Bodypercussion. Wenn der Körper zum Instrument wird

Ursprung, besondere Klang- und Spieloptionen und bekannte Bodypercussion-Künstler


Facharbeit (Schule), 2013

37 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Einführung

2 Ursprung der Bodypercussion

3 Besondere Klang- und Spieloptionen
3.1 Die Füße
- Der Spaziergang:
- Fußrhythmen mit Schrittklang-Ansatz
3.2 Die Hände
- Der Beifall
- Klatschtechniken
- Klatschspiele
- Das Fingerschnipsen
- Das Patschen
3.3 Hände UND Füße
3.4 Das Zungenschnalzen

4 Berührungen

5 Koordination der vier bedeutenden Schlagaktionen
5.1 Der Rhythmusbaukasten (Rhythm-Blocks)
- Die vier Bausteine

6. Bodypercussion Künstler
6.1 Terry Keith
- Projekte von Terry Keith
6.2 Doug Goodkin
6.3 Gerhard Reiter
- Projekte von Gerhard Reiter
6.4 Richard Filz
- Projekte von Richard Filz

7 Notation der Bodypercussion

Literaturverzeichnis:

Vorwort

Schon als ich in der Volksschule war, machte mir alles Spaß, was mit Musik, Singen, Instrumenten oder Rhythmus zu tun hatte. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Ich habe mich schon immer sehr für Rhythmus interessiert, wie zum Beispiel für die „Stomp“ Filme, die ich mir in der Hauptschule ansehen konnte. Mich haben diese Szenen in ihrer Kreativität und Leidenschaft wirklich fasziniert. Mein Interesse entwickelte sich dann in der BAKIP noch weiter. Ich fand großen Gefallen am Rhythmikunterricht und wusste schon bald, dass ich mich mit so einem Thema weiter beschäftigen möchte. Am meisten jedoch begeisterte mich das Thema „Bodypercussion“. Mir bereitete es immer großen Spaß, neue Rhythmen an meinem Körper zu erlernen und sie gemeinsam mit meinen Kollegen bzw. Freunden durchzuführen. Für mich ist Bodypercussion Rhythmusspaß in der Gruppe, Gemeinschaft und Kommunikation mit Bewegung und auch teilweise mit Stimme. Dazu kommt noch Vergnügen, Entspannung, Lernen und Kunstfertigkeit. Und das ganz ohne Materialaufwand. Meiner Meinung nach ist Bodypercussion eine Einladung zur schöpferischen Arbeit mit Rhythmus und Musik, sie fördert Geschicklichkeit, Mut und Spontanität, schult Aufmerksamkeit und Gedächtnis und stärkt Selbstbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit und Fantasie, was weitere Gründe sind, warum ich mich für dieses Thema interessiere. Bodypercussion ist auch überall einsetzbar, in der Freizeit genauso wie in Schulen oder Kindergärten. Diese Qualitäten und Chancen seinen Körper gründlich zu entdecken, sind es meiner Meinung nach wert, Kindern und auch Erwachsenen vermittelt zu werden. In der Arbeit mit Kindergartenkindern bzw. Schulanfängern konnte ich die Offenheit und Begeisterung der Kinder dieses Alters für das Thema erleben. Das war für mich ein weiterer Auslöser und Motivation, mehr über Ursprünge, Vorgehensweisen und verschiedene Arten der Bodypercussion zu erfahren, um fundiert mit anderen Menschen auf Entdeckungsreise gehen zu können. Kinder, zum Beispiel, merken frühzeitig, dass sie Geräusche und Töne produzieren und hören können. Einerseits ist da die Stimme, mit der sich auch spielen und experimentieren lässt, andererseits lassen sich mit Händen und Füßen diese Effekte verstärken. Kinder entdecken auf diese Weise, dass sie selbst „Musik“ machen können, und das hat mich inspiriert. Man kann sogar mit Klatschen wesentlich mehr machen, als man glaubt, weil es einerseits eine Form der Selbstberührung, als auch der Selbstaktivierung ist. Klatschen macht die Hände warm und macht munter und man kann es mit allem Möglichen verbinden. Es gibt ja sogar verschiedene Klatscharten, wovon ich auch lange nicht gewusst habe. Ich habe auch im Fernsehen schon öfter Leute gesehen, die Bodypercussion professionell machen und mich fasziniert einfach dieses Rhythmusgefühl und die Art, wie man mit dem Körper so viele verschiedene Rhythmen und auch Klänge erzeugen kann. Deshalb habe ich mich auch für dieses Thema entschieden, ich möchte mehr über die Entstehung, die verschiedenen Arten, Techniken und Künstler erfahren und lernen. Ein weiteres Kriterium ist für mich die Tatsache, dass bei der Arbeit ohne Hilfsmittel wirklich die Präsenz des Körpers im Mittelpunkt steht und gefragt ist. Ich betrachte dies als eine sehr gute Herausforderung, sich in die Grundlagen der Bodypercussion einzuarbeiten und etwas mitzuteilen, dass diese Begeisterung mit anderen teilt und auf sie überträgt. Und genau das möchte ich erreichen, ich möchte Kinder oder eventuell auch Erwachsene dazu bringen, ihren Körper als Instrument zu sehen und einzusehen bzw. zu erfahren, dass man mit unserem Körper viel mehr machen kann, als man glaubt. Ich selber war davon sehr begeistert, habe Bodypercussion sofort toll gefunden und möchte auf jeden Fall mehr darüber erfahren und auch mehrere Menschen dazu bewegen.

