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Ontologischer Pluralismus. Die Position Carnaps in 'Empiricism, Semantics, and Ontology'

Titel: Ontologischer Pluralismus. Die Position Carnaps in 'Empiricism, Semantics, and Ontology'

Hausarbeit , 2015 , 15 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Sebastian Kern (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In den Augen Carnaps und vieler anderer logischer Empiristen galt Metaphysik als Disziplin, deren vorgebliche Sätze gänzlich sinnlos seien. Eine Disziplin, die von Sinneserfahrung unabhängige Erkenntnis anstrebe, unvereinbar mit dem wohl zentralsten empiristischen Gedanken: Alles Wissen über die Welt beruhe auf Erfahrung. Auch die Ontologie wurde so zur willkommenen Zielscheibe für Kritik. Diese untersucht im Wesentlichen drei Arten von Fragen. Erstens die nach dem Begriff der Existenz. Was heißt es, dass etwas existiert? Zweitens die, in welche allgemeinsten Arten sich das Inventar unserer Welt einteilen lässt. Gibt es Eigenschaften, Sachverhalte, Propositionen? Und schließlich Fragen nach dem ontologischen Status von Gegenständen, wie etwa ‘Ist alles materiell?’.

Auch wenn sich die traditionelle Ontologie zu großen Teilen mit Scheinproblemen beschäftigt haben mag, die Frage, was es gibt, bleibt bestehen. Carnaps Antwort darauf wird oft als ontologischer Pluralismus ausgelegt, demzufolge Theorien mit verschiedenen ontologischen Verpflichtungen nicht zueinander in Konflikt stehen. Eine unorthodoxe, aber dennoch ernst zu nehmende Sicht-weise? Im Folgenden soll, ausgehend vom Aufsatz ‘Empiricism, Semantics, and Ontology’, die Position Carnaps dargelegt werden. Im Anschluss daran wird diskutiert, inwieweit diese, im Lichte der Einwande Quines, plausibel ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Carnaps Sicht auf die Ontologie

2.1.1 Interne und externe Fragen

2.1.2 Carnaps Auffassung von Ontologischer Verpflichtung

2.1.3 Sind ontologische Fragen untief?

2.1.4 Ontologischer Pluralismus

2.2 Quines Einwände

2.2.1 Die Möglichkeit eines allumfassenden Frameworks

2.2.2 Analytisch/Synthetisch – Eine problematische Unterscheidung?

3 Schluss

4 Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht Carnaps Position zum ontologischen Pluralismus, ausgehend von seinem Aufsatz „Empiricism, Semantics, and Ontology“, und diskutiert deren Plausibilität im Lichte der Einwände von W. V. O. Quine.

  • Unterscheidung zwischen internen und externen Fragen nach Carnap
  • Carnaps Konzept der ontologischen Verpflichtung und der Rahmenabhängigkeit
  • Kritische Auseinandersetzung mit Quines Einwänden gegen Carnaps Ontologie-Verständnis
  • Diskussion der Analytisch/Synthetisch-Dichotomie im Kontext ontologischer Debatten
  • Beurteilung der Tragfähigkeit eines ontologischen Pluralismus in der zeitgenössischen Philosophie

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Interne und externe Fragen

Um Carnaps Denken nachvollziehen zu können, ist ein Verständnis seiner Unterscheidung zwischen internen und externen Fragen unabdingbar. Aussagen lassen sich nur relativ zu einem gegebenen sprachlichen Rahmen sinnvoll treffen. Ein derartiges Framework besteht aus einem Vokabular, sowie einer Menge von Formations- und Transformationsregeln. Erstere legen die zulässigen grammatischen Konstruktionen fest, letztere, welche Schlüsse erlaubt sind.

