In der vorliegenden Arbeit werde ich mich mit der Geschichte und den Ursprüngen des arabisch-islamischen Antisemitismus befassen. Es wird auffallen, dass er von mir nicht lediglich als „islamischer“ bezeichnet wurde. Der Grund hierfür ist, dass der Islam als Ausgangspunkt für den Antisemitismus, der in der islamischen Welt beobachtet werden kann, nicht oder zumindest nicht gänzlich vertretbar ist. Diesen Antisemitismus sehe ich anhand meiner Recherchen, die in dieser Arbeit detailliert aufgeführt werden, vielmehr in territorialen und politischen Faktoren begründet.
Zu Anfang werde ich eine kurze Definition für den Antisemitismus aufführen. Im weiteren Verlauf soll mit der Geschichte und den Einflüssen des europäischen Antisemitismus fortgesetzt werden. Dies wird deshalb wertvoll für die hier angeführte Forschung sein, da er zum modernen arabisch-islamischen Antisemitismus Konvergenzen aufweist.
Demnach könnte die Frage, mit der sich die Arbeit befassen soll, konkreter mit, weshalb der Antisemitismus in der Epoche der Moderne auch in die islamische Welt Eingang fand, formuliert werden.
Anschließend wird beleuchtet, wie das Verhältnis zwischen Muslimen und Juden in der Vormoderne war. Dies ist deshalb von Relevanz, da dies das einzige Zeugnis ist, das belegen wird, dass der arabisch-islamische Antisemitismus ein Phänomen der Moderne ist und nicht genuin islamisch.
Im Mittelteil soll gezeigt werden, was den Antisemitismus unter Muslimen besonders befördert hat. Ohne Zweifel wird dies nicht ohne gewisse äußere Einflüsse und Inspirationen erfolgt sein.
Im Schlussteil schließlich werden alle Faktoren, die gemeinsam erst das Bild des Antisemitimus darstellen, prägnant aufgeführt. Hier werde ich eine weitere wichtige Frage aufwerfen und versuchen zu beantworten, nämlich ob sich der Antisemitismus weiter fortsetzen wird und an welcher entscheidenden Frage dies abhängt.
Ich werde mich bzgl. des arabisch-islamischen Antisemitismus ab dem 19. Jahrhundert der Struktur nach an die Monographie Walter Laquers (Gesichter des Antisemitismus) halten. Dies scheint mir deshalb gut begründet, weil er die signifikantesten Gründe für dieses Phänomen der Zeitfolge entsprechend gut zusammenfasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Antisemitismus?
3. Zur europäischen Geschichte des Antisemitismus
4. Judenfeindlichkeit unter islamischer Herrschaft vor dem 19. Jahrhundert
5. Der moderne (arabisch-)islamische Antisemitismus
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Ursprünge und die Entwicklung des arabisch-islamischen Antisemitismus. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, weshalb der Antisemitismus in der Moderne in die islamische Welt Eingang fand, wobei der Autor insbesondere die Rolle politischer und territorialer Faktoren sowie den Einfluss europäischer Ideologien beleuchtet.
- Differenzierung zwischen vormoderner Judenfeindlichkeit und modernem Antisemitismus.
- Analyse des Verhältnisses zwischen Muslimen und Juden in der Vormoderne.
- Untersuchung der Auswirkungen von Gründung Israels und Balfour-Deklaration.
- Rolle von Verschwörungstheorien und medialen Einflüssen auf den Judenhass.
- Zusammenhang zwischen politischer Instabilität und der Suche nach Sündenböcken.
Auszug aus dem Buch
4. Judenfeindlichkeit unter islamischer Herrschaft vor dem 19. Jahrhundert
Diese historischen Begebenheiten machen es nicht leicht zu klären, ob der arabische Antisemitismus eine Fortführung des christlich mittelalterlichen sei. Denn wie den Quellen aus dieser momentan noch einseitigen Analyse zu entnehmen ist -, die aber im weiteren Verlauf ausgeführt werden soll – kommen die Muslime erst durch die Folgen der Judenvertreibung- bzw. vernichtung zunehmendst in ernsthaft negativen Kontakt mit den Anhängern dieser Religion.