1 Einführung

Rhythmus war schon immer ein sehr bedeutender, grundlegender Bereich in der Musik. Ohne Rhythmus könnten keine Melodien entstehen, ein Orchester könnte nicht spielen und außerdem würde es keine Discomusik, Rock oder ähnliches geben, denn jede Musik basiert auf Rhythmus. Viele Jahrhunderte wurde dies in Europa nicht wahrgenommen und geschätzt. Erst durch die Musik aus z.B. Amerika, Afrika, und Lateinamerika wurde Rhythmus wieder neu entdeckt, und mit der Zeit merkten immer mehr Leute, dass Rhythmus mehr als nur Begleitung oder Bestandteil von Melodien ist, denn er stellt ebenfalls eine unabhängige Kunst dar.

Die Kunst, mit Rhythmus und Rhythmusinstrumenten, zu denen auch der menschliche Körper zählt, Musik zu machen, ist unter dem Begriff Percussion bekannt. Derjenige, der diese „Musik“ macht, wird Percussionist genannt. Diese Bezeichnung leitet sich vom lateinischen „percussio“ ab und heißt „schlagen“. Percussion ist jedoch viel mehr als nur „schlagen“.

(vgl. Reiter 1998, 4)

Ich möchte daher vor allem auf die Kunst, mit dem menschlichen Körper Musik zu machen, also die Bodypercussion, näher eingehen.

Bodypercussion ist die Tonerzeugung mit dem eigenen Körper. Dabei werden meist Hände, Füße und Finger verwendet. Auf dem Körper können dann Klänge und Rhythmen ganz eigener Art entstehen.

(vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Body_Percussion)

2 Ursprung der Bodypercussion

Der Ursprung der Bodypercussion liegt eigentlich bei unseren Vorfahren, den Schimpansen oder Gorillas. Sie setzten Bodypercussion bereits in der Form des Brustschlagens zur Verstärkung ihres Gebrülls oder als Drohgebärde ein. Auch das Zirpen der Grillen durch das Aneinanderreiben ihrer Hinterfüße wird als Bodypercussion gesehen.

(vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Body_Percussion)

Doch auch die Urvölker sind Träger des Brauchtums „Musizieren mit dem Körper“. Durch die Formen des Tanzes in rituellen Tänzen wurden symbolische Zeichen ausgedrückt, welche die Grundlage bildeten. Diese Zeichen sollen einen bestimmen Inhalt darstellen und über eine Geste ausgedrückt werden. Wenn beispielsweise die Hand ausgestreckt wird, zeigt uns das Entgegenkommen. Ein weiteres Beispiel dafür ist das Halten der Hand über jemanden, denn dies ist ein Zeichen für Fürsorge. Der Fuß ist mit der Erde am nähesten vereint und somit ein Symbol für In-Besitznahme oder Standhaftigkeit. Der Fußkuss galt also als Zeichen hoher Achtung und hohen Respekts.

In den rituellen Tänzen wurden diese Symbole dann zu einer bestimmten Aussage kombiniert. Einige dieser rituellen Tänze waren die Begrüßungstänze, Abschiedstänze und die Anbetungstänze an die Gottheiten mit der Bitte um bestimmte Dinge.

