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Die Herrschaft Julbach. Aufstieg und Niedergang

Titel: Die Herrschaft Julbach. Aufstieg und Niedergang

Fachbuch , 2016 , 72 Seiten

Autor:in: Monika Gampenrieder (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit der folgenden Arbeit möchte ich den Aufstieg des Geschlechts der Herren von Julbach, den späteren Grafen von Schaunberg, aber auch den Niedergang der Herrschaft Julbach näher beleuchten. Leider stehen zu den Anfängen der Burg und ihrer Besitzer und somit zur Geschichte des Ortes und der Herrschaft Julbach nicht allzu viele wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung. Die Beiträge zur Genealogie der Julbacher sind meist nur Zusammenfassungen der damals verbreiteten Annahmen, die kaum kritischen Analysen standhalten.

Reicher vorhanden sind neuere Arbeiten von österreichischen Historikern über das Geschlecht der Schaunberger, die Nachfahren der Julbacher, und ihre Grafschaft. Zu nennen sind hier in erster Linie Siegfried Haider, Othmar Hageneder und Michael Hintermayer-Wellenberg.

Auf Grund seines Regestenwerks ist und bleibt das Standardwerk zur Geschichte der Schaunberger das von Jodokus Stülz 1862 erstellte Werk. Auch Julius Strnadt schrieb über die Dynastie. Auf seiner Ansicht fußt anscheinend die Behauptung, dass Benedikta von Julbach von Benedikta und Gebhard von Ollersbach abstamme und der Besitz der Julbacher das Erbteil der Benedikta aus dem Besitz der Formbacher sei. Darüber hinaus behauptete er, dass Benedikta den Julbachern den Formbacher Grafentitel eingebracht habe. Für diese Behauptungen hoffe ich, den Gegenbeweis zu erbringen.

In der folgenden Arbeit möchte ich mich auch mit einigen genealogischen Zusammenhängen und historischen Irrtümern über die Julbacher und frühen Schaunberger befassen, soweit sie für die Entwicklung der Herrschaft Julbach von Bedeutung sind, denn beim intensiven Studium der Quellen, insbesondere der Traditionsurkunden, die in den Bänden der Monumenta Boica abgedruckt sind, fällt eine Diskrepanz zwischen diesen und den Arbeiten anderer Historiker über die Ursprünge des Geschlechts der Julbacher auf. Ein besonderes Augenmerk muss auf die Herkunftsbezeichnung gelegt werden, da es hierbei zu Verwechslungen gekommen ist. Besonders das, was bei Wernhard und Benedikta von Julbach als gesichertes Wissen galt und von Genealogen wie Tyroller in ihren Stammtafeln, aber auch von Ilse Louis in ihrem Historischen Atlas übernommen worden war, muss kritisch überprüft werden. Daraus ergibt sich dann auch die Frage, wie die Grafenwürde in die Familie kam. Auch eine andere dieser „Tatsachen“ hält sich bis heute hartnäckig am Leben: Die Sage von jenem Raffold, der der Stammvater der Julbacher gewesen sein soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Schriftlichkeit und Mündlichkeit

Die Julbacher gewinnen an Bedeutung

Raffold, der Stammvater des Geschlechts?

Erstes Auftreten der Julbacher

Bernhard von Aschah oder Wernhard von Julbach?

Schaumburg und Stauf

Wernhard und Benedikta

Heinrich und Gebhard

Der Aufstieg der Schaunberger

Wernhard von Julbach-Schaunberg und seine Nachkommen

Das Ende der Andechser und der Babenberger

Ein Stamm - zwei Hauptäste

Der Erwerb des Grafentitels

Graf Leutold, kaiserlicher Kanzlist und Elekt von Freising

Entwicklung bis zum Verkauf von Julbach

Dienstleute der Julbacher

Schaunberger auf Julbach

In der Hand der Wittelsbacher

Die Herrschaft Julbach wird niederbayerisch

Ein Testament und seine Folgen

Der Niederbayerische Erbfolgekrieg und die Zerstörung der Burg

Kriegsende und Niedergang Julbachs

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit beleuchtet den historischen Aufstieg der Herren von Julbach, die später als Grafen von Schaunberg bekannt wurden, sowie den anschließenden Niedergang der Herrschaft Julbach im Kontext machtpolitischer Veränderungen im Mittelalter. Ziel ist es, genealogische Zusammenhänge kritisch zu prüfen, historische Irrtümer zu korrigieren und die Entwicklung von den Anfängen der Burganlage bis zur Zerstörung im Niederbayerischen Erbfolgekrieg aufzuzeigen.

  • Genealogische Analyse des Geschlechts der Julbacher und Schaunberger.
  • Kritische Untersuchung der Herkunft und Abstammung sowie der Legendenbildung (z.B. Raffold).
  • Untersuchung der herrschaftlichen Entwicklung und Besitzverhältnisse am Inn.
  • Darstellung der Rolle und Auswirkungen des Niederbayerischen Erbfolgekrieges auf Julbach.

