Alltagsleben von Häftlingsfrauen in Konzentrationslagern


Examensarbeit, 2013

76 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Einleitung

A. Entwicklung zum KZ-System

B. Frauen-Konzentrationslager
I. Ravensbrück
II. Auschwitz-Birkenau

C. Ankunft im Konzentrationslager

D. Ausgewählte Alltagsprobleme von Häftlingsfrauen
I. „Vernichtung durch Arbeit“
II. Hygiene/Menstruation
III. Sterilisationspolitik
IV. Mutterschaft und Schwangerschaft

E. Sexualität und sexualisierte Gewalt
I. Sexuelle Beziehungen unter Häftlingen
II. Liebschaften“ zu SS-Männern
III. Gleichgeschlechtliche Beziehungen von Frauen
IV. Quellenlage und Probleme von sexualisierter Gewalt
V. Entstehung und Funktion von Häftlingsbordellen
VI. Rekrutierung von Frauen für das Bordell

F. Schlussbetrachtung

Literatur

Schriftliche Versicherung der selbstständigen Anfertigung

Einleitung

Lange Zeit waren weibliche Häftlinge, deren Schicksale und Erfahrungen nur Randerscheinungen in der einschlägigen Forschung.[1] Nach 1945 beschäftigte sich die Geschichtsforschung nahezu gar nicht mit den Frauen im Nationalsozialismus. Allein die Trümmerfrauen wurden als Symbol für eine kämpfende Nation stilisiert, die mit aller Kraft und allem Mut das eigene Land wieder aufbauen möchte. Erst in den letzten rund 20 Jahren veränderte sich dies durch die feministische Geschichtsforschung, sodass auch den Frauen in den nationalsozialistischen Forschungen eine ebenbürtige Rolle zugewiesen worden ist. Der Prozess dieser Forschungen ist inzwischen fortgeschritten, jedoch kann keineswegs davon die Rede sein, dass dieser Prozess abgeschlossen ist. Noch immer gibt es einige sensible Fragestellungen, die nur schwer in einem historischen Diskurs zu verankern sind und deren Beantwortung auch stark von dem jeweiligen Mut der überlebenden Frauen abhängig ist, da sie als Zeitzeuginnen die entscheidende Rolle in den Nachforschungen spielen. Bevor man beginnen kann, das Alltagsleben von weiblichen Häftlingen innerhalb des deutschen Lagersystems zu untersuchen, ist es unumgänglich, zunächst die Genderkonzeption der Epoche zu betrachten. Im Endeffekt wurde im Nationalsozialismus die Geschlechterideologie der bürgerlichen Verhaltens- und Rollenvorstellungen fortgesetzt, wobei man feststellen muss, dass diese Vorstellungen den Höhepunkt ihrer Zuspitzung in jener Zeit erreichten. Die bürgerliche Moral und die Ideale, die sich in der Zeit des Bürgertums entwickelten, führten bereits vor dem Nationalsozialismus zu einer Rollenverteilung, die eine geschlechtsbezogene Arbeitsteilung vorsah, zudem die Sexualität normierte und die Begriffe Männlichkeit und Weiblichkeit entscheidend definierte. Männlichkeit wurde als die Basis der Nation und Gesellschaft betrachtet, und mit all seinen Führungseigenschaften war es der Mann, der sich stets in den Dienst der Nation und Gesellschaft zu stellen hatte. Konträr dazu stellte die Frau die ideale Hüterin der Moral dar.[2] In der nachfolgenden Zeit des Nationalsozialismus waren es vor allem der Bund Deutscher Mädel (BDM) sowie die Schule, die die Hauptverantwortung der Mädchenerziehung trugen. Bei dieser Erziehung sollte nicht die Allgemeinbildung der Mädchen entscheidend gefördert werden, sondern es stand stets körperliche Ertüchtigung, das Thema Hauswirtschaftslehre und die Vorbereitung auf die Mutterschaft im Vordergrund. In „Mein Kampf“ hat Hitler diesbezüglich treffend Stellung bezogen und implizit das Frauenbild der Nationalsozialisten aufgezeigt.

Analog der Erziehung des Knaben kann der völkische Staat auch die Erziehung des Mädchens von den gleichen Gesichtspunkten (d. h. die Erziehung des Jungen zum „ wehrhaften Soldaten “ ) aus leiten. Auch dort ist das Hauptgewicht vor allem auf die körperliche Ausbildung zu legen, erst dann auf die Förderung der seelischen und zuletzt der geistigen Werte. Das Ziel der weiblichen Erziehung hat unverrückbar die kommende Mutter zu sein. [3]

