In dieser Arbeit wird der Einfluss von Jean Pierre Melvilles Werk „Le Doulos“ von 1962 auf den fast 30 Jahre später gedrehten Film „Reservoir Dogs“ beschrieben. Der Aufbau wird aufgeteilt in eine allgemeine Beschreibung der Grunddaten beider Filme samt kurzer Inhaltsangabe, danach folgt ein vergleichender Bericht über Parallelen, Abwandlungen und Gemeinsamkeiten und am Schluss gibt die Arbeit noch einen Überblick zu den jeweiligen Kritiken/ Weiterführungen der Filme.
Die Inspiration für diese Arbeit ergab sich aus einem Interview von 1992, in dem der Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler Quentin Tarantino (*27. März 1963 in Knoxville, Tennessee) die Aufmerksamkeit von seinem damals neu erschienenen Film „Reservoir Dogs“ ablenkt um ihn mit den Werken des französisch/ amerikanischen Regisseurs Jean Pierre Melville (eigentlich Jean-Pierre Grumbach , * 20. Oktober 1917 in Paris ; † 2. August 1973) aus den 1960er Jahren zu vergleichen. Dabei betont Tarantino nicht nur die hervorragende Arbeit des Franzosen, sondern auch den Einfluss, den dessen Werke auf Tarantinos eigenes Schaffen nahmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung:
2. Filmvergleich:
2.1. I) Le Doulos:
2.1.1. Grunddaten I:
2.1.2 Cast I:
2.1.3. Inhalt I:
2.2. II) Reservoir Dogs:
2.2.1. Grunddaten II:
2.2.2. Cast II:
2.2.3. Inhalt II:
3. Thematiken und stilistische Merkmale
3.1 Inhaltliche Parallelen:
3.1.1 Polizei:
3.1.2 Frauen:
3.1.3. Tod und Mord im Film:
3.2. Stilistische Parallelen:
3.2.1 Erzählstruktur
3.2.2 Atmosphäre und Szenerie:
4. Kritik/ Urteil:
5. Titelauswahl
6. Vermächtnis
7. Quellenangabe
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den direkten Einfluss des 1962 erschienenen französischen Gangsterfilms "Le Doulos" von Jean-Pierre Melville auf Quentin Tarantinos Regiedebüt "Reservoir Dogs" aus dem Jahr 1992. Ziel ist es, inhaltliche Parallelen und stilistische Übereinstimmungen aufzuzeigen, die auf eine bewusste Inspiration Tarantinos durch Melvilles Werk hindeuten.
- Vergleich der zentralen Handlungsstränge und Charakterkonstellationen beider Filme.
- Analyse der Darstellung von Verrat, Loyalität und moralischen Verhaltenskodizes.
- Untersuchung der stilistischen Inszenierung, insbesondere der Erzählstruktur und visuellen Atmosphäre.
- Erörterung der Titelfindung und intertextueller Verweise in Tarantinos Schaffen.
- Einordnung beider Werke in das Genre des Gangster- und Kriminalfilms.
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Atmosphäre und Szenerie:
Einsame Landstraßen, dunkle Wohnungen, kalte Zellen, traurige Kneipen, regennasse Mäntel –Melvilles bekannter Sinn für die Erschaffung einer „kriminellen“ Atmosphäre tritt auch in diesem Film stark zum Vorschein. Verschärft durch sein Spiel mit Licht und Schatten zieht Le Doulos den Zuseher in eine düstere Stimmung. Die Taten und Handlungen der Hauptpersonen sind umgeben von ständigem Pessimismus und einer Art „Auswegslosigkeit“, die Melvilles policiers zu dem machen, was sie sind.
„La plupart des films policiers sont marqués par une conception pessimiste de la nature humaine qu’illustrent aussi bien la délinquence, ses formes et son developpement, que l’institutuin policière elle meme.”8
Zudem sind Melvilles Filme, für das geschulte Auge, voll von seinen besonderen stilistischen Eigenheiten, die den Film erst zu einem echten „Melville“ machen. Dazu gehören metaphorische Andeutungen wie zum Beispiel ein zerbrochener Spiegel - Sinnbild für Zwiespalt und Zweideutigkeit. In einer Szene am Anfang des Filmes bleibt Maurice vor einen am unteren Ende zerbrochenen Spiegel stehen (siehe Bild links) und wirkt in Gedanken versunken. Er übderdenkt höchstwahrscheinlich seine darauf folgenden Taten und stellt sich selbst die Frage, ob seine Handlungen „gerecht“ oder „richtig“ sind.
