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Wie Kriege beginnen. Großbritanniens Weg in den Ersten Weltkrieg

Titel: Wie Kriege beginnen. Großbritanniens Weg in den Ersten Weltkrieg

Hausarbeit , 2014 , 16 Seiten , Note: 2

Autor:in: Claudia Zocchi (Autor:in)

Geschichte Europas - Zeitalter Weltkriege
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Folgenden gehe ich der Frage nach, ob es wirklich die Angst einer Vormachtstellung Deutschlands war, die Großbritannien in den Ersten Weltkrieg führte. Auch möchte ich einen Blick darauf werfen, inwieweit die deutsche Verletzung der belgischen Neutralität Grund für den britischen Kriegseintritt war. Was spielt sich im Hintergrund oder gar im „Unterbewusstsein“ der Briten in den letzten Tagen vor Kriegsbeginn ab?

„The lamps are going out all over Europe; we shall not see them lit again in our liftime.“ Mit dieser Aussage des britischen Außenministers Sir Edward Grey, war eine treffende Metapher für die Geschehnisse in Europa im Jahre 1914 formuliert worden. Wäre der Erste Weltkrieg bei genauerer Betrachtung doch vermeidbar gewesen.

Vor allem bezugnehmend auf den britischen Historiker Niall Ferguson (Der falsche Krieg), unter Berücksichtigung anderer – zum Beispiel Christopher Clarks „The Sleepwalkers“ und Überblickswerke zum Ersten Weltkrieg – gehe ich der Annahme nach, dass die Verletzung der belgischen Neutralität durch Deutschland, wenn überhaupt, nur einen geringen Bruchteil zum britischen Kriegsbeitritt beitrug. Vielmehr versuche ich hier die Hypothese aufzustellen und zu belegen, dass schlussendlich die britische Angst unterzugehen und alleine gegen die anderen europäischen Mächte dazustehen, Hauptgrund für den am 04.08.1914 erklärten Eintritt in den Ersten Weltkrieg und für das vier Jahre lang dauernde Massensterben britischer Männer war.

Hierzu werde ich einen kurzen Blick auf die innenpolitischen Probleme Großbritanniens werfen. Die wichtigen Punkte, Bündnispolitik und Rüstungspolitik, werden ebenfalls Platz in meiner Arbeit finden. Zu guter Letzt werde ich mich natürlich noch der britischen Außenpolitik widmen, die einen zentralen Teil meiner Argumentation darstellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Innenpolitik

2.1. Die britischen Selbstzweifel

2.2. Großbritanniens Vorteil?

3. Bündnispolitik

3.1. Die größere Wahrscheinlichkeit

3.2. Die Beziehungen ändern sich

4. Rüstungspolitik

4.1. Das Wettrüsten beginnt

4.2. Keine Gefahr

5. Außenpolitik

5.1. Verpflichtungen?

5.2. Die Stellungnahme

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen für den Kriegseintritt Großbritanniens in den Ersten Weltkrieg im Jahr 1914, mit dem Ziel zu belegen, dass weniger die Verletzung der belgischen Neutralität als vielmehr die strategische Angst vor einer Isolation innerhalb der europäischen Machtkonstellationen ausschlaggebend war.

  • Analyse der innenpolitischen Stabilität Großbritanniens zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
  • Untersuchung der Verschiebung in der britischen Bündnispolitik von einer "splendid isolation" hin zur Triple-Entente.
  • Bewertung der Rolle des deutsch-britischen Wettrüstens für die Eskalation der Spannungen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Bedeutung der belgischen Neutralität als Kriegsgrund.
  • Diskussion der britischen Handlungsspielräume zwischen imperialen und kontinentalen Sicherheitsinteressen.

Auszug aus dem Buch

4.2. Keine Gefahr

Für Ferguson liegt der Schlüssel zum Verständnis des Rüstungswettlaufs vor 1914 darin, dass eine Seite im Begriff war, zu verlieren oder zumindest glaubte, ins Hintertreffen zu geraten. Politische Führer dieser Seite veranlasste diese Überzeugung, das Kriegsrisiko einzugehen bevor sie zu weit zurückfiel. Hierbei sieht Ferguson ein Paradoxon. Die Macht, die selber einer bevorstehenden Niederlage im Rüstungswettlauf ins Auge sah, war nämlich genau diejenige Macht, welche am stärksten im Rufe eines exzessiven Militarismus stand, Deutschland nämlich. Der britische Sieg im Flottenrüstungswettlauf (1910/11) war so eindeutig, dass dieser kaum ernsthaft als Anlass für den Ersten Weltkrieg gesehen werden kann. So hatte die Triple-Entente bei Kriegsausbruch 43 große Kriegsschiffe, während die Mittelmächte nur über 20 hatte. Bereits 1907 wurde eine deutsche Invasion als unrealistisch abgelehnt. Und auch als diese Möglichkeit 1914 erneut für Gesprächsstoff sorgte, schien diese noch nicht wahrscheinlicher geworden zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob der britische Kriegseintritt primär durch die deutsche Expansionspolitik und die Verletzung belgischer Neutralität oder durch strategische Ängste vor einer Isolation begründet war.

