Vorliegende Arbeit befasst sich mit Transformation als theologischem Begriff in der Missiologie. Dabei geht es wesentlich um das Verhältnis von Verkündigung und sozialer Aktion innerhalb der evangelikalen Theologie der Mission.
Ob missionale Transformation befürwortet oder abgelehnt wird, ist unter anderem stark beeinflusst durch die jeweilige Interpretation der Eschatologie. Nach Darstellung des Verständnisses von Transformation bei Tobias Faix wird, exemplarisch an der Eschatologie, seine Sicht sowie die sich darauf beziehende Kritik von Volker Gäckle nachgezeichnet. Die Arbeit enthält einen Anhang mit konkreten Merkmalen/Kompetenzen, welche eine missional-transformatorisch geprägte Leitungsperson aufweisen wird.
In der evangelikalen Theologie findet ein Diskurs statt zwischen sogenannten missional-transformatorischen Theologen und deren Kritikern.
Erstere wollen Boschs Warnung vor einem abgespeckten Evangelium, das die Erlösung ausschliesslich in der Vergebung persönlicher Sünden erblickt und soziales Handeln im besten Fall als Mittel zum Zweck sieht, ernst nehmen. Sie sehen die Evangelisationsbemühungen des Westens als gescheitert und das evangelikale Christentum durch eine zu starke Jenseitsorientierung als irrelevant für die Gesellschaft.
Mit einer Theologie der Transformation soll die Ganzheitlichkeit des Heils neu in den Blick gebracht und durch soziales Handeln strukturelle Veränderungen herbeigeführt werden.
Inhaltsverzeichnis
- EINLEITUNG
- Ausgangssituation
- Fragestellung und Methode
- Persönliches Interesse
- VERORTUNG DER TRANSFORMATION IN DER EVANGELIKALEN MISSIOLOGIE
- Lausanne 74: Forderung eines ganzheitlichen Missionsverständnisses
- Wheaton 83: Mission als Transformation
- ELEMENTE VON MISSION ALS TRANSFORMATION
- Gesellschaftstransformation: Eine Begriffsklärung
- Ziel und Inhalt der Transformation
- Transformation als komplementäre Mission
- Transformation auf drei Ebenen
- THEOLOGIE DER TRANSFORMATION UND IHRE KRITIK
- Faktoren des Vorbehalts
- Diskussion der Eschatologie
- Transformatorisches Verständnis nach Faix
- Kritik von Gäckle
- Entgegnung
- Resümee
- FAZIT: ES GIBT NOCH VIEL ZU TUN!
- Definition von Transformation in der Missionstheologie
- Vorsicht vor Einseitigkeiten
- Mehr Theorie
- Mehr Praxis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Transformation in der evangelikalen Missiologie. Dabei werden die Argumentationslinien von Tobias Faix und dem Institut für Transformationsstudien (ITS) in Kassel untersucht und kritisch beleuchtet.
- Das Verständnis von Transformation in der missionalen Theologie
- Die theologischen Prämissen des Transformationsparadigmas
- Kritik an der Transformationstheologie, insbesondere in Bezug auf die Eschatologie
- Die Gefahr eines „verwässerten Evangeliums“ im Kontext der Transformationstheologie
- Die Rolle der Verkündigung und des sozialen Engagements in der missionalen Praxis
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit führt in die aktuelle Debatte über die Transformationstheologie im evangelikalen Kontext ein und beleuchtet die Spannungen zwischen missional-transformatorischen Theologen und ihren Kritikern.
- Verortung der Transformation in der evangelikalen Missiologie: Die Entwicklung eines ganzheitlichen Missionsverständnisses wird anhand der Lausanne-Konferenz (1974) und der Wheaton-Konferenz (1983) dargestellt.
- Elemente von Mission als Transformation: Die Arbeit klärt den Begriff der Gesellschaftstransformation und erklärt das Konzept der Transformation als komplementäre Mission. Drei Ebenen der Transformation werden vorgestellt.
- Theologie der Transformation und ihre Kritik: Es werden Faktoren des Vorbehalts und Kritikpunkte an der Transformationstheologie, insbesondere in Bezug auf die Eschatologie, erläutert. Die Positionen von Tobias Faix und seinen Kritikern werden gegenüberstellt.
Schlüsselwörter
Transformation, evangelikale Missionstheologie, ganzheitliche Mission, Gesellschaftstransformation, Verkündigung, soziales Engagement, Eschatologie, Kritik, Tobias Faix, Institut für Transformationsstudien (ITS), Verwässerung des Evangeliums.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet „Transformation“ in der Missionstheologie?
Transformation beschreibt ein ganzheitliches Missionsverständnis, das neben der geistlichen Verkündigung auch soziales Handeln zur Veränderung gesellschaftlicher Strukturen umfasst.
Wer ist Tobias Faix und wofür steht er?
Tobias Faix ist ein Vertreter der missional-transformatorischen Theologie, der eine stärkere gesellschaftliche Relevanz des christlichen Glaubens fordert.
Welche Kritik äußert Volker Gäckle an diesem Ansatz?
Gäckle warnt vor einer „Verwässerung des Evangeliums“ und kritisiert die eschatologischen Annahmen, die das Heil zu stark im Diesseits und in sozialen Reformen verorten könnten.
Was war die Bedeutung von Lausanne 74 für dieses Thema?
Der Lausanner Kongress 1974 forderte erstmals massiv ein ganzheitliches Missionsverständnis, das Evangelisation und soziale Verantwortung als untrennbar ansieht.
Welche Rolle spielt die Eschatologie in der Debatte?
Die Interpretation der Endzeit (Eschatologie) bestimmt, ob man die Welt primär als „sinkendes Schiff“ sieht oder als einen Ort, den Christen bereits jetzt transformieren sollen.
Was zeichnet eine missional-transformatorische Leitungsperson aus?
Die Arbeit enthält im Anhang spezifische Kompetenzen, wie die Fähigkeit zur gesellschaftlichen Analyse und die Verbindung von Theorie und Praxis im sozialen Engagement.
- Citar trabajo
- David Jäggi (Autor), 2016, Evangelikale auf dem Weg zum verwässerten Evangelium? Selbstverständnis und Anliegen der missional-transformatorischen Theologie bei Tobias Faix und deren Kritik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317055