Von der Körperreinigung zum Badegenuss. Zur Bedeutung des Bades im frühen Hellenismus


Seminararbeit, 2014
36 Seiten, Note: Sehr gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Baden, Waschen und Duschen in literarischer Überlieferung bei Homer und die Darstellung auf griechischen Vasen

3. Sanitäre Einrichtungen
3.1. Städtische Wasserversorgung- und Abwasserentsorgung
3.1.1. Wassermanagement im Bad
3.2. Badewanne (πύελος)
3.3. Waschbecken (λουτήρ)

4. Die Nutzung technischer Innovationen in öffentlichen Bädern.
Das Beispiel Olympia
4.1. Wasserverfügbarkeit am Kladeos
4.2. Fußbodenheizung (ύπόκαυστον) und
Warmwasseraufbereitungsanlagen (testudo alvei)
4.3. Schwitzbad (πυρίατήριον)

5. Badeanlagen im privaten Bereich von der Spätklassik bis in hochhellenistische Zeit
5.1. Baderaum im Standardhaus
5.2. Hypokaustierter Badetrakt im Peristylhaus
5.3. Entspannungsbad mit πυρίατήριον

6. Luxus: Definition, Ausprägung und Ambivalenz trotz Wertewandel

7. Zusammenfassung

8. BIBLIOGRAFIE

9. ABKÜRZUNGEN

10. ABBILDUNGSNACHWEIS

1. Einleitung

Mit dem Begriff Bad verbindet man einerseits ein einfaches, hygienisch reinigendes Waschen, das der Gesundheitserhaltung und Körperpflege dient, und andererseits besitzt ein ausgiebiges Entspannungsbad einen hohen Erholungs- und Freizeitwert. Je nach Kontext können auch religiöse Aspekte, therapeutische Ansätze oder sportliche Ambitionen beim Umgang mit Wasser eine Rolle spielen.[1] Dieses weite Spektrum an Bedürfnissen und Vorstellungen, das sich mit dem Baden verbindet, hat in einigen Kulturen dazu geführt, dass sich Badezentren, sei es in Gestalt von Schwimm-, Freizeit- oder Thermalbädern, zu weitläufigen Begegnungs-zentren entwickelten.[2]

Ab dem frühen Hellenismus[3] geht allem Anschein nach ein Kulturwandel von der Körper-reinigung zum Badegenuss vonstatten. Mit seinem Niederschlag in der Architektur wird der auch im archäologischen Befund fassbar.[4]

Inwiefern es sich dabei um Luxus handelte und was daran neu war, ist Gegenstand dieser Untersuchung. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen, ob die hellenistische Architektur, speziell was das Baden betrifft, einem Transferprozess unterworfen ist und wie es zu der Herausbildung einer genuin griechischen Bäderkultur kam, die dann in abgewandelter Form von den Römern übernommen und weiterentwickelt wurde.[5] Zu diesem Zweck sollen im Rahmen einer vergleichenden Betrachtung signifikante Wohnhäuser rund um das Mittelmeer einander gegenübergestellt und dadurch aufgezeigt werden, in welcher Weise sich privater Badekomfort aus dem öffentlichen Bereich ableiten lässt und architektonisch zu einem Standard in der Griechischen Welt entwickelt hat.[6]

2. Baden, Waschen und Duschen in literarischer Überlieferung bei Homer und die Darstellung auf griechischen Vasen

Zur Abgrenzung von Entspannungsbädern dient das Reinigungsbad mit anschließender Salbung der notwendigen Körperpflege. Ein eigener Raum war dafür bis weit ins 19. Jh. nicht nötig.