Wie kam es nun von diesen Tänzen zur Bodypercussion?

Da in diesen Tänzen Emotionen immer sehr wichtig waren, kamen später Urlaute und die Feststellung, dass aus einer schnellen Handbewegung Klang entsteht, hinzu. Diese Tanzgesten sind zur gleichen Zeit Klanggesten, welche durch die Ausdrucksweise von Empfindungen intensiviert werden. Der tanzende Körper produziert Geräusche bzw. Laute oder Klänge, die immer bewusster realisiert und gegliedert werden. Diese Körperschallhandlungen führen zum ersten, ursprünglichen Instrument, dem Körper. Die Schläge auf den Körper konnten verschiedene Klangrichtungen bilden, da die Menschen fast keine Kleidung trugen. So schlugen sie mit den Händen auf verschiedenste Körperteile oder auch mit geballten Fäusten auf den Brustkorb. Ebenso wies das Aneinanderschlagen der Oberschenkel bei den Frauentänzen eine Art Bodypercussion auf. Am rhythmisch-klanglich veränderbarsten erscheint jedoch das Klatschen als Flachhand- oder Hohlhandschlag. Wenn man beide Ausführungen im Wechsel durchführt, entstehen reizvolle Klangwirkungen. Diese Grundformen wurden später dann immer mehr unterschieden und mit der Zeit durch mitklingende Gegenstände oder Kleidungsstücke ausgedehnt. Bestimmte Elemente sind bis heute erhalten geblieben und sind noch manchmal in populären Tanzformen zu finden.

Die Ausgangsposition der Bodypercusson sind also klingende Gesten. Eine Geste, die mit einer kräftigen Ausdrucksweise vereint wird, erzeugt ein Geräusch. Wird diese klingende Geste nun als rhythmisches Vorhaben durchgeführt, so sprechen wir von Bodypercussion. Das Ausmaß des Trommelns bzw. Schlagens auf verschiedenartige Körperregionen ist sehr differenzierend und kann verschiedene Wahrnehmungen verursachen. Dadurch ist es von großer Bedeutung, immer „sensibel“ zu schlagen. Dies gilt vor allem auch im Spiel miteinander. Wenn ein Mitspieler vorhanden ist, müssen seine Emotionen berücksichtigt werden. Man kann Bodypercussion jedoch auch als Verbindung zwischen Tanz und Musik betrachten, da Körperrhythmen komponiert und zur selben Zeit Bewegungen ausgeführt werden.

(vgl. http://www.kita-bildungsserver.de/downloads/download-starten/?did=43)

3 Besondere Klang- und Spieloptionen

3.1 Die Füße

Unsere Füße sind am weitesten vom Kopf entfernt und werden auch oft am wenigsten beachtet. Sie erfüllen jedoch eine sehr wichtige Rolle bzw. Aufgabe. Sie tragen uns durchs Leben und sind die Verbindung zur Erde. In unserer Kultur gehen wir unbewusst im Fersengang. Wenn wir jedoch laufen, tanzen oder schleichen, wechseln wir oft in die Form des Ballenganges. Wir können aber klar registrieren, wie sich unser Fuß bewegt.

Unsere Füße weisen auch die Kompetenz des Fühlens auf, was dazu beiträgt, dass wir uns mit geschlossenen Augen ebenso bewegen und orientieren können.

Für die Bodypercussion sind die Füße ein sehr bedeutender Bestandteil, wobei eine Bewegung der Füße genau betrachtet keine Bodypercussion ist, da der Körper den Boden und nicht den Körper bespielt. Trotzdem ist das Stampfen die selbstverständlichste Klanggeste, die aus dem Gehen erzeugt wurde. Durch das rhythmische Stampfen entsteht eine enorme Kraft und es entwickelt sich, musikalisch betrachtet, ein kontinuierliches Metrum. Für die praktische Arbeit mit Bodypercussion spielt daher der Boden eine große Rolle. Der Klang des Stampfens und ob es überhaupt klingt, hängt vom Boden ab. Einen guten Resonanzklang erhält man bei Holzböden oder Kunststoffböden. Teppichböden oder ein Betonuntergrund erzeugen keinen schönen Klang und können die Klänge teilweise auch verschlucken.

