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Kann man die Pegida-Bewegung als Reaktion auf Krisen im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse verstehen?

Die populistische Chance?

Titel: Kann man die Pegida-Bewegung als Reaktion auf Krisen im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse verstehen?

Hausarbeit , 2015 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Pascal Kersten (Autor:in)

Politik - Politisches System Deutschlands
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Es wird in dieser Hausarbeit untersucht, inwiefern Probleme durch Modernisierungsprozesse die Grundlage für Pegida bilden. Die zentrale Fragestellung lautet: Warum kann man die Pegida-Bewegung als Reaktion auf politische, kulturelle und sozioökonomische Krisen durch Modernisierungsprozesse verstehen? Die dazugehörige These lautet: Die Pegida-Bewegung ist ein Ventil von gesellschaftlicher Unzufriedenheit, die im Zuge von Krisen durch Modernisierungsprozesse erzeugt wurden ist.

Zu diesem Zweck werden zunächst populistische Wesensmerkmale erläutert und geprüft, ob diese auf die Pegida-Bewegung zutreffen. Zur Analyse, ob die Pegida-Bewegung eine Reaktion auf Krisen im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse ist, wird die modernisierungstheoretische Sichtweise benutzt. Der vierwöchige Untersuchungszeitraum für das Fallbeispiel erstreckt sich vom 09.01.2015 bis zum 09.02.2015, dem Tag der Abspaltung des gemäßigten Teils um Kathrin Oertel. Im Fazit werden die zentralen Ergebnisse noch einmal zusammengefasst. Außerdem wird die Thematik in den Kontext der Diskussionen über Populismus eingeordnet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorieteil

2.1 Historische Hintergründe

2.2 Wesensmerkmale

2.3 Mehrdimensionale Betrachtung: Ideologie, Kommunikation und Organisation

2.4 Erscheinungsformen

2.5 Populismus als demokratisches Korrektiv oder als Bedrohung

3 Die drei Dimensionen von Modernisierungsprozessen

4 Analyseteil

5 Fazit

6 Nachtrag

7 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Modernisierungsprozesse als Ursache und Grundlage für die Pegida-Bewegung fungieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum die Pegida-Bewegung als Reaktion auf politische, kulturelle und sozioökonomische Krisen zu verstehen ist, wobei die Arbeit die These stützt, dass es sich um ein Ventil für gesellschaftliche Unzufriedenheit handelt.

  • Analyse populistischer Wesensmerkmale im Kontext von Pegida.
  • Untersuchung von Modernisierungsprozessen in politischer, kultureller und sozioökonomischer Dimension.
  • Diskussion von Populismus als Bedrohung versus Korrektiv für die Demokratie.
  • Fallstudienbasierte Analyse der Ursachen für die Pegida-Demonstrationen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Historische Hintergründe

Populistische Strategien zum Machterhalt oder zum Erwerb gehen weit in die Geschichte zurück. Dies belegen die Schilderungen des Thukydides´ in „der Peloponnesische Krieg“ als er die Reden Kleons´ und Diodotos´ wiedergibt. Dabei nutzen die beiden Redner populistische Stilelemente wie die Betonung darauf, dass professionelle Rhetoriker an den Anliegen der Bürger vorbei argumentieren. Rhetoriker, so wird behauptet, können sogar gekauft werden, um die Bürger zu manipulieren. Dies stellt bereits eine Zweiteilung zwischen Politikern und Bürgern dar. Diodotos setzt sich eher für eine Expertokratie ein, wobei die Notwendigkeit zur Lüge in Kauf genommen wird. Kleon hingegen befürwortet die Berücksichtigung des Bauchgefühls der Bürger, was auch als common sense, bezeichnet werden kann. Beiden gemeinsam ist, dass sie in ihrem Sinne Einfluss auf die Entscheidung der Bürger nehmen wollen.

Neben diesen historischen Ursprüngen zur Instrumentalisierung populistischer Elemente, gibt es auch eine Reihe von Beispiele für populistische Bewegungen. Viele Bauernbewegungen entwickelten sich zu schlagkräftigen politischen Kräften. So ist die populistische Bauernbewegung der USA in den 1880/ 1890er Jahren ein Beispiel für das Aufbegehren benachteiligter ländlicher Gruppen gegen großindustrielle Machthaber. Ähnliche Spannungen zwischen Peripherie und Zentrum, zwischen Bauern und Industriekapitalismus gab es auch in anderen Ländern. Im Unterschied zu den US-amerikanischen Bauernbewegungen lehnten die russischen Narodniki den Kapitalismus insgesamt ab. Weitere historische Beispiele für populistische Bewegungen offenbaren den Drang nach direkt-demokratischen Verfahren, um das Kleinbürgertum zu stärken.

