Gewaltdarstellung und ihre Funktionen in Heinrich von Kleists "Michael Kohlhaas"

"mit Feuer und Schwert, die Arglist, in welcher die ganze Welt versunken sei, zu bestrafen"


Hausarbeit, 2014
28 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „zur Errichtung einer besseren Ordnung der Dinge“ - Gewaltdarstellung im Dienst einer sozialkritischen Aufklärung und zur Durchsetzung libertärer Forderungen
2.1. „Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder.“ - Gewalt als Gesellschafts- und Justizkritik
2.2. „daß es ein Werk Gottes wäre, Unordnungen gleich diesen, Einhalt zu tun“ - Gewalt als Autoritäts-, Religionskritik und Kritik am Staatskirchentum

3. „Vermessener, im Wahnsinn stockblinder Leidenschaft“ - Gewaltexzesse als Ausdruck von Aufklärungskritik und negativer Anthropologie
3.1. „Heilloser und entsetzlicher Mann!“ - Kleists negative Anthropologie
3.2. „flogen, unter dem Jubel Hersens, aus den offenen Fenstern der Vogtei, die Leichen des Schlossvogts und Verwalters, mit Weib und Kindern, herab.“ - Exzessive Gewaltdarstellung als kritische Reflexion auf den revolutionären terreur

4. Sprache der Gewalt in Kleists Michael Kohlhaas
4.1. Unzuverlässiger Erzähler als Provokation zum kritischen Selbstdenken
4.2. Nüchterne Faktizität des Erzählstils und komplexe Syntax als Ausdruck einer komplexen Welt

5. Schlussbetrachtungen

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Heinrich von Kleists Texte verstören und irritieren den Leser. Kleists Poetik der Irritation wird als "Erschütterungskunst"[1] empfunden, die ihre Leser oft ratlos zurücklässt. Rätselhaftigkeit charakterisiert auch die Erzählung Michael Kohlhaas, wobei die Unauflösbarkeit des Änigmas schon das reine Vorgangsverständnis erschwert.[2] Diese aus einer unauflösbaren Rätselhaftigkeit entspringende irritierende und verstörende Wirkung liegt neben nicht aufgelösten Inkonsistenzen und Widersprüchen in der Erzählung, die von Kleist intendiert sind, um die "gebrechliche[n] Einrichtung der Welt"[3] in ihrer ganzen Komplexität, Opazität und Widersprüchlichkeit zu repräsentieren, vor allem in einer Ubiquität einer exzessiven Gewaltdarstellung begründet.[4]

Die Funktionen und Bedeutungen der Gewaltdarstellung stehen in der Forschungs- und Rezeptionsgeschichte nicht selten im Fokus des Interesses an den Texten, deren zentrales Thema häufig Gewalt in allen ihren Facetten darstellt und in nahezu jedem Text verhandelt wird.[5] Gewalt wird in Kleists Michael Kohlhaas in drei exemplarischen Diskursfeldern verhandelt. Zum ersten wird Gewaltdarstellung als Begründung für eine sozialkritische Fortführung der Aufklärung genutzt.[6] Zweitens stellt Kleists Text Gewalt als meist einziges probates Mittel zur Durchsetzung legitimer libertärer Forderungen heraus.[7] Und drittens instrumentalisiert Kleist Gewaltdarstellung aber auch als Mittel einer Aufklärungskritik im Sinn einer kritischen Reflexion auf die Möglichkeiten und Grenzen des Perfektibilitätsstrebens der Aufklärung, das auf einem positiven, entwicklungsfähigen Menschenbild und auf einer vernünftig eingerichteten Weltordnung basiert.[8] In dieser Hausarbeit soll die These einer Funktionstrias der Gewaltdarstellung als Fortführung der Aufklärung, als Aufklärungskritik und als Didaxe der Macht in Kleists Michael Kohlhaas nachgewiesen werden.[9]

