Wirkt sich die internationale Ausdehnung der Geschäftstätigkeiten auf den Standort von Unternehmen aus? Wie beeinflusst die Globalisierung die Standortfaktoren?


Hausarbeit, 2014

22 Seiten, Note: 1,9


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1. Globalisierung
1.1 Entwicklung und Definition
1.2 Beziehung zwischen Globalisierung und Standort

2. Standorte
2.1 Standortwahl
2.2 Standortfaktoren
2.3 Standortverlagerung
2.3.1 Definition der Standortverlagerung
2.3.2 Motive für Standortverlagerungen

3. Internationalisierung
3.1 Markteintrittsstrategien
3.2 Direktinvestitionen
3.3 Chancen und Risiken

Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1.1. Ebenen und Elemente von Globalisierung

2.1. Standortfaktoren nach Corsten

3.1. Bedingungen des OLI-Modells

Abbildungsverzeichnis

1.1. Entwicklung des weltweiten Handelsvolumen

2.1. Standortfaktoren nach Schneck

Einleitung

„In einer globalen Welt werden Standorte und Standortfaktoren nicht bedeutungslos; vielmehr führen die Freiheitsgrade bei der Wahl von Standorten für Unternehmen dazu, dass die Qualität der Standortfaktoren immer relevanter wird0.“

Das die Globalisierung immer weiter voranschreitet kann heutzutage niemand mehr leugnen. Gleich ob wir nun online Waren bestellen die aus Amerika importiert werden, oder im Elektrofachhandel um die Ecke einen Fernseher kaufen der in China produziert wurde, all das ist nur möglich aufgrund der Globalisierung. Nun stellt sich noch die Frage, in wie weit sich diese internationale Ausdehnung der Geschäftstätigkeiten, auf den Standort von Unternehmen auswirken und ob bzw. wie die Globalisierung die Standortfaktoren beeinflusst.

Die folgenden Seiten sollen helfen diese Fragen zu beantworten.

Das Ziel dieser Hausarbeit ist die Veränderung des Faktors „Standort“ im Laufe der Zeit darzustellen und somit Unternehmen jeglicher Art eine moderne Betrachtung dieses Faktors zu ermöglichen.

Um dies in der folgenden Hausarbeit zu ermöglichen werde ich vorab auf die Globalisierung selbst eingehen um einen Einblick in die Materie zu verschaffen. Es wird die Entwicklung der Globalisierung veranschaulicht und Zusammenhänge zu dem Faktor „Standort“ hergestellt. Diese gegenseitige Beziehung wird dann detailliert Betrachtet und einige Modelle vorgestellt. Diverse Tabellen und Grafiken werden Sie durch diese Arbeit begleiten um die dargestellten Sachverhalte besser zu veranschaulichen.

1. Globalisierung

1.1 Entwicklung und Definition

Das Bestreben der Menschheit nach Internationalem Handel besteht schon seit hunderten von Jahren. Als Beispiel dafür sind die Hanse zu nennen, die Bereits im 14. Jahrhundert eine beeindruckende geographische Ausdehnung ihrer internationalen Handelsbeziehungen erreichten. Heutzutage äußert sich die Globalisierungsbestrebung der Weltbevölkerung weniger durch Krieg und Eroberung als durch internationale Verflechtung der wirtschaftlichen Tätigkeiten von Unternehmen auf der ganzen Welt. Die stetig voranschreitende Liberalisierung von Politik und Nationen, schafft beste Vorrausetzungen für multinationale Konzerne, weltweite Kapitalbeschaffung sowie Transfer von Gütern über den gesamten Globus (vgl. Peters et al. 2006, S. 7).

„Die Integration und Vernetzung auf Basis von Handelsaktivitäten der Volkswirtschaften untereinander ist Kern der Globalisierung“ (Peters et al. 2006, S.7 f.).

