Der Einfluss der Ernährung auf den Muskelaufbau. Energiebedarf und Ernährung zur Steigerung der Leistung im Sport


Facharbeit (Schule), 2013
34 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Muskulatur
2.1. Der Aufbau des Muskels
2.2. Die Mechanik der Muskelkontraktion
2.3. Muskelfasertypen
2.4. Muskuläre Anpassungsreaktion

3. Grundbausteine der Ernährung
3.1. Kohlenhydrate
3.1.1. Glykämischer Index
3.2. Fette
3.3. Eiweiß
3.3.1. Wertigkeit von Proteinen
3.4. Vitamine und Mineralstoffe

4. Energiestoffwechsel
4.1. Wege der Energiegewinnung
4.1.1. Energiegewinnung über Glucose
4.1.2. Energiegewinnung über Fette
4.1.3. Energiegewinnung über Proteine
4.2. Zeitlicher Ablauf der Energieversorgung im Muskel

5. Leistungssteigernde Substanzen
5.1. Kreatin, Kre-Alkalyn, Koffein, Carnitin
5.2. Eiweißpulver, Eiweißriegel und Aminosäuren

6. Energiebedarf und sportangepasste Ernährung
6.1. Energiebedarf, Verteilung der Mahlzeiten
6.2. Ernährung des Ausdauersportlers
6.3. Ernährung des Kraftsportlers
6.4. Flüssigkeitshaushalt im Ausdauersport und im Kraftsport
6.5. Sportartspezifischer Ernährungsvorschlag

7. Reflexion

8. Quellenverzeichnis
8.1. Literaturverzeichnis
8.2. Internetquellen
8.3. Abbildungsverzeichnis
8.4. Tabellenverzeichnis

9. Anhang

1. Einleitung

Im Rahmen meiner Hausarbeit, die sich mit der Frage nach gezieltem Muskelaufbau durch bestimmte Trainingsmethoden beschäftigte, sind in den wissenschaftlichen Artikeln gehäuft Hinweise auf die Rolle der Ernährung im Sport, insbesondere im Leistungssport, gegeben worden. Dies hat mich zu der Frage geführt, wie eine spezifische Ernährung im Sport die Leistung und besonders den Muskelaufbau beeinflussen kann und bei welchen Sportarten die Ernährung eine besonders große Rolle spielt.

Hierfür werde ich zuerst zum Teil auf molekularbiologischer Ebene den Muskelaufbau, die Muskelaktivität, die muskuläre Anpassungsreaktion auf Training und die Energieversorgung des Muskels beschreiben. Nach Betrachtung der Grundbausteine der Ernährung und deren spezifischer Funktion folgt eine Darstellung, welche Möglichkeiten dem Körper zur Verfügung stehen, Energie aus den verschiedenen Nährstoffen zu gewinnen, insbesondere welche Energiequellen der Muskel in Abhängigkeit von der Belastungsdauer- und Intensität nutzen kann.

Außerdem werden sogenannte leistungssteigernde Substanzen beschrieben und kritisch betrachtet.

Anschließend wird sportartspezifisch, so auch beim Kraftsport, auf den Energiebedarf eingegangen und es werden diesem angepasste Ernährungsempfehlungen gegeben, wobei neben der Menge und der Qualität der Nahrung auch der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme berücksichtig wird.

Ergänzend folgen eine kurze Thematisierung des Flüssigkeitshaushaltes und des Trinkverhaltens des Sportlers.

2. Muskulatur

Die quergestreifte Skelettmuskulatur ist durch ihre charakteristische Eigenschaft, nämlich die Fähigkeit zur Kontraktion, gekennzeichnet und ermöglicht willentlich gesteuerte Bewegungen.[1]

2.1. Der Aufbau des Muskels

Abb. 1: Aufbau der quergestreiften Wirbeltiermuskulatur

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quergestreifte Muskeln bestehen aus vielen Muskelfaserbündeln, diese wiederum aus den vielkernigen Muskelzellen, den Muskelfasern. In den Muskelfasern liegen neben Zellkernen und Mitochondrien die Myofibrillen, die sogenannten Aktin- und Myosinfilamente. Aktin und Myosin sind Proteine. Die kleinste kontraktile Untereinheit bilden die Sarkomere.[2]

