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Der Frieden von Brest-Litowsk

Title: Der Frieden von Brest-Litowsk

Term Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: 2

Autor:in: Erik Springstein (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Summary Excerpt Details

Durch den verheerenden Ersten Weltkrieg erfuhr Russland, das vertraglich Serbien gegen den
Aggressor Österreich-Ungarn zu unterstützen hatte, Not und Elend und immense Verluste an
Menschen. Alle wichtigen Ressourcen – Wirtschaft, Industrie, Militär – waren einem längeren
Krieg gegen Deutschland bzw. die Mittelmächte nicht gewachsen. Zar Nikola us II. hielt es
nicht anders als die restlichen europäischen Machthaber. Er verfolgte starr den Kriegskurs.
Eine kontinuierliche parlamentarische Exekutive gab es nicht; personalpolitische
Entscheidungen des Zaren, die mitunter auf den Einfluss des Hochstaplers Rasputin auf die
Zarenfamilie zurückzuführen sind, führten dazu:
„[…], dass Russland in den drei Jahren ab Juli1914 […] vier Ministerpräsidenten,
sechs Innen-, vier Landwirtschafts-, vier Kriegs- (!) und drei Außenminister hatte, die
obendrein alles andere als besonders befähigt waren.“1
Auch sich häufende militärische Niederlagen und bald praktisch nicht mehr vorhandene
Siegchancen überzeugten keineswegs das Zarenregime, die Lage zu überdenken. Nach der
russischen bürgerlichen Revolution im Februar 1917, der Abdankung des Zaren und der
sozialistischen Oktoberrevolution im gleichen Jahr schien der Frieden für Russland zum
Greifen nahe. Jedoch sollte der Friedensschluss nicht ganz so einfach vonstatten gehen wie
Jahre zuvor die Kriegserklärungen. Der Friedensvertrag von Brest-Litowsk, zwischen
Russland und den Mittelmächten Deutschland, Österreich-Ungarn, Bulgarien und der Türkei
am 3. März 1918 unterzeichnet, brachte aus russischer Sicht alles andere als den erhofften
„Frieden ohne Annexionen und Kontributionen“, der als eines der ersten Dekrete nach der
Oktoberrevolution von der neuen Regierung beschlossen und den Krieg führenden Mächten
angeboten wurde.2 Der Friedensschluss ging vielmehr als „Raubfrieden“ in die Geschichte
Russlands ein.
Diese Hausarbeit wird versuchen, die innenpolitischen Ereignisse des Revolutionsjahres
1917 und den Kriegsverlauf an der russischen Front im Ersten Weltkrieg in Zusammenhang
mit den Verhandlungen von Brest-Litowsk zu bringen. Mit welchen Voraussetzunge n ging
die Delegation um Trotzki in die Friedensverhandlungen? Weshalb stimmte Russland
letztendlich dem nachteiligen Abkommen zu? [...]
1 Torke, Hans-Joachim, Einführung in die Geschichte Russlands, München 1997, S. 187.
2 Pospelow, Peter N., und 8 andere Autoren, W. I. Lenin, Biographie, 5., durchgesehene Auflage, Berlin 1971, S.
504.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Ereignisse in Russland im Jahr 1917

1.1 Die Februarrevolution

1.2 Umsturzversuche von links und rechts: Juli-Putsch und Kornilow-Putsch

1.3 Die Oktoberrevolution

2. Der Kriegsverlauf an der russischen Front im Ersten Weltkrieg

2.1 Russlands Kriegsausrichtung und der Einmarsch in Ostpreußen

2.2 Die Verluste steigen – Die Kriegsjahre 1915 bis 1917

3. Die Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk

3.1 Die Ereignisse in Brest-Litowsk

3.2 Die Ereignisse in Petrograd

3.3 Die Bestimmungen des Friedensvertrages von Brest-Litowsk

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen den innenpolitischen Umwälzungen im Russland des Jahres 1917, der militärischen Lage an der Ostfront und den daraus resultierenden Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk, um zu klären, warum Sowjetrussland trotz der Härte der Bedingungen dem Abkommen zustimmte.

  • Die Februar- und Oktoberrevolution als Katalysatoren des politischen Wandels.
  • Die militärische Situation an der russischen Front und die Erschöpfung der Armee.
  • Die diplomatische Strategie der Bolschewiki und Lenins „Ruhepause“-Argumentation.
  • Der Konflikt zwischen „revolutionärem Krieg“ und der Notwendigkeit des Friedensschlusses.
  • Die territorialen und wirtschaftlichen Folgen des Friedens von Brest-Litowsk.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Ereignisse in Brest-Litowsk

Dass gerade Brest-Litowsk als Verhandlungsort von den Mittelmächten gewählt worden ist – und nicht etwa das für geheime Verhandlungen von Vertretern der deutschen Regierung und der Bolschewiki im Vorfeld der Oktoberrevolution bevorzugte, neutrale Stockholm –, hatte hauptsächlich zwei Gründe: die Abschwächung der zu erwartenden Revolutionspropaganda der bolschewistischen Delegation und die Vermeidung einer Einmischung der Westmächte. Brest-Litowsk war ebenfalls das Hauptquartier des Generalstabes der Mittelmächte an der Ostfront, das Offizierskasino wurde zum Sitzungszimmer umfunktioniert.

