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Ein Vergleich von Mercosur und Montanunion aus neofunktionalistischer Perspektive - Die Rolle von supranationalen Institutionen im Integrationsprozess

Title: Ein Vergleich von Mercosur und Montanunion aus neofunktionalistischer Perspektive - Die Rolle von supranationalen Institutionen im Integrationsprozess

Intermediate Examination Paper , 2004 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Region: Middle and South America
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Summary Excerpt Details

[...] Gegenstand dieser Arbeit ist somit einerseits ein Theorietest und andererseits der
Vergleich des Mercosur mit der Montanunion. Die zu testende Theorie ist der
Neofunktionalismus. Die abhängige Variable ist der politische spillover (Politisierung der
Wirtschaftsunion). Die von uns ceteris paribus zu untersuchende unabhängige Variable ist
der Grad der Abhängigkeit von supranationalen Institutionen gegenüber den Regierungen der
einzelnen Mitgliedsstaaten (institutionelle Autorität). Alle anderen möglichen
Einflussfaktoren werden (zunächst) als konstant angenommen.
Zur Vorgehensweise: Im ersten Teil der Arbeit stellen wir die neofunktionalistische
Integrationstheorie vor. Im zweiten Teil erarbeiten wir das zu verwendende Analyseraster für
den Vergleich der beiden Untersuchungsgegenstände und für die Messung unserer
unabhängigen Variable „institutionelle Autorität“. Bei der ersten Fallanalyse geht es darum
die Institutionen des Mercosur und der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl
hinsichtlich ihrer Unabhängigkeit miteinander zu vergleichen. Bei der zweiten Fallanalyse
betrachten wir die Rolle der supranationalen Organe bei der Aushandlung der Römischen
Verträge und ziehen den Mercosur als Referenzfall heran, da dort keine supranationalen
Organe vorhanden sind, aber dennoch nach Bestimmungsfaktoren regionaler Integration
gefragt werden soll. Abschließend diskutieren wir die Erklärungskraft des
Neofunktionalismus und fragen nach alternativen Erklärungsangeboten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Die neofunktionalistische Integrationstheorie

3.1 Entstehungszusammenhang und metatheoretische Einordnung

3.2 Akteure

3.3 Explanandum

3.4 Explanans

3.5 Hypothesen

4. Untersuchungsgegenstand und Analyseraster

4.1 Design und Untersuchungsgegenstand

4.2 Analyseraster

5. Fallanalyse I: Ausprägung und Funktion des Institutionengefüges

5.1 Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl

a.) Die Organe der Montanunion

b.) Handlungsfokus

c.) Institutionelle Autorität

5.2 Der Mercado Común del Sur

a.) Die Organe des Mercosur

b.) Handlungsfokus

c.) Institutionelle Autorität

5.3 Zwischenfazit

6. Fallanalyse II: Akteure bei der Erweiterung von Integrationsprojekten

6.1 Die Rolle supranationaler Akteure bei den Römischen Verträgen

6.2 Die Zielsetzungen der Regierungen im Mercosur

6.3 Zwischenfazit

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den Neofunktionalismus als Theorie regionaler Integration, indem sie das Institutionengefüge der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) mit dem Mercosur vergleicht. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, inwiefern supranationale Institutionen und deren institutionelle Autorität als notwendige Voraussetzung für die Vertiefung und Politisierung von Integrationsprojekten fungieren.

  • Analyse und Test der neofunktionalistischen Integrationstheorie.
  • Vergleichende Untersuchung der institutionellen Autorität der EGKS und des Mercosur.
  • Messung des Einflusses supranationaler Organe auf die Erweiterung von Integrationsprojekten.
  • Kritische Diskussion der Rolle von Regierungen gegenüber supranationalen Akteuren.
  • Evaluierung alternativer Erklärungsansätze (Realismus und politische Ökonomie).

Auszug aus dem Buch

3.2 Akteure

Die Akteure im Integrationsprozess befinden sich sowohl ober- wie auch unterhalb der nationalstaatlichen Ebene. Das sind somit einerseits Interessengruppen und politische Parteien, andererseits supranationale Institutionen (Haas 1968: xxxiv). Die Rolle der Regierungen ist „creatively responsive“ (Mattli 1999: 24). Sie sind die eigentlichen Inhaber politischer Macht und können daher die Entscheidungen der anderen Akteure akzeptieren, ihnen ausweichen, sie ignorieren oder auch sabotieren (Haas 1968: xxxiv).