2.2. Die Mechanik der Muskelkontraktion

Abb. 2: Muskelkontraktion auf molekularer Ebene

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bewegungen durch die Verkürzung eines Muskels werden dadurch möglich, dass sich die Proteinstrukturen teleskopartig ineinander schieben (siehe Abb. 2). Die dafür benötigte Energie liefert das energiereiche Adenosintriphosphat (im Folgenden: ATP).[3]

„Voraussetzung für jede körperliche Arbeit ist ein reibungsloser ATP-Nachschub“[4]

2.3. Muskelfasertypen

Funktionsabhängig ist der Muskel aus verschiedenen Muskelfasertypen zusammengesetzt. Es gibt zwei Haupttypen, die FT-Fasern und die ST-Fasern. Die hellen, dicken, schnell zuckenden (engl.: fast twitch) Fasern sind bei kurzen kräftigen Bewegungen in Aktion, die roten, dünnen, langsam zuckenden (engl.: slow twitch) Fasern werden bei Muskelarbeit mit geringerer Intensität beansprucht. Sie unterscheiden sich in der Art ihrer Nervenleitung, aber insbesondere in der Art der Energiegewinnung. Die FT-Fasern zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an den energiereichen Phosphaten ATP und Kreatinphosphat (im Folgenden: KP) aus. Sie haben viel Glykogen und Enzyme für die anaerobe Energiegewinnung aus Glucose. Die ST-Fasern besitzen viele Mitochondrien für die aerobe Energiegewinnung und mehr Enzyme für den Citratzyklus und den Abbau freier Fettsäuren. Die ST-Fasern sind besonders für Ausdauerbelastungen mit höherer Intensität ausgelegt. Der prozentuale Anteil der verschiedenen Fasertypen in einem Muskel ist genetisch bedingt, kann aber auch durch Training beeinflusst werden.[5]

2.4. Muskuläre Anpassungsreaktion

Muskuläre Anpassungsreaktionen auf Ausdauertraining zeigen sich in einer Zunahme an Mitochondrien und in einer Vermehrung der Energiespeicher im Muskel sowohl des Glykogens als auch der Fette. Regelmäßiges Ausdauertraining führt durch ständige Entleerung und Wiederauffüllung der Speicher zu ihrer Vermehrung.[6]

Bei der muskulären Anpassungsreaktionen auf Krafttraining unterscheidet man zwischen der Verbesserung der inter- und intramuskulären Koordination, die früh auftritt, und der Muskelhypertrophie, einer Querschnittszunahme des Muskels, die eine Trainingsdauer von mindestens 4-6 Wochen erfordert. Das Dickenwachstum des Muskels ist bedingt durch eine Vermehrung der eiweißhaltigen Strukturen, der Myosin- und Aktinfilamente.[7]

3. Grundbausteine der Ernährung

Bei den Nährstoffen unterscheidet man die Grundnährstoffe Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette von den Vitaminen und Mineralstoffen als akzessorische Nährstoffe.[8]

3.1. Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind die wichtigsten Energielieferanten des Menschen, sie werden entweder direkt in den Energiestoffwechsel übernommen oder als Glykogen in der Muskulatur und in der Leber gespeichert.[9]

Die Grundbausteine der Kohlenhydrate sind Einfachzucker (Monosaccharide), die sich zu unterschiedlich langen Ketten, den Vielfachzuckern (Polysaccharide), zusammensetzen. Sehr lange und verzweigte Glucoseketten nennt man komplexe Kohlenhydrate, zum Beispiel Stärke.[10]

3.1.1. Glykämischer Index

Kohlenhydrate wirken sich unterschiedlich auf den Blutzuckerspielgel aus. Es gibt Kohlenhydrate, die sehr schnell als Glucose ins Blut gelangen, damit einen hohen sogenannten Glykämischen Index haben. Hochkomplexe Mehrfachzucker, die nur langsam den Blutzucker steigern, haben einen niedrigen Glykämischen Index.[11]

