Die Gründung der CDU


Seminararbeit, 2001

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Gründung der C hristlich- D emokratischen Union

Gründungskerne
Berlin und sowjetische Besatzungszone
Britische Zone
Amerikanische Zone
Französische Zone

Zonenübergreifende Zusammenarbeit

Keimzelle der Bundes-CDU

Im Wirtschaftsrat und im Parlamentarischen Rat

Die erste Bundestagswahl

Gründung der Bundespartei

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Fragestellung in dieser Hausarbeit soll sein, wie die Christlich-Demokratische Union nach dem Zweiten Weltkrieg in der oft zitierten „Stunde Null“ entstanden ist. Aus dem Nichts hat es die CDU in fünf Jahren geschafft, zur Regierungspartei zu werden. Der komplizierte und lange Weg soll nachfolgend dargestellt werden. Dabei wird versucht etwas deutlicher auf die sowjetische Besatzungszone einzugehen. Allerdings wird es aufgrund der immer selben Probleme wie Zeit und Platz nicht so ausführlich werden, wie man es sich vielleicht wünscht als Leser.

Gründung der C hristlich- D emokratischen Union

Das Scheitern der Weimarer Republik, der Nationalsozialismus, der Wahnsinn des Krieges und das maßlose Elend – das ist der Erfahrungshorizont und Bedingungsrahmen aus dem die CDU hervorgekommen ist[1]. Keine andere Partei hat so wie die Union den Gedanken geistiger und sittlicher Erneuerung herausgestellt und ist mit dem Anspruch angetreten, “etwas Neues” zu sein und „von Grund aus“ Neues zu schaffen wie im Ahlener Programm der CDU der britischen Zone vom Februar 1947 formuliert wird[2].

„Die CDU will ein neues, ein anderes Deutschland aufbauen“ steht auch im ersten Programm der CDU der britischen Zone vom März 1946[3]. Die Vorstellungen der Gründerväter waren Begriffe wie Demokratie, Sozialismus und Staat durch die Verbindung mit christlichem Glaubensgut und Menschenbild neu zu definieren. So heißt es auch in der Entschließung „Sozialismus aus christlicher Verantwortung“ der CDU der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und Groß-Berlin Mitte Juni 1946[4]. Anders formuliert, aber mit selbem Inhalt hieß es in einem frühen Aufruf für eine christlich-demokratische Partei in Dortmund: „Ein politischer Systemwechsel genügt nicht. In der Besinnung auf die Werte des Christentums muss ein grundsätzlich neuer Anfang gemacht werden“[5].

Und so wurde die CDU, im Gegensatz zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), nach dem Krieg völlig neu gegründet[6].

In Deutschland gab es bereits während der Weimarer Republik erste Versuche politischer Annäherungen der konfessionellen Parteien[7]. Doch diese wurden durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft unterbrochen. Nach dessen Zusammenbruch brachen überall in Deutschland Bestrebungen hervor das Gedankengut dieser Parteien und Verbindungen wieder aufleben zu lassen. Träger waren fast immer Funktionäre und Mitglieder der 1933 aufgelösten christlichen Parteien und Gewerkschaften, Angehörige der Bekennenden Kirche und christlich gesinnte Anhänger liberaler und konservativer „Weimarer“ Parteien.

Diese waren zum Beispiel die katholische Zentrumspartei, die christliche Gewerkschaften, katholische Arbeitervereine und einige liberale Parteien[8].

Die Union entstand nicht in einem zentralen Gründungsakt, sondern in vielen spontanen Initiativen[9]. Dabei wurde Richtung der entstehenden Parteien überwacht von den Besatzungsmächten mit Hilfe des Austellens von Lizenzen und der Kontrolle von Versammlungen und Verlautbarungen[10].

Gründungskerne

„Dank ihrer Vorreiterrolle, die Berlin, Köln und Frankfurt innehatten, insbesondere in programmatischer Hinsicht, boten sie den verstreut und oft nur von ungefähren Ideen von einer überkonfessionellen Sammelpartei auftretenden Gruppen richtungsweisende Orientierung“[11].

Berlin und sowjetische Besatzungszone

Berlin hatte zunächst den Vorrang, Reichssitz zu werden, weil es die Hauptstadt war und von den Siegermächten nach wie vor als politischer Mittelpunkt angesehen wurde[12]. Vorsitzender war ein Mann des 20.Julis: Dr. Andreas Hermes, ehemals Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft (1920 – 1923), der vom sowjetischen Stadtkommandanten mit der Leitung des Berliner Ernährungsamtes wurde[13]. Am 17.6.1945[14] wurde die Union gegründet, am 10.7.1945[15] genehmigten die Sowjets die neue Partei formell und zwölf Tage darauf fand am 22.7.1945[16] die Gründungskundgebung statt. Der organisatorische Aufbau danach machte große Fortschritte, denn in drei Monaten wurden die Landesverbände Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Pommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen gebildet[17]. Doch je klarer es wurde, dass die Sowjetunion die SBZ und das Parteigefüge ihrer kommunistischen Herrschaft unterwerfen wollten, desto energischer wehrten sich die Verbände in den drei Westzonen gegen Führungsansprüche der Berliner CDU.