Man wusch sich nicht nur im Haus, sondern wie eine Amphora des Priamos-Malers (Abb. 1) anschaulich vermittelt, auch im Freien. In der Bildmitte befindet sich eine Badeplattform, die von nackten, badenden Mädchen flankiert wird. An den Ufern eines Gewässers rechts und links sind zwei Felsvorsprünge angegeben, von denen sich das Wasser auf die darunter stehenden Personen ergießt. Bäume rund um die Wasserstelle dienen als Kleiderablage und an ihren Zweigen hängen Aryballoi (Ölbehälter). Die benötigten Hilfsmittel, saubere und regelmäßig gewechselte Kleidung, einfaches oder parfümiertes Olivenöl und reinigendes Wasser sind Ausdruck griechischer Kultur, die die Hellenen von ungepflegten Barbaren abgrenzen soll.[7]

Die duschende Frau und ihre subtil erotische Darstellung auf Vasen, ein beliebtes Motiv im späten 6. Jh. v. Chr., impliziert einen gewissen Voyeurismus, der bei einer solchen Szenerie mit schwingt. Eine attisch rotfigurige Amphora[8] um 520 v. Chr. (Abb. 2) zeigt vier nackte Mädchen, die eine ausgiebige Dusche nehmen, da sie bereits bis zur Wade im Wasser stehen. Dass es sich dabei um gebaute Architektur handelt, wird durch drei Säulen mit dorischen Kapitellen und darüber liegendem Architrav angegeben, an denen eine primitive Kleiderablage in Form einer Querstange und Eber- und Löwenprotome als Wasserspeier angebracht sind. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass der Künstler mit dem öffentlichen Frauenbad eher sexuelle Imaginationen zum Ausdruck bringen wollte, da so etwas den griechischen Gepflogenheiten moralisch widersprochen hätte.

Im Gegensatz dazu bekundet die Szene auf einem attisch rotfigurigen Stamnos um 430 v. Chr. (Abb. 3) eine gängige Form der häuslichen Waschung, die noch im Hellenismus praktiziert wurde.[9] Zu diesem Zweck stellte man einen λουτήρ[10] in Hüfthöhe auf. Um das Waschbecken mit Ständer tummeln sich drei unbekleidete Frauen, die dem Betrachter abgesehen der Tätigkeit einige Utensilien vorführen. Die junge Frau in der Mitte, die den Betrachter frontal ansieht, d. h. in Kontakt mit ihm tritt, gibt sich ekstatisch der Körperpflege hin. In der rechten Hand hält sie, ein wahrscheinlich mit duftenden Essenzen gefülltes Alabstron, während ihre Linke mit einer Bürste Haarpflege betreibt. Die Frau rechts hat ihre Hände in das Becken getaucht, die Frau links im Bild kümmert sich um ihre Kleidung. Vor ihr stehen ihre eleganten Stiefel. Ihr zusammengerollte Gewand trägt sie auf dem Arm.[11]

Haarwäsche mit nachfolgender Salbung wurde oft und gerne gepflegt. Einige Vasenbilder zeigen hockende Frauen, oft in der Gegenwart von Aphrodite oder ihrer Wirkmächte, die sich die Haare mit einer Hydria übergießen lassen.[12] Aphrodite stellt das Urbild von Weiblichkeit, Liebe und Schönheit dar, mit dem man sich gerne identifizieren wollte. Vergleicht man das Frauenbad auf der Eichellekythos aus dem Umkreis des Meidias-Malers (Abb. 4) mit der Aphrodite des Doidalsas (Abb. 5), fällt sofort die gleiche hockende Körperhaltung auf, die dem Alltagsleben entnommen ist.

Mit Wasser und Salböl sind zwei wesentliche Komponenten der griechischen Körperpflege angegeben. Generell unterscheiden sich Waschszenen von Frauen nicht sonderlich von denen männlicher Athleten. Jedoch reinigen sich diese nach dem Sport, indem sie zuerst mit der Strigilis Öl, Staub und Schmutz von ihrem Körper schaben, und sich dann anschließend waschen.[13]

Bereits bei Homer finden hauseigene Badewannen, Άσάμινθοı[14], Erwähnung. In der Odyssee badet, wäscht und salbt Polykaste, die jüngste Tochter des Kastor, den Telemachos. Daraufhin „stieg er aus der Wanne, Unsterblichen ähnlich im Aussehen.“[15]

