Rhythmus war schon immer ein sehr bedeutender, grundlegender Bereich in der Musik. Ohne Rhythmus könnten keine Melodien entstehen, ein Orchester könnte nicht spielen und außerdem würde es keine Discomusik, Rock oder ähnliches geben, denn jede Musik basiert auf Rhythmus.
Viele Jahrhunderte wurde dies in Europa nicht wahrgenommen und geschätzt. Erst durch die Musik aus zum Beispiel Amerika, Afrika, und Lateinamerika wurde Rhythmus wieder neu entdeckt, und mit der Zeit merkten immer mehr Leute, dass Rhythmus mehr als nur Begleitung oder Bestandteil von Melodien ist, denn er stellt ebenfalls eine unabhängige Kunst dar.
Die Kunst, mit Rhythmus und Rhythmusinstrumenten, zu denen auch der menschliche Körper zählt, Musik zu machen, ist unter dem Begriff Percussion bekannt. Derjenige, der diese „Musik“ macht, wird Percussionist genannt. Diese Bezeichnung leitet sich vom lateinischen „percussio“ ab und heißt „schlagen“. Percussion ist jedoch viel mehr als nur „schlagen“.
Ich möchte daher vor allem auf die Kunst, mit dem menschlichen Körper Musik zu machen, also die Bodypercussion, näher eingehen.
Bodypercussion ist die Tonerzeugung mit dem eigenen Körper. Dabei werden meist Hände, Füße und Finger verwendet. Auf dem Körper können dann Klänge und Rhythmen ganz eigener Art entstehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Ursprung der Bodypercussion
3 Besondere Klang- und Spieloptionen
3.1 Die Füße
o Der Spaziergang:
o Fußrhythmen mit Schrittklang-Ansatz
3.2 Die Hände
o Der Beifall
o Klatschtechniken
o Klatschspiele
o Das Fingerschnipsen
o Das Patschen
3.3 Hände UND Füße
3.4 Das Zungenschnalzen
4 Berührungen
5 Koordination der vier bedeutenden Schlagaktionen
5.1 Der Rhythmusbaukasten (Rhythm-Blocks)
o Die vier Bausteine
6 6. Bodypercussion Künstler
6.1 Terry Keith
o Projekte von Terry Keith
6.2 Doug Goodkin
6.3 Gerhard Reiter
o Projekte von Gerhard Reiter
6.4 Richard Filz
o Projekte von Richard Filz
7 Notation der Bodypercussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Feld der Bodypercussion als künstlerische und pädagogische Disziplin. Ziel ist es, die historischen Wurzeln, die technischen Grundlagen der Klangerzeugung am menschlichen Körper sowie bedeutende Vertreter dieser Kunstform umfassend darzustellen und ihren Einsatz in der musikalischen Bildung zu beleuchten.
- Historischer Ursprung und rituelle Bedeutung von Bodypercussion.
- Techniken der Klangerzeugung mittels Füßen, Händen und dem gesamten Körper.
- Methodische Ansätze zur Koordination und Notation.
- Porträts führender Künstler wie Terry Keith, Doug Goodkin, Gerhard Reiter und Richard Filz.
- Praktische Anwendungsbereiche in der Arbeit mit Kindern und Erwachsenen.
Auszug aus dem Buch
Die vier bedeutenden Schlagaktionen
Die vier bedeutendsten Schlagaktionen bzw. Klanggesten in der Bodypercussion sind: schnipsen, klatschen, patschen, stampfen. Die Zusammensetzung dieser vier Klanggesten kann sich schon etwas schwieriger gestalten und verlangt vor allem viel Aufmerksamkeit und Konzentration. Es wird dabei vor allem die Orientierung und Merkfähigkeit im ganzen Körperraum verbessert. Meistens wird zuerst im Sitzen gespielt, da ansonsten Probleme beim Stampfen auftreten können, wenn man die Balance noch nicht richtig halten kann. Schnipsen und Patschen werden auch anfangs mit beiden Händen ausgeführt, erst später kommt die Links-Rechts-Koordination hinzu. Zuerst werden nur Kombinationen mit zwei Klanggesten durchgeführt, später folgen dann Kombinationen mit drei oder vier Klanggesten. Das Stampfen im Stehen soll auch als Tanzmoment verstanden werden und daher auch so gestaltet werden. Solche Kombinationen können auch eventuell noch ausgeschmückt werden. Ein weiterer Level der Interpretation ist die Umsetzung von Wörtern oder Satzteilen in die Sprache der Klanggesten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Erläutert die grundlegende Bedeutung von Rhythmus in der Musik und führt in den Begriff der Bodypercussion als Tonerzeugung mit dem eigenen Körper ein.