Der Titel der Hausarbeit „mit Feuer und Schwert, die Arglist, in welcher die ganze Welt versunken sei, zu bestrafen“[10] reflektiert alle drei Aspekte der Funktionstrias der Gewaltdarstellung in Kleists Michael Kohlhaas, indem durch die Benennung des Weltzustandes mit der Bezeichnung „Arglist“ eine Unordnung angedeutet wird, die auf institutionalisierten Vorurteilen und Machtmissbrauch beruht und durch eine Fortführung der Aufklärung beseitigt werden soll. Gleichzeitig rechtfertigt diese Arglist der Weltordnung aber auch den Einsatz von Gewalt zu libertären Zwecken. Der Aspekt des Strafens „mit Feuer und Schwert“ weist schon auf eine Überschreitung der Grenzen einer legitimen Gewaltanwendung hin und offenbart zumindest ansatzweise eine negative Anthropologie, die Zweifel an allzu optimistischen Vorstellungen vom Wesen des Menschen aufkommen lässt und mithin aufklärungskritisch ist.[11] Das Zitat eignet sich deshalb besonders zur Diskussion der Gewaltdarstellung und ihrer Funktionen in der ausgewählten Erzählung, weil es auf dem Höhepunkt des Kohlhaas’schen Rachefeldzuges ausgesprochen auf die Programmatik von Kohlhaas’ Gewaltanwendung verweist und deren Ursachen und Ziele simultan zur Funktionalität der Gewaltanwendung reflektiert.

Methodisch soll die These von der Funktionstrias der Gewaltdarstellung in drei Kapiteln belegt werden. Im zweiten Kapitel soll aufgezeigt werden, dass die Gewaltdarstellung in Kleists Michael Kohlhaas durch Justizkritik, Kritik an ungerechten sozialen Verhältnissen, Kritik am Staatskirchentum und Kritik am Missbrauch der Religion zur Legitimierung von Unrechtsherrschaft sowie durch Dekuvrierung von Vorurteilen zentrale Gedanken der Aufklärung weiterführt und Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung libertärer Zwecke darstellt. Das dritte Kapitel stellt dann Gewalt als Aspekt einer negativen Anthropologie dar, indem aufgezeigt wird, wie Michael Kohlhaas in einem Affekt von Rachsucht und religiöser Selbstüberhebung die Grenzen einer legitimen Gewaltausübung überschreitet. In dieser Perspektive ist die Gewaltdarstellung in Kleists Michael Kohlhaas aufklärungskritisch, indem er den metaphysischen Optimismus des Rationalismus der Frühaufklärung, aber auch das positive Menschenbild einer auf der Möglichkeit der Perfektibilisierung fußenden Aufklärung kritisch subvertiert. Das vierte und abschließende Kapitel der Hausarbeit soll die sprachliche Umsetzung dieser Funktionstrias der Gewaltdarstellung in Kleists Michael Kohlhaas reflektieren.

2. „zur Errichtung einer besseren Ordnung der Dinge“ Gewaltdarstellung im Dienst einer sozialkritischen Aufklärung und zur Durchsetzung libertärer Forderungen

2.1. „Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder.“ - Gewalt als Gesellschafts- und Justizkritik