Anhand der historischen Beispiele lassen sich bereits einige Gemeinsamkeiten ableiten, die Populismus inhaltlich füllen. Dazu zählt unter anderem eine Entfremdung zwischen Eliten und Volk. Daneben sind Reaktionen auf Modernisierungsprozesse, etwa Bauernbewegungen in Folge der zunehmenden Industrialisierung, ebenfalls als Wesensmerkmal von Populismus zu klassifizieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der populistischen Phase in Deutschland ein, stellt die Pegida-Bewegung vor und formuliert die zentrale Fragestellung sowie die zugrunde liegende These der Arbeit.

2 Theorieteil: Hier werden der Populismus-Begriff, dessen Wesensmerkmale, Erscheinungsformen und die Unterscheidung in Korrektiv oder Bedrohung theoretisch fundiert und analysiert.

3 Die drei Dimensionen von Modernisierungsprozessen: Dieses Kapitel beschreibt die politischen, kulturellen und sozioökonomischen Aspekte von Modernisierungsprozessen als Erklärungsmodell für gesellschaftlichen Wandel.

4 Analyseteil: Dieser Teil wendet die zuvor erarbeiteten theoretischen Erkenntnisse auf das Fallbeispiel der Pegida-Bewegung an, um deren Entstehung und Ursachen zu untersuchen.

5 Fazit: Die zentralen Ergebnisse werden zusammengefasst und die These über Pegida als Ventil für gesellschaftliche Unzufriedenheit kritisch reflektiert.

6 Nachtrag: Das Kapitel reflektiert die schnelle Entwicklung der Migrationssituation ab Februar 2015 und die damit einhergehende Radikalisierungstendenzen.

7 Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen, Studien und weiterführenden Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Populismus, Pegida, Modernisierungsprozesse, Demokratie, Rechtspopulismus, Identität, Protestbewegung, politische Kultur, Globalisierung, soziale Unzufriedenheit, politische Partizipation, Korrektiv, Entfremdung, Institutionenkritik, gesellschaftlicher Wandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und Hintergründe der Pegida-Bewegung in Deutschland und setzt diese in den Kontext von Modernisierungsprozessen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit befasst sich schwerpunktmäßig mit Populismus-Theorien, den soziopolitischen Auswirkungen von Modernisierung sowie der Analyse sozialer Bewegungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu verstehen, warum Pegida als Reaktion auf politische, kulturelle und sozioökonomische Krisen verstanden werden kann, unter der Annahme, dass sie ein Ventil für gesellschaftliche Unzufriedenheit darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine deskriptive und analytische Vorgehensweise gewählt, die auf politikwissenschaftlicher Theorie (Modernisierungstheorie, Populismusforschung) und einem Fallbeispiel (Pegida in Dresden) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Populismus und der Modernisierungstheorie sowie in einen Analyseteil, der Pegida anhand dieser Theorien untersucht.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Charakteristika sind Populismus, Modernisierungsverlierer, demokratisches Korrektiv und gesellschaftliche Identitätsfindung.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Populismus als Bedrohung und Korrektiv?

Die Arbeit beleuchtet beide Seiten: Einerseits wird Populismus als Angriff auf demokratische Institutionen (Bedrohung) gesehen, andererseits als notwendiges Signal für verkrustete Eliten (Korrektiv).

Welche Rolle spielen Modernisierungsprozesse für die Pegida-Teilnehmer?

Laut der Arbeit sind Modernisierungsprozesse (wie Globalisierung oder Denationalisierung) Auslöser für Zukunftsängste und Identitätsverlust, die sich im Protest gegen das politische Establishment äußern.

Was ist das zentrale Ergebnis in Bezug auf die Dialogfähigkeit mit Pegida?

Die Arbeit zeigt auf, dass Dialoge zwischen Politikern und Pegida-Anhängern zwar Bedürfnisse befriedigen können, die Bewegung jedoch aufgrund ihrer diffusen Ziele und Radikalisierungstendenzen schwer zu führen ist.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kann man die Pegida-Bewegung als Reaktion auf Krisen im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse verstehen?
Untertitel
Die populistische Chance?
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar: "Theorien des Populismus"
Note
1,3
Autor
Pascal Kersten (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
23
Katalognummer
V317732
ISBN (eBook)
9783668169920
ISBN (Buch)
9783668169937
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Populismus Pegida
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Pascal Kersten (Autor:in), 2015, Kann man die Pegida-Bewegung als Reaktion auf Krisen im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse verstehen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317732
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Leseprobe aus  23  Seiten
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