Unterliegt Eliza Hittmans Film "It felt like love" einer populären Dramaturgie? Eine Analyse nach Jens Eder


Seminararbeit, 2015
13 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Inhaltsangabe

Analyse

Fazit

Quellenangaben und Anhäge

Einleitung

In der folgenden schriftlichen Übung werde ich den Film „It felt like love“ anhand einiger ausgewählter Merkmalen der populären Dramaturgie von Jens Eder analysieren. Es geht mir darum herauszufinden, ob „It felt like love“ einer populären Dramaturgie unterliegt.

Inhaltsangabe „It felt like love“

Es ist Sommer in Brooklyn. Die fünfzehnjährige Lila und ihre beste Freundin Chiara hängen während der Ferienzeit am Strand rum. Chiara prahlt mit ihren sexuellen Abenteuern. Lila hingegen hat noch keine sexuellen Erfahrungen gesammelt. Dafür beobachtet sie ihre Freundin genau und sieht zu, wenn Chiara und ihr Freund herum schmusen.

Lila will Chiara nacheifern. Sie lernt den älteren Sammy kennen, von dem man sagt, er würde mit „egal wem“ schlafen. Lila fixiert sich auf Sammy und tut alles, um ihm näher zu kommen. Doch Sammy interessiert sich nicht für Lila.

Um ihn doch noch für sich zu gewinnen, schlägt sie für, dass sie ihn und seine Freunde oral befriedigt. Seine Freunde steigen darauf ein und lassen Lila vor ihnen knien. Nur Sammy möchte nicht. Lila ist gedemütigt, weil Sammy sie nicht mal sexuell attraktiv findet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Der Hauptplot

Eine einzige Geschichte

It Felt Like Love erzählt die Geschichte von Lila. Sie ist die klare Hauptfigur und der Film wird aus ihrer Perspektive erzählt. Ihre beste Freundin Chiara ist eine weitere wichtige Figur, die einen eigenen, gewichtigen Erzählstrang hat. Da Lila alles beobachtet, was Chiara tut, wird diese Handlung zwangsläufig auch zu Lilas Geschichte. Es gibt jedoch zwei Szenen, in denen die Erzählperspektive von Lila weggeht und Chiara ihren Erzählstrang alleine trägt.

Filmübergreifende Bögen von Problem, Lösung, Frage und Antwort „Damit setzt ein Problem, anders als ein Konflikt, Ziele nur auf einer Seite voraus “ (Jens Eder)

Lilas Ziel wird über mehrere Szenen in der ersten Hälfte des Filmes etabliert. Ihr Ziel wird weder genau definiert noch jemals gänzlich ausgesprochen. In TC 00:09:53 taucht Sammy das erste Mal auf und einige Sequenzen später wird auf subtile Weise erzählt, dass Lila ihm körperlich gerne näher kommen würde.

Der Film enthält zahlreiche Frage-Antwort Bögen und ist wie ein populärer Film in kleinere Bögen von Makro Fragen gegliedert. Es handelt sich hierbei in der Mehrzahl um Spannungsfragen als um Neugierdefragen. Einige Beispiele: Verliebt sich Lila in Sammy? Will Sammy auch etwas von Lila? Bleiben Chiara und Patrick zusammen? Wird Lila sich auf ein sexuelles Abenteuer mit Sammys Freunden einlassen? Kommt Lila unbeschadet aus dieser Geschichte? Hat Chiara eine Geschlechtskrankheit?

It Felt Like Love ist nach Jens Eder also klar ein „Problemfilm“ und nicht ein „Konfliktfilm“. Weil das Ziel nicht klar für den Zuschauer erkennbar ist, lässt sich It Felt Like Love in diesem Punkt nicht dem populären Film zuordnen.

„Der populäre Film enthält neben dem Haupthandlungsstrang mindestens einen Subplot, der ebenfalls nach dem kanonischen Story-Schema aufgebaut ist.“ (Jens Eder)

It Felt Like Love hat einen wichtigen Nebenhandlungsstrang und zwar der Strang von Chiara und ihrem neuen Freund Patrick. Die Hauptfigur Lila erlebt fast alles mit, weil sie die beiden scheinbar pausenlos begleitet und auch in intimen Momenten anwesend ist.

Obwohl der Plot von Chiara visuell sehr präsent ist, ist er klar ein Subplot, weil seine Ereignisse weniger folgenreich sind und eine geringere kausale Rolle spielen.