An den Friedensverhandlungen, die nach einem russischen Gesuch öffentlich vor sich gingen, nahmen vier Delegationen teil: Deutschland entsandte die Diplomaten von Kühlmann, von Bülow und von Rosenberg; hinzu kamen der Chef des Generalsstabs von Oberost, Generalmajor Hoffmann, und der Befehlshaber der Streitkräfte Oberost, Generalfeldmarschall Prinz Leopold von Bayern. Für Österreich-Ungarn sprach der Außenminister Graf Czernin, und die russische Abordnung wurde von Trotzki angeführt. Ebenfalls am Verhandlungstisch saßen die ukrainischen Vertreter Holubowitsch und Ssewrjuk, die die antibolschewistische Kiewer Rada repräsentierten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die prekäre Lage Russlands im Ersten Weltkrieg unter dem Zaren sowie die Motivation der Bolschewiki, den Krieg für die Konsolidierung der Revolution zu beenden.

1. Die Ereignisse in Russland im Jahr 1917: Dieses Kapitel zeichnet den Weg von der Februarrevolution über den Juli- und Kornilow-Putsch bis zur Machtübernahme der Bolschewiki in der Oktoberrevolution nach.

2. Der Kriegsverlauf an der russischen Front im Ersten Weltkrieg: Hier wird die militärische Situation Russlands von 1914 bis 1917 analysiert, die durch schwere Niederlagen und den Zerfall der Armee gekennzeichnet war.

3. Die Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk: Das Hauptkapitel beschreibt den diplomatischen Prozess in Brest-Litowsk sowie die heftigen internen politischen Debatten in Petrograd über die Annahme der deutschen Friedensbedingungen.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Annahme des Friedensvertrages eine notwendige, wenn auch schmerzhafte Entscheidung Lenins war, um das Überleben der bolschewistischen Herrschaft zu sichern.

Schlüsselwörter

Brest-Litowsk, Erste Weltkrieg, Oktoberrevolution, Bolschewiki, Wladimir I. Lenin, Leo Trotzki, Separatfrieden, Mittelmächte, Friedensvertrag, russische Geschichte, Weltrevolution, Februarrevolution, Sowjet, Friedensverhandlungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Prozess und die Hintergründe des Friedensschlusses von Brest-Litowsk zwischen Sowjetrussland und den Mittelmächten am Ende des Ersten Weltkrieges.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die russischen Revolutionsereignisse 1917, die militärische Erschöpfung der russischen Armee und die diplomatischen Verhandlungen unter schwierigen Vorzeichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, mit welchen Voraussetzungen die bolschewistische Delegation in die Verhandlungen ging und welche innen- und außenpolitischen Faktoren letztlich zur Unterzeichnung des als „Raubfrieden“ bezeichneten Vertrags führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Der Autor nutzt eine chronologisch-analytische Methode, um die Ereignisse aufzuarbeiten und die diplomatischen Spielräume der neuen russischen Regierung zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der revolutionären Umbrüche, die militärische Konstellation an der Front sowie die detaillierte Analyse der Verhandlungen in Brest-Litowsk und die innerparteiliche Debatte in Petrograd.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Brest-Litowsk, Bolschewiki, Revolution, Erster Weltkrieg und Separatfrieden inhaltlich einordnen.

Warum war der Ort Brest-Litowsk für die Mittelmächte strategisch wichtig?

Brest-Litowsk diente als Hauptquartier des Generalstabes der Mittelmächte, was den deutschen Militärs eine bessere Kontrolle über den Ablauf der Verhandlungen ermöglichte und den Einfluss der Westmächte ausschloss.

Welche Rolle spielte das Argument der „Ruhepause“ für Lenin?

Lenin nutzte dieses Argument, um in der eigenen Partei die Annahme des harten Friedens zu rechtfertigen; er sah den Frieden als zwingend notwendig an, um die junge sowjetische Herrschaft gegen in- und ausländische Feinde zu festigen.

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Details

Title
Der Frieden von Brest-Litowsk
College
Martin Luther University  (Institut für Geschichte)
Course
Deutsch-russische Beziehungen 1917-1941
Grade
2
Author
Erik Springstein (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V31761
ISBN (eBook)
9783638326681
Language
German
Tags
Frieden Brest-Litowsk Deutsch-russische Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Erik Springstein (Author), 2004, Der Frieden von Brest-Litowsk, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31761
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