Das Zypern-Problem ist eines der ältesten Konflikte, mit dem sich die internationale Staatengemeinschaft beschäftigt. Obwohl, oder gerade weil die Republik Zypern, ohne den türkischen Teil, seit 2004 Mitglied der Europäischen Union ist, ist eine Lösung nicht absehbar. Denn die Differenzen auf beiden Seiten, Türken und Griechen, sind zu komplex und tiefgreifend, um eine schnelle Lösung herbeizuführen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung:
II. Britische Übernahme:
III. Die Unabhängigkeit und Invasion:
IV Fazit:
V. Literaturverzeichnis:
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und die Entwicklung des Zypernkonflikts von der britischen Übernahme bis zur türkischen Invasion 1974. Das Hauptziel besteht darin, die komplexen machtpolitischen Interessen sowie die Rolle der beteiligten Volksgruppen und der Garantiemächte neutral zu beleuchten, um die Ursachen für das Scheitern einer dauerhaften Friedenslösung zu identifizieren.
- Historische Analyse der britischen Herrschaft auf Zypern
- Die Entwicklung des Enosis-Gedankens und der Widerstandsbewegungen
- Strukturelle Mängel der Gründungsverfassung von 1960
- Die Auswirkungen des 13-Punkte-Memorandums und der Putsch von 1974
- Der Einfluss historisch-psychologischer Faktoren auf den Dialogprozess
Auszug aus dem Buch
II. Britische Übernahme:
Als sich das Osmanische Reich, nach der Niederlage 1877/78, gegen zukünftige russische Angriffe schützen will, schließt es mit Großbritannien 1878 einen Beistandspakt. Die Briten dürfen Zypern de facto so lange Verwalten, bis Rußland, die von ihm eroberten Gebiete in der Osttürkei, besetzt hält. Obwohl wenig später Rußland gemäß dem Berliner Kongreß die besetzten Gebiete wieder an das Osmanische Reich abtritt, endet die Existenz der Briten auf Zypern nicht.
Da die Osmanen in den Ersten Weltkrieg auf deutscher Seite eintreten, annektiert 1914 Großbritannien Zypern. Wenn auch Griechenland zunächst auf den Vorschlag der Briten, an dessen Seite am Krieg teilzunehmen und als Gegenleistung Zypern zu bekommen, nicht eingeht, kommt zwei Jahre später der griechische Kriegseintritt nicht überraschend. Doch trotz aller Versprechungen bleibt die Insel, zur Verärgerung der Griechen, auch nach Kriegsende in britischer Hand.
Nach dem Unabhängigkeitskrieg (1919-1922) wird 1923 die Türkische Republik ausgerufen und kurz zuvor der Lausanner Vertrag mit den Ententemächten unterzeichnet, in dem die Türkei die britische Annexion anerkennt. Zwei Jahre später erklärt Großbritannien Zypern zur Kronkolonie und wird jetzt auch de jure Souverän der Insel.
Nachdem die Briten nunmehr volle Souveränität auf Zypern genießen, tritt eine große Welle der Auswanderung der Türkischzyprioten in die Türkei und später nach Großbritannien ein.
Schon 1931 entstehen erste Unruhen auf der Insel. Sowohl die Griechischzyprioten, als auch ihr Mutterland bestehen auf die Verwirklichung des Enosis-Gedanken. Schließlich versprach man ihnen einer Anbindung mit Griechenland zuzustimmen. Doch die Briten hielten ihr Wort nicht.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Beschreibt die Entstehung des Konflikts im Kontext der britischen Einflussnahme und erläutert die methodische Vorgehensweise bei der Literaturrecherche.
II. Britische Übernahme: Analysiert den Weg Zyperns von der osmanischen Verwaltung zur britischen Kronkolonie und die daraus resultierenden Spannungen zwischen den Volksgruppen.
III. Die Unabhängigkeit und Invasion: Beleuchtet die fragile Gründungsphase des unabhängigen Zyperns, das Scheitern der Verfassung und die Ereignisse, die zur Invasion 1974 führten.
IV Fazit: Reflektiert die Unfähigkeit der Vermittlungsbemühungen und die heutigen Hürden für eine nachhaltige Versöhnung.
V. Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten Quellen sowie weiterführende Internetressourcen auf.
Schlüsselwörter
Zypernkonflikt, Britische Übernahme, Enosis, Türkischzyprioten, Griechischzyprioten, Makarios, Grivas, Unabhängigkeit, Invasion 1974, Garantievertrag, EOKA, Teilung der Insel, Geopolitik, Versöhnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den historischen Zypernkonflikt und beleuchtet die wechselseitigen Abhängigkeiten und Einflussnahmen durch Großbritannien, Griechenland und die Türkei.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die koloniale Vergangenheit der Insel, die ethnopolitischen Spannungen zwischen den Bevölkerungsteilen und der Prozess der Unabhängigkeit bis zur Invasion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine unvoreingenommene Darstellung der Konfliktgenese, um die komplexen Ursachen hinter den gescheiterten Friedensbemühungen zu verdeutlichen.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Der Autor greift auf eine multiperspektivische Literaturanalyse zurück, die sowohl deutschsprachige als auch griechische und türkische Quellen einbezieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die britische Herrschaftsperiode, den Weg in die Unabhängigkeit mit der Verfassung von 1960 und die Eskalation bis zur türkischen Invasion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Zypernkonflikt, Enosis, Garantievertrag, EOKA und die geopolitische Bedeutung der Insel.
Welche Rolle spielt der Garantievertrag bei den heutigen Spannungen?
Der Garantievertrag ist ein Kernpunkt, da er den Garantiemächten theoretisch militärische Eingriffe zur Wiederherstellung der Ordnung erlaubte, was 1974 durch die Türkei in Anspruch genommen wurde.
Wie beeinflussen historische Traumata den aktuellen Dialog?
Der Autor weist darauf hin, dass psychologische Belastungen aus der Geschichte, wie etwa der Untergang von Byzanz, den rationalen Dialog zwischen den Konfliktparteien in der Gegenwart massiv erschweren.
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- M. A. Ercan Tamer (Autor), 1999, Der Zypern-Konflikt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3162