die Bedeutung der Finanzplanung im Rahmen der Unternehmensfinanzierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316245

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