Diese Überhöhung der deutschen, „arischen“ Frau als „reine“ Mutter beinhaltete zugleich eine Konstruktion der Triebhaftigkeit und Animalität der „anderen Frau“. Was bedeutet in diesem Zusammenhang „andere“ Frau? Um den Nationalsozialismus, hier explizit das Alltagsleben in nationalsozialistischen Konzentrationslagern, geschlechtsspezifisch zu untersuchen, ist es von größter Bedeutung, hier zunächst festzulegen, welche Frauen dieser Epoche man tatsächlich betrachten möchte. Auch in dieser Epoche war es nicht möglich, die Menschen nach Geschlecht zu kategorisieren. Es gab demnach nicht nur die Unterscheidung in „Mann“ oder „Frau“, sondern eben viele weitere rassistisch entwickelte Kategorien. Die Politik der Nationalsozialisten war geprägt durch Rassismus, sodass es bei der Betrachtung der Frauen je nach Rassenzugehörigkeit zu erheblichen Unterschieden kommt. Es gab nicht nur die deutsche, arische Frau, die zur Mutter stilisiert worden ist, sondern eben auch eine große Mehrheit an Frauen, die über alle soziale Schichten hinweg auf irgendeine Art und Weise in die zu verfolgenden Gruppen gehörten. Diese verfolgten Frauen sollen in dieser Ausarbeitung im Zentrum stehen, da sie es sind, die in den Konzentrationslagern gefangen gehalten worden sind und die dort tagtäglich um das Überleben kämpften. Dies soll keineswegs das Bild zeichnen, dass Frauen in der Zeit des NS-Regimes ausschließlich Opfer waren, denn natürlich gab es auch Frauen, die nicht verfolgt wurden und daher ein zeitgerechtes „normales“ Leben führen konnten. Es gab sogar Frauen, die als Täterinnen in Erscheinung traten und ihre Machtposition, beispielsweise als KZ-Aufseherin, missbrauchten, oder aber Frauen, die an der Seite eines SS-Mannes zumindest als Mittäter interpretiert werden könnten.[4] In dieser Arbeit wird nur ein spezieller Personenkreis behandelt und die Forschung hat bereits aufgezeigt, dass man die nachfolgend aufgeführten Schicksale nicht verallgemeinern darf. Trotzdem stellt sich die Frage, was denn die geschlechtsspezifischen Anforderungen des Konzentrationslagers waren und welchen Schwierigkeiten insbesondere Frauen ausgesetzt gewesen sind. Der Lageralltag an sich ist in unserer heutigen Wahrnehmung im Allgemeinen schon als unmenschlich verankert, und doch ist es nun das Ziel, diesen Alltag aus der besonderen Perspektive von gefangenen Frauen zu betrachten. Auch die analysierten Schicksale und die daraus gezogenen Schlüsse können im Rahmen dieser Arbeit nur einen Anhaltspunkt für einen Eindruck über die geschlechtsspezifischen Anforderungen des KZ-Systems vermitteln. Wichtig ist auch, dass hier keine Wertung vorgenommen und keine Diffamierung der männlichen Häftlinge erfolgen sowie nicht der Eindruck entstehen soll, dass deren Alltag weniger hart und unwürdig war. Diese Arbeit möchte sich ohne Wertung und Be- bzw. Verurteilung den Frauen zuwenden und aus ihrer Perspektive Überlebensstrategien, Alltagsprobleme und spezielle Ereignisse aufzeigen. Um den Alltag von Frauen in nationalsozialistischen Konzentrationslagern zu betrachten ist es zunächst unvermeidbar, eine kurze Einführung in das Lagersystem und deren Entwicklung zugeben. Anschließend möchte ich mich den entscheidenden und für mich zentralen Ereignissen sowie den Alltagsproblemen der Frauen widmen. Hierzu zählen vorliegend die KZ-Aufnahmeprozedur, Hygiene und auch die Arbeit der Frauen. Weiterhin sollen als besondere geschlechtsspezifische Aspekte außerdem die Themen Sterilisation, Mutterschaft, Geburten und Menstruation betrachtet werden. Neben der Sexualität im Allgemeinen, soll der nach wie vor marginalisierte Aspekt der sexualisierten Gewalt analysiert werden. Viele weibliche Häftlinge sind Opfer sexualisierter Gewalt geworden und in ihrer extremsten Form reichte diese Gewalt bis hin zur Sexzwangsarbeit in den Lagerbordellen.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedingungen für Frauen im Konzentrationslager näher zu betrachten, wobei dabei die Selbstwahrnehmung der betroffenen Frauen sowie deren Umgang mit der vorgefundenen Situation im Lageralltag im Zentrum stehen soll. Um sich dieser zentralen Frage zu nähern, ist es notwendig, die Erinnerungen und auch Autobiografien ehemaliger Häftlinge zu analysieren. Allerdings stellt dies vor allem einen Versuch dar, denn selbst die Erinnerungen können nur einen kleinen Einblick in das geben, was den Frauen im Konzentrationslager widerfahren ist. Diese Quellengattung ist für eine historische Analyse äußerst problematisch, da die Verfasserinnen selbst vor Schwierigkeiten standen, als sie versuchten das Unbeschreibliche zu beschreiben. Trotzdem erlauben die durch die Forschung erarbeiteten Interviews sowie deren historisch- kritische Auswertung eine profunde Einschätzung und Rekonstruktion der damaligen Ängste und Wahrnehmungen der Frauen im Konzentrationslager.