Auch hierin grenzt sich Haas von Mitrany ab, da er „die Einrichtung supranationaler Organisation(en) als entscheidende Voraussetzung weiterer Integrationsschritte“ (Conzelmann 2003: 147f.) erachtet, während nach Mitrany Integrationsprojekte wie die Europäischen Gemeinschaften aufgrund ihres „starre(n) Institutionengerüst(s) [nicht] den wechselnden Erfordernissenn funktionaler Kooperation“ gerecht werden könnten (ebda.).

Zusammenfassung der Kapitel

2. Einleitung: Die Einleitung führt in die Theorie des Neofunktionalismus nach Ernst B. Haas ein, definiert den politischen spillover als abhängige Variable und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen.

3. Die neofunktionalistische Integrationstheorie: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen, von den Akteuren über das Konzept des spillovers bis hin zu den unabhängigen Variablen und Hypothesen des Neofunktionalismus.

4. Untersuchungsgegenstand und Analyseraster: Hier wird das methodische Messinstrument eingeführt, basierend auf dem Principal-Agent-Modell und drei spezifischen Indikatoren zur Bestimmung der institutionellen Autorität.

5. Fallanalyse I: Ausprägung und Funktion des Institutionengefüges: Dieses Kapitel vergleicht die institutionelle Autorität der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl mit der des Mercosur anhand der festgelegten Indikatoren.

6. Fallanalyse II: Akteure bei der Erweiterung von Integrationsprojekten: Diese Analyse untersucht den tatsächlichen Einfluss supranationaler Akteure auf die Vertragsverhandlungen in Europa und die politischen Zielsetzungen der Regierungen im Mercosur.

7. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Kritik am Neofunktionalismus zusammen und diskutiert alternative Erklärungsansätze durch realistische und politisch-ökonomische Theorien.

Schlüsselwörter

Neofunktionalismus, Regionale Integration, spillover, Supranationalität, Montanunion, Mercosur, Institutionelle Autorität, Principal-Agent-Modell, Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, Politische Ökonomie, Integrationsprozess, Intergouvernementalismus, Politische Integration, Wirtschaftsunion, Entscheidungsfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch die Anwendbarkeit der neofunktionalistischen Integrationstheorie auf regionale Zusammenschlüsse und vergleicht dabei die historische Montanunion mit dem Mercosur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Rolle supranationaler Institutionen, der Prozess der Integration (spillover) und der Einfluss nationaler Regierungen auf die Vertiefung dieser Prozesse.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, zu überprüfen, ob eine hohe institutionelle Autorität supranationaler Organe tatsächlich die notwendige Bedingung für eine automatische Politisierung und Integration von Wirtschaftsunionen darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Fallstudienanalyse durchgeführt, die ein spezifisches Analyseraster basierend auf dem Principal-Agent-Modell nutzt, um die institutionelle Unabhängigkeit zu messen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, ein methodisches Analyseraster sowie zwei Fallanalysen, die sowohl die Struktur der Institutionen als auch das Verhalten der Akteure bei Vertragsverhandlungen betrachten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Neofunktionalismus, spillover, institutionelle Autorität, Intergouvernementalismus und die Unterscheidung zwischen supranationalen und nationalen Akteuren.

Warum spielt das Principal-Agent-Modell eine Rolle?

Das Modell dient dazu, die Beziehung zwischen den Mitgliedstaaten als "Prinzipale" und den Integrationsorganen als "Agenten" zu strukturieren, um deren Autonomie und Entscheidungsgewalt präzise bewerten zu können.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf den Mercosur?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Mercosur durch eine niedrige institutionelle Autorität und einen starken intergouvernamentalen Charakter geprägt ist, was den Integrationsfortschritt vom rein politischen Willen der beteiligten Staaten abhängig macht.

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Details

Title
Ein Vergleich von Mercosur und Montanunion aus neofunktionalistischer Perspektive - Die Rolle von supranationalen Institutionen im Integrationsprozess
College
University of Tubingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2004
Pages
33
Catalog Number
V31776
ISBN (eBook)
9783638326810
Language
German
Tags
Vergleich Mercosur Montanunion Perspektive Rolle Institutionen Integrationsprozess
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2004, Ein Vergleich von Mercosur und Montanunion aus neofunktionalistischer Perspektive - Die Rolle von supranationalen Institutionen im Integrationsprozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31776
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