Somit lässt sich nach Giddens (1996) Globalisierung als Prozess beschreiben der folgende Merkmale aufweist:

- die räumliche- und zeitliche Ausdehnung von Handelsbeziehungen und sozialer Beziehungen verschiedener geographisch getrennter Orte,
- stetig steigende Intensivierung dieser sozialen Beziehungen und
- die daraus resultierenden Wechselwirkungen verschiedener geographisch getrennter Orte (vgl. Peters et al. 2006, S.17).

Das komplexe Thema der Globalisierung als linearen Prozess zu erfassen gestaltet sich schwierig. Besser lässt sie sich durch mehrere Veränderungsprozesse verschiedener miteinander in Verbindung stehenden Felder deren Auswirkungen miteinander verwoben sind beschreiben (vgl. Peters et al. 2006, S.20).

„Die Gruppe von Lissabon nimmt diese Vielfalt strategisch auf und antizipiert, welche gesellschaftspolitischen Felder von der Globalisierung aktiv wie passiv betroffen sein werden, bzw. in welchen Gestaltungsfeldern Nationalstaaten global agieren werden, oder wo das globale Agieren Auswirkungen auf die nationalen Gesellschaftsformationen wie auf die Weltgesellschaft haben wird“ (Peters et al. 2006, S.20 zit. nach Gruppe von Lissabon, 1997).

Solche Netzwerke zwischen Markt und Staaten werden immer wichtiger.

Die folgende Tabelle 1.1. soll die Zusammenhänge der verschiedenen Felder und Prozesse der Globalisierung verdeutlichen (vgl. Peters et al. 2006, S.20).

Tabelle 1.1. Ebenen und Elemente von Globalisierung (Darstellung nach Peters et al. 2006, S.21 nach Gruppe von Lissabon, 1997)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die fortwährende Entwicklung der Globalisierung sollen anhand der Abbildung 1.1. verdeutlicht werden, lag das internationale Handelsvolumen 1950 bei lediglich 61,81 Milliarde US-Dollar, ist es bis 2012 auf unvorstellbare 18.402,18 Milliarden US-Dollar herangewachsen.

Abb.. 1.1. Entwicklung des weltweiten Handelsvolumens (Darstellung nach UNCTAD @ Statista 2014)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Um eine solche Entwicklung der Globalisierung zu ermöglichen sind einige Faktoren von großer Bedeutung:

- der Abbau von Zöllen und anderen Handelsbarrieren über die acht GATT (General Agreement on Tarrifs and Trade) -Runden;
- der starke Anstieg ausländischer Direktinvestitionen;
- die Liberalisierung der Märkte und die wachsende Zurückdrängung des öffentlichen Sektors;
- die Bildung regionaler Wirtschaftsblöcke z.B. EU oder NAFTA (North American Free Trade Agreement);
- abnehmende Transportkosten;
- das Ende des Systemwettbewerbs zwischen Ost und West;
- die Verbilligung der Kommunikation und rasante Zunahme der kommerziellen Nutzung des Internets

(vgl. Peters et al. 2006. S.22).

„Es besteht aber eine relative Eindeutigkeit darin, dass die Haupttriebkräfte der Globalisierung im Bereich der „Technologie-Globalisierung“ und der „Finanz-Globalisierung“ liegen, welche sich gegenseitig verstärken und die Richtung des Globalisierungsprozesses vorgeben [Wolmuth 2003]“ (Peters et al. 2006, S. 22).

1.2 Beziehung zwischen Globalisierung und Standort

Als Kern der Globalisierung und damit direkt mit dem Standort von Unternehmen verbunden, ist die internationale Arbeitsteilung, die durch immer intensiver werdenden globalen Wettbewerb weiter ausgebaut wird. (vgl. Peters et. Al. 2006, S.22 f).

„Die Zunahme der Mobilität unter Beachtung von Faktoren wie Technik und Kapital bewirk eine Verbilligung und Vereinfachung, so dass es heute Unternehmen leichter fällt, ihre Standorte zu wechseln und den Standort zu wählen, der die günstigsten Standortfaktoren bereithält“ (Peters et al. 2006, S,27).

Der folgende Text orientiert sich an Peters et al. (2006):

Mit zunehmender Ausdehnung des weltweiten Handels auf verschiedene Standorte rund um den Globus, werden diese Standortfaktoren immer Bedeutender.

