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Gender Mainstreaming in der Pädagogik. Geschlechtspezifische und geschlechtsneutrale Erziehung im Vergleich

Title: Gender Mainstreaming in der Pädagogik. Geschlechtspezifische und geschlechtsneutrale Erziehung im Vergleich

Bachelor Thesis , 2014 , 55 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Conni Endres (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Das bipolare Geschlechtersystem ist so alltäglich, dass wir uns darüber gar keine Gedanken mehr machen: Wenn ein Kind geboren wird, lautet die erste Frage, ob es ein Mädchen oder Junge ist. Und so verbinden wir gleichzeitig mit dem Geschlecht bestimmte Eigenschaften, ganz automatisch. Frauen sind eher einfühlsam, „mütterlich“ und gesprächiger, das „schöne Geschlecht“, künstlerisch begabter, dafür nicht so gut in naturwissenschaftlichen Angelegenheiten und beim Einparken; Männer dagegen sind das „starke Geschlecht“, haben einen besseren Orientierungssinn, sind geradliniger, nicht so launisch, dafür manchmal grobmotorisch, vielleicht nicht so empathisch. So hat es also als Mädchen geboren zu werden Konsequenzen, welche, die über die chromosomalen und biologischen Unterschiede weit hinausgehen.

Fast jedes menschliche Verhalten und Erleben hat eine Art geschlechtliche Färbung. Durch die Einführung des Wortes gender, das den Begriff sex ablöst, sollen allerdings genau diese Paradigmen der Unterschiede zwischen Mann und Frau aufgehoben werden: Frauen sollen im Berufsleben endlich den Männern gleichgestellt und somit die gender-pay-gap aufgehoben werden. Homosexuelle Paare sollen die gleichen Rechte wie heterosexuelle Paare bekommen, auch die Sprache soll angeglichen werden, so soll zum Beispiel „Vater“ und „Mutter“ durch „Elter“ ersetzt werden. Es stellt sich die Frage, inwieweit wir es bei den traditionellen Denkweisen über Mann und Frau tatsächlich mit obsolet gewordenen Stereotypen zu tun haben, oder ob sie doch noch essentielle Bedeutung für die Kultur haben und daher zum Erhalt einer „gesunden Kultur“ nicht ganz aufgegeben werden sollten.

Hinsichtlich der Tendenz zu einer geschlechtslosen Pädagogik, wird in der vorliegenden Arbeit erarbeitet, ob es für die Jugendlichen fördernder und persönlichkeitsstärkender ist, sie bezüglich ihres Geschlechtes oder ihrer Geschlechtslosigkeit zu bestärken.

Im Folgenden soll zunächst die Entstehung der Gender Theorie und auf welche Weise diese den Weg in die Politik gefunden hat, erläutert werden. Es soll die Frage geklärt werden, was Gender Mainstreaming erreichen will. Über den historischen Rückblick zu dem bürgerlichen Familienideal soll erklärt werden, von welchem Geschlechterbild die Gender Theorie wegführen will.