Weiters wirkt sich klanglich aus, ob man Schuhe trägt oder barfuß stampft. Schuhe entfremden uns zwar von der Erde, sind jedoch ein kultureller Verdienst weisen interessante Optionen auf. Seien es klappernde Holzschuhe, das Klappern von Absätzen oder ähnliches.

(vgl. http://www.kita-bildungsserver.de/downloads/download-starten/?did=43)

Das Stampfen hat neben der Standhaftigkeit auch eine aufbegehrende Facette und kann aggressiv sein. Bei jedem einzelnen Menschen schlägt die gefühlvolle Wahrnehmung eine andere Richtung ein. Stampfen gehört ebenso zur Persönlichkeitsentwicklung. Gefühle wie Wut, Trotz oder Selbstbehauptung können ebenfalls durch Stampfen ausgedrückt werden.

(vgl. Zimmermann 2000, 24)

o Der Spaziergang:

Wir können unsere Füße unterschiedlich auf den Boden setzen und gehen. Daraus entstehen auserwählte Klänge und zur selben Zeit entwickeln wir ein Gefühl für die Bewegungen der Füße. Es gibt zahlreiche verschiedene Arten, die beim Gehen verschiedene Klänge erzeugen: normaler Schritt, energischer Stampfschritt, mit dem ganzen Fuß schlurfen, nur auf dem Ballen bzw. nur auf den Fersen gehen, abrollendes Aufsetzen von der Ferse zum Ballen (schnell ausgeführt) oder umgekehrte Ausführung vom Ballen zur Ferse (schnell ausgeführt). Beim Erproben dieser Optionen merkt man schnell, dass sich mit der beteiligten Schrittart auch eine innere Pose einstellt. Dabei kann man auch gemischte Gangformen entfalten und jede Zusammensetzung ergibt dabei wieder einen eigenen Körperausdruck.

(vgl. Zimmermann 2000, 25)

- Fußrhythmen mit Schrittklang-Ansatz

Die Gangarten bestehen aus belasteten Schritten durch Gewichtsübertragung. Wenn wir diesen Schritten noch unbelastete Fußaktionen zufügen, werden rhythmische Muster gestaltet. Es existiert aber auch die Möglichkeit, diese Fußmuster in einen Tanz zu verwandeln. Dabei sind ein passendes Schuhwerk und eine ordentliche Körperhaltung von großer Bedeutung. Der Oberkörper soll gerade sein, die Hände sollen auf die Hüfte gesetzt werden und die Knie leicht gebeugt sein. Ebenfalls entwickeln sich durch versetzte Schwerpunkte besondere Rhythmen.

(vgl. Zimmermann 2000, 28)

3.2 Die Hände

Die Hände werden auch als unser „äußeres Gehirn“ bezeichnet. Bereits im Mutterleib, wenn das Herz zu schlagen beginnt, nähern sich die Hände dem kleinen Herz und werden vom Rhythmus des Herzens bewegt.

(vgl.http://www.kita-bildungsserver.de/downloads/download-starten/?did=43)

Die Hand ist jedoch auch mit Sicherheit das am meisten verbreitete Instrument auf der Erde. Singen mag nicht jeder, doch in die Hände zu klatschen fällt den meisten Menschen nicht schwer. Und geklatscht wird auf der ganzen Welt! Von den Bildern auf Vasen bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen kann man den Weg des Klatschens verfolgen. Dem Klatschen kommt immer wieder neuer Wert zu, sei es in rituellen, kultischen, symbolischen oder musikalischen Handlungen.

(vgl. Zimmermann 2000, 32)

Ein interessanter Gesichtspunkt bei der Interaktion mit unseren Händen ist die Seitigkeit. Unterschiedliche Aufgaben zeigen schnell, dass es der einen Hand meist leichter gelingt, Rhythmen aufzunehmen, umzusetzen und Handhaltungen wahrzunehmen, als der anderen. In der Bodypercussion gibt es viele Möglichkeiten, die „schlechtere“ Seite zu aktivieren, Beidseitigkeit zu üben und mit Langsamkeit und Ungeschicklichkeit umgehen zu lernen. Die verbreitetste Form des rhythmischen Musizierens mit den Händen ist natürlich das Klatschen. Das Händeklatschen als rhythmische Begleitung ist für jede Art von Musik immer effektiv. Man kann jedoch nicht nur in die Hände klatschen, sondern auch auf andere Körperteile wie z.B. die Oberarme, Oberschenkel, den Bauch oder die Brust schlagen, damit höhere bzw. tiefere Töne entstehen. Wenn sich das Klatschen an körpereigene Rhythmen wie den Herzschlag, die Atmung oder den Gehrhythmus bindet, können daraus tragende Rhythmen werden. Klatschen kann ebenso Gefühle von Geborgenheit und Sicherheit vermitteln.