Der Glykämische Index gibt an, wie stark ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzuckernormalwert verändert. Referenzwert ist hierbei der Blutzuckeranstieg nach Aufnahme einer entsprechenden Menge reiner Glucose. Der Glykämische Index von Glucose wird dabei mit 100 festgesetzt. Beeinflusst wird der Glykämische Index von der Verdauungsgeschwindigkeit und damit von der sonstigen Zusammensetzung des Lebensmittels, Fett- und Proteinanteilen und von dem Verarbeitungsgrad. Geringer Verarbeitungsgrad, ein hoher Anteil komplexer Kohlenhydrate sowie der Anteil von Fett und Proteinen vermindern den Glykämischen Index. (Kohlenhydratquellen mit hohem und niedrigem Glykämischen Index: siehe Anhang Abb. 6)[12]

3.2. Fette

Fette sind neben den Kohlenhydraten ebenfalls wichtige Energielieferanten und können in großen Mengen gespeichert werden. Fette, Triglyceride, bestehen aus Glycerin und drei unterschiedlich langen Fettsäuren. Man differenziert zwischen langkettigen (gesättigten), und kurzkettigen (ungesättigten) bzw. sehr kurzkettigen (hochungesättigten) Fettsäuren. Letztere können als sogenannte essenziellen Fettsäuren nicht vom Körper selbst hergestellt werden und müssen mit der Nahrung zugeführt werden.[13]

Weitere wichtige Funktionen von Fetten sind ihre Rolle beim Aufbau von Zellmembranen und als Träger von fettlöslichen Vitaminen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren verbessern außerdem die Fließeigenschaften des Blutes und Wachstum und Regeneration von Zellen.[14]

3.3. Eiweiß

Anders als die Energielieferanten Kohlenhydrate und Fette sind die Nahrungseiweiße primär als Baustoff zu sehen. Die Nahrungsproteine werden vom Menschen in körpereigene Proteine umgewandelt. Sie dienen einmal zum Aufbau und Erhalt von Gewebssubstanz, zum anderen auch zur Herstellung von Hormonen, Enzymen, Immunbestandteilen und Blut. Bei den Bausteinen der Proteine unterscheidet man essenzielle Aminosäuren, die nicht vom Körper selbst produziert werden können und mit der Nahrung zugeführt werden müssen, und nicht essenzielle Aminosäuren, die der Körper selbst durch Umformung anderer Aminosäuren herstellen kann.[15]

3.3.1. Wertigkeit von Proteinen

Die tägliche Zufuhr von Proteinen beim Erwachsenen ist erforderlich, um den Proteingehalt des Körpers konstant zu halten, d.h., zur Erneuerung der physiologisch abgebauten Proteine, bzw. zur Nachlieferung von Enzymen und Hormonen. Der Mehrbedarf des Sportlers ist besonders durch Proteine mit hoher Biologischer Wertigkeit zu decken. Die Biologische Wertigkeit beschreibt die Qualität von Proteinen und gibt an, wie viel von einem aufgenommenen Nahrungsprotein in körpereigenes Protein umgewandelt werden kann. Sie ist abhängig von der Kombination der Aminosäuren und vom Gehalt an essenziellen Aminosäuren. Dabei haben tierische Proteine eine höhere Wertigkeit als pflanzliche, weil sie menschlichen Proteinen ähneln.[16]

In der Ernährungswissenschaft wurde als Referenzprotein zur Qualitätsbeurteilung das Hühnervollei gewählt. Ihm wird eine biologische Wertigkeit von 100 zugeordnet.[17]

Durch geschickte Kombination von Lebensmitteln kann eine Biologische Wertigkeit von mehr als 100 erreicht werden, z.B. auch durch Kombination pflanzlicher Proteine (Proteinkombinationen: siehe Anhang Abb. 7).[18]

3.4. Vitamine und Mineralstoffe

Vitamine können im körpereigenen Stoffwechsel nicht ausreichend hergestellt werden, sie müssen regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden. Sie sind Bestandteile von Enzymen und Hormonen und haben teilweise auch eine katalytische Wirkung.[19] Ihre Aufgaben umfassen den Energiestoffwechsel, die Blutbildung, das Immunsystem und den Zellschutz.[20]

Mineralstoffe oder Elektrolyte sind anorganische Substanzen. Die wichtigsten sogenannten Mengenelemente sind Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium, Magnesium, Phosphor und Schwefel. Zu den Spurenelementen zählen Eisen, Chrom, Kupfer, Iod, Fluor, Kobalt, Mangan, Molybdän, Nickel, Selen und Vanadium.[21] Die Mineralstoffe eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion, der Energiebereitstellung, der Enzymfunktion und zum Beispiel Kupfer sogar beim Muskelaufbau. Erhöhter Bedarf an Spurenelementen besteht beim Sport auch wegen der Verluste über den Schweiß.[22]