Im selben Werk, kurz vor der entscheidenden Auseinandersetzung mit den Freiern, ist eine gängige Sitte eingeschoben, die als Geste der Gastfreundschaft angeboten wurde. Bevor das Essen aufgetragen wird, wäscht Eurykleia, die alte Amme des Odysseus, die Füße ihres einstigen Zöglings und erkennt an einer Narbe ihren heimgekehrten Herren.[16] Aus homerischer Zeit sind keine bildlichen Darstellungen überliefert. Die ersten Beispiele in der Vasenmalerei führen in das späte 6. Jh. v. Chr., und aus der Zeit um 450 v. Chr. hat sich auch die eurykleische Fußwaschszene auf einem attischen Skyphos des Penelope-Malers (Abb. 6) erhalten.[17] Ein Fußbad mit wohltemperiertem Wasser hat einen ganz praktischen Nutzen. Es dient der Entspannung, fördert die Durchblutung und reinigt die Füße.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass das Bad bereits in der Frühzeit der Hellenen nicht nur zur Reinigung und Erfrischung diente, liefern Odysseus und Diomedes am Ende des zehnten Gesangs der Ilias. Nachdem die beiden sich im Meer den Schweiß vom Körper wuschen, „stiegen sie ein zum Bad in gutgeglättete Wannen. Als sie beide gebadet und sich gesalbt mit dem Öl, setzten sie sich zum Mahl und schöpften aus vollem Krater honigsüßen Wein und spendeten ihn für Athene.“[18]

Die Vernachlässigung der Körperpflege galt als Zeichen der Trauer, denn der aus dem Kampf zurückgekehrte Achill weigert sich vor der Bestattung seines Freundes Patroklos ein reinigendes Bad zu nehmen.[19] Also wurde nicht nur in Palästen, sondern auch im Feldlager gebadet, was eindrücklich zeigt, dass die Griechen viel Wert auf ihr λουτρόν legten.[20]

3. Sanitäre Einrichtungen

Waschutensilien und Geräte, die von der kretischen Oberschicht genutzt wurden, bestätigen eine bereits früh ausgeprägte, mykenischen Badekultur. Zu den eindrucksvollsten Belegen des 13. Jh. v. Chr. gehört das zum Teil erhaltene Badegemach im „Nestor Palast“ auf Pylos (Abb. 7). Das βαλανεĩον besteht aus einem Raum mit einer integrierten Badewanne, die das Eintauchen des Körpers oder Teilbäder zuließ.21[21]

Aus dem 7. Jh. v. Chr. ist eine kleine, zyprische Terrakottagruppe erhalten, die Aufschluss über den Badevorgang gibt.[22] Dabei gingen Bedienstete zur Hand, die das Wasser herbeitrugen und über den Badenden gossen (Abb. 8). Bei den frühen Formen gab es noch keine Zuleitung, sodass das Wasser von einer Zisterne oder Brunnen mit Eimern und Kannen herbeigeschafft, in Kesseln erhitzt und nach dem Bad ausgeschöpft oder ausgegossen werden musste. Tragbare Wannen hatten zum leichteren Herbeischaffen Griffe an den Seiten. Zum Entleeren kippte man die Bütte, damit das Wasser ablaufen konnte, oder schöpfte das Brauchwasser ab.[23]

Meist sind in solchen Räumen auch kleine Waschbecken zu finden, die in der Ausführung und Aufstellungsart sehr unterschiedlich sein konnten.

Während sich in der Vasenmalerei viele Beispiele für die Reinigung am λουτήρ finden lassen,[24] stieß das Motiv des Badens in der Wanne auf geringe Nachfrage.[25] Gründe dafür, könnten in der Ikonografie und dem Verwendungszweck der bemalten Vase liegen.[26]

3.1. Städtische Wasserversorgung- und Abwasserentsorgung

Das Grundelement eines Bades ist Wasser. Deswegen war der Zugang zu verschiedenen Formen der Wasserversorgung ein bedeutender Faktor, der bereits bei topografischen Überlegungen der Ortswahl zu berücksichtigen galt.[27] Die permanente Wasserknappheit einiger Regionen hat, abgesehen von lokalen Gebräuchen, dazu beigetragen, dass sich Einrichtungen für das hellenistische „bain de délassement“ i. d. R. auf den öffentlichen Bereich beschränkten und nur spärlich im privaten Wohnbau zu finden sind.[28]