Zunächst soll an dieser Stelle der in der Hausarbeit verwendete Gewaltbegriff bestimmt werden. Gewalt soll als die Macht und das Befugnis oder das Recht und die Mittel, über jemanden, etwas zu bestimmen oder zu herrschen, verstanden werden.[12] In diesem Zusammenhang ist der Hinweis von Bedeutung, dass Gewalt zunächst ein wertneutraler Begriff ist, auch wenn wir heute bei Gewalt häufig zuerst an Willkürherrschaft denken.[13] Gewalt soll im Rahmen dieser Hausarbeit in Kleists Michael Kohlhaas nach Walter Benjamins Differenzierung in rechtsetzende und rechtserhaltende Gewalt untersucht werden.[14] Für die Untersuchung der dreidimensionalen Funktionalität von Gewalt in Kleists Michael Kohlhaas ist ferner die Behandlung der Gewalt im Diskursfeld des Rechts und der Religion von Bedeutung.[15] Walter Benjamins Kritik der Gewalt[16] geht davon aus, dass Gewalt nicht Zweck, sondern nur Mittel einer Rechtsordnung sein kann.[17] Dabei ist Gewalt im naturrechtlichen Verständnis eine natürliche Gegebenheit[18], wobei die Gerechtigkeit der Zwecke die eingesetzten (Gewalt)Mittel legitimiert.[19] In Kleists Erzählung Michael Kohlhaas wird dies in Michael Kohlhaas´ rechtsetzende Gewalt ausübender Rebellion gegen die Willkürherrschaft des Kurfürsten von Sachsen und der am Hofe regierenden Junker-Kamarilla dargestellt.[20] Auf der anderen Seite ist Gewalt in einem positiv-rechtlichen Sinn hingegen eine historische Gewordenheit.[21] In diesem Fall soll die Berechtigung der Mittel die Gerechtigkeit der Zwecke garantieren.[22] Diese Form von Gewalt wird als rechtserhaltende Gewalt von den beiden Kurfürsten ausgeübt, wobei der brandenburgische Kurfürst für ein aufgeklärte Staatsgewalt steht, der sächsische hingegen den Aberglauben (Astrologie) und die Willkür (Nepotismus), mithin vormodernes Gedankengut, repräsentiert. Ein vor allem für die aufklärungskritische Perspektive bedeutender Aspekt liegt in der Differenz zwischen guter Absicht der Gewaltanwendung und den verheerenden, alle vernünftige Legitimierung überschreitenden Folgen der Gewalt (Absicht-Effekt-Nexus).[23] Kohlhaas ist überzeugt, „daß es ein Werk Gottes wäre, Unordnungen gleich diesen, Einhalt zu tun“[24], verübt aber in der Durchsetzung seiner hehren Intentionen durch nichts zu rechtfertigende Gewaltexzesse, die sich auch gegen unbeteiligte Dritte und sogar Frauen und Kinder richten:

„[...] flogen, unter dem Jubel Hersens, aus dem offenen Fenster der Vogtei, die Leichen des Schloßvogts und Verwalters, mit Weib und Kindern, herab.“[25]

In der hier untersuchten Erzählung wird Gewalt sowohl im Zweck-Mittel- als auch im Absicht-Effekt-Nexus von Kleist literarisch dargestellt und diese Komplexität ist zugleich ein Kriterium für die literarische Qualität, die Aktualität und die ungebrochene Wertschätzung des Textes.[26] Walter Benjamins Differenzierung zwischen einer rechtsetzenden Gewalt und einer rechtserhaltenden Gewalt hat noch weitere Implikationen für die Deutung der Erzählung.[27] In einem positiv-rechtlichen Staat, wie dem Kurfürstentum Sachsen, kann es nur eine rechtserhaltende Gewalt geben, die in der Vergangenheit der Staatsgründung aus einer rechtsetzenden Gewalt hervorgegangen ist. Hier hat nur das staatliche Gewaltmonopol Geltung. Zugleich bildet Kleists Text aber im Kampf gegen bestehendes Unrecht auch die rechtsetzende Gewalt ab, die im Sinne der These der Hausarbeit dann für libertäre Zwecke eingesetzt wird.[28] Dabei handelt es sich um eine gewaltsame Rebellion gegen die Unrechtsherrschaft der sächsischen Junker-Kamarilla als ein gewaltsamer Notwehrakt.[29] Walter Benjamin beobachtet nun ein interessantes Phänomen, das im Widerspruch zwischen rechtserhaltender und rechtsetzender Gewalt besteht.[30] Jede rechtserhaltende Gewalt beruht auf einem originären Akt einer rechtsetzenden Gewalt.[31] Eine rechtserhaltende Gewalt schwächt durch die Unterdrückung feindlicher Gegengewalten auch die originäre rechtsetzende Gewalt, die in der rechtserhaltenden Gewalt noch repräsentiert ist, bis schließlich neue rechtsetzende Gewalten die bestehende rechtserhaltende Gewalt besiegen und neues Recht setzen.[32] Walter Benjamin nennt diese Entwicklung die unauflösliche Dialektik von Recht und Gewalt.[33] Diese Dialektik von Recht und Gewalt wird in Kleists Michael Kohlhaas in der Etablierung einer revolutionären Gewaltstaates durch Kohlhaas´ Mandate repräsentiert.[34]

