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Die Sezession des Lower South am Vorabend des Amerikanischen Bürgerkrieges 1860/1861. Aspekte einer differenzierenden multiperspektivischen Betrachtung

Title: Die Sezession des Lower South am Vorabend des Amerikanischen Bürgerkrieges 1860/1861. Aspekte einer differenzierenden multiperspektivischen Betrachtung

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christoph Kehl (Author)

History - America
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In der vorliegenden Arbeit soll versucht werden, die Sezession des Lower South vor dem Beginn des Amerikanischen Bürgerkrieges differenziert und im Kontext zu betrachten und mögliche Ansatzpunkte für weiterführende Studien aufzuzeigen.

Die für den Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges angenommen Ursachen sind vielzählig. Vor allem die Sklavenfrage und die damit verbundenen Konflikte, wie die Rechte der Einzelstaaten, werden zumeist als letztlich ausschlaggebend angesehen. Die Sezession des Südens und die Gründung der Confederate States of America nehmen dabei in der Regel die Stellung der Initialzündung ein, die sich nahtlos in die weitreichende Konfliktgeschichte einzufügen scheint. Ihre Bedeutung für den Kriegsausbruch spiegelt sich auch in der weitverbreiteten Bezeichnung des Amerikanischen Bürgerkriegs als Sezessionskrieg wider.

Aus der durch die Gründung der Confederate States und der Auseinandersetzung der zwei Kriegsparteien geprägten Retrospektive erscheint der Austritt des tiefen Südens als ein homogener Bausstein innerhalb einer geschlossenen Kausalkette, nahezu determiniert, „so internally consistent that it may almost be presented syllogistically.“ Dezidierte Untersuchungen des Südens der USA fördern jedoch ein ausgesprochen heterogenes Bild der dort lebenden Gesellschaft mit all ihren Facetten zu Tage. „There has never been one South or one archetypical southerner“.

Um der Komplexität der Thematik in einem solch begrenzten Rahmen annähernd gerecht werden zu können, ist es notwendig, „not only the logic and strategy of the radicals who led the South out of the Union but also the circumstances and values of the society and polity“ zu untersuchen. Zentrales Augenmerk liegt daher auf einem Perspektivenwechsel, mit dessen Hilfe versucht werden soll, das homogene Bild der Sezession des Lower South als ein wesentliches Element innerhalb dieser kausal anmutenden Aneinanderreihung von Ereignissen zu überprüfen.

Dabei kann es und soll es nicht um eine umfassende Analyse der Sezession und deren Ursachen gehen. Vielmehr ist das Ziel, Ansätze für weiterführende oder reflektierende Untersuchungen zu liefern. Aufgrund der Vorreiterstellung South Carolinas werden sich ein Großteil der Untersuchungen auf diesen Staat beziehen, obgleich stets versucht werden wird, repräsentative Aussagen über den gesamten tieferen Süden zu treffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Sezession des Lower South

3 Multiperspektivische Analyse

3.1 Soziopolitische Aspekte

3.2 Soziokulturelle Aspekte

3.3 Sozioökonomische Aspekte

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Sezession des Lower South am Vorabend des Amerikanischen Bürgerkrieges (1860/1861) unter Anwendung eines multiperspektivischen Ansatzes. Ziel ist es, das häufig als homogen betrachtete Bild der Sezessionsbewegung zu dekonstruieren und die komplexen soziopolitischen, soziokulturellen sowie sozioökonomischen Faktoren aufzuzeigen, die zur Mobilisierung unterschiedlicher Bevölkerungsschichten führten.

  • Multiperspektivische Analyse der Sezessionsursachen
  • Untersuchung der politischen Einflussnahme der "fire eaters"
  • Bedeutung von "white supremacy" und "states rights" für die Ideologie des Südens
  • Die Rolle sozioökonomischer Abhängigkeiten und Sklavenbesitzstrukturen
  • Kritische Reflexion der Rolle von Propaganda und Krisenwahrnehmung

Auszug aus dem Buch

3.1 Soziopolitische Aspekte

Ungeachtet der hohen Zustimmungsrate auf den Spezialkonventen herrscht auf politischer Ebene bei genauerer Betrachtung weitgehender Dissens über die exakte Ausgestaltung einer Abspaltung von der Union. Dies betrifft vor allem Zeitpunkt und Charakter des Unterfangens. Zum einen fordern direkte Sezessionisten den sofortigen Austritt. Anders als die kooperativen Sezessionisten vertreten sie die Meinung, die Einzelstaaten können sich auch nach ihrem Austritt aus der Union noch Verhandlungen und Kooperationsbestrebungen zuwenden. Die prominentesten und zugleich einflussreichsten Vertreter dieser Position sind die sogenannten fire eaters, eine radikale Gruppierung, die sich zumeist aus Veteranen vergangener separatistischer Bewegungen zusammensetzt. Aufgrund ihrer Erfahrung aus den 1830er und 1850er Jahren präferieren sie eine schrittweise Sezession, bei der die Südstaaten nacheinander von der Union abfallen. Für beide Gruppierung steht jedoch fest, dass sie nicht im Staatenverband der Vereinigten Staaten verbleiben wollen.

