Politische und soziale Aufgaben von Non Profit Organisationen. Die Deutsche Welthungerhilfe e.V.


Hausarbeit, 2008
18 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung: Non Governmental Organization (NGO)

3. Deutsche Welthungerhilfe e. V
3.1 Entstehung der Organisation
3.2 Aufbau und Struktur der Organisation
3.3 Grundsätze und Ziele der Organisation
3.4 Schwerpunkte der Arbeit, Projekte und Öffentlichkeitsarbeit
3.5 Finanzierung und Aufwendungen der Organisation

4. Die Bedeutung von NGOs und Kritikpunkte

5. Schluss / Zusammenfassung

6. Literatur- / Quellenverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Arbeit wird die Deutsche Welthungerhilfe e. V. vorgestellt. Sie gehört zu der großen Gruppe der Nichtregierungsorganisationen in Deutschland. Vorwiegend wird auf die Hilfsorganisation an sich und ihre politischen und sozialen Aufgaben eingegangen. Zum Ende soll gezeigt werden, was Non Governmental Organizations (NGOs) für eine große Bedeutung und Rolle zugesprochen wird, aber auch einige Kritikpunkte werden aufgezeigt.

Zu Beginn der Arbeit wird die Begrifflichkeit von NGOs erläutert. Danach beginnt in Punkt 3 die Vorstellung der Deutschen Welthungerhilfe. Dazu zählen die Abschnitte Entstehung, Aufbau und Struktur sowie die Grundsätze und Ziele der Organisation. Des Weiteren wird auf die Schwerpunkte der Arbeit der Deutschen Welthungerhilfe, auf durchgeführte Projekte und die Öffentlichkeitsarbeit eingegangen. Auch wie sich die Organisation finanziert und wofür die erhaltenen Gelder aufgewendet werden wird aufgezeigt. Im Anschluss werden, wie bereits erwähnt, die allgemeine Bedeutung von NGOs und immer wieder geäußerte Kritik über die Arbeit von NGOs erläutert. Am Ende dieser Arbeit sind die wichtigsten und entscheidenden Punkte und Ergebnisse des Themas zusammengefasst.

2. Begriffserklärung: Non Governmental Organization (NGO)

Der Begriff Non Governmental Organization (abgekürzt NGO) kommt aus dem Englischen und heißt Nichtregierungsorganisation, d.h. also nichtstaatliche Organisation.

Im weiten Sinn zählen auch Interessenverbände, Gewerkschaften und Sportvereine etc. zu den Nichtregierungsorganisationen, da sie nicht gewinnorientiert handeln. Im engeren Sinn sind NGOs freiwillige „private, staats-, partei- und wirtschaftsunabhängige Vereinigungen, die sich der Bewältigung bestimmter einzelner sozialer, wirtschaftlicher, kultureller oder anderer politischer Probleme widmen und dabei keine eigenen wirtschaftlichen oder machtpolitischen Interessen verfolgen“.[1] Auf regionaler, nationaler sowie internationaler Ebene engagieren sie sich vor allem in den Bereichen Entwicklungspolitik, Menschenrechte, Friedens- sicherung, Humanitäre Hilfe, Armutsbekämpfung, Ökologie und Umweltschutz.[2]

NGOs werden der Zivilgesellschaft zugeordnet, die neben Staat und Wirtschaft den sogenannten „Dritten Sektor“ bilden. Häufig arbeiten die meisten Mitarbeiter von nichtstaatlichen Organisationen ehrenamtlich, ohne deren freiwillige Hilfe Aktionen, Logistik und verwaltungstechnische Aufgaben nicht möglich wären. Nichtregierungsorganisationen finanzieren sich durch Spenden und Mitgliederbeiträgen, doch auch viele NGOs werden vom Staat gefördert, da sie kaum über finanzielle und wirtschaftliche Eigenmittel verfügen.[3]

In ihren Tätigkeitsfeldern und auch in ihrer Größe lassen sich NGOs voneinander abgrenzen. Auch die Umsetzungen ihrer Ziele und die Aktionsformen von NGOs sind sehr vielfältig, z.B. Themensetzung in Medien (z. B. Reporter ohne Grenzen), spektakuläre Protestformen (z. B. Greenpeace) oder konkrete Projektarbeit vor Ort (z. B. Entwicklungshilfeorganisationen).

„Kennzeichnend sind dabei vor allem:

- die aktive, oft auch führende Teilnahme an der sozialen Bewegung, aus der viele NGOs entwachsen, häufig auch in Form von Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen, die spektakuläre Formen annehmen können (z. B. Greenpeace, attac);
- die Mitwirkung (Lobbying) an internationalen Konferenzen, z. B. den Sonderkonferenzen der Vereinten Nationen sowie
- die Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen, Regierungen und Behörden, einschließlich der teilweisen oder ganz eigenverantwortlichen Durchführung von Projekten.“[4]

Jedoch haben nahezu alle NGOs ein gemeinsames Ziel: die Bevölkerung und die Politik für ihre Anliegen so zu sensibilisieren, dass sie Einfluss auf politische Entscheidungsträger oder Unternehmen nehmen können.[5]

Die Deutsche Welthungerhilfe e. V. kann gemäß dieser Definition zu den Nichtregierungsorganisationen gezählt werden.

