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Die europäische Bankenunion. Warum und wie?

Geeignetes Instrument zur Stabilisierung des Finanzmarkts?

Titel: Die europäische Bankenunion. Warum und wie?

Seminararbeit , 2015 , 27 Seiten

Autor:in: Max Lesemann (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In Europa, besonders im Euroraum, zeigt sich die Notwendigkeit von supranationalen Maßnahmen, die die nationalen Regelungen harmonisieren und die Währungsunion stärken sollen. Zu diesem Zweck wurde 2012 damit begonnen, verschiedene Maßnahmen zu erarbeiten, die es erlauben die Finanzmarktaufsicht, die Bankenabwicklung sowie deren Finanzierung zu vereinheitlichen und auf europäischer Ebene zu etablieren. Verordnungen zur einheitlichen Aufsicht sowie der einheitlichen Abwicklung und deren Finanzierung wurden bereits erlassen, doch stellen sich die Fragen, ob diese Maßnahmen, zusammengefasst als Europäische Bankenunion, geeignete Instrumente zur Stabilisierung des Finanzmarkts sind und ob diese das Vertrauen in ein funktionierendes Bankensystem wahren können.

In der vorliegenden Arbeit werden zunächst die Umstände der Krise betrachtet, die eine Bankenunion begründen, es wird untersucht, und warum eine Regulierung auf europäischer Ebene erforderlich ist. Darauf folgt eine Beschreibung der möglichen Ausgestaltung und eine Betrachtung der Ziele, die mit der Bankenunion verfolgt werden. Dabei wird sich den Elementen, die die Bankenunion umfassen könnte, im Einzelnen gewidmet. Im nächsten Abschnitt werden die aktuellen Fortschritte auf europäischer Ebene vorgestellt und näher betrachtet. Im Anschluss wird erläutert, welche Elemente der Bankenunion im Hinblick auf Aufsicht und Abwicklung häufig diskutiert werden und weshalb einzelne Ausgestaltungsmöglichkeiten in der Kritik stehen.

Die Entwicklungen der Finanzkrise, die sich im Laufe der Zeit zu einer Schuldenkrise wandelte, löste ein Umdenken bei den für Aufsicht und Kontrolle der Finanzmärkte zuständigen Einrichtungen aus. Zunächst führten die Auswirkungen der Krise zu staatlichen Eingriffen in verschiedenen Bereichen mit der Absicht, die Stabilität der Finanzmärkte wiederherzustellen und das Vertrauen in diese zurückzugewinnen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gründe für eine Regulierung des Finanzsektors

2.1 Strukturprobleme im Bankensektor

2.2 Weitere Motive

3 Eine europäische Bankenunion

3.1 Ziele einer Bankenunion

3.2 Ausgestaltungsmöglichkeiten

3.3 Der aktuelle Fortschritt der Europäischen Bankenunion

3.3.1 Eine gemeinsame europäische Bankenaufsicht

3.3.2 Ein einheitlicher Abwicklungsmechanismus

3.4 Bewertung und Kritikpunkte

3.4.1 Bewertung des einheitlichen Aufsichtsmechanismus

3.4.2 Bewertung der einheitlichen Abwicklung

3.4.3 Bewertung des Geltungsbereichs

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Notwendigkeit und die Ausgestaltung einer europäischen Bankenunion als Reaktion auf die durch die Finanz- und Schuldenkrise offenbarten Mängel in der Stabilität und Kontrolle des europäischen Finanzsektors.

  • Ursachen der Finanzkrise und strukturelle Probleme im Bankensektor
  • Ziele und institutionelle Ausgestaltung einer europäischen Bankenunion
  • Mechanismen der gemeinsamen Bankenaufsicht (SSM) und Abwicklung (SRM)
  • Kritische Würdigung der europäischen Regulierungsansätze und des Geltungsbereichs

Auszug aus dem Buch

2 Gründe für eine Regulierung des Finanzsektors

Besonders der Bankensektor ist aufgrund der Fristen- und Risikotransformation auf das Vertrauen der Anleger und Gläubiger in dessen Stabilität angewiesen. Schwindet das Vertrauen durch die finanzielle Schieflage einzelner Kreditinstitute, entwickelt sich ein Bankenrun, der sich schnell auf andere Institute ausdehnt und somit die gesamte Realwirtschaft gefährdet. Durch das Bereitstellen von Leistungen für Unternehmen und Haushalte, die für das Funktionieren der Realwirtschaft notwendig sind, und durch die Vernetzung der einzelnen Kreditinstitute durch ihre Forderungen und Verbindlichkeiten miteinander, spielen Banken eine zentrale Rolle in unserem Wirtschaftssystem. Die Risiken betreffen also nicht nur das Finanz-, sondern gefährden das gesamte Wirtschaftssystem (Wissenschaftlicher Beirat beim Bundesministerium der Finanzen 2014, S.7).

In Folge des oben genannten Schockzustandes und um das Vertrauen zu erhalten, sahen sich die Regierungen der EU im Herbst 2008 dazu veranlasst, unterschiedlichste Rettungsmaßnahmen zu ergreifen (Wittmann 2011, S.45). Die daraus resultierenden Strukturprobleme werden im Folgenden behandelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert den Übergang von der Finanz- zur Schuldenkrise und führt in die Notwendigkeit supranationaler Maßnahmen zur Stabilisierung des europäischen Bankensystems ein.

2 Gründe für eine Regulierung des Finanzsektors: Das Kapitel analysiert die zentrale Bedeutung des Bankensektors für die Realwirtschaft und beleuchtet, warum das schwindende Vertrauen während der Finanzkrise staatliche Interventionen notwendig machte.