(vgl. http://www.kita-bildungsserver.de/downloads/download-starten/?did=43)

Nun möchte ich verschiedene Möglichkeiten des Klatschens anführen.

- Der Beifall

Der Beifall ist auf der ganzen Welt bekannt und ein weitläufig verbreitetes Brauchtum. Er bietet einer Anzahl von zuhörenden Menschen die Möglichkeit, sich tatkräftig an einem Geschehen zu beteiligen und sich gefühlsmäßig auszudrücken. Gemeint ist der Augenblick, in dem sich die Spannung, die in der passiven Zuhörerrolle entsteht, entladen kann. Dabei steht ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung. Dies geht von den „standing ovations“ bis hin zur Ablehnung bzw. Verweigerung des Applauses. Die Verweigerung des Beifalls kann entweder ein Zeichen für hohe Entrüstung oder aber auch für tiefe Berührung sein. Im alten Rom wurde der Applaus verändert, je nach Anlass wurde entweder mit der flachen oder hohlen Hand, nur mit dem Unterarm oder mit ausgestreckten Armen, im Sitzen oder im Stehen geklatscht. Neben der gefühlsmäßigen Unterscheidung hat der Beifall auch eine musikalisch komplexe Form. Es ist das am weitesten verbreitetste und bekannteste Percussion-Improvisationsstück. Klatschen ist kein unkontrolliertes Chaos, sondern genauer betrachtet eine polymetrische Musik. Jeder Mensch klatscht in seinem eigenen gleichmäßigen Metrum, nur in unterschiedlichen Tempovariationen. Durch Überschneidung dieser verschiedenen Metren wird eine Form von Schallwirbel erzeugt. Will man die Energie des Applauses verstärken, schlägt sich aus verschiedenen Metren ein Zeitmaß durch und alle klatschen zusammen auf demselben Schlag. Spannend ist auch, wie sich die Applauspercussion im klassischen Konzert deutlich von der im Rockkonzert unterscheidet.

Eine Erhöhung im Aufbau von rhythmisch gesungenen Sprechchören der Zuschauer können wir beim Fußball beobachten. Dieser Zustand kann sogar noch weiter gesteigert werden, indem das gemeinsame Klatschmetrum und der Sprechrhythmus schneller werden, bis alles im Schallwirbel wieder verfällt. Es gibt zum Applaus auch einige Spiele, die zum besseren Verständnis durchgeführt werden können.

(vgl. Zimmermann 2000, 33f)

o Klatschtechniken

Prinzipiell unterscheidet man beim Klatschen zwischen einfachem und zweifachem Klatschen. Wenn man in die Hände klatscht, werden meist beide Hände bewegt und zusammengeklatscht, weshalb man dies auch als zweifaches Klatschen bezeichnet. Bei Bodypercussion klatschen wir jedoch so, dass eine Hand zum Instrument wird und in einer konstanten Stellung bleibt, während die andere zum „Schlägel“ wird. Dadurch bleibt eine Hand passiv, weshalb diese Möglichkeit als einfaches Klatschen bekannt ist.

Der Musikpädagoge Jürgen Zimmermann unterscheidet drei verschiedene Klatschtechniken beim einfachen Klatschen:

[...]

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Bodypercussion. Wenn der Körper zum Instrument wird
Untertitel
Ursprung, besondere Klang- und Spieloptionen und bekannte Bodypercussion-Künstler
Note
1
Autor
Jahr
2013
Seiten
37
Katalognummer
V316605
ISBN (eBook)
9783668154889
ISBN (Buch)
9783668154896
Dateigröße
1120 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bodypercussion, Rhythmik
Arbeit zitieren
Isabella Hölzl (Autor), 2013, Bodypercussion. Wenn der Körper zum Instrument wird, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316605

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