[...] Sie lenkt mit ihren
Grundlinien zur Entwicklungspolitik dieselbe und betreibt selbst staatliche Entwicklungshilfe.
An ihren Konzepten orientieren sich außerdem private bzw. nichtstaatliche Träger von
Entwicklungshilfe, mit denen das BMZ eng zusammenarbeitet.
In dieser Arbeit sollen zunächst die allgemeinen Richtlinien der deutschen
Entwicklungspolitik dargestellt werden, um dann etwas genauer auf die Konzepte im Bereich
der Bildung einzugehen. Daran anschließend sollen die zur Umsetzung der Leitlinien zur
Verwendung stehenden Instrumente und Institutionen vorgestellt werden, um im Anschluss
daran an konkreten Situationen darzustellen, wie Hilfsprojekte aussehen können. In
Anlehnung an das Thema des Seminars liegt das Augenmerk dabei auf dem Gebiet Afrikas
unterhalb der Sahara. Die allgemeinen bildungspolitischen Ziele des BMZ finden ihren
Niederschlag in dem Afrikakonzept der BMZ, welches hier in seinen wichtigsten Eckpunkten
zusammengefasst dargestellt werden soll. Am Ende der Arbeit wird auch der Kritik an der
deutschen Entwicklungshilfe Raum geschenkt werden, wobei diese trotz angesichts einer
umfangreichen Literatur, vor allem im Internet, knapp ausfallen wird, um die Dimensionen
der Arbeit nicht zu sprengen.
Da sich die Arbeit stark am Medienhandbuch und den Internetseiten des BMZ orientiert, weil
diese die Hauptquellen der meisten Informationen sind, ist es vermutlich dementsprechend
parteipolitisch eingefärbt, stellt also die Leistungen der momentanen rot-grünen Regierung
tendenziell immer ein Stück heraus. Es ist als Frage in den Raum zu stellen, inwiefern
Entwicklungspolitik auch Parteipolitik ist, ob sie also andere Formen annimmt, wenn die
CDU anstelle der SPD Deutschland führt, die zum jetzigen Zeitpunkt lenkende Kraft ist.
Sicherlich gibt es verbindliche, internationale Vorgaben, welche Leistungen ein Land bringen
sollte und muss, aber innerhalb derer ist die parteipolitische Auslegung der staatsführenden
Partei eventuell wieder eine andere als die der Vorgängerregierung.
Andererseits könnte man auch mutmaßen, dass der Bereich der Entwicklungszusammenarbeit
ein zu wichtiges Feld ist, um Parteipolitik daran auszuüben und dass sich die großen Parteien
der deutschen Politik einig darin sein sollten, dass geholfen werden muss und dass man dazu
feststehende und nicht alle vier Jahre zu ändernde Richtlinien für die Entwicklungshilfe
benötigt.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Definition Entwicklungshilfe
2 Das BMZ
2.1 Aufgabenbereich
2.2 Entwicklungshilfe und -zusammenarbeit im Verständnis des BMZ
2.3 Entwicklungshilfe und -zusammenarbeit im Bereich der Bildung
2.3.1 Grundbildung
2.3.2 Berufliche Bildung
2.3.3 Hochschulwesen
3 Formen der Entwicklungszusammenarbeit
3.1 Multilaterale Zusammenarbeit
3.2 Bilaterale staatliche Entwicklungszusammenarbeit
4 Die Richtlinien der Afrikapolitik des BMZ
4.1 Allgemeine Ziele der Afrikapolitik
4.2 Konflikt- bzw. Krisenbewältigung
4.3 Gesundheit und Bildung
4.4 Entwicklung der Wirtschaftskraft
4.5 Erhaltung des Regenwaldes
4.6 Stellung der Frauen im Entwicklungsprozess
4.7 Länderübergreifende Zusammenarbeit der afrikanischen Staaten
5 Projekte der Entwicklungshilfe und -zusammenarbeit
5.1 Förderung der Primarschule und Bau bzw. Rehabilitierung von Schulen und Lehrerbildungseinrichtungen in Äthiopien
5.2 Nothilfe, Gesundheit und Grundbildung für die vom Bürgerkrieg betroffene Zivilbevölkerung in den Dörfern des Südsudan
5.3 St. Joseph’s Mission: Missionsschule mit Wohnheim in Swasiland
5.4 Das Hostel Karasburg in Namibia
5.5 Kenia: Grundausbildung für die Slumkinder von Nairobi
6 Kritik
7 Zusammenfassung
8 Literatur
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die deutsche Entwicklungspolitik mit Fokus auf den Bildungssektor in Afrika südlich der Sahara, wobei die Rolle des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) analysiert wird. Ziel ist es, die offiziellen Richtlinien, Instrumente und praktischen Projekte der deutschen Entwicklungshilfe zu durchleuchten und kritisch zu hinterfragen.