2.1 Strukturprobleme im Bankensektor: Es werden die Auswirkungen der Internationalisierung und der späteren Rückbesinnung auf inländische Geschäfte sowie der fatale Teufelskreis zwischen Banken und Staaten thematisiert.

2.2 Weitere Motive: Dieses Kapitel identifiziert Schwächen in der institutionellen Architektur der Währungsunion, insbesondere das Problem des Moral Hazard durch implizite Garantien bei staatlichen Rettungsaktionen.

3 Eine europäische Bankenunion: Hier wird die Bankenunion als notwendiges Instrument zur Wiederherstellung der Stabilität im Euroraum vorgestellt, welches über nationale Grenzen hinweg wirken soll.

3.1 Ziele einer Bankenunion: Das Kapitel beschreibt das übergeordnete Ziel, den Teufelskreis zwischen Banken und Staatshaushalten zu durchbrechen und das Vertrauen in den Binnenmarkt wiederherzustellen.

3.2 Ausgestaltungsmöglichkeiten: Es werden verschiedene institutionelle Optionen für die Aufsicht, Abwicklung und Einlagensicherung sowie die Frage des geographischen Geltungsbereichs diskutiert.

3.3 Der aktuelle Fortschritt der Europäischen Bankenunion: Dieser Abschnitt beschreibt den „Fahrplan für eine Bankenunion“ und die bereits umgesetzten Maßnahmen zur Harmonisierung.

3.3.1 Eine gemeinsame europäische Bankenaufsicht: Das Kapitel erläutert die Etablierung des Single Supervisory Mechanism (SSM) und die Rolle der EZB bei der direkten Aufsicht über bedeutende Institute.

3.3.2 Ein einheitlicher Abwicklungsmechanismus: Hier wird der Single Resolution Mechanism (SRM) und die Funktion des Abwicklungsgremiums SRB zur Sanierung oder Abwicklung von Instituten dargestellt.

3.4 Bewertung und Kritikpunkte: Dieser Teil fasst die öffentliche und fachliche Diskussion über die Vor- und Nachteile der gewählten Regulierungsstruktur zusammen.

3.4.1 Bewertung des einheitlichen Aufsichtsmechanismus: Es wird die kritische Wahl der EZB als Aufsichtsbehörde und die damit verbundenen möglichen Interessenskonflikte zwischen Geldpolitik und Aufsicht beleuchtet.

3.4.2 Bewertung der einheitlichen Abwicklung: Dieses Unterkapitel thematisiert die Komplexität der Entscheidungsprozesse im SRM und die Angemessenheit des Volumens des Abwicklungsfonds.

3.4.3 Bewertung des Geltungsbereichs: Es werden Bedenken bezüglich einer Zwei-Klassen-Bankenaufsicht und der Fragmentierung des Bankensystems durch die Trennung entlang der Eurozonengrenzen geäußert.

4 Fazit: Das Fazit resümiert die Bedeutung der Bankenunion als wichtigen Schritt für die Finanzstabilität, weist jedoch auf den langfristigen Handlungsbedarf bezüglich der europäischen Primärrechte hin.

Schlüsselwörter

Bankenunion, Finanzkrise, Schuldenkrise, Europäische Zentralbank, EZB, Bankenaufsicht, SSM, Abwicklungsmechanismus, SRM, Finanzstabilität, Bankenrun, Moral Hazard, Eurokrise, Finanzmarktaufsicht, Systemrelevanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Etablierung der Europäischen Bankenunion als Reaktion auf die durch die Finanz- und Schuldenkrise offenbarten systemischen Schwächen des europäischen Bankensektors.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Ursachen der Bankenkrise, die institutionelle Ausgestaltung von Aufsichts- und Abwicklungsmechanismen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit deren Umsetzung und Effektivität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, ob die Maßnahmen der Bankenunion geeignete Instrumente zur Stabilisierung des europäischen Finanzmarkts darstellen und das Vertrauen in das Bankensystem langfristig wahren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, die offizielle Dokumente der EU, Berichte der Deutschen Bundesbank, Analysen von Wirtschaftsräten und wissenschaftliche Fachartikel zur Bewertung der neuen Regulierungsstrukturen einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Gründe für die Regulierung, die Ziele der Bankenunion, die spezifischen Mechanismen des SSM und SRM sowie die kritische Würdigung der institutionellen Architektur und des Geltungsbereichs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Bankenunion, SSM, SRM, Finanzstabilität, Moral Hazard und die Rolle der EZB in der europäischen Aufsicht.

Warum ist die Wahl der EZB als Aufsichtsbehörde so umstritten?

Die Kritik entzündet sich primär an der Sorge vor Interessenskonflikten, da die EZB sowohl für die Geldpolitik als auch für die Bankenaufsicht zuständig ist, was deren Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit in Krisenzeiten gefährden könnte.

Welches Problem besteht bei der geografischen Reichweite der Bankenunion?

Die Arbeit kritisiert, dass die Bankenunion primär den Euroraum erfasst. Dies birgt die Gefahr einer Fragmentierung des Bankensystems, da Staaten außerhalb der Eurozone nur freiwillig beitreten können, was die Anreize für eine umfassende europäische Integration schwächt.

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Details

Titel
Die europäische Bankenunion. Warum und wie?
Untertitel
Geeignetes Instrument zur Stabilisierung des Finanzmarkts?
Hochschule
Technische Universität Berlin
Autor
Max Lesemann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
27
Katalognummer
V317748
ISBN (eBook)
9783668169524
ISBN (Buch)
9783668169531
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bankenunion warum geeignetes instrument stabilisierung finanzmarkts
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Max Lesemann (Autor:in), 2015, Die europäische Bankenunion. Warum und wie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317748
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Leseprobe aus  27  Seiten
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