Eine politische und organisatorische Ausrichtung der CDU auf Berlin hin hätte den Sowjets vermehrte Einfluss- und Agitationsmöglichkeiten in den Westzonen gegeben[18]. Damit übernahm die CDU der britischen Zone die Rolle des westlichen Gegenpols zur Ost-CDU. Die Ost-West-Spannungen durchdrangen so von Beginn an den Parteibildungsprozess der Union.

Britische Zone

CDU erwuchs in Köln aus Kreis ehemaliger Zentrumsangehöriger[19]. 17.6.1945 begannen Beratungen über Gründung einer „Christlich-Demokratischen Partei“[20]. Ergebnis war ein Programmentwurf der am 1.7.1945 als die „Kölner Leitsätze“ verabschiedet wurde[21].

Damit musste zum einen Werbung im Rheinland und in Westfalen gemacht werden, zum anderen aber auch die britische Militärregierung von der neuen Konzeption überzeugt werden. Der Gründungsvorgang stand im Zeichen der Auseinandersetzung mit der sich neu etablierenden Zentrumspartei[22].

Am 20.8.1945 kamen in Düsseldorf Vertreter aus 43 Orten zusammen und entschieden sich da gegen die Neuauflage des Zentrums und beschlossen die Konstituierung einer rheinischen Landespartei mit Sitz in Köln[i]. Erstmals öffentlich erschien Konrad Adenauer auf der Kölner Gründungsversammlung der rheinischen Landepartei, der von da an immer stärker die Geschichte der christlichen Demokraten bestimmen sollte[23]. Gleichzeitig mit dem rheinischen gründete sich am 2.9.1945 in Bochum der westfälische Landesverband der Christlichen Demokraten[24].

[...]


[1] Vgl. Konrad-Adenauer-Stiftung: Kleine Geschichte der CDU. Stuttgart: Deutsche Verlagsanstalt, 1995, S.19

[2] Zitiert nach Kleinmann, Hans-Otto: Geschichte der CDU 1945 – 1982. Stuttgart: Deutsche Verlagsanstalt, 1993, S. 17

[3] Zitiert nach Kleinmann: Geschichte der CDU, S.17

[4] Zitiert nach Kleinmann: Geschichte der CDU, S.17

[5] Zitiert nach Kleinmann: Geschichte der CDU, S.17

[6] Vgl. Staudte-Lauber, Annalena: Stichwort CDU. München: Wilhelm Heyne Verlag, 1993, S.13

[7] Vgl. Kleinmann: Geschichte der CDU, S.19

[8] Vgl. Staudte-Lauber: Stichwort CDU, S.13

[9] Vgl. Stiftung: Kleine Geschichte, S.20

[10] Vgl. Staudte-Lauber: Stichwort CDU, S.13

[11] Vgl. Kleinmann: Geschichte der CDU, S.23

[12] Vgl. Kleinmann: Geschichte der CDU, S.23

[13] Vgl. Kleinmann: Geschichte der CDU, S.24

[14] Vgl. Kleinmann: Geschichte der CDU, S.512

[15] Vgl. Kleinmann: Geschichte der CDU, S.25

[16] Vgl. Kleinmann: Geschichte der CDU, S.26

[17] Vgl. Kleinmann: Geschichte der CDU, S.27

[18] Vgl: Stiftung: Kleine Geschichte, S.23

[19] Vgl: Stiftung: Kleine Geschichte, S.23

[20] Vgl: Kleinmann: Geschichte der CDU, S.28

[21] Vgl: Stiftung: Kleine Geschichte, S.23

[22] Vgl: Kleinmann: Geschichte der CDU, S.28

[23] Vgl: Stiftung: Kleine Geschichte, S.25

[24] Vgl: Kleinmann: Geschichte der CDU, S.32

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Gründung der CDU
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Neuere und Neueste Geschichte)
Veranstaltung
Proseminar: Gründung der Bundesrepublik Deutschland
Note
2,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
16
Katalognummer
V31708
ISBN (eBook)
9783638326254
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gründung, Proseminar, Gründung, Bundesrepublik, Deutschland
Arbeit zitieren
Johannes Keil (Autor), 2001, Die Gründung der CDU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31708

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