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"Burnout" im Lehrerberuf. Der Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen und situativen Faktoren auf die Entwicklung des Burnout-Syndroms

Title: "Burnout" im Lehrerberuf. Der Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen und situativen Faktoren auf die Entwicklung des Burnout-Syndroms

Bachelor Thesis , 2013 , 97 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nicole Rother (Author)

Pedagogy - The Teacher, Educational Leadership
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Welche personalen und situativen Faktoren spielen bei der Entwicklung des Burnout-Syndroms im Lehrerberuf eine Rolle? Vorliegende Bachelorarbeit beleuchtet mögliche Ursachen von "Burnout" und geht insbesondere auf die alltäglichen Belastungen des Lehrerdaseins ein.

Die Neuerkrankungen an Burnout nahmen in den letzten Jahren drastisch zu. Das liegt weniger daran, dass mit diesen Menschen etwas nicht in Ordnung ist. Der Grund ist eher in einschneidenden Veränderungen am Arbeitsplatz zu suchen.

Zumeist herrscht ein kaltes und forderndes Klima, sodass die dort arbeitenden Menschen emotional, psychisch und geistig erschöpfen. Täglich wird von ihnen neues gefordert, sie müssen also einerseits den arbeitsplatzbezogenen Anforderungen gerecht werden, dürfen aber auch nicht die Familie vernachlässigen. Die Begeisterung und das Engagement für das eigene Tun lassen so mit der Zeit immer mehr nach. Zynismus, Distanzierung und Gleichgültigkeit sind die Folgen.

Die in unserer Leistungsgesellschaft immer stärker werdende Jobunsicherheit und der ständige Druck im Berufsleben, lassen die Vermutung zu, dass es zukünftig zu einer Vermehrung dieser Problematik kommen wird.

Die Ursachen für psychische Leiden sind in vielseitiger Art und Weise zu suchen. Zum einen können Konflikte mit Kollegen, Mobbing, aber auch mangelnder Respekt als Auslöser angesehen werden, andererseits können Ursachen in der Monotonie von Arbeitsprozessen oder fehlender Motivation liegen. Übermäßige Lärmbelästigung oder zu wenige Erholungsphasen sind in diesem Zusammenhang auch erwähnenswert.

Kurze Phasen der Erschöpfung, Überlastung und Konflikte werden heutzutage umgangssprachlich einfach mit dem Begriff – Burnout – etikettiert. Aber das scheint nicht angemessen, denn Burnout ist mehr als eine vorübergehende Erschöpfung. Die Ursachen sind tiefer zu suchen und genau das soll in der vorliegenden Arbeit geschehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Burnout-Syndrom

2.1 Die Entdeckung eines Begriffs

2.2 Definitionsversuche und damit einhergehende Probleme

2.3 Die Symptomatologie und der prozesshafte Verlauf

2.4 Messung von Burnout

2.5 Bedingungsanalyse zur Entstehung des Burnouts

2.6 Betroffene Berufsgruppen

2.7 Abgrenzung zu anderen Erkrankungen

2.7.1 Depression

2.7.2 Stress

2.7.3 Arbeitsunzufriedenheit

2.8 Erklärungsmodelle

3 Lehrerbild und Ansprüche an die Lehrerpersönlichkeit

3.1 Lehrerpersönlichkeit

3.2 Motive der Berufswahl

4 Belastungen und Beanspruchungen im Alltag eines Lehrers

4.1 Anforderungen an die Schulen und ihre Lehrer heutzutage

4.2 Gesellschaftliches Berufsbild eines Lehrers

4.3 Klassengröße und Disziplinprobleme

4.4 Gewalt an Schulen

4.5 Problemfeld Elternarbeit

4.6 Problemfeld Lehrerkollegien

4.7 Altersstruktur der Lehrerkollegien

5 Kritik an den Diskursen zum Burnout

6 Resümee

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Phänomen Burnout im Lehrerberuf, indem sie sowohl personale als auch situative Einflussfaktoren analysiert, die Lehrkräfte in eine psychische Erschöpfung treiben können. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Lehrerpersönlichkeit und die spezifischen Belastungsbedingungen des Berufsalltags bei der Entstehung des Syndroms zusammenwirken.

  • Grundlagen des Burnout-Syndroms und Abgrenzung zu verwandten psychischen Erkrankungen.
  • Die Lehrerpersönlichkeit und deren Rolle bei der Burnout-Gefährdung.
  • Situative Belastungsfaktoren im Schulalltag, wie Klassengröße, Gewalt und Elternarbeit.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem wissenschaftlichen und medialen Diskurs zum Burnout.
  • Analyse der Bedeutung von sozialer Unterstützung im Kollegium für die Lehrergesundheit.

Auszug aus dem Buch

2.2 Definitionsversuche und damit einhergehende Probleme

Für den Burnout-Begriff gibt es eine Reihe von Definitionen, aber keine dieser scheint umfassend genug, um die Problematik zu explizieren. Ohne Frage, es fehlt eine haltbare Definition! Da in den vergangen Jahren das Burnout-Syndrom dennoch erforscht wurde, muss ganz automatisch die Frage auftauchen: „[…] wie kann man etwas erforschen, das noch gar nicht definiert ist?“ (Burisch, 2006, S.14).