Auszug aus dem Buch

Erstes Auftreten der Julbacher

Zu der, meiner Meinung nach, frühesten Nennung von Wernhard von Julbach und damit des Ortes Julbach, gehört eine Urkunde aus Göttweig. Ita von Burghausen, eine Nachfahrin der Formbacher und Schwester Kaiser Lothars, wurde 1104 Witwe, nachdem ihr Mann Graf Sieghard in Regensburg während eines Aufstandes von Ministerialen und Bürgern gefangen genommen und enthauptet worden war. Durch die Hand ihres Sohnes Heinrich gab sie zum treuen Gedenken ein Gut an das Stift Göttweig. An erster Stelle in der Zeugenreihe stehen Meginhard und Gumbold von Ering. Darauf folgen Wernhard von Julbach und Alwin von Stein. Itas Sohn Heinrich wurde noch nicht Graf genannt.

Itas nächstgeborener Sohn Sieghard war offensichtlich noch zu jung, um als Zeuge fungieren zu können. Bereits im Jahre 1127 verstarb Graf Heinrich von Burghausen. Demzufolge musste Ita die Schenkung nach der Ermordung ihres Ehemannes innerhalb eines Zeitraumes von 1104 bis deutlich vor 1127 vollzogen haben. Vorstellbar ist, dass sie, erschüttert von dem Schicksalsschlag, die Schenkung schon kurz nach der Ermordung ihres Mannes noch vor der Mündigkeit Heinrichs machte, da er nicht Graf genannt wurde und ihr Sohn Sieghard noch nicht testieren durfte. Mit solchen Schenkungen erwirkte man regelmäßige Gebete der Mönche zum Seelenheil des Verstorbenen, in der Hoffnung, dass die Zeit im Fegfeuer verkürzt werde und sich Gott seiner erinnere. Ich setze den Vorgang um 1105 an. Somit halte ich die Nennung Wernhards von Julbach auf dieser Tradition als den ältesten Nachweis für seine Existenz.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Autor stellt die historische Ausgangslage Julbachs anhand der Darstellung von Michael Wening dar und formuliert das Ziel, den Aufstieg des Geschlechts der Herren von Julbach und den Niedergang der Herrschaft zu erforschen.

Schriftlichkeit und Mündlichkeit: Es wird erörtert, warum die Quellenlage für das Mittelalter so schwierig ist, da schriftliche Aufzeichnungen selten waren und mündliche Überlieferungen sowie symbolische Handlungen dominierten.

Die Julbacher gewinnen an Bedeutung: Dieser Abschnitt analysiert die frühen Generationen der Julbacher, klärt die umstrittene Abstammung von Raffold und beleuchtet die Rolle von Wernhard und Benedikta.

Der Aufstieg der Schaunberger: Die weitere Entwicklung zur bedeutenden Grafenfamilie wird beschrieben, ebenso wie ihre geschickte Politik in Zeiten politischer Umbrüche im Reich.

In der Hand der Wittelsbacher: Das letzte Kapitel behandelt den Besitzerwechsel von Julbach an die Wittelsbacher, die Zerstörung der Burg während des Erbfolgekrieges und das schließliche Aussterben der Schaunberger.

Schlüsselwörter

Julbach, Schaunberger, Genealogie, Mittelalter, Herrschaft, Burg, Ranshofen, Wittelsbacher, Niederbayerischer Erbfolgekrieg, Ministerialen, Urkunden, Adel, Besitzgeschichte, Wernhard von Julbach, Benedikta von Julbach.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Genealogie des Adelsgeschlechts der Herren von Julbach, die später als Grafen von Schaunberg auftraten, sowie die Geschichte ihrer namensgebenden Herrschaft Julbach.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die Aufarbeitung der Familiengeschichte, die kritische Quellenanalyse zur Klärung historischer Irrtümer und die Darstellung des territorialen Auf- und Abstiegs der Familie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist die wissenschaftliche Beleuchtung des Aufstiegs der Julbacher und der Schaunberger sowie die detaillierte Analyse der Faktoren, die zum Niedergang der Herrschaft Julbach führten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einem intensiven Quellenstudium, insbesondere der Auswertung von Traditionsurkunden, Regesten und zeitgenössischen Aufzeichnungen, um genealogische Verbindungen und historische Fakten zu verifizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der frühen Julbacher, den Aufstieg der Schaunberger in Österreich und Bayern sowie die politische Geschichte bis zur Zerstörung der Burg im Niederbayerischen Erbfolgekrieg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Julbach, Schaunberger, Genealogie, Adel, Herrschaftsbildung, Urkunden und der Niederbayerische Erbfolgekrieg.

Ist der in der Literatur oft genannte Raffold tatsächlich der Stammvater der Julbacher?

Der Autor schließt Raffold als Stammvater der Julbacher aus, da die Quellenbelege darauf hindeuten, dass es sich um eine Verwechslung mit anderen Ministerialenfamilien handelt.

Warum spielt der Niederbayerische Erbfolgekrieg eine so große Rolle für Julbach?

Der Krieg führte direkt zur Zerstörung der Burg Julbach, die danach als militärisches und machtpolitisches Zentrum ihre Bedeutung verlor und schließlich in der Bedeutungslosigkeit eines kleinen Dorfes versank.

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Details

Titel
Die Herrschaft Julbach. Aufstieg und Niedergang
Autor
Monika Gampenrieder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
72
Katalognummer
V317405
ISBN (eBook)
9783668179752
ISBN (Buch)
9783668179769
Sprache
Deutsch
Schlagworte
herrschaft julbach aufstieg niedergang
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Monika Gampenrieder (Autor:in), 2016, Die Herrschaft Julbach. Aufstieg und Niedergang, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317405
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Leseprobe aus  72  Seiten
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