- Strukturen und Richtlinien des BMZ
- Methoden der multilateralen und bilateralen Entwicklungszusammenarbeit
- Förderung von Grundbildung, beruflicher Bildung und Hochschulwesen
- Analyse konkreter Hilfsprojekte am Beispiel Afrikas
- Kritische Reflexion der politischen und wirtschaftlichen Hintergründe
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Grundbildung
Die Allgemeine Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen schützt die Grundbildung als ein Menschenrecht, was bedeutet, dass jeder Mensch das Recht auf eine Schulausbildung hat und Bildungsmöglichkeiten nutzen können soll, die seinen grundlegenden Lernbedürfnissen entsprechen. Das BMZ betrachtet die Grundbildung, u.a. der Erwerb der Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen, als eine wesentliche Voraussetzung für soziale, wirtschaftliche, politische und ökologische Entwicklung des einzelnen Menschen und der gesamten Gesellschaft, denn elementare Schulbildung erhöht die Produktivität der Menschen im Allgemeinen und trägt somit direkt zur Armutsbekämpfung bei.
Grundbildung hat zudem in Form von Aufklärung Auswirkungen auf eine geringere Geburtenzahl, einen verantwortungsvollen Umgang mit HIV/ AIDS und Kindersterblichkeit und damit wiederum auf das Bevölkerungswachstum sowie auf die Gesundheit der Bevölkerung. Frauen und Mädchen können allein durch Basiswissen eine Einkommensverbesserung von bis zu 20 Prozent erfahren und um ihre Rechte kämpfen und sie wahrnehmen. Auch Erwachsenenbildung wird weitgehend der Grundbildung zugerechnet, denn viele der Erwachsenen haben als Kinder oder Jugendliche keine Schule besucht. Sie sind eine der zwei von der Unterstützung angesprochenen Gruppen. Die andere sind die Kinder und Jugendlichen unter 15. Laut dem Verständnis der BMZ und den Vereinten Nationen ist schulische und außerschulische Grundbildung sowie staatliche, kommunale und private Trägerschaft grundsätzlich gleichwertig, weswegen schulische und außerschulische Grundbildung miteinander verzahnt werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Einführung in die deutsche Entwicklungspolitik und die Rolle des BMZ als zentrale Institution.
1 Definition Entwicklungshilfe: Begriffliche Einordnung und internationale Definition der offiziellen Entwicklungshilfe (ODA).
2 Das BMZ: Darstellung der Geschichte, Aufgabenbereiche und bildungspolitischen Konzepte des Ministeriums.
3 Formen der Entwicklungszusammenarbeit: Erläuterung der Instrumente, insbesondere der multilateralen und bilateralen Kooperation.
4 Die Richtlinien der Afrikapolitik des BMZ: Beschreibung der strategischen Schwerpunkte für das subsaharische Afrika.
5 Projekte der Entwicklungshilfe und -zusammenarbeit: Vorstellung konkreter Fallbeispiele in Äthiopien, Südsudan, Swasiland, Namibia und Kenia.
6 Kritik: Auseinandersetzung mit westlich geprägten Entwicklungsbegriffen, politischen Abhängigkeiten und Ineffizienzen.
7 Zusammenfassung: Resümee über die Notwendigkeit flexibler Ansätze und den Aufbau lokaler Bildungsstrukturen.
8 Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und Medienhandbücher.
Schlüsselwörter
Deutsche Entwicklungspolitik, BMZ, Entwicklungszusammenarbeit, Bildung, Grundbildung, Afrika südlich der Sahara, Bildungsförderung, Hilfe zur Selbsthilfe, multilaterale Zusammenarbeit, bilaterale Zusammenarbeit, Krisenbewältigung, Armutsbekämpfung, Nichtstaatliche Organisationen, Projektarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Strukturen, Konzepte und Richtlinien der deutschen Entwicklungspolitik mit einem spezifischen Fokus auf den Bildungssektor in afrikanischen Ländern südlich der Sahara.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die staatliche und nichtstaatliche Entwicklungszusammenarbeit, die Grundbildung als Armutsbekämpfung sowie die Auswirkungen der Afrikapolitik des BMZ.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Strategien des BMZ darzustellen, die Umsetzung durch konkrete Projekte zu illustrieren und eine kritische Diskussion über die Wirksamkeit und die politischen Rahmenbedingungen zu führen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, unter anderem auf Basis von Medienhandbüchern, offiziellen BMZ-Veröffentlichungen und Internetquellen, um die staatlichen Konzepte der Entwicklungshilfe zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der BMZ-Strukturen, der verschiedenen Formen der Zusammenarbeit, der spezifischen Afrikapolitik sowie der detaillierten Beschreibung von Hilfsprojekten in verschiedenen afrikanischen Regionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Entwicklungszusammenarbeit, Grundbildung, BMZ, Armutsbekämpfung und Projektförderung stehen im Mittelpunkt der Analyse.
Welche Rolle spielen private Träger bei der Bildungsförderung?
Private Organisationen werden im Text als flexible Akteure hervorgehoben, die durch hohe Sachkompetenz und direkte Nähe zu bedürftigen Bevölkerungsgruppen oft erfolgreich lokale Bildungslücken schließen.
Warum steht die Kritik an der Entwicklungshilfe im Fokus?
Die Kritik reflektiert die Problematik, dass Entwicklungshilfe teils eigene wirtschaftliche Interessen der Geberländer bedienen kann und dass die Implementierung westlicher Regierungsmodelle in afrikanischen Kontexten ohne notwendige zeitliche Adaption problematisch sein kann.
- Citar trabajo
- Johannes Keil (Autor), 2003, Deutsche Entwicklungshilfe: Der Bereich Bildung in der BMZ-Konzeption zur Entwicklungshilfe am Beispiel Afrikas, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31702