Brunnen hatten die Aufgabe Grundwasser zu erschließen, während die Zisterne Regenwasser sammelte. Da bei dichter Besiedelung die innerorts vorhandenen Möglichkeiten den Wasserbedarf nicht deckten, behalf man sich extern. Ineinandergefügte Ton- oder Bleirohre, die aus hygienischen Gründen vorwiegend unterirdisch verlegt wurden (Abb. 9), führten den städtischen Brunnenhäusern Frischwasser zu und ermöglichten von dort aus eine geregelte Wasserverteilung.[29]

Die Abwässer wurden durch teils offene, teils mit Steinplatten abgedeckte Kanäle in Flüsse oder Sickergruben abgeleitet.[30]

3.1.1. Wassermanagement im Bad

Die gängigste Form Bäder mit Wasser zu versorgen, erfolgte manuell über nah gelegene Schöpfstellen, die von Wasserleitungssystemen gespeist wurden. In den meisten Fällen geschah die Abwasserentsorgung ebenso von Hand durch Ausschöpfen oder mit Handpumpe, kommunizierenden Gefäßen, etc., da viele gefundene Becken und Wannen über keinen Ausguss verfügten.[31]

Eine komfortablere Variante war durch den Einbau von Wasserabflüssen gegeben. Über leicht geschrägte Böden mit opus signinum[32] Beschichtung (Abb. 10) konnte das Wasser durch eine Öffnung in der Türschwelle nach draußen abrinnen und versickern.[33] Dieser wasserdichte Estrich bestand aus einem Sandgemisch, Mörtel, Ziegelmehl sowie Kies und Keramikfragmenten. Nach dem Verputzen trug man eine Kalkschicht auf, die mit Leinöl und Teer vermengt war, und bearbeitete die Oberfläche so lange, bis sie glatt wurde.

3.2. Badewanne (πύελος)

Mit dem Thema griechische Badewannen hat sich René GINOUVÈS[34] vor fünfzig Jahren intensiv auseinander gesetzt. Obwohl sich keine zeitliche Abfolge in der Nutzung einzelner Wannenformen ablesen lässt, gelang es Marga WEBER und Michaela HOFFMANN eine Klassifizierung herauszuarbeiten, die, trotz regionaler Vielfalt, mit drei Haupttypen das gesamte Spektrum abdecken (Tab. 1).[35]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Klassifizierung der Wannenformen nach HOFFMANN 1999, 74 f.

Generell richtete sich die äußere Form danach, ob die Wanne für eine Festinstallation (Abb. 11) oder freistehend (Abb. 12) vorgesehen war. Bei letzterer findet man abgerundete Ecken und eine feiner gearbeitete Oberfläche.[36]

Von Bütten aus Metall abgesehen, fertigte man πύελοι[37] (Typ I-III) aus gebranntem Ton oder sie wurden aus kleinen Steinen gemauert, wasserfest verputzt und mit Stuck überzogen.[38]

Zur Körperreinigung in archaischer Zeit war der traditionelle, trogförmige Waschzuber (Typ I), der sich formspezifisch von einfachen Waschschüsseln ableiten lässt, im gesamten Mittelmeerraum weit verbreitet. Er verfügt über einen ebenen Boden, dessen Wandung entweder gleichmäßig nach allen Seiten, oder im Rückenbereich einseitig, schräg nach oben ansteigt. Aufgrund der gelängten Rundform (ca. 1,5 x 0,5 x 0,5 Meter), die ihre Renaissance in der ovalen Standardwanne des 21. Jhs. n. Chr. erlebt, war ein Untertauchen mit leicht angewinkelten Beinen im warmen Wasser gewährleistet (Abb. 13).[39]

Obwohl von der archaischen bis zur hellenistischen Zeit Wannen immer kürzer, niedriger und differenzierter in der Innenaufteilung gestaltet wurden, kamen ab dem 3. Jh. v. Chr., zusätzlich zum Übergießbad, große Badewannen für heiße Vollbäder auf.[40]

[...]