Die Justizkritik in Kleists Michael Kohlhaas vollzieht sich zweidimensional.[35] Die staatsrechtsphilosophische Reflexion auf das individuelle Widerstandsrecht erwächst als Konsequenz aus Kohlhaas´ Unmöglichkeit, einen fairen Rechtsweg zu beschreiten und stellt die Legitimation für seine Gewaltanwendung dar.[36] Die Gewaltdarstellung des Erzähltextes fungiert damit sowohl als Fortführung berechtigter Interessen der Aufklärung (z. B. Rechtssicherheit und Bürgerrechte) als auch als legitimes Mittel zur Durchsetzung libertärer Zwecke. Deshalb soll hier zunächst die Kritik an der zeitgenössischen Praxis der Rechtspflege dargestellt werden. Auffällig ist, wie häufig Kleist auf Kohlhaas´ Wohlstand und seine Freude an seinem Pferdehandel hinweist.[37] Die freie Gewerbeausübung unter dem Schutz gerechter landesherrlicher Exekutivgewalten (Rechtssicherheit) erscheint von eminenter Bedeutung für die individuelle Selbstverwirklichung:[38]

„[...]weil ich in einem Lande, liebste Lisbeth, in welchem man mich, in meinen Rechten, nicht schützen will, nicht bleiben mag. Lieber ein Hund sein, wenn ich von Füßen getreten werden soll, als ein Mensch!“[39]

Auf die unrechtmäßige und gewaltsame Konfiskation seines Besitzes in Form der beiden Rappen[40] reagiert Kohlhaas zunächst dadurch, dass er sich der Exekutivgewalt - wenn auch widerstrebend - als „guter“ Staatsbürger beugt:

„Der Roßkamm, der wohl sah, daß er hier der Gewalttätigkeit weichen mußte, entschloß sich, die Forderung, weil doch nichts anders übrig blieb, zu erfüllen; [...]“[41]

Gerechtigkeit erhofft er sich durch Inanspruchnahme des Rechtsweges:

„Hier verfaßte er, mit Hülfe eines Rechtsgelehrten, den er kannte, eine Beschwerde, in welcher er, nach einer umständlichen Schilderung des Frevels, den der Junker Wenzel von Tronka, an ihm sowohl, als an seinem Knecht Herse, verübt hatte, auf gesetzmäßige Bestrafung desselben, Wiederherstellung der Pferde in den vorigen Stand, und auf Ersatz des Schadens antrug, den er sowohl, als ein Knecht, dadurch erlitten hatten. Die Rechtssache war in der Tat klar.“[42]

Erst das Scheitern seiner Rechtssuche am Nepotismus der Junker-Kamarilla am sächsischen und brandenburgischen Hof, die mit dem Tod seiner Frau endet und ein defektes Rechtssystem offenbart, treibt Kohlhaas dazu, das Recht als Selbsthelfer mit „Feuer und Schwert“[43] gewaltsam zu erzwingen:

„Der Geistliche hatte eben eine rührende Rede an ihrer Bahre vollendet, als ihm die landesherrliche Resolution auf die Bittschrift zugestellt ward, welche die Abgeschiedene übergeben hatte, des Inhalts: er solle die Pferde von der Tronkenburg

abholen, und bei Strafe, in das Gefängnis geworfen zu werden, nicht weiter in dieser Sache einkommen. [...] und übernahm sodann das Geschäft der Rache.“[44]

Hier wird deutlich, dass die ungerecht eingesetzte rechtserhaltende Gewalt wiederum im Rahmen der oben dargestellten Dialektik von Benjamins Kritik der Gewalt die Reaktion einer neuen rechtsetzenden Gewalt erzeugt:

[...]


