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Die Lichtsymbolik der Kerze. Eine ethnologische Untersuchung zum breiten Konsens von Symbolhandlungen

Title: Die Lichtsymbolik der Kerze. Eine ethnologische Untersuchung zum breiten Konsens von Symbolhandlungen

Term Paper , 2013 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniel Armbrüster (Author), Annette Ganter (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Ein Druck auf den Lichtschalter und das Zimmer ist hell erleuchtet. Die Technik er- leichtert uns das Leben ungemein, jedoch wünschen wir uns immer wieder inneren Ausgleich. Abschalten von der modernen Welt, der Technik. Viele Menschen lieben die Kerze und ihr besonderes Licht, „ […]sie ist Symbol für inneres Erleben, für Erholung und Geborgenheit“.

Es ist also nicht verwunderlich, dass fast jeder schon einmal eine Kerze entzündet hat. In welchen Momenten zünden wir eine Kerze an? Ein Anlass kann Freude sein, doch auch bei Trauer greift man oft auf das Licht der Kerze zurück. Nun, woher aber kommt die Kerze, wie wurde sie fester Bestandteil unserer Kultur? Lange schon nutzen die Menschen das Licht der Kerze, und daher liegt es nahe, dass auch viele Ursprungsvölker eine feste Lichtsymbolik hatten. Jeder von uns ist spätestens im Religionsunterricht mit der Thematik Licht und Finsternis in der Bibel konfrontiert wurden, da die Schöpfungsgeschichte mit dem ersten Licht, dem ersten Tag, beginnt.

Diese tiefe und schon lange vorhandene Vorstellung der Versinnbildlichung von Licht ist ein interessantes Thema, welches auch Menschen betrifft, die nicht gläubig sind. Denn viele Gegensatzpaare, die wir alltäglich erleben, sind auf den Gegensatz von hell und dunkel oder von Licht und Finsternis zurückzuführen.

Im Folgenden möchten wir zuerst auf die Ursprünge der Kerze zurückkommen, somit die Entstehung der Kerze thematisieren und auf ihre heutige Form eingehen. Weiter soll über die Bedeutung des Kerzenlichts in Bezug auf die Religion gesprochen werden. Es wird auf den jüdischen, den katholischen und den evangelischen Glauben eingegangen und die Unterschiede zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche sollen herausgearbeitet werden. Wieso findet die Kerze in so vielen unterschiedlichen Bereichen Verwendung? Durch die innewohnende Symbolik der Kerze, vor allem der brennenden Kerze, verweisen viele Betrachtungspunkte auf ähnliche vorangegangene Elemente.

Da die Kerze ein sehr wichtiger Bestandteil von Hunderten unterschiedlichen Ritualen, sprich Symbolhandlungen, ist, soll nach der Ursprungsgeschichte zuerst eine grundlegende Definition für Rituale erbracht werden. Anhand von einigen unterschiedlichen Kerzentypen wird die zu Grunde liegende Symbolik beispielhaft erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Ursprünge der Kerze

Die Bedeutung des Kerzenlichts. Lichtsymbolik

Das Licht in der Religion

Das Judentum und das Licht - die Auswirkungen auf das Christentum

Katholisch – Evangelisch, ein entscheidender Unterschied

Die Kerze im Ritual

Definition Ritual

Votivkerze, Kerzenuhr und die Osterkerze

Votivkerzen

Kerzenuhr

Die Osterkerze

Die Osterkerze wird entzündet – ein Blick in die Gegenwart

Die Kerze im Rechtssystem

Bannkerze/Taufkerze

Fazit – Gemeinsame Aspekte der Kerze in verschiedenen Ritualen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kulturelle und religiöse Bedeutung der Kerze als zentrales Symbol in verschiedenen Ritualen. Ziel ist es, die tiefe Verwurzelung der Lichtsymbolik zu ergründen und aufzuzeigen, wie die Kerze als Schnittpunkt zwischen spirituellen Bedürfnissen, gesellschaftlichen Strukturen und historischen Rechtssystemen fungiert.

  • Die historische Herkunft und die Entstehung der Kerze als Lichtquelle.
  • Die religiöse Symbolik von Licht und Finsternis in Judentum und Christentum.
  • Die funktionale und identitätsstiftende Rolle von Ritualen im menschlichen Leben.
  • Der Einfluss der Kerze und ihrer Symbolik auf kirchliche Traditionen und das frühere Rechtssystem.

Auszug aus dem Buch

Die Ursprünge der Kerze

Schon vor 2000 Jahren war es soweit: Die Kerze wurde erfunden. Ihre Aufgabe war es, den Menschen Licht zu spenden. Genauso alt wie die Kerze scheint die damit verbundene Lichtsymbolik zu sein. Eine Sage erzählt von einem Neugeborenen, das von drei Schicksalsgöttinnen besucht wurde. Die zwei ältesten der Schicksalsgöttinnen prophezeiten ihm eine Zukunft voll Glück und Ehre. „Die jüngste aber band sein Leben an eine an der Wiege brennende Kerze: wenn sie ausbrenne, gehe sein Leben zu Ende.“ Die Kerze wurde direkt, von einer der älteren Schicksalsgöttinnen gelöscht. Der Junge lebte 300 Jahre, bis ihm das Leben leid war. Er entzündete seine Kerze und starb mit dem erlöschen der Flamme.