Man mag versucht sein, den Begriff in einem Sinn zu verstehen, der umfassender als soeben angenommen ist, als Perspektive auf die Welt. In einem Sinn, der Wahrheit vom Standpunkt des Betrachters abhängig macht. Es gibt aber keinen Grund davon auszugehen: „If someone wishes to speak in his language about a new kind of entities, he has to introduce a system of new ways of speaking, subject to new rules; we shall call this procedure the construction of a linguistic framework for the new entities in question.“

Wer also seine Sprache erweitern will, um über neue Gegenstände zu sprechen, hat Ausdrücke sowie Regeln für deren Verwendung einzuführen. Für Carnap ist ein Framework rein sprachlich-instrumentell, den Begriff weiter zu fassen allenfalls Spekulation.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in Carnaps Kritik an der traditionellen Metaphysik ein und skizziert die Fragestellung zur Plausibilität seines ontologischen Pluralismus gegenüber Quines Einwänden.

2 Hauptteil: Der Hauptteil erläutert Carnaps Unterscheidung zwischen internen und externen Fragen sowie seine instrumentelle Sicht auf Frameworks und analysiert anschließend die kritischen Gegenpositionen von Quine.

3 Schluss: Im Schluss wird argumentiert, dass Carnaps Position auch unter Berücksichtigung von Quines Einwänden, bei leichter Abänderung, als plausibler und hilfreicher Ansatz für metaphysische Probleme bestehen bleibt.

4 Literatur- und Quellenverzeichnis: Dieses Kapitel listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Primärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Carnap, Quine, Ontologie, Ontologischer Pluralismus, Sprachliches Framework, Interne Fragen, Externe Fragen, Ontologische Verpflichtung, Analytisch, Synthetisch, Metaphysik, Empirismus, Existenzquantor, Sprachphilosophie, Holismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Rudolf Carnaps Auffassung zur Ontologie, insbesondere seinen sogenannten ontologischen Pluralismus, und hinterfragt diese kritisch anhand der Einwände von W. V. O. Quine.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Unterscheidung zwischen internen und externen Fragen, das Konzept der ontologischen Verpflichtung, die Rolle sprachlicher Rahmen (Frameworks) sowie die Problematik der analytisch-synthetischen Unterscheidung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Carnaps Position darzulegen und zu diskutieren, inwieweit sein ontologischer Pluralismus angesichts der Kritik Quines als plausibel eingestuft werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer textnahen philosophischen Analyse und Exegese klassischer Aufsätze von Carnap und Quine sowie deren Einordnung in den zeitgenössischen wissenschaftstheoretischen Diskurs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Carnaps Theorie der Frameworks und der damit verbundenen ontologischen Verpflichtungen sowie die detaillierte Erörterung der quineschen Einwände, einschließlich der Frage nach einem allumfassenden Framework und der analytisch-synthetischen Unterscheidung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Ontologischer Pluralismus, Sprachliches Framework, Interne und externe Fragen, Ontologische Verpflichtung, Analytizität und logischer Empirismus.

Warum hält Carnap externe Fragen für problematisch?

Carnap betrachtet externe Fragen, die sich auf die Existenz eines Systems von Entitäten als Ganzes beziehen, als Scheinfragen, da sie nicht innerhalb eines wissenschaftlichen Rahmens formulierbar und somit nicht wahrheitswertfähig sind.

Inwiefern beeinflusst Quines Bestätigungsholismus die Debatte?

Quines Holismus stellt Carnaps strikte Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Aussagen in Frage und argumentiert, dass auch die Wahl des Frameworks pragmatisch motiviert ist, was die Grenze zwischen Ontologie und empirischer Wissenschaft verwischt.

Wie reagiert die Arbeit auf Quines Kritik an der Analytizität?

Die Arbeit schlägt vor, dass Carnaps Position auch ohne strikte Analytizität haltbar ist, indem die Wahl von Frameworks als pragmatisch begründbar verstanden wird.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ontologischer Pluralismus. Die Position Carnaps in 'Empiricism, Semantics, and Ontology'
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Philosophie)
Veranstaltung
Anfänge der wissenschaftlichen Philosophie
Note
1.0
Autor
Sebastian Kern (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
15
Katalognummer
V317859
ISBN (eBook)
9783668173101
ISBN (Buch)
9783668173118
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ontologischer pluralismus position carnaps empiricism semantics ontology
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Kern (Autor:in), 2015, Ontologischer Pluralismus. Die Position Carnaps in 'Empiricism, Semantics, and Ontology', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317859
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Leseprobe aus  15  Seiten
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