2 Ursprung der Bodypercussion: Beschreibt die entwicklungsgeschichtlichen und rituellen Anfänge des Musizierens mit dem Körper bei Vorfahren und Urvölkern.
3 Besondere Klang- und Spieloptionen: Detaillierte Analyse der einzelnen Körperinstrumente wie Füße, Hände und Zunge sowie spezifischer Techniken wie Klatschen, Schnipsen und Patschen.
4 Berührungen: Thematisiert den Aspekt des Körperspürsinns, der Massagewirkung und den Einsatz von Sensibilisierungsübungen im pädagogischen Kontext.
5 Koordination der vier bedeutenden Schlagaktionen: Vermittelt methodische Ansätze zur Zusammenführung einzelner Schlagaktionen und erläutert den Rhythmusbaukasten nach Keith Terry.
6 6. Bodypercussion Künstler: Porträtiert einflussreiche Persönlichkeiten der Szene sowie deren Projekte, pädagogische Ansätze und künstlerische Werke.
7 Notation der Bodypercussion: Diskutiert Möglichkeiten zur schriftlichen Fixierung rhythmischer Abläufe durch Silbennotation und individuelle Notationssysteme.
Schlüsselwörter
Bodypercussion, Rhythmus, Body Music, Körperinstrument, Schlagtechnik, Rhythmusbaukasten, Notation, Körperkoordination, Musikpädagogik, Terry Keith, Doug Goodkin, Gerhard Reiter, Richard Filz, Percussion, Rhythmusgefühl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt Bodypercussion als eine Form der Musik, bei der der menschliche Körper als Instrument eingesetzt wird, um durch Klatschen, Stampfen und andere Aktionen Klänge und Rhythmen zu erzeugen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Bodypercussion, die physikalischen Spieltechniken, koordinative Übungen, verschiedene Notationsansätze sowie Kurzbiografien und Projekte bedeutender Künstler.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Interessierten einen fundierten Einblick in die Theorie und Praxis der Bodypercussion zu geben und aufzuzeigen, wie der Körper als Instrument für musikalische und pädagogische Zwecke genutzt werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die sowohl musikpädagogische Fachliteratur als auch Online-Ressourcen und Informationen der vorgestellten Künstler einbezieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Detaillierung der verschiedenen Klanggesten, der Vermittlung von Koordinationsmethoden sowie der Vorstellung der spezifischen Arbeit bedeutender Bodypercussion-Pioniere.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Body Music, Rhythmus, Schlagaktionen, Koordination und diverse Namen der vorgestellten Musikpädagogen geprägt.
Wie unterscheidet sich das Patschen von anderen Techniken?
Das Patschen bezeichnet den Schlag mit der flachen Hand auf den Körper. Es hat eine stark kulturgeschichtliche Komponente und dient, bei behutsamer Ausführung, sowohl der Klangerzeugung als auch der intensiven Körperwahrnehmung.
Warum ist eine Notation für Bodypercussion schwierig?
Da die Klangvielfalt des menschlichen Körpers so groß ist, lässt sie sich nur schwer in klassische Notensysteme fassen, weshalb häufig Silbennotationen oder individuelle, vereinfachte Symbolsysteme verwendet werden.
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- Isabella Hölzl (Author), 2013, Bodypercussion. Wenn der Körper zum Instrument wird, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316605