2. Innenpolitik: Dieses Kapitel beleuchtet die britischen Selbstzweifel hinsichtlich der Weltmachtstellung und analysiert, wie trotz sozialer Spannungen die innenpolitische Stabilität durch Reformbereitschaft gewahrt wurde.

3. Bündnispolitik: Hier wird der Wandel von der imperialen Rivalität hin zur Triple-Entente untersucht, wobei deutlich wird, dass ein Bündnis mit Deutschland anfänglich als plausibler galt als eines mit Frankreich oder Russland.

4. Rüstungspolitik: Das Kapitel analysiert das deutsch-britische Seewettrüsten und kommt zu dem Schluss, dass die britische Überlegenheit zu groß war, als dass die deutsche Rüstungspolitik allein als hinreichender Kriegsgrund dienen könnte.

5. Außenpolitik: Die Analyse der Außenpolitik zeigt, dass die britische Entscheidung zum Kriegseintritt vor allem von der Sorge um das Machtgleichgewicht auf dem Kontinent geprägt war, wobei die Frage der belgischen Neutralität instrumentalisiert wurde.

6. Fazit: Das Fazit bestätigt die Hypothese, dass die britische Angst vor einer Isolation und dem Verlust der strategischen Kontrolle der Hauptgrund für den Kriegseintritt war.

Schlüsselwörter

Großbritannien, Erster Weltkrieg, Bündnispolitik, Wettrüsten, Triple-Entente, belgische Neutralität, Niall Ferguson, Weltpolitik, Strategie, Außenpolitik, Imperialismus, Machtgleichgewicht, Deutschland, Flottenbau, Kriegseintritt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die tieferliegenden Ursachen und strategischen Motive, die Großbritannien im August 1914 dazu bewogen haben, in den Ersten Weltkrieg einzutreten.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Die Analyse konzentriert sich auf die Innenpolitik, die Bündnispolitik, die Rüstungspolitik sowie die Außenpolitik Großbritanniens in der Vorkriegszeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage ist, ob die Verletzung der belgischen Neutralität tatsächlich der Hauptgrund für den britischen Kriegseintritt war oder ob die Angst vor einer strategischen Isolation und der Vormachtstellung Deutschlands ausschlaggebender war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literaturbasierte Analyse und stützt sich dabei maßgeblich auf historische Arbeiten von Historikern wie Niall Ferguson und Christopher Clark.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil untersucht detailliert die britischen Befürchtungen im Empire, das Scheitern von Flottenverständigungsgesprächen mit Deutschland und die politischen Entscheidungsprozesse, die letztlich zur Unterstützung der Entente-Mächte führten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "splendid isolation", Triple-Entente, Seewettrüsten, imperiale Rivalität und kontinentale Sicherheit.

Warum war laut Autorin eine Allianz mit Deutschland anfangs naheliegender als die Entente?

Großbritannien stand vor der Jahrhundertwende in vielen imperialen Konflikten (Ägypten, Asien) direkt Russland und Frankreich gegenüber, weshalb eine Kooperation mit Deutschland strategisch als Ausgleich dieser Spannungen sinnvoller erschien.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des "Wettrüstens" als Kriegsgrund?

Sie kommt zu dem Schluss, dass das deutsch-britische Seewettrüsten keine ausreichende Rechtfertigung für den Kriegseintritt war, da Großbritannien bereits vor 1914 eine deutliche qualitative und quantitative Überlegenheit zur See besaß.

Welchen Stellenwert nimmt die "belgische Neutralität" in der Argumentation der Arbeit ein?

Die Autorin argumentiert, dass die belgische Neutralität eher ein vorgeschobenes moralisches Argument war, da Großbritannien bei einer gegenteiligen strategischen Konstellation vermutlich selbst zur Verletzung bereit gewesen wäre.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wie Kriege beginnen. Großbritanniens Weg in den Ersten Weltkrieg
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  (Zeitgeschichte)
Veranstaltung
Proseminar Zeitgeschichte
Note
2
Autor
Claudia Zocchi (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V316622
ISBN (eBook)
9783668165670
ISBN (Buch)
9783668165687
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erster Weltkrieg Großbritannien Kriegsbeginn
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Claudia Zocchi (Autor:in), 2014, Wie Kriege beginnen. Großbritanniens Weg in den Ersten Weltkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316622
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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