Ebenfalls sieht man den Hut Siliens in einer Großaufnahme mit der „Unglücksnummer“ 13, die einen schlechten Ausgang der Dinge für Silien ankündigt.
Auch Tarantino hat sich von den symbolischen Zeichen in Melvilles Filmen und dessen Lichtspiel beeinflussen lassen. Oftmals kann man in Melvilles policiers die Quelle des Lichtes nicht genau erkennen- ein Mittel des Regisseurs zur verzerrenden Darstellung der Realität. Dieses finden wir bei Reservoir Dogs in der als Versteck gebrauchten Lagerhalle wieder, in der, obwohl die Lampen abgedreht sind und nur eine Seite Fenster aufweist, das Licht im Raum aus mehreren verschiedenen Richtungen zu kommen scheint, sodass die Personen teilweise mehrere Schatten werfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung erläutert die Inspiration durch ein Tarantino-Interview von 1992 und stellt das Ziel der Arbeit vor, den Einfluss von Melvilles "Le Doulos" auf "Reservoir Dogs" zu untersuchen.
2. Filmvergleich: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Gegenüberstellung der beiden Filme, unterteilt in Grunddaten, Besetzungslisten und Inhaltszusammenfassungen.
3. Thematiken und stilistische Merkmale: Hier werden inhaltliche Parallelen wie Verrat und Freundschaft sowie stilistische Gemeinsamkeiten wie Erzählstruktur und Lichtsetzung analysiert.
4. Kritik/ Urteil: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über zeitgenössische Kritiken und äußert sich zu der Intention der Regisseure hinter den Werken.
5. Titelauswahl: Die Hintergründe zur Entstehung der Filmtitel werden beleuchtet, inklusive der Anekdoten zu Tarantinos Inspiration.
6. Vermächtnis: Dieses Kapitel zeigt Verbindungen zwischen "Reservoir Dogs" und anderen Werken, insbesondere "Pulp Fiction", auf.
7. Quellenangabe: Hier werden sämtliche verwendeten literarischen und digitalen Quellen aufgelistet.
Schlüsselwörter
Jean-Pierre Melville, Quentin Tarantino, Le Doulos, Reservoir Dogs, Filmvergleich, Gangsterfilm, Verrat, Erzählstruktur, Polizeiinformant, Stilmittel, Mord, Intrigen, Filmgeschichte, Kriminalfilm, Symbolik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die filmischen Gemeinsamkeiten und den inhaltlichen Einfluss des französischen Kriminalklassikers "Le Doulos" von Jean-Pierre Melville auf den Film "Reservoir Dogs" von Quentin Tarantino.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Dynamik von Verrat und Loyalität innerhalb krimineller Netzwerke, das Frauenbild im Gangstergenre sowie die ästhetische Gestaltung von Kriminalfilmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Tarantino stilistische und inhaltliche Elemente aus Melvilles Werk in sein eigenes Schaffen integriert und neu interpretiert hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein vergleichender Bericht erstellt, der die Filme auf Basis von Grunddaten, Handlung und stilistischer Umsetzung gegenüberstellt und analytisch bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Inhaltsangabe beider Werke sowie eine tiefgehende Analyse inhaltlicher und stilistischer Parallelen, wie z.B. die Nutzung von Rückblenden oder das Spiel mit Licht und Schatten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Gangsterfilm, Verrat, Filmvergleich, Erzählstruktur und die Regisseure Jean-Pierre Melville und Quentin Tarantino.
Wie erklärt der Autor das Motiv des "Mexican-Stand-Off"?
Das Motiv wird als eine von Tarantino bevorzugte Inszenierung beschrieben, bei der sich mehrere Charaktere in einer ausweglosen Situation gegenseitig mit Waffen bedrohen, um die tragische Konsequenz ihres Handelns zu verdeutlichen.
Inwiefern beeinflusste "Le Doulos" die Titelfindung von "Reservoir Dogs"?
Die Arbeit diskutiert, dass der Begriff "Doulos" im Französischen einen Spitzel bezeichnet, während die Herleitung von "Reservoir Dogs" durch eine Anekdote Tarantinos aus seiner Zeit in einer Videothek erklärt wird.
- Citar trabajo
- Madita Wegerer (Autor), 2013, Jean Pierre Melville und Quentin Terrentino. Szenische Parallelen in der Inszenierung der Filme "Les Doulos" und "Reservoir Dogs", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316885