4. Energiestoffwechsel

Eine ausgeglichene Energiebilanz beim Sport besteht, wenn die zugeführte Energie dem erhöhten Energieverbrauch entspricht. Bei ausgewählten Sportarten, z.B. Kraftsport, kann eine leicht positive Energiebilanz angestrebt werden, um die Muskelmasse für eine bessere Leistung zu erhöhen. Neben der Gesamtenergiebilanz spielt die Zusammensetzung der Energiequellen eine entscheidende Rolle.[23]

4.1. Wege der Energiegewinnung

Die ATP-Produktion ist das Ziel aller Stoffwechselprozesse zur Energiebereitstellung. In der Regel betrifft das den Stoffwechsel von Kohlenhydraten und Fetten. Auf Eiweiß greift der Körper nur unter Extrembelastungen, das heißt bei einer negativen Energiebilanz, zurück.[24]

Man unterscheidet 4 Arten der ATP-Resynthese[25]:

Abb. 3: Möglichkeiten der ATP Gewinnung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die anaerobe, ohne Sauerstoff ablaufende Energiegewinnung, umfasst die ATP-Resynthese aus KP und Adenosindiphosphat (im Folgenden: ADP) sowie die anaerobe Glykolyse mit Laktatbildung. Die aerobe Energiegewinnung beruht auf der Reduktion von Sauerstoff zu Wasser während der Atmungskette. Sowohl Glucose als auch freie Fettsäuren aber auch Aminosäuren können über das Zwischenprodukt Acetyl-CoA zur ATP Gewinnung genutzt werden.[26]

Abb. 4: Energiebereitstellung durch bestimmte Nährstoffe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.1.1. Energiegewinnung über Glucose

Aus Glucose kann anaerob und aerob ATP gewonnen werden. Bei der ohne Sauerstoff ablaufenden anaeroben Glykolyse wird die Glucose nicht vollständig zu und abgebaut, der Glucoseverbrauch ist dabei in Relation zur ATP-Gewinnung relativ hoch. Die ATP-Gewinnung erfolgt zwar schneller, aber weniger

ökonomisch als bei der aeroben Glykolyse. Die aerobe Energiegewinnung führt durch oxidative Verbrennung von Glykogen zu größeren Mengen ATP. (siehe Abb. 4)[27]

4.1.2. Energiegewinnung über Fette

Insbesondere bei längerer Belastung wird Fett aus den Speichern freigesetzt und durch die Einwirkung von Lipasen zu Acetyl-CoA abgebaut, welches in den Citratzyklus zur ATP-Gewinnung und zur Decarboxylierung eingeschleust wird. Der Abbau einer Fettsäure liefert größere Mengen ATP als der Abbau gleicher Menge Kohlenhydrate, dauert jedoch länger und benötigt mehr Sauerstoff. Die Sauerstoffaufnahme ist allerdings durch die Lunge limitiert.[28]

Die Geschwindigkeit der Energiefreisetzung ist für hohe Belastungsintensitäten zu langsam, sodass der Körper auf die Glykolyse zurückgreift.[29]

4.1.3. Energiegewinnung über Proteine

Die wichtigste Funktion der Proteine bleibt der Stoffwechsel zum Aufbau körpereigener Substanzen, nur in Ausnahmefällen werden Proteine zur Energiegewinnung mit herangezogen. Der Anteil von Eiweiß an der Energiebereitstellung beträgt lediglich 2-5%.[30]

4.2. Zeitlicher Ablauf der Energieversorgung im Muskel

In den ersten Sekunden einer Belastung greift der Muskel auf seine kleinen ATP-Vorräte zurück. Anschließend wird das ebenfalls im Muskel gespeicherte KP als Energiequelle genutzt, indem es mit dem Enzym Kreatinkinase Phosphat auf ADP überträgt. Nach ca. 10 Sekunden ist die Hauptenergiequelle für die ATP-Versorgung der Muskelzellen die Milchsäuregärung. Danach setzt die Glykolyse mit anschließender Zellatmung ein, die aerobe Energiegewinnung. Sie erreicht ihr Maximum nach etwa 10 Minuten.[31]

