Interpretation des Sonetts "Procura desmentir los elogios que a su retrato de la poetisa inscribió la verdad, que llama pasión" der Barockdichterin Sor Juana Inés de la Cruz


Hausarbeit, 2013

9 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Interpretation
2.1.1. Sprechsituation
2.1.2. Semantische Ebene
2.1.3. Syntax
2.2. Historischer Kontext

3. Schlussbetrachtung

4. Biographie

5. Bibliographie

1. Einleitung

Die bedeutende mexikanische Barockdichterin Sor Juana Inés de la Cruz beschreibt in ihrem Sonett Procura desmentir los elogios que a su retrato de la poetisa inscribióla verdad, que llama pasión die Vergänglichkeit der Schönheit in Bezug auf ihr Portrait. Außerdem behandelt sie die traditionellen Barockthemen, die von Vanitas über Carpe Diem bis hin zu memento mori reichen.

Im folgenden werde ich auf die verschiedenen Ebenen zur Analyse lyrischer Texte eingehen. Wie ist das Verhältnis zwischen dem Sprecher und dem Angesprochenen im Hinblick auf die Sprechsituation? Ebenso kommt die Frage auf, welche Isotopien Sor Juana Inés de la Cruz sich zu nutzen macht und wie diese die Interpretation des Sonetts beeinflussen. Welche syntaktischen Mittel werden aufgeführt? Ein weiterer Aspekt meiner Analyse wird der historische Kontext sein, dabei muss man die Biographie von Sor Juana beachten. Die wesentlichen Punkte werde ich meiner Schlussbetrachtung zusammenfassen.

2. Hauptteil

2.1. Interpretation

2.1.1. Sprechsituation

Das Sonett weist kein explizites lyrisches Ich auf. Der fiktive Sprecher wendet sich stattdessen an ein lyrisches Du, was durch den Imperativ der zweiten Person Singular procura (Gedichttitel) und die Verbform der zweiten Person ves (V1) belegt wird. Der Sprecher kann namentlich nicht identifiziert werden. Dennoch ist bekannt, dass Sor Juana eine ablehnende Antwort auf den Portraitmaler gibt, welcher sie als wahre Schönheit darstellte. In diesem Sinne entkräftet sie die Schmeicheleien des Malers, was im Gedichtstitel deutlich wird. (Procura desmentir los elogios (Gedichtstitel)) Zusätzlich ist unbekannt ob der Titel des Gedichts von ihr selber verfasst wurde oder ob er von einer ihrer Weggefährten (Marquesa de la Laguna, neuspanische Vizekönigin; Diego Calleja, spanischer Jesuitenpater) stammt.1 Des Weiteren kann man das lyrische Du als Gesellschaft interpretieren, an die sie das Gedicht richtet, da sie die Vergänglichkeit der Schönheit generalisiert. In Bezug auf den Sprecherwechsel ist anzumerken, dass keine dialogische Sprechsituation stattfindet, da die Worte werden durchgehend an das lyrische Du gerichtet.

Der Sprechgegenstand hat keinen bestimmten Schauplatz. Ferner gibt es keine Hinweise auf den Verbleib des lyrischen Du's, dadurch bleibt es nicht lokalisiert. Das Verhältnis zwischen Sprechsituation und Sprechgegenstand beschreibt eine wesentliche nähe, was durch das Demonstrativpronomen este (V1, V5) sichtbar wird.

Der fiktive Sprechzeitpunkt liegt in der Gegenwart. Es gibt keine temporalen Indikatoren, jedoch lassen Verse wie excusar de los años los horrores (V6), y venciendo del tiempo los rigores (V7) und triunfar de la vejez y del olvido (V8) darauf schließen. Außerdem beginnen die Verse 9-14 mit der Präsensform es. Somit steht die Sprechsituation zum Sprechgegenstand in einem Verhältnis der Gleichzeitigkeit. Die verwendete Präsensform des Gedichts ist gnomisch, da sie zeitlos verwendet wird.

In Vers 5 verwendet der Autor die Perfektform ha pretendido, dabei hat der fiktive Sprecher die Absicht über die Vergangenheit zu erzählen und möchte betonen, dass das Geschehene immer noch Bezug zur Gegenwart hat.

Die gesamte Sprechsituation ist abstrakt-allgemein gehalten. Namen, Orte und Handlungen werden nicht explizit genannt. Daraus kann man schließen, dass das lyrische Du die Gesellschaft widerspiegelt, wie oben bereits erwähnt wurde.

2.1.2. Semantische Ebene

Der Sprechgegenstand des Sonetts ist explizit dargelegt. Bereits im klar definiertem Titel wird dem Leser die Thematik des Sprechgegenstands vermittelt, was an a su retrato de la poetisa (Titel) festgestellt wird.

Eine weitere Auffälligkeit, die dem Leser ins Auge sticht, ist, dass der Sprechgegenstand verschiedene Isotopieebenen behandelt. Flor und viento (V10) stellen die Isotopie der Natur. Das Motiv der Vergänglichkeit zeigt sich in der Ebene der Zeit (los años V6; tiempo V7; vejez V8; olvido V8). Zusätzlich werden die Isotopien Kunst und Philosophie (arte V2; silogismo V3; poetisa (Titel), sowie die der Täuschung (engaño V1; falso V3; lisonja V5; vano artificio V9) aufgegriffen.2

Der Maler setzt in seinem Portrait von Sor Juana Inés de la Cruz die wahre Schönheit der Weiblichkeit um. Dabei erhält sie für die Leidenschaft des Bildes großes Lob, auf das sie in ihrem Gedicht eine Antwort gibt. Beginnend spricht sie von der Täuschung der Schönheit auf den Betrachter. (Este que ves engaño colorido (V1))

[...]


1 Teuber, Bernhard: „Selbstportrait der Dichterin als Leichnahm? Malerei, Poesie und Begehren bei Sor Juana Inés de la Cruz“, in Roger Lüdeke und Erika Greber (Hg.): Intermedium Literatur - Beitrage zu einer Medientheorie der Literaturwissenschaft, Göttingen 2004 (Münchener komparatistische Studien), S.212-214

2 Gröne, Maximilian; von Kulessa, Rotraud; Reiser, Frank (Hg.): Spanische Literaturwissenschaft, Tübingen: Narr Francke Attempto Verlag GmbH, 2012. S.81

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Details

Titel
Interpretation des Sonetts "Procura desmentir los elogios que a su retrato de la poetisa inscribió la verdad, que llama pasión" der Barockdichterin Sor Juana Inés de la Cruz
Hochschule
Universität Konstanz
Note
2
Autor
Jahr
2013
Seiten
9
Katalognummer
V317707
ISBN (eBook)
9783668169746
ISBN (Buch)
9783668169753
Dateigröße
1450 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interpretation, sonetts, procura, barockdichterin, juana, inés, cruz
Arbeit zitieren
Yannick Schettler (Autor:in), 2013, Interpretation des Sonetts "Procura desmentir los elogios que a su retrato de la poetisa inscribió la verdad, que llama pasión" der Barockdichterin Sor Juana Inés de la Cruz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317707

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