[1] Franz M. Eybl: Kleist-Lektüren. Wien: Facultas Verlag (UTB 2702) 2007, S. 9.

[2] Vgl. Bernd Hamacher: Michael Kohlhass. In: Ingo Breuer (Hrsg.): Kleist Handbuch. Leben-Werk-Wirkung. Stuttgart/Weimar: Metzler 2009, S. 100.

[3] Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas. In: Ilse-Marie Barth, Klaus Müller-Salget, Stefan Ormanns und Hinrich C. Seeba (Hrsg.): Heinrich von Kleist. Sämtliche Werke und Briefe in vier Bänden. Band III. Frankfurt am Main: Deutscher Klassiker Verlag 1990, S. 27. Im Folgenden wird diese Ausgabe mit der Sigle DKV, der entsprechenden römischen Zahl für die Nummer des Bandes und der jeweiligen arabischen Seitenzahl zitiert. In diesem Fall: DKV III, S. 27.

[4] Vgl. Johannes F. Lehmann: Einführung in das Werk Heinrich von Kleists. Darmstadt: WBG 2013, S. 68.

[5] Vgl. Ricarda Schmidt, Seán Allan, Steven Howe: Einleitung: Kleist und die Frage der Gewalt. In: Ricarda Schmidt, Seán Allan und Steven Howe (Hrsg.): Heinrich von Kleist. Konstruktive und destruktive Funktionen von Gewalt. Würzburg: Verlag Königshausen & Neumann 2012, S. 9.

[6] Vgl. Ricarda Schmidt, Seán Allan, Steven Howe: Einleitung: Kleist und die Frage der Gewalt, S. 12.

[7] Vgl. ebd.

[8] Vgl. ebd.

[9] Vgl. ebd.

[10] DKV III, S. 73.

[11] Vgl. Ricarda Schmidt, Seán Allan, Steven Howe: Einleitung: Kleist und die Frage der Gewalt, S. 12.

[12] Vgl. Wolf Kittler: Gewalt bei Kleist. In: Ricarda Schmidt, Seán Allan und Steven Howe (Hrsg.): Heinrich von Kleist. Konstruktive und destruktive Funktionen von Gewalt. Würzburg: Verlag Königshausen & Neumann 2012, S. 82.

[13] Vgl. ebd.

[14] Vgl. Axel Honneth: „Zur Kritik der Gewalt“. In: Burkhardt Lindner (Hrsg.): Benjamin Handbuch. Leben - Werk Wirkung. Stuttgart/Weimar: J.B. Metzler 2011, S, 193-209.

[15] Vgl. Bernhard Greiner: Gewalt und Recht: Kleists juridische Genealogie der Gewalt. In: Ricarda Schmidt, Seán Allan und Steven Howe (Hrsg.): Heinrich von Kleist. Konstruktive und destruktive Funktionen von Gewalt. Würzburg: Verlag Königshausen & Neumann 2012, S. 43.

[16] Axel Honneth: „Zur Kritik der Gewalt“. In: Burkhardt Lindner (Hrsg.): Benjamin Handbuch, S, 193-209: Walter Benjamins Konzept einer Kritik der Gewalt soll im Folgenden zur Untersuchung der engen Korrelation zwischen Recht, Religion und Gewalt genutzt werden, da die Differenzierung zwischen rechtsetzender und rechtserhaltender Gewalt sich zur Analyse der Gewaltdarstellung in Kleists hier untersuchter Erzählung besonders eignet. Walter Benjamin untersucht in seiner Kritik der Gewalt das Phänomen einer Gewalt, die zunächst umstürzlerisch, revolutionär wirkte und dann in eine das durch Revolution neu geschaffene Staatswesen mit seinem neuen Recht erhaltende Gewalt transformiert wird. Dabei werden auch Fragen eines religiösen Ursprungs, Legitimierung oder Konnotierung der Gewalt und ihrer Stellung im modernen Recht betrachtet. Diese Aspekte werden in der folgenden Analyse der Gewaltdarstellung in Kleists Erzählung betrachtet werden.