2. Standorte

2.1 Standortwahl

Zur Frage nach dem optimalen Standort gibt es eine Vielzahl an Theorien. Die traditionelle Standorttheorie versucht einerseits zu erklären welche wirtschaftlichen Motive Unternehmen dazu bewegt einen bestimmten Standort zu wählen, andererseits welchen Einfluss der Standort selbst anschließend auf Kosten, Erträge, Gewinn oder Innovationsfähigkeit eines Unternehmens hat (vgl. Peters et al. 2006, S.36 zit. nach Maier/Tödtling, 1995, S.21).

Nach Corsten (2000) „stellen Standorte im Allgemeinen langfristige Rahmenbedingungen dar, unter denen das ökonomische Prinzip einer Gewinnmaximierung verfolgt wird“ (Peters et al. 2006, S. 37).

Somit ist der Standort neben weiteren konstitutiven Entscheidungen wie z.B. der Rechtsform für Unternehmen eine der wichtigsten die es zu treffen gilt. Bei der Entscheidungswahl stehen Unternehmen vor grundsätzlich drei Schwerpunkten die es zu bedenken gibt:

1. Grad der internationalen Ausrichtung des Unternehmens: d.h. welches Ausmaß an internationalen Tätigkeiten strebt ein Unternehmen an bzw. macht der Unternehmenszweck erforderlich
2. Zentralisierung oder Dezentralisierung der Unternehmenstätigkeit: d.h. wie lassen sich die Tätigkeiten eines Unternehmens am wirtschaftlichsten organisieren,
3. Standortanalyse als Bestimmung des konkreten Standortes: d.h. die ausführliche Prüfung aller am Standort herrschenden Rahmenbedingungen und die voraussichtlichen Auswirkung auf die Ziele des Unternehmens (vgl. Peters et al. 2006, S.38 zit. nach Thommen/Achleitner 2001, S.90).

Diese für die Standortwahl wichtigen Kriterien werden als Standortfaktoren bezeichnet (vgl. Peters et al. 2006, S.39).

2.2 Standortfaktoren

Der Begriff Standortfaktor wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts von Alfred Weber geprägt. Der „Standortfaktor ist eine seiner Art nach scharf abgegrenzter Vorteil, der für eine wirtschaftliche Tätigkeit dann eintritt, wenn sie sich an einem bestimmten Ort oder auch generell an Plätzen bestimmter Art vollzieht“ (Weber, 1909, S.16 in: Goette, 1994, S.53). Die Betrachtung von Weber ist hier eher der „klassischen“ Ansicht von Standortfaktoren zuzuordnen, nachdem sich der Vorteil eines Standortes rein als Kostenvorteil gegenüber eines anderen Standortes ausdrückt. Unter Berücksichtigung der heutigen viel komplexeren und vielfältigeren Einflussfaktoren in einer globalisierten Welt, liefert Zäpfel (2000) einen zeitgemäßeren Ansatz (vgl. Peters et al. 2006, S.39). Demnach sind Standortfaktoren „alle Standorteigenschaften, die bei einigen oder allen potenziellen Standorten unterschiedlich ausgeprägt sind und deren Ausprägungen sich auf die der Standortentscheidung zugrunde gelegten Zielgrößen auswirken“ (Zäpfel, 2000, S 146 in: Peters et al. 2006, S.39).

Der nachfolgende Text orientiert sich an Peters et al. (2006):

Die Anfang des 20. Jahrhunderts vorherrschende Definition der Standortfaktoren, die geprägt war durch die Industrie und manueller körperlicher Arbeit wird zunehmend erweitert bzw. verändert. Durch die Entwicklung des technologischen Fortschrittes und der damit zunehmenden Automatisierung von ehemaliger „manueller, körperlicher Arbeit“, sowie durch den Ausbau von Telekommunikation verschieben sich diese Anforderungen an die Standortfaktoren. „Die Struktur der Arbeit ändert sich hin zu mehr intellektueller Arbeit“ (Peters et al. 2006, S.16). Deshalb ist die alleinige Berücksichtigung von industriellen Vorteilen an diversen Standorten langfristig nicht mehr zielführend.