3. Deutsche Welthungerhilfe e. V.

Die Deutsche Welthungerhilfe e. V. ist eine gemeinnützige, private, politisch und konfessionell unabhängige Hilfsorganisation. Sie ist ein eingetragener Verein (e. V.) in Deutschland und „arbeitet unter einem ehrenamtlichen Vorstand und der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten“ (zurzeit Dr. Horst Köhler).[6] Die Welthungerhilfe wurde 1962 gegründet und hat seit dem in mehr als 70 Ländern 5.000 Projekte gefördert. Ihre Arbeit wird aus öffentlichen Zuschüssen und privaten Spenden finanziert. Außerdem hat die Welthungerhilfe zur sparsamen und transparenten Verwendung der Mittel das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) erhalten und untersteht der regelmäßigen Kontrolle des DZI. Die Deutsche Welthungerhilfe gehört zur Alliance2015, welche ein Verbund von europäischen Hilfsorganisationen ist. Sie setzt sich weltweit für Menschenrechte, gesicherte Ernährung, nachhaltige Entwicklung und die Erhaltung der Umwelt ein. Es wird schnelle humanitäre Nothilfe bei Katastrophen und in Krisenregionen geleistet und es werden langfristige Projekte in Gebieten mit Armuts- und Hungersnöten in Zusammenarbeit mit einheimischen Partnern gestartet und gefördert. Menschen, die in Not und Armut geraten sind, werden unterstützt, um „ein eigenverantwortliches Leben in Würde und Gerechtigkeit zu führen“.[7] Menschen werden Möglichkeiten und Chancen aufgezeigt, damit sie ihr Leben und ihre Zukunft von Hunger und Not befreit eigenständig gestalten können - es wird Hilfe zur Selbsthilfe geleistet.[8] Zudem macht die Hilfsorganisation gemeinsam mit Partnern aus Politik, Schule und den Medien deutschland- und europaweit Werbung für eine gerechtere Zusammenarbeit mit Ländern der Dritten Welt.[9]

3.1 Entstehung der Organisation

Anfang der Sechziger Jahre erschütterte eine Hungerkatastrophe in Indien die weltweite Öffentlichkeit. Hier begann die Entstehung und Geschichte der Hilfsorganisation Deutsche Welthungerhilfe. Durch den indischen Generaldirektor der Welternährungsorganisation Dr. Binay Sen wurde in dieser Zeit zu einer „weltwei- ten Kampagne gegen Armut und Hunger“ aufgerufen: The Freedom from Hunger Campaign. Ziel dieser Kampagne war die Bekämpfung des Hungers im Norden und Süden des Landes durch nichtstaatliche Organisationen, die als neue politische Kraft wirken sollten und die „Vision einer gerechteren Welt ohne Hunger“.[10] Der damalige Bundespräsident Deutschlands, Heinrich Lübke, war der Initiator für das daraufhin am 14. Dezember 1962 gegründete Komitee „Deutscher Ausschuss für den Kampf gegen den Hunger“, welches später in „Deutsche Welthungerhilfe“ umbenannt wurde. Die Organisation wurde als Nationales Komitee zur Unterstützung der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) gegründet. Der Bundespräsident übernahm die Schirmherrschaft der Organisation, eine Tradition, die bis heute besteht.[11]

3.2 Aufbau und Struktur der Organisation

Die Deutsche Welthungerhilfe e. V. setzt sich aus dem Vorstand und der Mitgliederversammlung zusammen. Weiterhin gehören zur Organisation der Generalsekretär Dr. Hans-Joachim Preuß, der Gutachterausschuss und die Stiftung Welthungerhilfe. Schirmherr der Deutschen Welthungerhilfe ist der Bundespräsident Dr. Horst Köhler.[12] Die drei Hauptabteilungen der Deutschen Welthungerhilfe sind der Bereich Programme und Projekte, der Bereich Marketing und der Bereich Zentrale Dienste, die sich jeweils in verschiedene Fachgruppen unterteilen.[13]

Der Vorstand besteht aus der Vorstandsvorsitzenden Ingeborg Schäuble und sechs weiteren Vorstandsmitgliedern. Die ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglieder werden für 4 Jahre von der Mitgliederversammlung in geheimer Wahl gewählt. Durch den Vorstand werden die Richtlinien der Projektförderung der Deutschen Welthungerhilfe sowie die Förderung der im Gutachterausschuss beratenen Projekte beschlossen. Außerdem beruft der Vorstand den Generalsekretär. „Die Mitgliederversammlung bestimmt die Richtlinien für die Tätigkeit der Deut- schen Welthungerhilfe.“[14] Ihr gehören 27 Mitgliedsorganisationen an, u.a. Kir- chen, Bundestagsfraktionen, Träger der Freien Wohlfahrt, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände.[15] Wir bereits erwähnt, wählt sie die Mitglieder des Vorstandes. Des Weiteren beschließt die Mitgliederversammlung den Wirtschaftsplan, wählt den Abschlussprüfer und genehmigt die Jahresrechnung. Der Generalsekretär, der hauptamtlich die laufenden Geschäfte der Deutschen Welthungerhilfe führt, vertritt außerdem „die Deutsche Welthungerhilfe im Rechtsverkehr und übt die Arbeitgeberfunktion aus“.[16] Er hat sich an die Satzung, die Geschäftsordnung und an die Beschlüsse des Vorstandes sowie der Mitgliederversammlung zu halten.