[1] F. DE BONNEVILLE, The book of bath (London 1998) 12 f.; Bäder standen nicht im Zentrum religiöser Riten und Kulte. Etwaige Einrichtungen befanden sich i. d. R. außerhalb des temenos in sekundären Bereichen. Siehe dazu TRÜMPER 2013, 33-72; besonders 62 f.

[2] Im Zuge der Pax Romana veränderte sich die Badekultur, die nun dem Besucher ein einfaches Zirkulieren innerhalb der Anlage ermöglichte. Zur Entwicklung des Körperkultes bis hin zu einem sozialen Distinktions-mittel siehe J. DELAINE, Roman Baths and Bathing, in: JRA Suppl. series 37 (1999) 13 f.

[3] Aufgrund stilistischer Kriterien an Plastiken hat Gerhard Krahmer in den 1920er Jahren eine Untergliederung in Früh- (330-230), Hoch- (230-150) und Späthellenismus (150-30 v. Chr.) festgelegt, die, nach knapp einem Jahrhundert, noch immer ihre Berechtigung hat. Vgl. T. HÖLSCHER, Klassische Archäologie. Grundwissen 2(Darmstadt 2006) 37.

[4] Noch in der Polis des 5. Jhs. v. Chr. hatte das Wohnhaus nicht unbedingt die Funktion Luxus vorzuführen. Das änderte sich mit dem Übergang zum 4. Jh. v. Chr. Vgl. E. WALTER-KARYDI 1994, 12-31; Die Neuerungen im Wohnbau betreffen die vermehrte Vorliebe für Peristylhöfe, musivische Ausgestaltung der Haupträume, Wanddekorationen sowie das Aufstellen von Marmorskulpturen. Siehe dazu auch HOEPFNER-SCHWANDNER 1994, 270.

[5] Griechische Badeanlagen nehmen in bautechnischer wie auch in badetechnischer Hinsicht vieles vom römischen Bäderwesen vorweg und setzen bereits im Frühhellenismus neue Maßstäbe. Vgl. FAGAN 2001, 417-419.

[6] R. BERNHARDT, Luxuskritik und Aufwandsbeschränkungen in der griechischen Welt. Historia Einzelschriften 168 (Stuttgart 2003) 121-136. Anzunehmen ist, dass wichtige Elemente luxuriöser Bäderarchitektur von Griechenland aus nach Italien kamen. Manches wurde von Phöniziern, Persern, etc. adaptiert, und anderes fand keine Aufnahme.

[7] Vgl. S. LASER, Medizin und Körperpflege. ArchHom 5 (1983) 147.

[8] Vgl. A. STÄHLI, Women Bathing. Displaying Female Attractiveness on Greek Vases, in: Lucore - Trümper 2013, 17 f.

[9] Vgl. WEBER 1996, 15-17.

[10] Nach der Gerätschaft, dem Waschbecken mit Ständer, wurde die Bezeichnung λουτρόν für das griechische Bad abgeleitet. Vgl. W. SCHIERING, Die griechischen Tongefässe. Gestalt, Bestimmung und Formenwandel 2(Berlin 1983) 150 f.

[11] Zur Interpretation der Szene, die abgesehen von der hygienischen Komponente auch einen Zusammenhang mit Heiratsfähigkeit und Hochzeit zulässt, siehe S. PFISTERER-HAAS, Mädchen und Frauen am Wasser. Brunnenhaus und Louterion als Orte der Frauengemeinschaft und der möglichen Begegnung mit einem Mann. JdI 117 (2003) 1-79.

[12] Auf dem Fragment der Petersburger Pelike, Leningrad, Inv. Nr. St 1795 ist eine stehende Frau abgebildet, die einer hockenden Wasser aus einem Krug über den Kopf schüttet. Siehe dazu HOFFMANN 1999, Abb. 1b.