Zu Beginn der Forschungen war es so, dass jeder, der das Gebiet analysierte, seine eigenen Definitionsversuche anstellte und das Phänomen nach seinem Ermessen beschrieb. Die meisten dieser Forscher bezogen sich aber auf die Definition von Maslach. Im Allgemeinen ist es auch recht schwer eine angemessene Definition aufzustellen, denn die Abgrenzung zu weiteren psychischen Problemen ist sehr schwammig und daher nicht genau möglich (vgl. Burisch, 2006, S.14). Diese Unmöglichkeit der genauen Abgrenzung zu anderen Begrifflichkeiten und damit die Schwächen des Begriffs, nannte Burisch 1993 „randunscharfe Menge“ (Burisch, 2006, S.15). Er sagte, dass es normalerweise möglich sei, Mengen genau zu definieren, um im Folgenden entscheiden zu können, was in welche Sparte einzuordnen ist und was eben nicht. Diese Eindeutigkeit ist beim Burnout-Begriff aber nicht gegeben. Zur besseren Verdeutlichung hier ein Beispiel: Die Menge aller Chemnitzer ist zweifelsohne die Menge der Einwohner der Stadt Chemnitz. Fußball und Volleyball ordnen wir ohne darüber nachzudenken in die Kategorie der Sportarten ein. Wie verhält es sich aber mit Schach? Nach Burisch beinhalten „randunscharfe Mengen“ ganz typische Elemente einer bestimmten Kategorie, aber eben auch Eigenschaften, die es uns schwer machen, genau zu sagen, wo der Begriff einzuordnen ist, beziehungsweise um welche Krankheit es sich handelt. (vgl. Burisch, 2006, S.15)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Burnout im Lehrerberuf ein und legt den bisherigen, teils lückenhaften Forschungsstand dar.

2 Das Burnout-Syndrom: Dieses Kapitel definiert Burnout, erläutert Symptome und Messverfahren sowie die Abgrenzung zu verwandten Leiden wie Depression.

3 Lehrerbild und Ansprüche an die Lehrerpersönlichkeit: Hier wird die Lehrerpersönlichkeit unter Berücksichtigung von Berufswahlmotiven und verschiedenen Persönlichkeitstypen analysiert.

4 Belastungen und Beanspruchungen im Alltag eines Lehrers: Das Kapitel beleuchtet situative Stressfaktoren an Schulen, von Anforderungen über Gewalt bis hin zur Zusammenarbeit mit Eltern und Kollegen.

5 Kritik an den Diskursen zum Burnout: Der Abschnitt diskutiert kritisch die mediale und wissenschaftliche Problematisierung des Burnout-Begriffs.

6 Resümee: Das abschließende Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und betont das Zusammenwirken von Persönlichkeit und Arbeitsbedingungen.

Schlüsselwörter

Burnout, Lehrerberuf, psychische Erschöpfung, Lehrerpersönlichkeit, Belastungssituation, Stress, Depression, Arbeitsunzufriedenheit, Burnout-Prävention, soziale Unterstützung, Maslach Burnout Inventory, Disziplinprobleme, Schulalltag, Fremdbestimmung, Lehrerkollegium.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung von Burnout bei Lehrern und untersucht, welche individuellen und äußeren Faktoren das Risiko für das „Ausbrennen“ beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die psychischen Auswirkungen des Schulalltags, die Rolle der Lehrerpersönlichkeit, das soziale Klima im Kollegium sowie die kritische Reflexion des Burnout-Diskurses.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis der Burnout-Entstehung bei Lehrern zu gewinnen und darzulegen, warum bestimmte Lehrertypen in spezifischen Umfeldern gefährdeter sind als andere.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse bestehender Studien und wissenschaftlicher Modelle zur Burnout-Forschung sowie der Auswertung empirischer Daten zu Lehrerbelastungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl theoretische Erklärungsmodelle als auch praktische Belastungsbereiche wie Disziplinprobleme, Gewalt an Schulen, die Rolle der Elternarbeit und die Altersstruktur im Kollegium analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Burnout, Lehrerbelastung, Lehrerpersönlichkeit, Arbeitsunzufriedenheit und psychische Gesundheit charakterisieren.

Wie unterscheidet sich Burnout von einer Depression?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Burnout zwar mit depressiven Symptomen einhergehen kann, jedoch primär als arbeitsbezogener Prozess und nicht als isolierte, rein klinische Erkrankung betrachtet wird.

Welche Rolle spielt die Persönlichkeit des Lehrers?

Die Persönlichkeit ist entscheidend; insbesondere hoch engagierte, perfektionistische Lehrer ohne ausreichende Distanzierungsfähigkeit weisen ein deutlich höheres Risiko für Burnout auf.

Ist der Lehrberuf heute tatsächlich stressiger als früher?

Die Arbeit weist darauf hin, dass durch steigende Anforderungen, wie veränderte Lehrpläne, Disziplinprobleme und öffentliche Kritik, die psychische Belastung als sehr hoch wahrgenommen wird.

Warum ist das soziale Kollegium wichtig für die Burnout-Prävention?

Soziale Unterstützung im Kollegium wirkt als Schutzfaktor, da sie bei schwierigen Situationen Entlastung bietet und das Gefühl der Isolation und beruflichen Hilflosigkeit reduziert.

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Details

Title
"Burnout" im Lehrerberuf. Der Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen und situativen Faktoren auf die Entwicklung des Burnout-Syndroms
College
Technical University of Chemnitz  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Grade
1,7
Author
Nicole Rother (Author)
Publication Year
2013
Pages
97
Catalog Number
V316555
ISBN (eBook)
9783668155244
ISBN (Book)
9783668155251
Language
German
Tags
Burnout Lehrer Krankheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Rother (Author), 2013, "Burnout" im Lehrerberuf. Der Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen und situativen Faktoren auf die Entwicklung des Burnout-Syndroms, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316555
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