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Eine Stadt und ihr Ruf. Zur medialen Konstruktion von Stadtimages in Tageszeitungen am Fallbeispiel Neumünster

Title: Eine Stadt und ihr Ruf. Zur medialen Konstruktion von Stadtimages in Tageszeitungen am Fallbeispiel Neumünster

Master's Thesis , 2015 , 106 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Markus Metzler (Author)

Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning
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Das Image einer Stadt erfährt im Kontext von Vermarktungsstrategien, einer Beeinflussung durch das Stadtmarketing und als Instrument der Stadtplanung gegenwärtig zunehmende Aufmerksamkeit. Das Vielversprechende für das Stadtmarketing ist die Idee, dass Darstellungen und das Image einer Stadt einfacher zu formen sind als die städtische Realsituation. Doch derartige Imagekonstruktionen vollziehen sich nicht ausschließlich auf stadtpolitischer Ebene und sind zudem nur begrenzt steuerbar.

Die mediale Beschreibung von Orten ist untrennbar mit politischen und sozialen Konstruktionen des Images verbunden, denn insbesondere Massenmedien thematisieren bestimmte Sachverhalte, verschweigen andere und sind so direkt in die (Re-)Produktion von Stadtimages und die Aufarbeitung dieser für ein großes Publikum involviert. Der Vermittlung negativer Bilder eines Ortes kommt daher eine herausragende Bedeutung in der Positionierung dieser Städte im interkommunalen, interregionalen oder globalen Wettbewerb um begehrte Bevölkerungsgruppen und deren Ressourcen zu.

Die schleswig-holsteinische Mittelstadt Neumünster wird sowohl aufgrund ihrer jüngeren ökonomischen und sozialen Transformationsprozesse als auch aufgrund ihrer Lage zwischen den Wachstumsräumen Kiel und Hamburg darauf hin untersucht, wie sich Tageszeitungen und deren digitale Ableger hinsichtlich ihrer Bezugsräume und Verortung „innerhalb“ bzw. „außerhalb“ des thematisierten Raums inhaltlich und formell unterscheiden. Erkenntnisse der Medienwirkungsforschung werfen bezüglich der Darstellung Neumünsters als Ereignisort verschiedener negativer Entwicklungen die Frage auf, in welcher Weise individuelle Wahrnehmungs- und Selektionspraktiken von JournalistInnen, die politische Ausrichtung der veröffentlichenden Zeitungen beziehungsweise Verlage und technische Rahmenbedingungen der Plattformen Zeitung und Internet das Zustandekommen imagebildender Diskurse beeinflussen. Ursachen und Prozesse der (Re-)Produktion bestimmter Darstellungsformen einer Stadt stehen ebenso im Fokus wie die kritische Auseinandersetzung mit kommerziellen Zwecken dienenden Imagegestaltungen seitens des Stadtmarketings und die Frage nach einem möglichen Nutzen stigmatisierter Orte im (städte-)räumlichen Wettbewerb.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bedeutung und Konstruktion des Images

2.1. Das Stadtimage im neoliberalen Wettbewerb

2.2. Massenmedien als „Stigmatisierer“

2.3. Meinungen und Einstellungen – ein Exkurs in die Medienwirkungsforschung

2.4. Agenda-Setting und die Imagekonstruktion nach Karl Ganser

3. Die Umsetzung der Fragestellung in ein Forschungskonstrukt

3.1. Die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring

3.2. Untersuchte Medien: Die Tageszeitung und die Tageszeitung im Internet

3.3. Operationalisierung und Auswertung der Forschungsfragen

3.4. Analysebeispiel

4. Das Fallbeispiel Neumünster

5. Ergebnisse der Untersuchung

5.1. Darstellung der Ergebnisse

5.2. Eine Einschätzung der Ergebnislage anhand methodischer und praktischer Schwierigkeiten

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Internetquellen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die mediale Konstruktion von Stadt-Images in regionalen Tageszeitungen und deren digitalen Ablegern am Fallbeispiel Neumünster. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, wie sich die Berichterstattung in Form und Inhalt unterscheidet, welche Themen dabei im Vordergrund stehen und ob eine systematische mediale Stigmatisierung der Stadt feststellbar ist, die ihr Image im interkommunalen Standortwettbewerb beeinflusst.