Die Lipolyse verläuft fast gleichzeitig mit der aeroben Glykolyse, steigt ebenfalls bei Dauerbelastungen langsam an, erreicht ihr Maximum erst nach ca. 2 Stunden Belastung. So können Glykogenreserven geschont werden. Die Lipolyse ist maximal, wenn die Glykogenspeicher leer sind. Die Lipolyse ist dann der Hauptenergielieferant. Die Belastungsintensität muss dann jedoch zwangsläufig reduziert sein, das heißt die Leistung nimmt ab![32]

„Für hochintensive Belastungen sind daher die Kohlenhydrate so etwas wie „Superbenzin“, während die Fette mehr mit dem „Diesel“ zu vergleichen wären“.[33]

Abb. 5: Schema der muskulären Energiebereitstellung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Leistungssteigernde Substanzen

Sogenannte Supplemente („supplements“) sind potenziell leistungssteigernde Substanzen, die zum Teil nicht nur vom Körper selbstproduziert, sondern auch mit der Nahrung zugeführt werden können. Ihre Wirksamkeit ist nicht in jedem Fall nachgewiesen. Im Folgenden werden die am häufigsten verwendeten Substanzen vorgestellt und kritisch bezüglich ihres Nutzens betrachtet.[34]

5.1. Kreatin, Kre-Alkalyn, Koffein, Carnitin

Kreatin kann der Körper aus bestimmten Aminosäuren selbstständig generieren und im Skelettmuskel einlagern und zwar in den FT-Fasern mehr als in den ST-Fasern.[35]
Beim intensiven Kraftsport kann eine vermehrte Aufnahme von synthetischem Kreatin gewinnbringend sein. Wissenschaftlich belegt ist, dass ein erhöhter Kreatinwert im Muskel die ATP-Regeneration verbessert, die Ermüdung des Muskels hinausgezögert und so eine Optimierung sehr intensiver kurzer Belastungen tatsächlich möglich ist. Kreatin ist für solche Kraftsportler gewinnbringend, die eine große Muskelmasse erzielen wollen – durch Wassereinlagerungen im Muskel erscheint dieser voluminöser. Es gibt jedoch sogenannte Non-Responder, nicht bei jedem Sportler kommt es zu einer Leistungssteigerung. Hierbei können Geschlecht, Ernährung, genetische Disposition oder die ursprüngliche Kreatinkonzentration im Muskel einen Einfluss haben.[36]

Insgesamt ist die Wirkung umstritten. Eine Studie, die den Einfluss von Kreatin auf die sportliche Leistung, maximale Sauerstoffaufnahme und Laktatkinetik untersuchte, konnte keinen Effekt einer 7-tägigen Kreatinkur nachweisen.[37]

Zunehmend populär wird zurzeit sogenanntes Kre-Alkalyn – es weist einen höheren pH-Wert als Kreatinwert auf, ist daher magenverträglicher und soll schneller im Blut verfügbar sein.[38]

Koffein zeigt einen stimulierenden Effekt auf das zentrale Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System. Durch eine vermehrte Adrenalinausschüttung kann so auch die Fettverbrennung verstärkt werden, sodass insbesondere beim Ausdauersportler neben dem Glykogen eine weitere Energiequelle besser genutzt werden kann. Dieser Effekt tritt jedoch nur bei trainierten Sportlern auf.[39]

L-Carnitin ist ein körpereigener Wirkstoff, der bei der Fettoxidation im Muskel den Transport von Fettsäuren in die Mitochondrien durchführt. Wegen dieser verstärkten Fettverbrennung auch „Fat-Burner“ genannt, kann Carnitin bei Ausdauersportlern zu Glykogeneinsparungen führen. Eingeschränkt wird dies allerdings durch die beschränkte Sauerstoffverfügbarkeit. Da Carnitin nicht verbraucht wird und regeneriert werden kann, ist eine zusätzliche Zufuhr mit bestimmter Nahrung überflüssig.[40]

[...]