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Inhaltsverzeichnis

A. Die Präsenz des Geschlechtes in unserer Gesellschaft

B. Erziehung zur Geschlechtslosigkeit?

2.1 Die Entstehung der Gender Theorie

2.1.1 Drei Feministinnen als Vordenkerinnen des Gender Begriffes

2.1.2 Begriffsdefinitionen

2.1.3 Gender Mainstreaming in der Politik

2.1.4 Die Zielsetzung der Gender Theorie

2.1.5 Kritik an der feministischen Entwicklung

2.2 Exkurs: Geschichte der Geschlechterrollen

2.2.1 Vom bürgerlichen Familienideal zur modernen Sicht von Geschlechterrollen

2.2.2 Wovon will die Gender Theorie weg?

2.3 Gender Mainstreaming in der Erziehung

2.3.1 Zu den Unterschieden zwischen den Geschlechtern

2.3.2 Ein Beispiel für geschlechtsspezifische Erziehung: TeenSTAR

2.3.3 Schwierigkeiten bei der geschlechtsspezifischen Erziehung

2.3.4 Ausgangspunkt der geschlechtsneutralen Erziehung: Geschlecht als soziales Konstrukt

2.3.5 Ein Beispiel für geschlechtsneutrale Erziehung: Egalia

2.4 Auswertungen verschiedener Studie

2.4.1 Zur Möglichkeit einer geschlechtsneutralen Erziehung

2.4.2 Zur Geschlechtsneutralität der unter Zweijährigen

2.4.3 die Geschlechtsidentität nach Trautner

2.4.4 Zu den Folgen geschlechtsneutraler Erziehung

2.5 abschließende Gedanken: Geschlechter als Pole im Miteinander

C. Der Neue Mensch

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen traditionellen Geschlechterrollen und der modernen Gender-Theorie mit besonderem Fokus auf die Auswirkungen geschlechtsneutraler Erziehung auf die kindliche Entwicklung und Persönlichkeitsbildung.

  • Analyse der historischen und politischen Entstehung der Gender-Theorie.
  • Gegenüberstellung von geschlechtsspezifischen und geschlechtsneutralen Erziehungsansätzen.
  • Kritische Evaluation der Wirksamkeit geschlechtsneutraler Pädagogik anhand konkreter Fallbeispiele (TeenSTAR, Egalia).
  • Empirische Einordnung durch psychologische Studien zur Geschlechtsidentität.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Entstehung der Gender Theorie

Seit den 1980er Jahren wird der Ansatz der geschlechtsspezifischen Sozialisation mehr und mehr in Frage gestellt. Hauptgrund dafür ist die Frage, welche überwiegend nach Geschlechterunterschiede im Verhalten, Denken und Fühlen gestellt wird. Die Grundaussage ist dabei, dass Menschen automatisch im Laufe ihres Sozialisationsprozesses zu Männern oder zu Frauen werden. Männlichkeit und Weiblichkeit wird folglich nur von der Gesellschaft produziert, so die Meinung einiger kritischer Feministinnen (vgl. Bilden 1998; Hagemann-White 2004; Bilden; Dausien 2006). Die Kritik dabei ist, dass der Einfluss der Gesellschaft dabei zu übermächtig wird und dem Individuum eigene Entwicklungsmöglichkeiten abspricht. Auf diesem hintergrund wurde der Ansatz des Doing Gender (vgl. West; Zimmermann 1987) weiter entwickelt.

Zunächst einmal wurde das deutsche Wort Geschlecht, durch den Begriff Gender, um einen kulturellen Aspekt, ergänzt. Der Begriff Gender ist in den vergangen Jahren in der Wissenschaft und im Alltag zu einem Schlüsselbegriff geworden. Gender ist ein dynamischer Begriff und definiert das soziale Geschlecht als veränderbar. Das Geschlecht ist also nicht mehr länger eine Eigenschaft der Personen, sondern ein bestimmtes Handeln in bestimmten Situationen (vgl. Faulstich-Wieland 2006, S. 208).

Zusammenfassung der Kapitel

A. Die Präsenz des Geschlechtes in unserer Gesellschaft: Eine Einführung in das allgegenwärtige, bipolare Geschlechtersystem und die Rolle der Geschlechterrollen in unserem Leben.

B. Erziehung zur Geschlechtslosigkeit?: Eine Reflexion darüber, ob eine geschlechtslose Pädagogik für Jugendliche förderlich oder eher hinderlich ist.

2.1 Die Entstehung der Gender Theorie: Erläuterung der theoretischen Hintergründe und der soziologischen Ansätze, die das Geschlecht als soziales Konstrukt definieren.

2.2 Exkurs: Geschichte der Geschlechterrollen: Historischer Rückblick auf die Entwicklung von Familienidealen und Geschlechterrollen in unterschiedlichen Gesellschaftsepochen.

2.3 Gender Mainstreaming in der Erziehung: Untersuchung der Umsetzung von Gender-Theorien in Bildungseinrichtungen und die daraus resultierenden Herausforderungen.

