Im Rahmen dieser Ausarbeitung wird ergänzend zum Referat in der Online-Sitzung vom 20.10.2014 das Thema der Hindernisse für öffentliche Verwaltungen auf dem Weg von einer funktionalen zu einer prozessorientierten Organisation aufgegriffen.
Die Ausarbeitung gliedert sich im Folgenden in Hindernisse, die im Vorhinein sowie während und nach der Umstellung zu einer Prozessorganisation relevant sein können. Sie schließt ab mit einer Zusammenfassung.
Aufgrund der vorgegebenen Länge dieser Arbeit können nicht die Problemdomänen aller Bereiche der öffentlichen Verwaltung in Deutschland behandelt werden.
Daher orientieren sich die Ausführungen in einigen Passagen exemplarisch an der Kommunalverwaltung in Nordrhein-Westfalen. Der Bereich der kommunalen Verwaltung stellt deutschlandweit mit insgesamt ungefähr 13.000 Kommunalverwaltungen einen großen Teil der öffentlichen Verwaltung dar und ist insoweit von besonderer Bedeutung. Einige Ausführungen können aber auch auf andere Bereiche der öffentlichen Verwaltung übertragen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hindernisse vor der Durchführung der Umstellung zu einer prozessorientierten Organisation
2.1 Auswahl der zu untersuchenden Prozesse
2.1.1 Vergleich zwischen Kommunalverwaltungen und privaten Unternehmen
2.1.2 Prozessauswahl und -priorisierung
2.2 (Fremd-)Bestimmung der Kommunalverwaltung durch die kommunale Politik
3 Hindernisse während und nach der Durchführung der Umstellung zu einer prozessorientierten Organisation
3.1 Beispiele für personalbezogene Hindernisse
3.1.1 Angst vor Macht- und Positionsverlust
3.1.2 Geringe Flexibilität in der Personalplanung
3.1.3 Weitere mögliche personalbezogene Hindernisse
3.2 Beispiele für rechtlich bedingte Hindernisse
3.3 Beispiele für finanziell bedingte Hindernisse
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Hürden, die öffentliche Verwaltungen bei der Transformation von einer funktionalen hin zu einer prozessorientierten Organisationsstruktur bewältigen müssen, wobei der Fokus insbesondere auf den Besonderheiten kommunaler Verwaltungen liegt.
- Herausforderungen bei der Prozessidentifikation und Priorisierung in der öffentlichen Verwaltung
- Einfluss von kommunalpolitischen Rahmenbedingungen auf Organisationsänderungen
- Personalbezogene Hindernisse wie Ängste vor Kontrollverlust und mangelnde Flexibilität
- Rechtliche und haushaltsrechtliche Restriktionen als limitierende Faktoren
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Vergleich zwischen Kommunalverwaltungen und privaten Unternehmen
Hier ergibt sich eine erste Besonderheit der Kommunalverwaltung im Vergleich mit der Privatwirtschaft. Private Unternehmen sind im Kernbereich auf ein oder wenige Produkt(e) spezialisiert, wie z. B. die Produktion eines Kraftfahrzeuges. Als unterstützende Bereiche sind etwa die Buchhaltung oder die Personalverwaltung denkbar. Dementsprechend sind auch die Prozesse in diesem Unternehmen aufgestellt.
Die Kommunalverwaltung hingegen ist in einer Vielzahl von verschiedensten Bereichen, wie etwa Sicherheit und Ordnung, soziale Leistungen, Ver- und Entsorgung sowie Umweltschutz, tätig.2
Insgesamt enthält der Produktkatalog von Kommunalverwaltungen damit über 1000 Einzelleistungen.3 Mit dieser Produktvielzahl geht auch eine Vielzahl an Prozessen einher, sodass der Auswahl und Priorisierung der zu untersuchenden Prozesse in der öffentlichen Verwaltung eine besondere Bedeutung zukommt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Thema der prozessorientierten Verwaltungsorganisation vor und erläutert den Fokus der Ausarbeitung auf kommunale Verwaltungen.
2 Hindernisse vor der Durchführung der Umstellung zu einer prozessorientierten Organisation: Das Kapitel analysiert die Herausforderungen bei der Prozessauswahl und die Abhängigkeit von kommunalpolitischen Entscheidungen im Vorfeld einer Reorganisation.
3 Hindernisse während und nach der Durchführung der Umstellung zu einer prozessorientierten Organisation: Dieser Abschnitt beleuchtet die Widerstände durch Personal, rechtliche Vorgaben sowie finanzielle Beschränkungen während des laufenden Wandels.
4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse über die spezifischen Hindernisse für Kommunalverwaltungen und betont die Bedeutung von politischem Rückhalt sowie Akzeptanz durch die Mitarbeitenden.
Schlüsselwörter
Öffentliche Verwaltung, Kommunalverwaltung, Prozessorientierung, Reorganisation, Prozessmanagement, Prozessauswahl, Prozesspriorisierung, Personalplanung, Rechtsvorschriften, Haushaltsrecht, Organisationswandel, Führungskultur, Effizienz, Verwaltungsorganisation, Prozessmodellierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die Hindernisse und Barrieren, denen sich öffentliche Verwaltungen, speziell Kommunalverwaltungen, auf dem Weg zu einer prozessorientierten Organisation gegenübersehen.
Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?
Die Schwerpunkte liegen auf der Prozessauswahl, den personalbezogenen Widerständen, rechtlichen Rahmenbedingungen sowie den finanziellen Einschränkungen innerhalb der kommunalen Haushaltsführung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum die Umstellung auf Prozessorientierung in der öffentlichen Verwaltung komplexer ist als in der Privatwirtschaft und welche spezifischen Faktoren diesen Prozess erschweren.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Ausarbeitung basiert auf einer Literaturanalyse und einer Zusammenstellung von Erkenntnissen zur Verwaltungsmodernisierung, ergänzt durch Beispiele aus der kommunalen Praxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Hürden vor, während und nach der Umstellung, wobei explizit auf personalrechtliche, finanzielle und politische Faktoren eingegangen wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Prozessorientierung, Kommunalverwaltung, Verwaltungsmodernisierung und Organisationswandel beschreiben.
Welche Rolle spielt die kommunale Politik bei der Reorganisation?
Die kommunale Politik fungiert als Schlüsselakteur, da eine Umstellung ohne deren Rückhalt und Zustimmung zur Notwendigkeit der Veränderung nicht realisierbar ist.
Warum ist die Prozessauswahl für Kommunen so schwierig?
Im Gegensatz zu privaten Unternehmen mit spezialisierten Produkten bietet eine Kommune ein extrem breites Portfolio mit über 1000 Einzelleistungen, was die Priorisierung und Modellierung enorm komplex macht.
- Arbeit zitieren
- Michael Schiffer (Autor:in), 2014, Hindernisse für öffentliche Verwaltungen auf dem Weg von einer funktionalen zu einer prozessorientierten Organisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317650