Bezüglich der Ausschreitungen unter Muslimen und Juden sollen insbesondere die Meinungen und Forschungen Walter Laquers herangezogen werden. Trotz dessen, dass er voreingenommen zu sein scheint, - dies zeigen Beispiele die er aufführt und nicht weiter im Text belegt – wichtige Schlüsselereignisse aufführt, die auf Antisemitismus hinweisen könnten. Da der Begriff Antisemitismus in einem bestimmten Kontext erst im 19. Jahrhundert geprägt wurde, möchte ich mich eigentlich von der Verwendung distanzieren. Denn ich glaube nicht, dass die islamisch mittelalterliche Judenfeindschaft, sofern es sie überhaupt in einem solchen Maße gab, dass sie erwähnenswert wäre, gleichzusetzen ist mit dem modernen Phänomen des arabischen Antisemitismus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema, Darlegung der Forschungsfrage und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise anhand der Monographie von Walter Laqueur.
2. Was ist Antisemitismus?: Definition des Begriffs Antisemitismus im modernen Kontext als Form der Judenfeindlichkeit.
3. Zur europäischen Geschichte des Antisemitismus: Historischer Abriss der antijüdischen Ressentiments in Europa von religiösen Motiven des Mittelalters bis zur Entstehung des Rassenantisemitismus im 19. Jahrhundert.
4. Judenfeindlichkeit unter islamischer Herrschaft vor dem 19. Jahrhundert: Untersuchung der Lebensbedingungen jüdischer Untertanen (Dimmis) unter islamischen Herrschern und Abgrenzung zum europäischen Antisemitismus.
5. Der moderne (arabisch-)islamische Antisemitismus: Analyse der Ursachen für den zunehmenden Antisemitismus in der Moderne, insbesondere durch den Nahostkonflikt, Verschwörungstheorien und politische Instrumentalisierung.
6. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Diskussion möglicher zukünftiger Lösungsansätze im Nahostkonflikt.
Schlüsselwörter
Antisemitismus, arabisch-islamische Welt, Nahostkonflikt, Israel, Zionismus, Geschichte des Islam, Dimmis, Verschwörungstheorien, Balfour-Deklaration, Modernisierung, Judenfeindlichkeit, interreligiöse Beziehungen, Politische Ideologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Genese und den Ursachen des Antisemitismus in der arabisch-islamischen Welt und hinterfragt dessen historisch-politische Wurzeln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die Vormoderne, der Einfluss der Balfour-Deklaration, die Gründung des Staates Israel sowie die Verbreitung antisemitischer Narrative in der Moderne.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, zu klären, warum Antisemitismus in der Moderne in die islamische Welt eindrang und inwiefern dieser von exogenen Einflüssen oder internen politischen Faktoren abhängt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, wobei insbesondere die Struktur der Monographie von Walter Laqueur als analytischer Leitfaden dient.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Verhältnisse zwischen Muslimen und Juden, die Entwicklung ab dem 19. Jahrhundert und die Rolle von Akteuren wie al-Husayni oder Sayyid Qutb bei der Verbreitung von Judenhass.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Antisemitismus, Zionismus, Nahostkonflikt, Dimmis und Verschwörungstheorien im Kontext der arabisch-islamischen Gesellschaft.
Warum wird zwischen "vormoderner" und "moderner" Judenfeindlichkeit unterschieden?
Der Autor argumentiert, dass der moderne Antisemitismus nicht genuin islamisch ist, sondern erst durch Umbrüche der Moderne und politische Faktoren in die islamische Welt gelangte, während die vormoderne Situation anders zu bewerten ist.
Welche Rolle spielen Verschwörungstheorien im Dokument?
Verschwörungstheorien werden als Instrument zur Erklärung komplexer gesellschaftlicher Missstände und zur ideologischen Abgrenzung des Kollektivs identifiziert, um die Juden als Sündenböcke für politische Instabilität darzustellen.
- Quote paper
- Ahmet Numan Cakilkum (Author), 2016, Die Ursprünge und die Geschichte des arabisch-islamischen Antisemitismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317386