[1] vgl. Leistungskurs Sport I, S. 96

[2] vgl. Duden Biologie Lehrbuch S II, S. 170

[3] vgl. Bioskop, S. 224

[4] Unbekannt, http://www.sportunterricht.de/lksport/stoff3.html, 03.03.2013, 21:13

[5] vgl. Leistungskurs Sport I, S. 109-111

[6] vgl. Leistungskurs Sport II, S. 92-94

[7] vgl. Leistungskurs Sport I, S. 127-129

[8] vgl. Leistungskurs Sport II, S. 241

[9] vgl. Leistungskurs Sport II, S. 241

[10] vgl. Sport und Ernährung, S. 19

[11] vgl. Leistungskurs Sport, S. 256

[12] vgl. Sport und Ernährung, S. 20-21

[13] vgl. Leistungskurs Sport, S. 241

[14] vgl. Sport und Ernährung, S. 23

[15] vgl. Leistungskurs Sport, S. 242

[16] vgl. Unbekannt, http://www.ernaehrung.de/tipps/sport/kohlenhydrate-proteine-fette.php#proteine, 09.02.2013, 15:31

[17] vgl. Unbekannt, http://www.ernaehrung.de/lexikon/ernaehrung/b/Biologische-Wertigkeit.php, 09.02.2013, 15:36

[18] vgl. Leistungskurs Sport, S. 80

[19] vgl. Unbekannt, http://www.ernaehrung.de/lexikon/ernaehrung/v/Vitamine.php, 07.02.2013, 18:41

[20] vgl. Unbekannt, http://www.ernaehrung.de/tipps/sport/vitamine-mineralstoffe-spurenelemente.php, 07.02.2013, 18:45

[21] vgl. Leistungskurs Sport, S. 246

[22] vgl. Unbekannt, http://www.ernaehrung.de/tipps/sport/vitamine-mineralstoffe-spurenelemente.php, 07.02.2013, 18:45

[23] vgl. Unbekannt, http://www.ernaehrung.de/tipps/sport/energiebedarf-empfehlungen.php, 07.02.2013, 16:59

[24] vgl. Gräber, René, http://www.der-fitnessberater.de/energiebereitstellung.html, 07.02.2013, 16:50

[25] vgl. Moosburger, Dr. Kurt A., http://www.dr-moosburger.at/pub/pub023.pdf, 07.02.2013

[26] vgl. Unbekannt, http://www.gesundheits-lexikon.com/Ernaehrung-Diaeten/Sport-und-Ernaehrung/Leistungssport-Energiestoffwechsel.html, 07.02.2013, 17:50

[27] vgl. Sport und Ernährung, S. 37-38

[28] vgl. Unbekannt, http://www.ernaehrung.de/tipps/sport/sportbegriff-muskulatur-energiegewinnung.php, 09.02.2013, 16:48

[29] vgl. Sport und Ernährung, S. 39

[30] vgl. Moosburger, Dr. Kurt A., http://www.laktatmessung.de/download/der_proteinstoffwechsel.pdf, 09.02.2013, 17:32

[31] vgl. Bioskop, S. 224-225

[32] vgl. Optimale Sporternährung, S. 26

[33] Optimale Sporternährung, S. 26

[34] vgl. Sport und Ernährung, S. 123-124

[35] vgl. Leistungskurs Sport, S. 263

[36] vgl. Sport und Ernährung, S. 129-130

[37] vgl. Fikenzer, S.; Anke, R., Falz, R. (u. andere) http://www.klinischesportmedizin.de/auflage_2007_3/creatin.pdf, 10.02.2013, 18:38

[38] vgl. Steinbock, Christian, http://www.muskelaufbaumittel.net/, 10.02.18:43

[39] vgl. Sport und Ernährung, S. 128

[40] vgl. Sport und Ernährung, S. 126

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss der Ernährung auf den Muskelaufbau. Energiebedarf und Ernährung zur Steigerung der Leistung im Sport
Autor
Jahr
2013
Seiten
34
Katalognummer
V317341
ISBN (eBook)
9783668164505
ISBN (Buch)
9783668164512
Dateigröße
1728 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Muskelaufbau, Ernährung, Nährstoffe, Trainingsmethoden, Energiebedarf, Ernährungsempfehlung, Nahrung
Arbeit zitieren
Christoph Rowold (Autor), 2013, Der Einfluss der Ernährung auf den Muskelaufbau. Energiebedarf und Ernährung zur Steigerung der Leistung im Sport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317341

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