A. Entwicklung zum KZ-System

Um das Alltagsleben von Frauen in nationalsozialistischen Konzentrationslagern zu betrachten, ist es notwendig die Konzentrationslager und ihre Entwicklung in den historischen Gesamtkontext einzuordnen. Wann begann der faschistische Terror? Man könnte meinen, dass dieser am 30. Januar 1933 mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler seinen Anfang nahm, jedoch begann der Terror in Deutschland tatsächlich bereits in der Weimarer Zeit, als einige „ rassistische Kräfte des reaktionären Freikorps Politiker wie Matthias Erzberger, Walter Rathenau und andere ermordeten. “ [5]

Es waren die durch die Wirtschaftskrise von Arbeitslosigkeit und einer instabilen sozialen Lage geprägten Jahre. Diese schwierige Lage nutzte die NSDAP geschickt, um ihre Forderungen nach einer neuen Rolle Deutschlands in der Welt zu propagieren. Die „Fesseln von Versailles“ sollten abgeworfen werden und das wurden sie letztlich auch, allerdings auf eine Art und Weise, die für viele Menschen grausame Konsequenzen hatte. Die NSDAP hatte bereits früh Anhänger ihrer rassistischen Demagogie gefunden und es war auch wenig verwunderlich, dass zu diesen auch die antisemitischen Verbände zählten, die ohnehin von einer „jüdischen Weltverschwörung“ überzeugt waren.[6]

Die Lage spitzte sich bis 1933 zunehmend zu und es war letztlich kein demokratisches Verfahren oder das Ergebnis einer Wahl, das die Machtübertragung in diesem Jahr ermöglichte, sondern vielmehr der demokratiezerstörende Artikel 48 der Weimarer Verfassung, der es dem höchsten Repräsentanten der Republik – dem Reichspräsidenten – erlaubte, von Notstandsrechten Gebrauch zu machen. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler schöpfte die sich bietende Möglichkeit aus, doch war es damit nicht getan. Es gab weiterhin viele Tausende, gar Millionen Antifaschisten, Kommunisten und Sozialdemokraten, die nicht kapitulieren wollten. Die SA wurde daher mit Vollmachten ausgestattet, wie sie nie zuvor in der Geschichte Deutschlands eine Polizei oder eine Eroberungsarmee erhalten hatte. Die Grausamkeiten fanden hier ihren Anfang, so wurden Männer und Frauen, die politische Gegner zu sein schienen, auf radikale Art und Weise verschleppt, gefoltert und ermordet. Ein solches Handeln, gemeinhin als „Terror“ bezeichnet, sollte den Widerstand ersticken und „ für tausend Jahre unmöglich machen “ . [7] Diese Dreistigkeit hatte ihren Höhepunkt in der „Verordnung zum Schutz des deutschen Volkes und Staates“, die willkürliche Verhaftungen legitimierte und als „Schutzhaft“ titulierte. Nach den sogenannten Terrorwahlen am 5. März 1933 wurde der Terror offiziell und allmählich staatlich organisiert. An die Stelle der „wilden Folterkeller“, die die SA sporadisch errichtet hatte, traten nun Konzentrationslager in Oranienburg, Dachau, Esterwegen, Moringen und an einigen anderen Orten ein. Hitler hatte den Befehlshabern bereits am 3. Februar 1933 seine politischen Ambitionen und Vorstellungen nähergebracht:

Im Innern ( … ) Ausrottung des Marxismus mit Stumpf und Stiel. ( … ) Ertüchtigung der Jugend u. Stärkung des Wehrwillens mit allen Mitteln. Todesstrafe für Landes- und Volksverrat. Straffste autoritäre Staatsführung, Beseitigung des Krebsschadens der Demokratie. ( … ) [8]

Primäres Mittel zur Verwirklichung des zitierten Zieles stellte das Konzentrationslager dar. Im Laufe der Jahre entwickelte sich das „System Konzentrationslager“ weiter und es diente nicht mehr nur der bloßen Terrorisierung der Nazigegner. 1942 etwa wurden die Aufgaben solcher Konzentrationslager erweitert und fortan wurde die Arbeitskraft der Gefangenen für eigene Zwecke genutzt. Während man anfangs die Zwangsarbeit dafür nutzte, die Konzentrationslager selbst aufzubauen, und dies eine Möglichkeit der Misshandlung darstellte, wurden im Zuge der Entwicklung Gefangene an Konzernbetriebe „vermietet“. Das Wort „vermietet“ ist hier exemplarisch für die Wertigkeit, die man den Gefangenen als Menschen zuschrieb. „Vernichtung durch Arbeit“ war eine weitverbreitete Vorstellung, die sich im System Konzentrationslager fest verankerte.

Dieses System wurde rationell organisiert. Waren ursprünglich fast nur politisch Verdächtige in die Lager verschleppt worden, so kamen nun Kriminelle, angebliche oder wirkliche „ Arbeitsscheue “ , homosexuelle. Angehörige von unerwünschten Randgruppen – Roma und Sinti, Nichtseßhafte, Schausteller u. a. – hinzu. [9]

In einer Rede vor seinen SS-Gruppenführern am 8. November 1937 führte der Reichsführer der SS, Himmler, bereits in Bezug auf die Größe der bestehenden Konzentrationslager an:

„ Ich habe dieüberzeugung – es ist gut, wenn man das einmal ausspricht – , daßwir im Falle eines Krieges auch damit nicht auskommen. Ich vielmehr der Ansicht, daßein großer Teil von politischen und kriminellen Verbrechern ( … ) viele Jahre ihres Lebens, mindestens aber solange, bis sie sich an Ordnung gewöhnt haben, und zwar nicht, daßsie nach unsererüberzeugung ordentliche Menschen geworden sind, sondern gebrochen in ihrem Willen, in den Lagern behalten müssen. Es wird sehr viele geben, die wir niemals herauslassen dürfen (...) “ [10]

Deutschland sollte auf diese Art und Weise eine Form von „Selektierung“ oder „Säuberung“ erfahren, die dann in der Massenverschleppung von Juden ab März 1938 ihren Höhepunkt fand. Die immer schlimmer werdenden Formen dieses Systems spiegelten sich letztlich in den Massenmorden, der sogenannten „Endlösung“ in den Vernichtungslagern wie Treblinka und Auschwitz wider.

B. Frauen-Konzentrationslager

Die Konzentrationslager waren in ihrer Funktion und ihrem System sehr vielfältig, sodass es bei einer geschlechtsspezifischen Betrachtung von besonderer Wichtigkeit ist, insbesondere die Konzentrationslager genauer zu betrachten, in denen hauptsächlich weibliche Häftlinge inhaftiert waren. Man spricht in diesen Fällen von Frauen-Konzentrationslagern. Diese wurden vorrangig gegen Ende des Krieges errichtet, es waren oftmals Außenkommandos oder Arbeitskommandos der sogenannten Hauptlager.[11] Die Außenlager wurden insbesondere für Frauen aus dem Hauptlager Auschwitz-Birkenau sowie Ravensbrück errichtet und dienten dem Ziel, billige Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen und damit dem Arbeitskräftemangel, der in der Industrie zu diesem Zeitpunkt vorherrschte, zu entgegnen. Im Rahmen werden meist Interviews oder Berichte von Zeitzeuginnen aus den Konzentrationslagern Ravensbrück und Auschwitz-Birkenau verwendet, weshalb diese beiden Lager auch im Mittelpunkt des nachfolgenden Exkurses stehen. Es ist dem Umfang dieser Ausarbeitung nicht angemessen, auch ausführlich auf die weiteren Konzentrationslager in ihrer Geschichte und Entwicklung einzugehen. Jedoch ist es von besonderer Wichtigkeit, dass Konzentrationslager wie beispielsweise Buchenwald, Mauthausen oder Bergen-Belsen, einen ebenso großen Anteil an der Geschichte der Frauen in nationalsozialistischen Konzentrationslagern haben und nicht in Vergessenheit geraten sollten.

Mit Beginn des Nationalsozialismus waren es vor allem Gefängnisse, in denen Frauen inhaftiert waren. Wie auch später in den Konzentrationslagern waren die Frauen hier der Macht und Willkür der Gefängnisverantwortlichen ausgesetzt und wurden oftmals nach ihrer Haftstrafe in unbefristete „Schutzhaft“ in Konzentrationslager überführt.[12] Im ehemaligen Arbeitshaus Moringen wurde das erste „Frauenschutzhaftlager“ errichtet, in dem vor allem politische Häftlinge untergebracht waren. Dieses Lager unterschied sich von den späteren Konzentrationslagern insbesondere darin, dass es hier noch keine uneingeschränkte Haftdauer gab und es der Provinzialverwaltung Hannover anstelle der permanenten Inspektion der Konzentrationslager unterlag. 1938 wurde Moringen durch das KZ Lichterburg ersetzt, da man die dort gefangenen männlichen Häftlinge in das KZ Buchenwald verlegte. Moorigen und Lichterburg galten als die Vorgänger und Entwicklungsgrundlage des KZ Ravensbrück, welches das wohl bekannteste und berühmteste Frauenkonzentrationslager im nationalsozialistischen Reich darstellte.

I. Ravensbrück

Ravensbrück begann im Mai 1939 mit der Aufnahme der ersten weiblichen Häftlinge aus dem aufgelösten KZ Lichterburg, nachdem Häftlinge aus dem KZ Sachsenhausen das Lager errichtet hatten. Schätzungsweise waren bis Ende 1939 bereits bis zu 8000 Frauen inhaftiert. Die meisten Frauen zu Beginn waren „Asoziale“[13] und „Kriminelle“[14]. Außerdem waren viele politische Häftlinge registriert sowie Frauen, die aufgrund der politischen Tätigkeiten ihrer Männer verhaftet worden waren.[15] Das Lager Ravensbrück unterlag einer ständigen Erweiterung und diese wurde mit schwersten körperlichen Arbeiten der inhaftierten Frauen vollzogen. Man ließ immer mehr Baracken errichten und innerhalb der Lagermauer entstand ein Industriehof mit Produktionsstätten für traditionelle Frauenarbeiten wie Schneidern, Weben und Flechten. Neben dem KZ-Gelände wurden letztendlich sogar von der Firma Siemens & Halske 20 Werkshallen errichtet, in denen die Häftlinge ab 1942 Zwangsarbeit verrichten mussten. Mit fortschreitendem Krieg entstanden im ganzen Reich verteilt rund 40 Außenlager, in denen unter anderem auch Häftlinge aus dem KZ Ravensbrück Zwangsarbeit leisten mussten. In den Jahren 1939 bis 1945 sind etwa 132.000 Frauen und Kinder, 20.000 Männer, sowie 1.000 weibliche Jugendliche als Häftlinge registriert worden. Ende 1944 wurde auch im KZ Ravensbrück eine provisorische Gaskammer errichtet, in der bis zu 6.000 Häftlinge vergast worden sind.[16]

II. Auschwitz-Birkenau

Um geschlechtsspezifisch den Alltag von Häftlingen, insbesondere von Frauen, zu analysieren, ist es unumgänglich, auch Auschwitz-Birkenau zu betrachten. Auschwitz gilt heute als das Spiegelbild des Holocaust. Seinen Bekanntheitsgrad erlangte das KZ aufgrund der hohen Anzahl an Todesopfern, die in diesem Vernichtungslager keine Überlebenschance hat. Auschwitz bestand allerdings nicht ausschließlich aus dem Vernichtungslager, sondern auch aus mehreren „klassischen“ Konzentrationslagern, in die ausnahmslos arbeitsfähige Häftlinge eingeliefert worden sind. 1940 auf Befehl Himmlers gegründet, befanden sich bereits 1 Jahr später rund 10.000 Häftlinge in Auschwitz. Diese Häftlinge waren es letztendlich auch, die dazu gezwungen wurden, Auschwitz-Birkenau zu errichten. Das Lager war aufgrund seines riesigen Umfangs in Untereinheiten geteilt, die dann wiederum durch elektrische Zäune getrennt wurden, sodass jedes Unterlager ein eigenes Lager darstellen konnte. Auschwitz ist nicht zuletzt auch deshalb so bekannt, weil es der Ort war, an dem die großen Krematorien und Gaskammern installiert wurden. Bereits im Stammlager Auschwitz I waren 1942 6.000 weibliche Häftlinge registriert worden.[17] Aus diesem Grund ist Auschwitz auch ein zentraler Gegenstand der Forschung über das Alltagsleben von Frauen in Konzentrationslagern. Neben dem allgemein schwer zu bewältigenden Lageralltag waren die Frauen in Auschwitz-Birkenau zusätzlich von der Angst vor der Vernichtung bzw. Vergasung geprägt. Die überfüllten Frauenbaracken beschrieb der langjährige Kommandant von Auschwitz, Rudolf Höss, folgendermaßen:

Nur für die Frauen war alles viel erschwerlicher, viel drückender und fühlbarer, weil die allgemeinen Lebensbedingungen im Frauenlager ungleich schwerer waren. Sie waren noch viel mehr zusammengepfercht, die sanitären, hygienischen Verhältnisse waren bedeutend schlechter. [18]

C. Ankunft im Konzentrationslager

Um zu analysieren, welchen geschlechtsspezifischen Herausforderungen Frauen in nationalsozialistischen Konzentrationslagern ausgesetzt waren, muss bereits die Aufnahme in das jeweilige KZ betrachtet werden. Hierzu wurden insbesondere Interviews mit Zeitzeuginnen aus dem Ravensbrück-Archiv des Instituts für Konfliktforschung in Wien herangezogen. Welche besondere Rolle diese Aufnahmeprozedur für die Häftlinge, insbesondere auch Frauen, gespielt hat, macht auch die Schilderung von Lucie Adelsberger deutlich, die im KZ Auschwitz-Birkenau war.

Dort begann die eigentliche Prozedur: Ausziehen, Haarschneiden, nein Kahlrasieren bis zum letzten Stummel, Duschen, Tätowieren. Hier nahm man uns wirklich alles bis zum letzten Stummel. (...) – wir waren ausgeschieden aus der Welt dort draußen, entwurzelt aus unserem Land, losgerissen von unserer Familie, eine bloße Nummer, einzig von Bedeutung für die Schreibstube. Nichts bliebübrig als das nackte Leben – für die meisten auch das nicht mehr lang und der Gedanke in unserer Brust. Den konnte uns auch die SS nicht rauben, und das ist das einzige, was wir gerettet haben. [19] (Auschwitz)

Die Aufnahme in das Konzentrationslager war emotional gleichbedeutend mit der Aufgabe des bisherigen Lebens. Den Ankommenden wurden sämtliche Kleidungstücke und Gegenstände genommen. Viel schwerer als diese materiellen Verluste zu verkraften war die Aufgabe sämtlicher Menschlichkeit. Die Frauen waren bei ihrer Ankunft im Konzentrationslager erstmals mit spezifisch weiblicher sexualisierter Gewalt konfrontiert. Die dort praktizierte Rasur von Kopf- und Körperhaaren, die nicht alle Frauen an sich selbst erfahren mussten, führte gleichermaßen zu einem Schock. Nachdem die Frauen oftmals tagelang unter Menschen unwürdigen Bedingungen zum Lager transportiert worden waren, erlebten sie spätestens dort den ersten Angriff auf ihr Geschlecht und ihr Schamgefühl. Diese Aufnahmeprozedur hatte insbesondere für Frauen einen extrem demütigenden Charakter.

Aber natürlich, du verlierst ja den Verstand ( … ) in so einer Situation. Kannst du dir das vorstellen? Du wirst plötzlich in einem Viehwaggon ohne Essen, ohne Trinken drei Tage, drei Nächte transportiert, dann wirst (du) ausgeladen, dann musst (du) dich nackt ausziehen, dann kommt so ein mieser Hund wie ein SSler, rasiert dirüberall die Haare weg. Manche haben das nicht ertragen. [20] (Ravensbrück)

(Aufnahmeprozedur in Ravensbrück gezeichnet von derüberlebenden Violetta Lecoq, Erscheinungsjahr unbekannt) [21]

Betrachtet man zahlreich geführte Interviews mit den Zeitzeuginnen, ist ein immer wiederkehrendes Prinzip deutlich erkennbar. Bei Ankunft mussten, wie bereits dargestellt, neben der Kleidung auch sämtlicher Besitz und alle Wertgegenstände abgegeben werden. Daraufhin wurden die gesamten Körperhaare entfernt[22] und die Frauen mussten mit kaltem Wasser duschen. Anschließend wurden sie noch abschließend von einem SS-Arzt untersucht und erhielten einen Häftlingswinkel sowie eine KZ-Nummer. Es gab je nach Konzentrationslager geringfügige Abweichungen zu dieser Prozedur, jedoch einen deutlichen Unterschied in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Auschwitz-Birkenau. In Ravensbrück waren ausschließlich Frauen inhaftiert, sodass die hier aufgenommenen Frauen zumindest nicht mit anderen männlichen Häftlingen diese Prozedur durchleben mussten. Dies bedeutete allerdings nicht im Umkehrschluss, dass den dort eingelieferten Frauen die Scham des Entblößens vor Männern erspart geblieben wäre. Denn obwohl die Frauen bei der Aufnahme unter sich waren, waren sie doch streng bewacht von zahlreichen SS-Männern, deren Beobachtung, Belästigung und auch Belustigung sie nicht entkommen konnten. In Auschwitz-Birkenau wurde die Aufnahme ebenfalls nach Geschlechtern getrennt durchgeführt, allerdings nur dann, wenn man nicht bei der ersten Selektion für die Gaskammer bestimmt wurde. Lediglich Roma und Sinti wurden geschlechtsunabhängig in das „Zigeunerlager“ aufgenommen.[23] Ob nun in Ravensbrück, Auschwitz-Birkenau oder einem beliebigen anderen Konzentrationslager, der Demütigung, sich vor Männern nackt ausziehen zu müssen, waren alle Frauen gleichermaßen ausgesetzt.

Ich kam nach Birkenau, und das war für mich ganz schrecklich, weil du weißt eh, da ist man komplett nackt ausgezogen (worden), weil das Gewand einem weggenommen worden ist, und es sind die Haare geschoren worden, das war das Allerärgste für mich. Ja, heute ist das ganz modern, dass die Frauen so etwas machen, aber damals war es ganz unmodern und für mich ganz fremd, und plötzlich kam die SS durch, und so als junges Mädchen habe ich mich umgedreht, weil ich ganz nackt dort gestanden bin. Das dürfte der eine SS (SS-Mann)überzogen haben und ist zurückgekommen und hat mich umgedreht, hat mich von Kopf bis Fußgemessen und hat gesagt: „ Bist ja doch eine dreckige Saujüdin! “ Das werde ich nie vergessen, das war das Allerschrecklichste. [24] (Auschwitz)

Aus dieser Schilderung wird deutlich, dass die Frauen während dieser Aufnahmeprozedur nicht nur durch ihre Nacktheit erniedrigt wurden, sondern gleichzeitig auch noch anderen Formen psychischer Gewalt ausgesetzt waren. In diesem konkreten Beispiel kann man von „sexualisiert-antisemitischer“ Gewalt sprechen.[25] Ebenso erkennt man, dass die Rolle der Frau zu der Zeit noch eine andere war, als es sie heute ist, sodass man das Geschehene im Kontext der Zeit anders bewerten muss. Dies bedeutet nicht, dass diese Prozedur von einer Frau in der heutigen Zeit gut zu verkraften sei, aber es zeigt, wie die damals herrschenden Umstände, das Verständnis von Rollenverteilungen und die Organisation einer Familie die Demütigung noch verschärften. Es ist charakteristisch in den weiblichen Erinnerungen, dass selbst jene, die die Rasur nicht selbst durchleben, aber bei den anderen Frauen beobachten mussten, tief erschüttert und geprägt von diesem Szenario waren. Körperhaare sind für Frauen ein Symbol für Schönheit und sie repräsentierten zudem die weibliche Individualität. Mit dem Entfernen dieser Haare wird die geschlechtliche Individualität massiv verletzt und die Frauen waren um ihr Unterscheidungsmerkmal zwischen einer Vielzahl von Gleichen beraubt worden.[26]

Der Kleider beraubt, die in eine Ecke geworfen wurden, standen wir da, splitternackt. SS ging zwischen uns auf und ab. Stundenlang standen wir so in unserer Nacktheit. Es war mit das Schwerste. Manche weinten laut. Von den an diesem Tage eingelieferten Gefangenen wurden mindestens fünfzig Frauen ratzekahl geschoren. Einige heulten auf wie wilde Tiere, andere nahmen es gelassen hin wie Opferlämmer. [27] (Ravensbrück)

Man kann nach heutigem Forschungsstand sagen, dass die Rasur als eine Maßnahme der SS anzusehen war, die vor allem eine Entmenschlichung und Entindividualisierung zum Ziel hatte. Offiziell wurde seitens der SS und der KZ-Aufseher immer wieder betont, dass es sich bei dieser Vorgehensweise vorrangig um eine Hygienemaßnahme gegen Läuse handelte, jedoch war dies in vielen Fällen nicht zu bestätigen, da beispielsweise in Auschwitz-Birkenau ausschließlich Jüdinnen geschoren worden sind. Diese Selektion widerspricht der Grundidee einer allgemeinen Hygienemaßnahme. In einem Brief Heinrich Himmlers an Hitlers Stellvertreter vom 8. März 1940 wird zudem deutlich, dass es sich bei der Rasur tatsächlich mehr um eine Form der Sanktionierung handelte und weniger um eine angepriesene Hygienemaßnahme.

Ich halte vielmehr die Wirkungöffentlicher Diffamierung für außerordentlich abschreckend und habe keine Bedenken, wenn man z. B. deutschen Frauen wegen ihres ehrlosen Verhaltens in Gegenwart etwa der weiblichen Jugend des Dorfes die Kopfhaare abschneidet oder sie mit einem das Vergehen kennzeichnendem Schild durch das Dorf führt. [28]

Dieser gezielte Angriff auf die weibliche Integrität hatte für viele Frauen tief wirksame Konsequenzen, was auch eine von Marta Kos[29] durchgeführte Studie mit einem Fragebogen kurz nach 1945 bestätigte. Von 60 befragten Frauen gab ein Viertel an, dass sie bei der Ankunft im KZ das Gefühl verloren „ein weibliches Wesen zu sein“. Die Frauen empfanden die Rasur als so erniedrigend, dass diese für 6 Frauen „überhaupt der tiefste Eindruck während des gesamten Aufenthalts im KZ“ war.[30]

Zusätzlich zu dem Verlust der Haare als Zeichen von Weiblichkeit kam erschwerend noch die Nacktheit im Verlauf der Aufnahmeprozedur hinzu. Viele Frauen empfanden diesen Vorgang als einen „sexistischen Übergriff“, wenn sie nackt von den männlichen Bewachern inspiziert und beäugt wurden.[31]

Wie zuvor bereits geschildert ist es notwendig, den sozialen und zeitlichen Kontext der Erlebnisse zu analysieren. Besonders deutlich wird die Radikalität und Unzumutbarkeit dieser Vorgehensweise im Rahmen der Aufnahme in das Konzentrationslager anhand eines weiteren Beispiels.

Und viele Menschen von den Roma, von den Zigeuner-Roma, die haben so etwas in ihrem Leben noch nie erlebt. Die sind niemals vor ihrer Mutter (...) auf das Klo gegangen (...) oder vor ihrem Vater oder vor ihren Geschwistern. Die Zigeuner sind sehr scham(haft), also, obwohl sie auf kleinem Raum leben, aber meine Mutter, ich habe nie (von) meiner Mama ihren Popo gesehen oder ihre, die hat sich immer zugedeckt, gell. (...) Ja, und so sind wir alle aufgewachsen. Und plötzlich standen wir alle nackt hintereinander, Männer und Frauen, und meine Mutter vor ihrem Schwager. Und, da wäre sie, wenn wir nicht gewesen wären, wäre sie wahrscheinlich, hätte sie sich also erhängt. (...) [32] (Auschwitz)

[...]


[1] Zur Vereinfachung der Lesbarkeit dieser Arbeit werde ich im Folgenden meistens die männliche Form verwenden, die stets die weibliche Form impliziert.

[2] Die Vorgeschichte der Genderkonzeption kann im Rahmen dieser Arbeit nur kurz dargestellt werden. Ausführliche Information siehe: Mosse, George L.: Nationalismus und Sexualität. Bürgerliche Moral und sexuelle Normen, München, Wien 1994.

[3] Hitler 1933, S.459 f., zit. nach Schoppmann 1997, S. 43.

[4] Ausführlich beschrieben in: Kompisch, Kathrin: Täterinnen: Frauen im Nationalsozialismus, Köln 2008.

[5] Carlebach, Emil/Schmidt, Willy/Schneider, Ulrich: Buchenwald ein Konzentrationslager. Berichte – Bilder – Dokumente. 2. verbesserte Auflage. Bonn 2005,S. 10.

[6] Vgl. Carlebach/Schmidt/Schneider, S. 10.

[7] Vgl. Carlebach/Schmidt/Schneider, S. 11.

[8] Reinhard Kühnl: Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten. Köln 1975, S. 207 f.

[9] Vgl. Carlebach/Schmidt/Schneider, S. 13.

[10] Stein, Harry: Konzentrationslager Buchenwald 1937-1945. Begleitband zur ständigen historischen Ausstellung. Herausgegeben von der Gedenkstätte Buchenwald. 6. Auflage. Göttingen 2008, S. 22.

[11] Schwarz, Gudrun: Die nationalsozialistischen Lager. Frankfurt 1991, S. 15 ff.

[12] Schwarz, Gudrun 1991, S. 7 ff.

[13] Unter der Verfolgtengruppe „Asoziale“ verstand man im Rahmen der nationalsozialistischen Verfolgung vor allem Prosituierte, Landstreicherinnen, Arbeitsscheue oder Lesbierinnen.

[14] Unter der Verfolgtengruppe „Kriminelle“ verstand man im Rahmen der nationalsozialistischen Verfolgung vor allem Mörderinnen oder Diebinnen.

[15] Milton, Sybil: Deutsche und deutsch-jüdische Frauen im NS-Staat. In: Dachauer Hefte, Jahrgang 9, Heft 3, 1993, S.4-5.

[16] Geschichte des KZ Ravensbrück. Online im Internet: www.ravensbrueck.de (Zugriff: 2014-05-02-2014).

[17] Vgl. Baumgartner, Andreas: Die vergessenen Frauen von Mauthausen. Wien 1997, S. 68 ff.

[18] Broszat, Martin (Hg.): Kommandant in Auschwitz, Autobiografische Aufzeichnungen des Rudolf Höß. Stuttgart 1961, S. 112.

[19] Lucie Adelsberger: Auschwitz. Ein Tatsachenbericht. Das Vermächtnis der Opfer für uns Juden und für alle Menschen. Neu herausgegeben, ergänzt und mit einem Anhang versehen, von Eduard Seidler. 2. verbesserte Auflage. Bonn 2005, S. 32.

[20] Institut für Konfliktforschung (IKF-Rav-Int.) 23_2, S. 61.

[21] Zeichnung einer Überlebenden: Violetta Lecoq. Online im Internet: http://ravensbrueck.metamagix.net/wp-content/uploads/2013/04/Hyiene.jpg (Zugriff: 2014-03-21).

[22] Wichtig: Es waren nicht alle Frauen vom Entfernen der Körperhaare betroffen. Je nach Verfolgtengruppe kam es hier auch zu Abweichungen der Prozedur. Insbesondere waren Jüdinnen, Polinnen und Russinnen von dieser Prozedur betroffen.

[23] Amesberger, Helga/Auer, Katrin/Halbmayr, Brigitte: Sexualisierte Gewalt. Weibliche Erfahrungen in NS-Konzentrationslagern. Mit einem Essay von Elfriede Jelinek. 3. Auflage.Wien 2007, S. 70.

[24] IKF-Rav-Int. 3_1, S. 3.

[25] Amesberger/Auer/Halbmayr, S. 71.

[26] Farkas, Anita: Geschichte (n) ins Leben holen. Dissertations-Quellenband. Klagenfurt 2003.

[27] Herbermann, Nanda; Der gesegnete Abgrund. Schutzhäftling Nr. 6582 im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Buxheim 1959, S. 65.

[28] Konieczny, Alfred/Szurgacz, Herbert (Hg.) Documenta occupationis. Band X, Posen 1976, S.25

[29] Marta Kos wurde selbst als Jüdin verfolgt und verarbeitete ihre Verfolgungsgeschichte 1948 in einer Dissertation.

[30] Kos, Marta: Frauenschicksale in Konzentrationslagern. Wien 1998, S. 65.

[31] Farkas, Anita: Geschichte (n) ins Leben holen. Die Bibelforscherinnen des Frauenkonzentrationslagers St. Lambrecht. Graz 2004, S. 54.

[32] IKF-Rav-Int. 30_1, S. 13.

Ende der Leseprobe aus 76 Seiten

Details

Titel
Alltagsleben von Häftlingsfrauen in Konzentrationslagern
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
76
Katalognummer
V317762
ISBN (eBook)
9783668170360
ISBN (Buch)
9783668170377
Dateigröße
1288 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
alltagsleben, häftlingsfrauen, konzentrationslagern
Arbeit zitieren
Laura Krüger (Autor:in), 2013, Alltagsleben von Häftlingsfrauen in Konzentrationslagern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317762

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Titel: Alltagsleben von Häftlingsfrauen in Konzentrationslagern



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