Aufgrund dieser strukturellen Veränderung der Arbeit selbst, von körperlich zu intellektueller Arbeit, nimmt Wissen eine immer größere Rolle innerhalb der Standortfaktoren ein. „Diese Verschiebung beinhaltet einen Bedeutungsverlust traditioneller Faktoren wie Arbeit, Kapital und Boden und die gleichzeitige Bedeutungszunahme des Produktionsfaktors Wissen als intellektuelles bzw. immaterielles Kapital“ (Peters et al. 2006, S.27).

Einen guten Einblick in den Wandel der Standortfaktoren gewährt uns der Vergleich zweier Lexika aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Zum einen haben wir Corsten’s Lexikon der Betriebswirtschaftslehre aus dem Jahre 2000, Corsten beschreibt den Standort folgendermaßen: „Standorte definieren formal zunächst die räumlichen Koordinaten von Betrieben [...] sie sind Ergebnis von konstitutiven Dispositionen, die zu Beginn vorgenommen werden müssen. Aus diesem Grund stellen Standorte im allgemeinen langfristige Rahmenbedingungen dar […]“ (Corsten, 2000, S. 886). „Die Determinanten der Standortwahl werden als →Standortfaktoren bezeichnet. Je nach Verbindung zum →Beschaffungs- oder →Absatzmarkt lassen sich die Standortfaktoren nach den Beschaffungs- und Absatzfaktoren klassifizieren“ (Corsten, 2000, S.887).

Die Tabelle 2.1 gibt einen Überblick über die Standortfaktoren unterteilt in Beschaffungs- und Absatzfaktoren.

Tab.. 2.1 Standortfaktoren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zum anderen haben wir Schneck’s Lexikon der Betriebswirtschaftslehre aus dem Jahre 2011. Er beschreibt den Standort wie folgt: „Geographischer Ort, an dem ein → Betrieb seine → Produktionsfaktoren (nach Gutenberg) einsetzt, um Leistungen bzw. Güter zu erstellen. Bei der Wahl eines Standortes für einen Betrieb oder eine Fabrik (Werk) handelt es sich um eine grundlegende konstitutive Entscheidung, die bei Gründung, Verlagerung oder räumlicher Ausdehnung zu treffen ist. Zur Wahl des optimalen Standortes können so genannte Standortfaktoren herangezogen werden […]“ (Schneck, 2011, S.926). Schneck unterteilt die Standortfaktoren nach Bea et al. 2009 in beschaffungsorientierte-, fertigungsorientierte-, absatzorientierte- und staatlich festgelegte Standortfaktoren, wie die nachfolgende Abbildung 2.1 zeigt.

Abb. 2.1 Standortfaktoren

(Darstellung nach Schneck, 2011, S. 927 nach Bea et al. 2009, S.353)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie man sieht hat sich die Beschreibung des Standortes an sich, im Laufe der Zeit wenig verändert. Anders sieht es da schon bei den Standortfaktoren aus. Zum einen sind sie heute weiter gefasst, zum anderen bezieht Corsten in seiner Definition von Standortfaktoren den Faktor „Wissen“ noch überhaupt nicht mit ein, bei Schneck ist er zumindest Ansatzweise bei den beschaffungsorientierten Standortfaktoren vertreten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Wirkt sich die internationale Ausdehnung der Geschäftstätigkeiten auf den Standort von Unternehmen aus? Wie beeinflusst die Globalisierung die Standortfaktoren?
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,9
Autor
Jahr
2014
Seiten
22
Katalognummer
V317404
ISBN (eBook)
9783668163454
ISBN (Buch)
9783668163461
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Globalisierung, Standortfaktoren, Standortwahl
Arbeit zitieren
Kevin Schwarzinger (Autor), 2014, Wirkt sich die internationale Ausdehnung der Geschäftstätigkeiten auf den Standort von Unternehmen aus? Wie beeinflusst die Globalisierung die Standortfaktoren?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317404

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