Da die Erfindung aber tausende Jahre zurückliegt, ist es heutzutage schwer, sich über den damaligen Zweck einig zu werden. Es lassen sich die unterschiedlichsten Meinungen über Herkunft, Material, Formung und Nutzen der Kerze finden. Übereinstimmen die Meinungen jedoch darin, dass die ursprüngliche Kerze hauptsächlich aus einem Docht und nicht wie heute üblich aus Wachs bestand. Im Grimmschen Wörterbuch lassen sich Beweise für diese Behauptung finden. Hier findet man geschrieben, dass nicht nur Docht sondern die ganze Kerze zu Asche wird: „diu kerze lieht den luiten birt / unz daz sie selbe ze aschen wirt“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die allgemeine Bedeutung des Kerzenlichts als Symbol für Geborgenheit und innere Ruhe und stellt die grundlegende Forschungsfrage nach der kulturellen Verankerung der Kerze.

Die Ursprünge der Kerze: Dieses Kapitel widmet sich der historischen Entstehung der Kerze sowie den ersten mythologischen und materiellen Belegen ihrer Verwendung.

Die Bedeutung des Kerzenlichts. Lichtsymbolik: Hier wird Licht als Urphänomen aller Völker und als Metapher für Leben, Transzendenz und den Sieg über die Finsternis analysiert.

Die Kerze im Ritual: Dieser Abschnitt definiert den Begriff des Rituals und erläutert dessen psychologische sowie soziale Ordnungsfunktion innerhalb einer Gemeinschaft.

Votivkerze, Kerzenuhr und die Osterkerze: Das Kapitel untersucht spezifische Anwendungsformen der Kerze, von der Votivgabe über die historische Zeitmessung bis hin zur zentralen Rolle der Osterkerze im Christentum.

Die Kerze im Rechtssystem: Hier wird der historische Kontext beleuchtet, in dem Kerzenopfer und Wachsabgaben als Teil von Glauben, Sitte und Recht fungierten.

Fazit – Gemeinsame Aspekte der Kerze in verschiedenen Ritualen: Das Fazit fasst die Bedeutung der Kerze als bändigende Instanz von Naturgewalt zusammen und reflektiert ihre andauernde Anziehungskraft in der Moderne.

Schlüsselwörter

Kerze, Lichtsymbolik, Ritual, Christentum, Votivkerze, Osterkerze, Feuer, Religion, Tradition, Wachs, Symbolhandlung, Kirchengeschichte, Metapher, Transzendenz, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kulturellen und religiösen Bedeutung der Kerze und untersucht, warum sie ein so essenzieller Bestandteil menschlicher Rituale geworden ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Themenfeldern zählen die Lichtsymbolik, die historische Entwicklung der Kerze, ihre Rolle in der christlichen Liturgie sowie ihre Bedeutung in sozialen und rechtlichen Zusammenhängen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die in der Kerze innewohnende Symbolik und ihre Funktion als Bindeglied in verschiedensten rituellen Handlungen zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autoren nutzen eine ethnologische und historisch-kulturwissenschaftliche Perspektive, um die Kerze als „Dingwelt“ und Symbolträger in der Moderne zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Kerzentypen, religiösen Glaubensunterschieden zwischen Konfessionen, der Definition von Ritualen sowie der historischen Praxis von Wachsstiftungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lichtsymbolik, rituelles Handeln, christliche Traditionen und die historische Bedeutung des Wachses charakterisiert.

Welche Bedeutung hat das „ewige Licht“ in diesem Kontext?

Das „ewige Licht“ wird als Ableitung aus jüdischen Traditionen gedeutet, das im Christentum die ständige Gegenwart Christi an einem heiligen Ort symbolisiert.

Inwiefern unterscheidet sich die Auffassung von Kerzen zwischen katholischer und evangelischer Kirche?

Während die katholische Kirche Kerzen als integralen Teil der symbolischen Liturgie betrachtet, standen protestantische Vertreter der Lichtsymbolik historisch kritischer gegenüber und betonten eher die „reine Offenbarung“.

Was verdeutlicht die „Bannkerze“ über die damalige Rechtsauffassung?

Die Bannkerze verdeutlicht die enge Verflechtung von Religion und Recht, wobei das Zertreten der Kerze als symbolische Exekution und geistiger Tod des Gebannten inszeniert wurde.

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Details

Title
Die Lichtsymbolik der Kerze. Eine ethnologische Untersuchung zum breiten Konsens von Symbolhandlungen
College
University of Freiburg  (Institut für Volkskunde)
Course
Seminar aus dem Bereich Religion und Gesellschaft: Kirchen, Klöster, Kunst und Kitsch - zum Umgang mit Materialisationen des Transzendenten und mit religiösen Dingwelten in der Moderne
Grade
1,3
Authors
Daniel Armbrüster (Author), Annette Ganter (Author)
Publication Year
2013
Pages
25
Catalog Number
V316804
ISBN (eBook)
9783668161511
ISBN (Book)
9783668161528
Language
German
Tags
lichtsymbolik kerze konsens symbolhandlungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Armbrüster (Author), Annette Ganter (Author), 2013, Die Lichtsymbolik der Kerze. Eine ethnologische Untersuchung zum breiten Konsens von Symbolhandlungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316804
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