2.4 Auswertungen verschiedener Studie: Kritische Analyse empirischer Forschungsergebnisse zur kindlichen Entwicklung und Identitätsbildung unter verschiedenen erzieherischen Einflüssen.

2.5 abschließende Gedanken: Geschlechter als Pole im Miteinander: Fazit zur Relevanz der Geschlechterdifferenz als bereicherndes Element des menschlichen Zusammenlebens.

C. Der Neue Mensch: Eine philosophische Betrachtung historischer und moderner Bestrebungen, durch gesellschaftliche Ideologien ein "neues" Menschenbild zu erschaffen.

Schlüsselwörter

Gender Mainstreaming, Geschlechterrollen, Soziale Konstruktion, Pädagogik, Geschlechtsidentität, Sozialisation, Doing Gender, TeenSTAR, Egalia, Kindererziehung, Dekonstruktion, Geschlechtsneutralität, Identitätsaufbau.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen der Gender-Theorie und hinterfragt, ob eine geschlechtsneutrale Erziehung die Entwicklung von Kindern tatsächlich stärkt oder ob traditionelle Geschlechterbilder weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Gender-Theorie, politische Umsetzungsstrategien wie das Gender Mainstreaming, pädagogische Ansätze zur Erziehung sowie psychologische Erkenntnisse zur Geschlechtsidentität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist herauszufinden, welcher Erziehungsansatz – der geschlechtsspezifische oder der geschlechtsneutrale – bei Jugendlichen mehr Selbstbewusstsein und Zufriedenheit mit ihrer Geschlechtsidentität fördern kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine Literatur- und Studienanalyse, bei der soziologische und psychologische Forschungsarbeiten sowie historische und aktuelle Entwicklungsmodelle ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Gender-Theorie, einen historischen Exkurs über Geschlechterrollen, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Erziehungspraktiken und eine kritische Auswertung einschlägiger empirischer Studien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gender Mainstreaming, Doing Gender, soziale Konstruktion, Geschlechtsidentität, Erziehung zur Geschlechtslosigkeit und die kritische Auseinandersetzung mit dem Konstrukt "neuer Mensch".

Was sagt das Projekt "TeenSTAR" über Geschlecht aus?

TeenSTAR setzt auf eine geschlechtsspezifische Förderung, die das Fruchtbarkeitsbewusstsein und eine ganzheitliche Sicht auf Sexualität als Chance begreift, um Jugendliche in ihrer Reifezeit zu begleiten.

Was ist der Kerngedanke der Vorschule "Egalia"?

Egalia verfolgt ein konsequent geschlechtsneutrales Konzept, indem beispielsweise geschlechtsneutrale Pronomen verwendet werden, um Kindern eine Rollenwahl zu ermöglichen, die unabhängig von traditionellen gesellschaftlichen Erwartungen ist.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Geschlechterdifferenz?

Die Autorin sieht Geschlechter als relative Pole in einem Miteinander und warnt davor, den "Reichtum", den die Differenz zwischen Mann und Frau mit sich bringt, durch ideologische Bestrebungen zugunsten einer Geschlechtslosigkeit zu opfern.

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Details

Title
Gender Mainstreaming in der Pädagogik. Geschlechtspezifische und geschlechtsneutrale Erziehung im Vergleich
College
University of Augsburg
Course
Genderforschung
Grade
1,7
Author
Conni Endres (Author)
Publication Year
2014
Pages
55
Catalog Number
V316951
ISBN (eBook)
9783668157613
ISBN (Book)
9783668157620
Language
German
Tags
Genderforschung Gender Gender-Pay-Gap Gender Theorie Geschichte der Geschlechterrollen Gender Mainstreaming Trautner Folgen geschlechtsneutraler Erziehungen der neue Mensch Geschlechtslosigkeit Präsenz des Geschlechtes in der Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Conni Endres (Author), 2014, Gender Mainstreaming in der Pädagogik. Geschlechtspezifische und geschlechtsneutrale Erziehung im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316951
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