[17] Vgl. Ricarda Schmidt, Seán Allan, Steven Howe: Einleitung: Kleist und die Frage der Gewalt, S. 30.

[18] Vgl. ebd.

[19] Vgl. ebd.

[20] Vgl. Günter Blamberger: Heinrich von Kleist. Biographie. 2. Auflage. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag 2011, S. 419.

[21] Vgl. Ricarda Schmidt, Seán Allan, Steven Howe: Einleitung: Kleist und die Frage der Gewalt, S. 30.

[22] Vgl. ebd.

[23] In der Erzählung manifestiert sich dies u.a. in der Betroffenheit von unschuldigen Zivilisten, so z.B. bei der Niederbrennung von Wittenberg.

[24] DKV III, S. 39

[25] Ebd., S. 64.

[26] Vgl. Ricarda Schmidt, Seán Allan, Steven Howe: Einleitung: Kleist und die Frage der Gewalt, S. 31.

[27] Vgl. ebd., S. 32.

[28] Vgl. Wolf Kittler: Die Geburt des Partisanen aus dem Geist der Poesie. Heinrich von Kleist und die Strategie der Befreiungskriege. 1. Auflage. Freiburg im Breisgau: Verlag Rombach 1987, S. 309.

[29] Vgl. Ricarda Schmidt, Seán Allan, Steven Howe: Einleitung: Kleist und die Frage der Gewalt, S. 32.

[30] Vgl. ebd.

[31] Vgl. ebd.

[32] Vgl. ebd.

[33] Vgl. ebd.

[34] Vgl. Jochen Schmidt: Heinrich von Kleist. Die Dramen und Erzählungen in ihrer Epoche, S. 232.

[35] Vgl. ebd., S. 219: Die erste Dimension bildet die rechtsphilosophische Debatte um die Bewertung des Widerstandsrechts eines autonomen Individuums, das zugleich auch Untertan eines souveränen Staates ist. Die kritische Darstellung der zeitgenössischen Rechtspraxis um 1800 in Preußen und Sachsen stellt die zweite Dimension dar. Auf beiden Ebenen der Justizkritik wird auf die Rechtssicherheit als Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft und individuellen Existenz kritisch reflektiert.

[36] Hier ist es ein Aufbegehren Kohlhaas´ gegen verkehrte soziale Verhältnisse, die zur gewaltsamen Rebellion führen.

[37] Vgl. ebd., S. 218.

[38] Vgl. ebd.

[39] DKV III, S. 53.

[40] Die Rappen als ein Leitmotiv der Erzählung stehen für Kohlhaas´ Selbstwertgefühl und für den Stand des Rechtsverfahrens oder für den Grad der Durchsetzung von Gerechtigkeit: Vgl. Klaus-Michael Bogdal: „Mit einem Blick, kalt und leblos, wie aus marmornen Augen.“ Text und Leidenschaft des Michael Kohlhaas. In: Dirk Grathoff (Hrsg.): Heinrich von Kleist. Studien zu Werk und Wirkung. Opladen: Westdeutscher Verlag 1988, S. 197.

[41] DKV III, S. 21.

[42] Ebd., S. 39.

[43] Ebd., S. 73.

[44] Ebd., S. 61.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Gewaltdarstellung und ihre Funktionen in Heinrich von Kleists "Michael Kohlhaas"
Untertitel
"mit Feuer und Schwert, die Arglist, in welcher die ganze Welt versunken sei, zu bestrafen"
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Institut für Neuere deutsche Literatur - und Medienwissenschaft)
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
28
Katalognummer
V316991
ISBN (eBook)
9783668165816
ISBN (Buch)
9783668165823
Dateigröße
588 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heinrich von Kleist, Michael Kohlhaas, Gewalt, Novelle
Arbeit zitieren
Thomas Franz (Autor), 2014, Gewaltdarstellung und ihre Funktionen in Heinrich von Kleists "Michael Kohlhaas", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316991

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