Der Anfang: Exposition und Hook

In It Felt Like Love gibt es eine klassische Exposition wie sie von den von Eder zitierten Manualen beschrieben wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Screenshot aus It Felt Like Love

(hier entfernt aus urheberrechtlichen Gründen)

Das erste Bild ist ein unscharfer Mädchenkörper, der mit dem Rücken zur Kamera frontal vor dem Meer steht. Das Meer ist scharf. Wir hören das Rauschen der Wellen.

Danach ein Close Up in Zeitlupe: Das Mädchen steht immer noch zum Meer gewandt. Wir sehen ihre Beine, der Schaum auf den Wellen. Sie dreht sich langsam zur Kamera und schaut dann direkt in die Kamera. Danach folgt ein Schwarzbild.

Nur schon aufgrund der Abfolge von diesen Anfangsbildern kann man den Film in ein Gerne einteilen. Es könnte sich um einen Arthouse-Film handeln, um ein Drama welches auf eine kunstvolle Weise erzählt wird und nicht für ein Mainstream Publikum gedacht. Diese Vermutung wird spätestens am Ende bestätigt.

In den ersten 10 Minuten erfahren wir ausserdem noch, dass wir uns in Brooklyn in der Gegenwart befinden. Wir sehen, wie Jugendliche in eine Villa einbrechen und merken schnell, dass der Film aus Lilas Perspektive erzählt wird weil sie die beobachtende Figur ist. Ausserdem wird Lilas Beziehung zu Chiara und Chiaras Beziehung zu Patrick eingeführt. Ein starker Fokus liegt auch auf der Darstellung von Körpern und haptischen Momenten. Wir erahnen, was Lilas Sehnsucht ist.

Die Hauptfigur Lila wird jedoch nicht vollständig erklärt. Ihre Backstory eröffnet sich sogar erst gegen Ende des Films, kurz vor dem Höhepunkt bei Minute TC 01:07:40 Lila ist bei der Frauenärztin und wird von ihr gefragt, ob Krebs in der Familie vorkomme. Hierauf erfahren wird, das Lilas Mutter an Brustkrebs gestorben ist. Dadurch entsteht ein tieferes Verständnis für Lilas Bedürfnis.

Der Point of Attack und die Auslösung der zentralen Frage

Der Point of Attack ist bei It Felt Like Love nicht genau auszumachen. Vielmehr ist es eine Aufsummierung von Ereignissen die dazu führen, dass Lila ihr Ziel definiert. Das wichtigste dieser Ereignisse ist der Auftritt von Sammy bei TC 00:09:53. Er erscheint als Spiegelung im nassen Sand und tritt so ins Bild. Weil Lila ihr Ziel aber nie ganz klar definiert, ist dieser Point of Attack entdramatisiert.

Da Lila schon vor dem Auftritt von Sammy ihr Problem hat, könnte man sogar sagen, dass der Film in medias res beginnt und Sammy dann nur noch die letzte Instanz ist um Lilas Begehren auszulösen.

Das Ende: Auflösung, Happy End und Ausklang

Die Auflösung findet bei TC 01:12:01 statt. Lila ist kurz davor, Sammys Freunde oral zu befriedigen. Nur Sammy hat keine Erektion und sagt zu Lila: „Do you like my dick? It doesn’t like you.“ Hiermit löst sich Lilas Problem auf weil sie ihr Ziel endgültig verfehlt. Gleichzeitig ist diese Szene wegen ihrer Gefährlichkeit auch der Höhepunkt des Filmes.

Kurz vor dem Ende TC 01:14:58 bricht Lila nachts alleine in die Villa ein, in die sie am Anfang zusammen mit ihren Freunden eingebrochen ist und legt den gestohlenen Ring zurück.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Unterliegt Eliza Hittmans Film "It felt like love" einer populären Dramaturgie? Eine Analyse nach Jens Eder
Hochschule
Universität Zürich  (Filmwissenschaft)
Veranstaltung
Kolloquium
Autor
Jahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V316697
ISBN (eBook)
9783668159891
ISBN (Buch)
9783668159907
Dateigröße
591 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dramaturgie, populäre Dramaturgie, Jens Eder, Film, Eliza Hittman, Filmwissenschaft, Dreiaktstruktur, It felt like love
Arbeit zitieren
Lisa Brühlmann (Autor), 2015, Unterliegt Eliza Hittmans Film "It felt like love" einer populären Dramaturgie? Eine Analyse nach Jens Eder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316697

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