In Frankreich herrscht das Modell der Ganztagsschule vor und die Frauen werden früh nach der Geburt wieder vollberufstätig. In Deutschland hingegen wird das Modell der Ganztagsschule häufig diskutiert sowie kritisiert, da die Frau in der Rolle als Mutter als elementar wichtig für die Entwicklung des Kindes beschrieben.
Welche Familienpolitik liegt in den zwei Ländern zugrunde? Welche Auswirkungen ergeben sich aus der Familienpolitik und dem Betreuungssystem für die Berufstätigkeit der Frauen? Zeugt die frühe Berufstätigkeit französischer Mütter von einer größeren Emanzipation der Frau?
Um diese Fragen genügend beantworten zu können, wird die Erwerbstätigkeit der Frau in beiden Ländern im geschichtlichen Kontext kurz beleuchtet. Darauffolgend werden die Familienpolitiken dargestellt und die Erziehungsstrukturen analysiert, um schließlich einen Bi-Nationalen Vergleich herzuleiten. Bei diesem sollen dann, auf der gegebenen Basis, die Rollen der Frauen in der Gesellschaft analysiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Entwicklungen in Deutschland und Frankreich
3. Rahmenbedingungen und Entwicklungen der Familienpolitik
3.1. Frankreich
3.2. Deutschland
4. Familienpolitik
4.1. Frankreich
4.2. Deutschland
5. Fremdbetreuungsstrukturen
5.1. Frankreich
5.2. Deutschland
6. Bi-nationaler Vergleich der familienpolitischen Auswirkungen
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen staatlicher Familienpolitik, Betreuungsstrukturen und der Erwerbstätigkeit von Müttern in Deutschland und Frankreich, um zu analysieren, inwiefern unterschiedliche politische Ansätze die Rollenbilder und das Erwerbsverhalten von Frauen prägen.
- Historische Entwicklung der Familienmodelle
- Staatliche Familienpolitik und Sozialstaatsmodelle
- Strukturen der außerfamiliären Kinderbetreuung
- Einfluss der Familienpolitik auf die Geburtenrate
- Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Auszug aus dem Buch
3. Rahmenbedingungen u. Entwicklungen d. Familienpolitik
Die EU-Richtlinien zeichnen den Rahmen, in dem sich die nationalstaatlichen Rechtsetzungen bewegen sollen. Sarter erläutert anhand unterschiedlicher Richtlinien der EU, dass die Gleichstellung von Mann und Frau lediglich in Bezug auf das Erwerbsleben und die soziale Sicherung verbindlich aufgegriffen ist. Grund hierfür sind ökonomische, demographische und ähnliche Faktoren. Eine umfassende Gleichstellung der Geschlechter stehe bisher nicht im Mittelpunkt der europäischen Überlegungen, seien jedoch in normativ-intentionistischen Erklärungen ohne verbindlichen Charakter zu finden.
In Artikel 33 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union werden einzelne Aspekte der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aufgeführt. Jedem Arbeitnehmer soll ungeachtet des Geschlechtes die Möglichkeit gegeben werden, eine mind. drei monatige Freistellung für die Kinderbetreuung zu erhalten. Der Status während der Freistellung, die Art der Freistellung und die Abhängigkeit von der Beschäftigungsdauer, werden in die Verantwortung der Mitgliedsstaaten gegeben. Die Umsetzung in beiden Ländern wird im Folgenden erläutert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach der Familienpolitik und deren Einfluss auf die Erwerbstätigkeit von Müttern in Frankreich und Deutschland gegenüber.
2. Historische Entwicklungen in Deutschland und Frankreich: Dieses Kapitel beleuchtet die geschichtlichen Hintergründe und Traditionen, die die unterschiedlichen Familienstrukturen in beiden Ländern geprägt haben.
3. Rahmenbedingungen und Entwicklungen der Familienpolitik: Hier werden die EU-Richtlinien sowie die spezifischen sozialstaatsmodell-basierten Ansätze Frankreichs und Deutschlands analysiert.
4. Familienpolitik: Das Kapitel detailliert die finanziellen Unterstützungsleistungen, Steuersysteme und Elternzeitregelungen in beiden Ländern.
5. Fremdbetreuungsstrukturen: Hier werden die Institutionen und Betreuungsformen für Kinder unter sechs Jahren in beiden Staaten gegenübergestellt.
6. Bi-nationaler Vergleich der familienpolitischen Auswirkungen: Ein direkter Vergleich, der die Auswirkungen auf Geburtenraten, Erwerbsbeteiligung und gesellschaftliche Akzeptanz untersucht.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hinterfragt die vermeintliche Emanzipation durch frühe Erwerbstätigkeit vor dem Hintergrund staatlicher Anreizsysteme.
Schlüsselwörter
Familienpolitik, Erwerbstätigkeit, Mütter, Frankreich, Deutschland, Betreuungsstrukturen, Kinderbetreuung, Vereinbarkeit, Sozialstaat, Geburtenrate, Emanzipation, Elterngeld, Kindergeld, Ehegattensplitting, Demografischer Wandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die Familienpolitik und die jeweiligen Betreuungssysteme in Deutschland und Frankreich die Erwerbstätigkeit von Müttern beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf historischen Entwicklungen, den aktuellen familienpolitischen Instrumenten wie Kindergeld und Steuermodellen sowie den verfügbaren Kinderbetreuungsplätzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, inwiefern staatliche Strukturen in Frankreich und Deutschland unterschiedliche Anreize für das Erwerbsverhalten von Müttern setzen und welche Auswirkungen dies auf die Rollenbilder hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse (Bi-nationaler Vergleich) auf Basis von Literaturstudien, offiziellen Berichten und statistischen Daten zur Familien- und Arbeitsmarktpolitik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der politischen Rahmenbedingungen, die spezifischen finanziellen Leistungen, die institutionellen Fremdbetreuungsangebote und einen direkten bi-nationalen Vergleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Familienpolitik, Erwerbstätigkeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die verschiedenen Sozialstaatsmodelle Frankreichs und Deutschlands.
Inwiefern unterscheiden sich die steuerlichen Anreize für Familien?
Frankreich nutzt ein kindabhängiges Steuersystem (Splittingfaktor nach Kinderanzahl), während Deutschland durch das Ehegattensplitting tendenziell das Alleinverdiener-Modell begünstigt.
Wie unterscheidet sich die Bewertung der "frühen Betreuung" kulturell?
Während in Frankreich die staatliche Betreuung als hoheitliche Aufgabe und normativ akzeptiert gilt, wird in Deutschland die Mutter-Kind-Bindung oft als zentrales Ideal betrachtet, was zu abweichenden Betreuungsquoten führt.
- Quote paper
- Nadine Taubensee (Author), 2015, Die Berufstätigkeit der Frau in Deutschland und Frankreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317014