Die Arbeit behandelt die Forschungskontroverse des "Dilemmas der Gleichzeitigkeit", der gleichzeitigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformation in den osteuropäischen Ländern nach 1989. Einhergehend mit der Erläuterung wegweisender Literatur wird die Frage behandelt, wie stabil die jungen osteuropäischen Demokratien heute sind.
Da die Debatte um das Theorem des "Dilemmas der Gleichzeitigkeit" aufgrund der zunehmenden Konsolidierungserfolge in Osteuropa inzwischen sehr still geworden ist, widmet sich diese Arbeit dem Ziel, die Bedeutung des Dilemmas der Gleichzeitigkeit in der heutigen Zeit zu hinterfragen. Anhand der chronologischen Darstellung bedeutender Forschungsbeiträge werden die verschiedenen Facetten des Dilemmas beleuchtet. Abschließend soll eine Antwort auf eine strittige Frage gefunden werden: Muss das Theorem 25 Jahre nach Beginn der osteuropäischen Transformation als „erledigt“ betrachtet und durch einen neuen Terminus ersetzt werden?
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung.
- 2. Die besondere Transformationsproblematik in Osteuropa.
- 3. Das Dilemma der Gleichzeitigkeit in den 90er Jahren
- 3.1. Die Grundlagen von Elster und Offe
- 3.2. Weitere Sichtweisen auf das Dilemma...
- 4. Das Gleichzeitigkeitsdilemma nach der Jahrtausendwende
- 4.1. Die Kritik von Wiesenthal, Beyer und Merkel
- 4.2. Neue Lebenszeichen nach 20 Jahren
- 5. Schlussfolgerungen ..
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem „Dilemma der Gleichzeitigkeit“, einem zentralen Konzept der Transformationsforschung, das die Herausforderungen und Interdependenzen bei der gleichzeitigen Durchführung politischer, wirtschaftlicher und staatlicher Reformen in postkommunistischen Ländern beleuchtet.
- Die besondere Transformationsproblematik in Osteuropa im Vergleich zu früheren Demokratisierungswellen
- Die Entstehung und Entwicklung des „Dilemmas der Gleichzeitigkeit“
- Die Kritik am „Dilemma der Gleichzeitigkeit“ und die Argumentation für neue Perspektiven
- Die Relevanz des „Dilemmas der Gleichzeitigkeit“ für die heutige Zeit
- Die Frage, ob das „Dilemma der Gleichzeitigkeit“ 25 Jahre nach Beginn der osteuropäischen Transformation noch relevant ist
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung
Die Einleitung stellt das „Dilemma der Gleichzeitigkeit“ vor und beleuchtet dessen Entstehung durch die Arbeiten von Jon Elster und Claus Offe. Sie betont die Bedeutung des Dilemmas für die Analyse von Transformationsprozessen in Osteuropa und die Notwendigkeit einer genaueren Aufarbeitung der wissenschaftlichen Kontroverse.
2. Die besondere Transformationsproblematik in Osteuropa
Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Herausforderungen der Transformation in Osteuropa im Vergleich zu früheren Demokratisierungswellen. Es beleuchtet die Unterschiede in den Ausgangsbedingungen und den Resultaten und identifiziert die drei größten Schwierigkeiten: die wirtschaftliche, die politische und die staatliche Transformation.
3. Das Dilemma der Gleichzeitigkeit in den 90er Jahren
Dieser Abschnitt befasst sich mit den Grundlagen des „Dilemmas der Gleichzeitigkeit“ und der Kritik an der „Transitionsschule“. Er diskutiert die verschiedenen Perspektiven auf das Dilemma und deren Auswirkungen auf die Transformationsprozesse in Osteuropa.
4. Das Gleichzeitigkeitsdilemma nach der Jahrtausendwende
Dieser Abschnitt untersucht die Kritik am „Dilemma der Gleichzeitigkeit“ durch Wissenschaftler wie Wiesenthal, Beyer und Merkel. Er analysiert die neuen Entwicklungen und Erkenntnisse nach 20 Jahren Transformation und beleuchtet die Frage nach der Weiterentwicklung des Dilemmas.
Schlüsselwörter
Transformation, Osteuropa, Demokratisierung, Gleichzeitigkeit, Dilemma, Systemwechsel, Wirtschaftsreform, politische Reform, staatliche Transformation, Transitionsschule, Elster, Offe, Merkel, Beyer, Wiesenthal.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet das „Dilemma der Gleichzeitigkeit“?
Es beschreibt die Herausforderung osteuropäischer Staaten nach 1989, gleichzeitig die politische Demokratisierung, die wirtschaftliche Privatisierung und die staatliche Neugestaltung zu bewältigen.
Wer prägte das Theorem des Gleichzeitigkeitsdilemmas?
Die wesentlichen Grundlagen wurden von den Sozialwissenschaftlern Jon Elster und Claus Offe in den frühen 1990er Jahren formuliert.
Ist das Dilemma heute noch relevant?
Die Arbeit untersucht, ob das Theorem 25 Jahre nach der Wende als „erledigt“ gilt oder ob es angesichts aktueller politischer Entwicklungen in Osteuropa neue Bedeutung gewonnen hat.
Was sind die drei Säulen der Transformation in Osteuropa?
Die Transformation umfasst die wirtschaftliche Ebene (Marktwirtschaft), die politische Ebene (Demokratie) und die staatliche Ebene (nationale Identität und Grenzen).
Welche Kritik gibt es an der klassischen Transitionsschule?
Wissenschaftler wie Merkel oder Wiesenthal kritisieren, dass das Dilemma oft zu pessimistisch war und die tatsächlichen Konsolidierungserfolge vieler Länder unterschätzt hat.
- Quote paper
- Peter Zimmermann (Author), 2015, Die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformationen in den osteuropäischen Ländern nach 1989. Wie stabil sind die Demokratien heute?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317722