[13] Die Schale des Onesimos um ca. 490/80 v. Chr. im Louvre, Paris, Inv. Nr. G291 illustriert sehr anschaulich, wie man sich Körperpflege bei den Athleten vorzustellen hat. STÄHLI a. O. Fig. 4.

[14] Etymologisch verweist - ινθος auf eine vorgriechische Herkunft des Wortes und plädiert dafür, die Badewanne als Transfergut zu werten. Vgl. WEBER 1996, 17; Reiche Haushalte besaßen wohl Metallbadewannen. Siehe dazu GINOUVÈS 1962, 46. Konkret erfährt man in Hom. Od. 4,128, dass Polybos – der in Theben lebte – dem Menelaos unter anderem zwei silberne Badewannen geschenkt habe, als dieser im Zuge eines Unwetters an die ägyptische Küste getrieben wurde.

[15] Hom. Od. 3,464-468 (Übers. R. HAMPE); HOMER, Odysee. Reclams Universal-Bibliothek 280.4; Die Fußwaschung war auch noch in der flavischen Kaiserzeit üblich. Vgl. Lk 7,44.

[16] Hom. Od. 19,392 f.

[17] B. BÄBLER, Fremde Frauen in Athen. Thrakische Ammen und athenische Kinder, in: U. Riemer (Hrsg.) Xenophobie – Philoxenie. Vom Umgang mit Fremden in der Antike (Stuttgart 2005) 65.

[18] Hom. Il. 10,575 f. (Übers. R. HAMPE); HOMER, Ilias. Reclams Universal-Bibliothek 249.5.

[19] Hom. Il. 23,40f.

[20] G. WÖHRLE, Körperpflege und körperliche Sauberkeit als Merkmale sozialer Differenziertheit in den homer-ischen Epen. Gymnasium. Zeitschrift für Kultur und Antike und humanistischer Bildung 103 (1996) 151-165.

[21] C. W. BLEGEN (Hrsg.), The palace of Nestor at Pylos in Western Messenia. Excavations conducted by the University of Cincinnati 1939. 1. The buldings and their contents (Princeton 1966) 187-193, Abb. 139. 140.

[22] Vgl. GINOUVÈS 1962, 35.

[23] DERS. 1962, 29-49; Allgemeines zum Thema Waschen siehe HOFFMANN 1999, 8.

[24] A. STÄHLI, Women Bathing. Displaying Female Attractiveness on Greek Vases, in: Lucore - Trümper 2013, 11-21 behandelt solche Szenen auf Vasen.

[25] Ein Beispiel für eine derartige Darstellung findet man auf der Innenseite der Schale G291 im Pariser Louvre, die einen nackten Epheben vor einer Wanne stehend zeigt. Dieser blickt dem Betrachter frontal entgegen und vermittelt mit seiner Gestik, dass er gerade im Begriff ist in das Becken zu springen. GINOUVÈS 1962, 72, Taf. 13,39.

[26] Das warme Wannenbad stand im 5. Jh. v. Chr. in der Kritik. Die attische Komödie, u. a. Aristophanes in „die Wolken“ (nub. 1043 f.), thematisierte es als „verderbliche Sache, die den Mann zur Memme mache“. Vgl. K. J. DOVER, Aristophanes. Clouds (Oxford 1968); Dazu im Detail: R. BERNHARDT, Luxuskritik und Aufwands-beschränkungen in der griechischen Welt. Historia Einzelschriften 168 (Stuttgart 2003) 57. 217.

[27] HOFFMANN 1999, 83 f.