Demgegenüber wollen die sogenannten conditional unionists der Lincoln-Regierung die Chance einräumen, den politischen Kurs zu ändern und auf bestimmte Forderungen der Südstaaten einzugehen. Erst bei einer offenen Einschränkung der Rechte des Südens sind sie bereit, als letztes Mittel zur Sezession zu greifen.

Den entscheidenden politischen Beitrag zur Sezession leisten nach William L. Barney die jungen Sklavenbesitzer aus der Baumwollwirtschaft und der Jurisprudenz. Stärker als ältere Sklavenbesitzer sind sie von der Stabilität des Systems, vor allem der Sklavenpreise, abhängig, auf welchen der Großteil ihres Kapitals und ihrer Kredite beruht. Gemeinsam mit den radikalen fire eaters, die sich zum Teil auch aus diesen Reihen konstituieren, sind sie die treibenden Kräfte der Sezession.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung problematisiert die gängige, meist monokausale Sichtweise auf die Sezession und führt in das methodische Vorhaben eines multiperspektivischen Perspektivenwechsels ein.

2 Die Sezession des Lower South: Das Kapitel skizziert den zeitlichen Ablauf der Austritte der Südstaaten nach dem Wahlsieg Abraham Lincolns und diskutiert die Schwierigkeit einer klaren Definition des "Lower South".

3 Multiperspektivische Analyse: Dieser Hauptteil beleuchtet detailliert die heterogenen Strukturen im Süden und die verschiedenen Ebenen der Einflussnahme durch Eliten.

3.1 Soziopolitische Aspekte: Hier werden die internen politischen Spannungen zwischen direkten Sezessionisten, "fire eaters" und "conditional unionists" analysiert.

3.2 Soziokulturelle Aspekte: Der Fokus liegt auf der Rolle von "white supremacy", "states rights" und der Angst vor Sklavenaufständen als kulturelle Mobilisierungsmittel.

3.3 Sozioökonomische Aspekte: Dieses Kapitel verknüpft die wirtschaftlichen Interessen der Planterelite mit der sozialen Struktur der Bevölkerung und den Ängsten vor den Folgen eines Expansionsverbots der Sklaverei.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die Sezession eher ein Resultat geschickten politischen Kalküls und einer krisenhaften Wahrnehmung als ein Ausdruck eines monolithischen Volkswillens war.

Schlüsselwörter

Amerikanischer Bürgerkrieg, Sezession, Lower South, Sklaverei, fire eaters, white supremacy, states rights, Plantationen, politische Mobilisierung, Konföderierte Staaten, Abraham Lincoln, Sklavenbesitzer, Südstaatenideologie, politische Instrumentalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den vielschichtigen Hintergründen und der Dynamik der Sezession der Südstaaten des "Lower South" in den Jahren 1860 und 1861 vor Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkriegs.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die soziopolitischen Strukturen, die Rolle ideologischer Konzepte wie "white supremacy" und "states rights" sowie die sozioökonomischen Interessen der Plantagenbesitzer in dieser Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein Perspektivenwechsel, der aufzeigen soll, dass die Sezession kein homogener Prozess war, sondern durch unterschiedliche Interessen und geschickte politische Propaganda vorangetrieben wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen multiperspektivischen analytischen Ansatz, um die Komplexität der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Einflussfaktoren differenziert zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die politischen Gruppierungen im Süden, die kulturellen Grundlagen der Sezessionsideologie sowie die ökonomischen Abhängigkeiten der verschiedenen Bevölkerungsschichten vom Sklavensystem detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sezession, Lower South, white supremacy, fire eaters, politische Instrumentalisierung und Sklaverei charakterisiert.

Welche Rolle spielten die sogenannten "fire eaters"?

Sie werden als radikale, einflussreiche Gruppe identifiziert, die durch ihre politische Erfahrung und gezielte Propaganda maßgeblich zur Forcierung des Sezessionsgedankens beitrugen.

Wie bewertet der Autor die Rolle der einfachen weißen Bevölkerung ("yeomen")?

Die Arbeit zeigt auf, dass diese Bevölkerungsgruppe keineswegs uniform für die Sezession war, sondern erst durch geschickte propagandistische Verknüpfungen von Eliten für das Ziel der Sezession gewonnen werden musste.

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Details

Title
Die Sezession des Lower South am Vorabend des Amerikanischen Bürgerkrieges 1860/1861. Aspekte einer differenzierenden multiperspektivischen Betrachtung
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Course
Der Amerikanische Bürgerkrieg
Grade
1,0
Author
Christoph Kehl (Author)
Publication Year
2013
Pages
20
Catalog Number
V316353
ISBN (eBook)
9783668151017
ISBN (Book)
9783668151024
Language
German
Tags
sezession lower south vorabend amerikanischen bürgerkrieges aspekte betrachtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Kehl (Author), 2013, Die Sezession des Lower South am Vorabend des Amerikanischen Bürgerkrieges 1860/1861. Aspekte einer differenzierenden multiperspektivischen Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316353
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