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Adhärenz vs. Compliance aus der Perspektive der Sozialen Arbeit

Titel: Adhärenz vs. Compliance aus der Perspektive der Sozialen Arbeit

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Tom Roehl (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die zentrale Fragestellung dieser Hausarbeit zielt auf die Unterscheidung zwischen den beiden Modellen von Compliance und Adhärenz und ob eine Übertragung dieser Modelle in die Soziale Arbeit möglich und sinnvoll ist. Gibt es eventuell parallele Entwicklungen in der Sozialen Arbeit zum Wandel in der Medizin? Außerdem stellt sich die Frage nach der Fallrelevanz dieser Gedankenkonstrukte. Gibt es also einen praktischen Wert für die Soziale Arbeit, wenn man die Begriffe der Medizin und der Sozialen Arbeit zusammenführt und deren Bedeutung für die eigene Haltung zur Selbstreflexion des sozialarbeiterischen Handelns nutzt?

Zur Klärung dieser Fragestellungen ist es zunächst notwendig, eine klare Begriffsdefinition zu entwickeln. Anschließend kann auf dieser Grundlage die Übertragung auf die Soziale Arbeit erfolgen. Die Begriffe aus der Medizin werden so aus der sozialarbeiterischen Perspektive betrachtet und reflektiert. Danach können Parallelen zu Konzepten aus der Sozialen Arbeit gezogen werden und diese Konzepte mit dem medizinischen Modellen hinsichtlich Gemeinsamkeiten und Unterschiede verglichen werden. Die Praxisrelevanz wird durch eine Falldiskussion dargestellt, in der die bis dahin vorgestellten Modelle und Konzepte genutzt werden. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung und das Fazit.

Compliance und Adhärenz sind zentrale Begriffe in der Medizin. Bei beiden Modellen geht es um die Therapiemotivation des Patienten jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Während Compliance auf die „Befolgung“ eines ärztlich verordneten Therapieplans abzielt, beschreibt Adhärenz die Motivation hinsichtlich des gemeinsam von Patienten und Arzt entwickelten Therapiekonzeptes. Der Wandel vom Modell der Compliance zu Adhärenz in der Arzt-Patienten-Beziehung in der Medizin ist noch nicht abgeschlossen. Das Gedankenkonstrukt von Compliance findet sich weiterhin in vielen Fachpublikationen, auch in denen, die sich mit dem Begriff der Adhärenz schmücken ohne vom 'alten' monokausalen Denken Abschied zu nehmen. Diese Hausarbeit bemüht sich um eine klare Trennung der Begriffe.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Compliance

2.2 Adhärenz

3. Compliance und Adhärenz aus Perspektive der Sozialen Arbeit

3.1 Kurzabriss Lebensweltorientierte Soziale Arbeit

3.2 Partizipation als sozialarbeiterische Schwester von Adhärenz

3.3 Empowerment als konsequente Weiterentwicklung von Partizipation und Adhärenz

4. Compliance versus Adhärenz anhand des Fallbeispiels von Herrn D.

5. Zusammenfassung / Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Unterscheidung zwischen den medizinischen Modellen Compliance und Adhärenz und analysiert, ob eine Übertragung dieser Konzepte auf die Soziale Arbeit sinnvoll ist, um paternalistische Strukturen abzubauen.

  • Vergleichende Analyse von Compliance und Adhärenz
  • Übertragbarkeit medizinischer Modelle auf die Soziale Arbeit
  • Bedeutung von Lebensweltorientierung und Partizipation
  • Empowerment als Ziel sozialarbeiterischen Handelns
  • Fallstudie zur praktischen Anwendung

Auszug aus dem Buch

4. Compliance versus Adhärenz anhand des Fallbeispiels von Herrn D.

Nachdem argumentiert werden konnte, dass sich die Modelle von Compliance und Adhärenz bzw. deren implizite Denkkonstrukte auf die Soziale Arbeit übertragen lassen, soll diese Schlussfolgerung nun anhand eines Fallbeispiels veranschaulicht werden. Das Fallbeispiel ist aufgrund seiner Abgegrenztheit und überschaubaren Darstellbarkeit ausgewählt worden und ist meiner sozialarbeiterischen Praxis entlehnt. Diese besteht im Betreuten Einzelwohnen von Menschen mit Lernschwierigkeiten über die ambulante Eingliederungshilfe nach §§53, 54 SGB XII.

Herr D. wohnte bei seinem Vater und war mit Unterstützung seiner ihn betreuenden Sozialarbeiter auf der Suche nach einer eigenen Wohnung. Durch verschiedene Umstände konnte ihm vom Träger seiner Eingliederungshilfe eine so genannte Trägerwohnung angeboten werden – also eine Wohnung, die vom Träger angemietet und an den Klienten untervermietet wird. Trotz intensiver Motivationsbemühungen seiner ihn betreuenden Sozialarbeiter und nach monatelanger vergeblicher Suche nach adäquatem Wohnraum, lehnte er die Trägerwohnung mit der Begründung ab, er wolle eine eigene Wohnung, die er auch nach Ende der Betreuung bewohnen könne. Nach weiterer intensiver Wohnungssuche mit Unterstützung der Sozialarbeiter, gelang Herrn D. die Anmietung einer eigenen Wohnung. Insgesamt hatte dieser Prozess einen Zeitraum von zwölf Monaten in Anspruch genommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die zentralen Begriffe Compliance und Adhärenz vor und formuliert die Fragestellung zur Übertragbarkeit auf die Soziale Arbeit.

2. Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden Compliance und Adhärenz als medizinische Modelle definiert und gegenübergestellt, wobei der Wandel vom Experten-Patienten-Verhältnis beleuchtet wird.

3. Compliance und Adhärenz aus Perspektive der Sozialen Arbeit: Das Kapitel analysiert Parallelen zwischen medizinischen Ansätzen und sozialer Arbeit unter Einbezug von Lebensweltorientierung, Partizipation und Empowerment.

4. Compliance versus Adhärenz anhand des Fallbeispiels von Herrn D.: Anhand eines Fallbeispiels aus der Praxis des Betreuten Einzelwohnens wird die Anwendung der beiden Modelle veranschaulicht und reflektiert.

5. Zusammenfassung / Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer reflexiven Haltung, die Empowerment als Ziel verfolgt.

Schlüsselwörter

Compliance, Adhärenz, Soziale Arbeit, Lebensweltorientierung, Partizipation, Empowerment, Arzt-Patienten-Beziehung, Selbstwirksamkeit, Fallbeispiel, paternalistische Strukturen, Sozialpädagogik, Klientenorientierung, Gesundheitskompetenz, Selbstbestimmung, Dialog.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Transfer der medizinischen Begriffspaare Compliance und Adhärenz auf das Feld der Sozialen Arbeit, um professionelle Interaktionsmodelle zu hinterfragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Konzepte der Lebensweltorientierung, der Partizipation sowie des Empowerments im Kontext der Klienten-Sozialarbeiter-Beziehung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Reflexion des sozialarbeiterischen Handelns durch den Vergleich mit medizinischen Modellen, um paternalistische Hierarchien zu überwinden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine fachwissenschaftliche Analyse der Begriffe durchgeführt, ergänzt durch eine Falldiskussion aus der eigenen sozialarbeiterischen Praxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Begriffe, eine Übertragung auf sozialpädagogische Konzepte und die Analyse eines konkreten Praxisbeispiels.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Compliance, Adhärenz, Empowerment, Partizipation und Lebensweltorientierung.

Warum wird der Fall von Herrn D. als Beispiel genutzt?

Er dient dazu, den Unterschied zwischen einem Compliance-orientierten "Non-Compliance"-Verständnis und einem partizipativen "Adhärenz"-Ansatz praxisnah zu verdeutlichen.

Was unterscheidet das Empowerment-Konzept von der bloßen Partizipation?

Empowerment geht über die bloße Mitwirkung hinaus und zielt auf die Stärkung der Selbstwirksamkeit und die nachhaltige Befähigung des Klienten ab, eigene Ressourcen zu nutzen.

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Details

Titel
Adhärenz vs. Compliance aus der Perspektive der Sozialen Arbeit
Hochschule
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Note
1,0
Autor
Tom Roehl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
18
Katalognummer
V316631
ISBN (eBook)
9783668161481
ISBN (Buch)
9783668161498
Sprache
Deutsch
Schlagworte
adhärenz compliance perspektive sozialen arbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tom Roehl (Autor:in), 2015, Adhärenz vs. Compliance aus der Perspektive der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316631
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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