[28] TRÜMPER 2010, 546; Obwohl man eigene Baderäume in den 280 bis 1.500 m2 großen Peristylhäusern in Pergamon vermuten möchte, fehlen diese gänzlich. Vgl. WULF 1999,174 f.; In Ermangelung nahe gelegener Wasserstellen, nutzte man natürliches Gefälle um Wasser von Bergquellen abzuleiten. Ähnliches zeigt sich in Priene mit bisher nur einem nachgewiesenen Badezimmer und der Konstruktion eines Druckausgleichbeckens, das ein Schluss-Gefälle von zehn Prozent (!) ausgleichen musste. Zu Priene siehe HOEPFNER-SCHWANDNER 1994, 218; DNP (online) http://referenceworks.brillonline.com/entries/der-neue-pauly/wasserversorgung-e12209 240. Stand 17.04.2014 s. v. Wasserversorgung C (C. HÖCKER).

[29] Zur Wasserverteilung siehe O. WIKANDER (Hrsg.), Handbook of ancient water technology. Technology and change in history 2 (Leiden 2000); Technische Vorraussetzungen und Wassersysteme im Detail: D. P. CROUCH, Water management in ancient Greek cities (New York 1993) 219-230;

[30] Vgl. H. FAHLBUSCH, Elemente griechischer und römischer Wasserversorgungsanlagen, in: G. Garbrecht et alii, Die Wasserversorgung antiker Städte. Pergamon, Recht, Verwaltung, Brunnen, Nymphäen, Bauelemente. Geschichte der Wasserversorgung 2 (Mainz 1987) 133-163, besonders 144.

[31] Vgl. HOFFMANN 1999, 15-18, 157-163.

[32] Plin. Hist. Nat. 36, 185; Vitr. de Arch. 7, 4 ; Vgl. V. VASSAL, Les Pavements d’opus signinum. Technique, décor, fonction architecturale. BARIntSer 1472 (Oxford 2006) 13-16.

[33] GINOUVÈS 1962, 151-182, besonders 163 f., 174 f.; WASSENHOVEN 2012, 68. 73.

[34] DERS. 1962, 29-49.

[35] Zu den unterschiedlichen Badewannenformen siehe: WEBER 1996, 17 f.; HOFFMANN 1999, 73-76.

[36] Vgl. HOFFMANN 1999, 74.

[37] πύελοι ist die nachepische Bezeichnung für Wannen, Becken oder Tröge, die zum Waschen verwendet wurden. Vgl. GEMOLL. Griechisch-deutsches Schul- und Handwörterbuch 10(2006) 703.

[38] Dazu im Detail GINOUVÈS 1962, 51-99.

[39] Vgl. DERS. 1962, 29-34, Taf. 3-5; WEBER 1996, 18. Beispiel für Typ I, einer Terrakottawanne, aus dem südöstlichen Baderaum des minoischen Palastes in Knossos: J. A. EVANS, The Palace of Minos. A comparative account of the successive stages of the early Cretan civilization as illustred by the discoveries at Knossos 1. The Neolithic and Early and Middle Minoan Ages (London 1921) 579-580.

[40] Terrakottawannen des Typs I ausschließlich dem „bain de propreté“ zu zuordnen, greift etwas zu weit, da in solchen Einrichtungen ebenso „Bäder zur Steigerung des Wohlbefindens“, durch ein ausgiebiges Verweilen im warmen Wasser, stattfinden konnten. Eine striktere Unterteilung als GINOUVÈS 1962, 225-229 zwischen Installationen, die nur dem Reinigungsbad dienten und solchen die zur Entspannung entwickelt wurden, macht BROISE 1994, 17-32.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Von der Körperreinigung zum Badegenuss. Zur Bedeutung des Bades im frühen Hellenismus
Hochschule
Universität Wien
Veranstaltung
Leben in hellenistischen Poleis
Note
Sehr gut
Autor
Jahr
2014
Seiten
36
Katalognummer
V317586
ISBN (eBook)
9783668168480
ISBN (Buch)
9783668168497
Dateigröße
1851 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
körperreinigung, badegenuss, bedeutung, bades, hellenismus
Arbeit zitieren
BA, MA, Ing. Alexander Schobert (Autor), 2014, Von der Körperreinigung zum Badegenuss. Zur Bedeutung des Bades im frühen Hellenismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317586

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Von der Körperreinigung zum Badegenuss. Zur Bedeutung des Bades im frühen Hellenismus


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden