In dieser Hausarbeit wird es darum gehen, die Theorie der Gerechtigkeit nach John Rawls in ihrem wesentlichen Gehalt darzustellen und aufzuzeigen inwiefern sie eine Gegentheorie zum Utilitarismus darstellt, der durch Anhänger vertreten wird, die auf den praktischen Nutzen bedacht sind und den Wert einer Handlung oder auch deren Unterlassen danach bemessen, welchen Nutzen sie dadurch für das Wohlergehen aller Menschen in einer Gemeinschaft erreichen können.
Dem eigentlichen Kern meiner Hausarbeit, den meine Ausführungen zur Theorie der Gerechtigkeit und zur Kritik von John Rawls am Utilitarismus bilden, möchte ich eine kurze Biographie voranstellen. Abschließend möchte auf die Bedeutung der Theorie der Gerechtigkeit für die Soziale Arbeit eingehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Biographie von John Rawls
3 Die Theorie der Gerechtigkeit in ihrem wesentlichen Gehalt
4 John Rawls‘ Kritik am Utilitarismus
5 Die Theorie der Gerechtigkeit und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, John Rawls' Theorie der Gerechtigkeit in ihrem Kern zu erläutern und sie als Gegentheorie zum klassischen Utilitarismus zu positionieren, um daraus Implikationen für das Verständnis und die ethische Ausrichtung der Sozialen Arbeit abzuleiten.
- Biographische Hintergründe zu John Rawls
- Darstellung des Urzustandes und der Gerechtigkeitsgrundsätze
- Kritische Analyse des Utilitarismus aus der Perspektive von Rawls
- Die Vereinbarkeit von Gerechtigkeitstheorien mit den Werten der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
Die Theorie der Gerechtigkeit in ihrem wesentlichen Gehalt
Für John Rawls ist Gerechtigkeit, wie schon für Platon und Aristoteles, die erste Tugend sozialer Institutionen (vgl. Rawls, John: 2012, 19). Gerechtigkeit ist für ihn eine Beschaffenheit der Gesellschaft. Sie zeigt sich in der Ausgestaltung von Gesetzen, Institutionen und der Verfassung. Es geht um die Art und Weise, wie die Verteilung von arbeitsteilig hergestellten gesellschaftlichen Gütern und die Zuweisung von Grundrechten und -pflichten geregelt sein sollen. Nach welchen Grundsätzen diese Verteilung rechtmäßig erfolgt, ist die Frage, die sich Rawls stellt und zwar innerhalb einer geschlossenen Gesellschaft, die keine Verbindung zu anderen Gesellschaften hat. Es ist demnach nicht Rawls Ziel, durch seinen Gerechtigkeitsbegriff zu definieren, wie ein glücklicheres Leben möglich wird.
Was braucht es, damit Menschen, die sich in einer arbeitsteilig organisierten Gesellschaft zusammenschließen und somit zum wechselseitigen Vorteil aller Mitglieder in der Gesellschaft eine Kooperation eingehen, faire Verhandlungen und Entscheidungen über die Grundsätze der Gerechtigkeit treffen können? Wobei diese Grundsätze so ausgestaltet sein müssen, dass sich alle darauf einlassen können – so die Überlegung John Rawls. Er geht davon aus, dass sich Menschen in einer Gesellschaft nur auf Grundsätze der Gerechtigkeit einigen können, wenn sie sich als freie und gleiche Menschen in einem theoretischen Urzustand befinden, der gerechte und faire Entscheidungen über die Grundsätze der Gerechtigkeit ermöglicht, auf die sich alle Gesellschaftsmitglieder gleichermaßen einlassen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die theoretische Auseinandersetzung mit John Rawls' Gerechtigkeitsbegriff im Vergleich zum Utilitarismus und skizziert die Relevanz für die Soziale Arbeit.
2 Biographie von John Rawls: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg des amerikanischen Philosophen nach, von seiner Ausbildung über seine prägenden Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg bis hin zur akademischen Karriere und der Publikation seines Hauptwerks.
3 Die Theorie der Gerechtigkeit in ihrem wesentlichen Gehalt: Hier wird der theoretische Kern von Rawls dargelegt, insbesondere das Gedankenexperiment des Urzustandes und die Prinzipien, auf die sich freie und gleiche Menschen zur Gestaltung einer gerechten Gesellschaft einigen würden.
4 John Rawls‘ Kritik am Utilitarismus: Das Kapitel arbeitet heraus, warum Rawls den Utilitarismus für seine Theorie als unzureichend betrachtet und welche Aspekte der Gerechtigkeit – insbesondere der Schutz individueller Freiheiten – dabei im Vordergrund stehen.
5 Die Theorie der Gerechtigkeit und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit: Das Fazit stellt die Verbindung zwischen Rawls' Gerechtigkeitstheorie und dem Selbstverständnis der Sozialen Arbeit her, wobei die Notwendigkeit altruistischen Handelns und die Abgrenzung zum rein utilitaristischen Nutzenkalkül betont werden.
Schlüsselwörter
John Rawls, Gerechtigkeitstheorie, Utilitarismus, Urzustand, Gerechtigkeitsgrundsätze, Soziale Arbeit, Gesellschaftskonzeption, Verteilungsprinzipien, soziale Gerechtigkeit, Individuum, Differenzprinzip, Ethik, Grundfreiheiten, Gemeinwohl, Altruismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls und nutzt diese, um eine kritische Abgrenzung zum klassischen Utilitarismus vorzunehmen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?
Im Zentrum stehen das Konzept des Urzustandes, die Gerechtigkeitsgrundsätze von Rawls, die utilitaristische Ethik sowie die ethische Fundierung der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die philosophischen Grundlagen von Rawls aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit diese Theorie als moralischer Kompass für die Soziale Arbeit dienen kann.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse von Primär- und Sekundärquellen zur politischen Philosophie und Ethik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die biographische Einführung, die Darlegung des Modells der Gerechtigkeit als Fairness und die spezifische Gegenüberstellung zum utilitaristischen Nutzenkalkül.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gerechtigkeit als Fairness, Urzustand, Utilitarismus, Soziale Arbeit und gesellschaftliche Kooperation.
Warum lehnt der Autor in Bezug auf die Soziale Arbeit utilitaristische Ansätze ab?
Der Autor argumentiert, dass der Utilitarismus das Individuum zugunsten der Nutzensumme opfern kann, während die Soziale Arbeit den Schutz der schwächsten Mitglieder in den Vordergrund stellt.
Was versteht man in der Theorie von Rawls unter dem Urzustand?
Der Urzustand ist eine theoretische Ausgangslage, in der Menschen hinter einem "Schleier des Nichtwissens" über gesellschaftliche Grundsätze entscheiden, ohne ihre eigene spätere Position in der Gesellschaft zu kennen.
- Quote paper
- Stephan Walk (Author), 2015, John Rawls und die Theorie der Gerechtigkeit. Kritik am Utilitarismus und Bedeutung für die Soziale Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317578