Der Gesamtgutachterausschuss der Deutschen Welthungerhilfe setzt sich aus neunzehn Mitgliedern zusammen, die ehrenamtlich tätig sind. Zu ihm gehören ein Vorsitzender und jeweils sechs Mitglieder in den Regionalgutachterausschüssen für Afrika, Asien und Lateinamerika. Die Mitglieder des Gutachterausschusses beruft der Vorstand. Die Aufgabe des Gutachterausschusses ist es, die Förderwürdigkeit von Projektanträgen, die ihm vom Vorstand oder vom Generalsekretär vorgelegt werden, zu prüfen und mit einer „Empfehlung dem Vorstand zur Beschlussfassung vorzulegen“.[17]

1998 wurde vom Vorstand der Deutschen Welthungerhilfe die Stiftung Deutsche Welthungerhilfe gegründet, um die Projektarbeit der Organisation langfristig und planbar finanzieren zu können.[18] Die Stiftung Deutsche Welthungerhilfe ist zwar eine eigenständige Organisation, hat aber einen personenidentischen Vorstand mit dem Verein und ist eine reine Förderstiftung der Deutschen Welthungerhilfe. Juristisch gesehen sind der Verein und die Stiftung selbstständig, sie arbeiten jedoch gemeinsam für die Verwirklichung ihrer „Vision von einer Welt ohne Hunger und Armut“.[19]

Die Deutsche Welthungerhilfe beschäftigt rund 150 hauptamtliche Mitarbeiter jeweils im In- und Ausland.[20] Außerdem engagieren und unterstützen zahlreiche Menschen ehrenamtlich die Hilfsorganisation.

[...]


[1] Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2007, Nichtregierungsorganisation

[2] Schubert, Klaus: Das Politiklexikon, Bonn, 2006, S. 210

[3] Bonacker, Volker: Was tun NGOs?, Bonn, 2006; http://www.bpb.de/themen/QW3329,1,0,Was_tun_NGOs.html#art1, 20.02.2008

[4] Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2007, Nichtregierungsorganisation

[5] Bonacker, Volker: Was tun NGOs?, vgl. FN 3

[6] http://www.welthungerhilfe.de/ueber_uns.html, 25.02.2008

[7] Deutsche Welthungerhilfe e. V., Jahresbericht 2006, Deutsche Welthungerhilfe, Bonn, o. J., S. 1

[8] http://www.welthungerhilfe.de/ueber_uns.html, 25.02.2008

[9] Deutsche Welthungerhilfe e. V., vgl. FN 7, S. 1

[10] Deutsche Welthungerhilfe e. V., Partner gegen den Welthunger, 40 Jahre Deutsche Welthungerhilfe, Bonn, 2002, S. 3

[11] Deutsche Welthungerhilfe e. V., vgl. FN 10, S. 4

[12] http://www.welthungerhilfe.de/der_verein.html, 26.02.2008

[13] Anlage 1 (hier nicht enthalten): Organigramm der Deutschen Welthungerhilfe 2008 6

[14] Deutsche Welthungerhilfe e. V., vgl. FN 7, S. 27

[15] Deutsche Welthungerhilfe e. V., Überleben sichern - Zukunft gestalten, Die Deutsche Welthungerhilfe stellt sich vor, Bonn, o. J., S. 14

[16] Deutsche Welthungerhilfe e. V., vgl. FN 7, S. 27

[17] Deutsche Welthungerhilfe e. V., vgl. FN 7, S. 27

[18] http://www.stiftung-deutsche-welthungerhilfe.de/spenden_oder_stiften.html, 26.02.2008

[19] http://www.stiftung-deutsche-welthungerhilfe.de/welthungerhilfe_-_der_verein.html, 26.02.2008

[20] Deutsche Welthungerhilfe e. V., vgl. FN 15, S. 14

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Politische und soziale Aufgaben von Non Profit Organisationen. Die Deutsche Welthungerhilfe e.V.
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V316376
ISBN (eBook)
9783668150775
ISBN (Buch)
9783668150782
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Non Profit Organisationen, NGO, Welthungerhilfe, Nichtregierungsorganisation, Non Governmental Organization, Hilfsorganisation, Entwicklungspolitik, Entwicklungshilfe, Entwicklungsarbeit
Arbeit zitieren
Katharina Werner (Autor), 2008, Politische und soziale Aufgaben von Non Profit Organisationen. Die Deutsche Welthungerhilfe e.V., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316376

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