  • Die Rolle der Massenmedien als Akteure bei der Konstruktion von Stadt-Images
  • Methodische Ansätze der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring
  • Unterschiede in der Berichterstattung zwischen Printmedien und Online-Plattformen
  • Die Auswirkungen medialer Diskurse auf das Image von Mittelstädten
  • Zusammenhang zwischen räumlicher Distanz der Medien zum Ereignisort und der Darstellungsweise

Auszug aus dem Buch

2.2. Massenmedien als „Stigmatisierer“

Der Arbeit liegt die Annahme zugrunde, dass lokale, regionale und überregionale Medien in nicht unerheblichem Maße an der Konstruktion und Manifestation städtischer Images beteiligt sind und somit – gewollt oder auch nicht, bewusst oder unbewusst – das Potenzial aufbringen, Städten mitsamt ihrer Bewohner Attribute zu verleihen, die je nach Wahl und der Art und Weise der medialen Aufbereitung dazu beitragen, dass Städte verstärkt positiv dargestellt, wenig thematisiert und somit auch marginalisiert oder stigmatisiert werden (vgl. BÜRK und BEIßWENGER 2013, S. 127). Massenmedien wie Zeitungen, das Fernsehen, der Hörfunk sowie zunehmend auch Informationsangebote des Internets könnten Thomas Bürk und Sabine Beißwenger zufolge durchaus als „besonders wirkmächtige ‚Stigmatisierer‘ betrachten werden“ (2013, S. 125), weshalb deren Untersuchung für das hier formulierte Erkenntnisinteresse von besonderer Bedeutung sein soll. Zeichnen sich Medieninhalte dabei durch eine „gleichgerichtete Tendenz“ – auch über Plattformen, Medienprodukte und Medienarbeit betreibende Individuen hinaus – aus, so kann diese „Konsonanz der Medienberichterstattung“ (JÄCKEL 1999, S. 234) die soziale Isolationsfurcht aufgrund abweichender Meinungen und die Redebereitschaft von Mehrheiten verstärken (vgl. JÄCKEL 1999, ebd.).

Die Bedeutung von Stigmata als Negative des erfolgreichen Stadtmarketings ergibt sich aus dem Transformationsprozess, der u.a. aus den „sektoralen Strukturumbrüchen in den USA und Westeuropa Mitte der 1970er Jahre“ resultierte (GORNIG und GOEBEL 2013, S. 51). Räumliche Disparitäten offenbarten sich fortan nicht mehr primär „zwischen Zentrum und Peripherie, sondern […] zwischen den verschiedenen Agglomerationen“ (GORNIG und GOEBEL 2013, ebd.), worauf das Stadtmarketing mit einem Hype des Imagebegriffs (vgl. FELDMANN 2005, S. 33) verzögert reagierte und nun weiche Standortfaktoren zu den neuen Faktoren wirtschaftlicher Prosperität erhob – einer der Grundpfeiler der „New Economy“ und kreativwirtschaftlicher Wertschöpfung (vgl. LANDRY 2012, S. 34).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Stadt-Images im neoliberalen Wettbewerb um Ressourcen und qualifizierte Bevölkerungsgruppen.

2. Die Bedeutung und Konstruktion des Images: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen zur Imagebildung und untersucht die Rolle von Medien als Stigmatisierer sowie die medienwirkungspsychologischen Grundlagen.

3. Die Umsetzung der Fragestellung in ein Forschungskonstrukt: Hier wird die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring als methodisches Instrument eingeführt und die Auswahl der untersuchten Tageszeitungen (HC und KN) begründet.

4. Das Fallbeispiel Neumünster: Das Kapitel porträtiert Neumünster als ehemalige Tuchmacherstadt und Mittelzentrum im Strukturwandel zwischen Kiel und Hamburg.

5. Ergebnisse der Untersuchung: Die Ergebnisse werden dargestellt, wobei formale Aspekte und die inhaltliche Gewichtung der Berichterstattung beider Zeitungen verglichen werden.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und ordnet sie in den wissenschaftlichen Kontext der Stadtmarketing- und Diskursforschung ein.

Schlüsselwörter

Stadtimage, Neoliberalismus, Medienwirkungsforschung, Stigmatisierung, Neumünster, Qualitative Inhaltsanalyse, Agenda-Setting, Printmedien, Standortwettbewerb, Diskursforschung, Journalismus, Stadtmarketing, Räumliche Disparitäten, Tageszeitungen, Medienkonvergenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Medien durch ihre Berichterstattung das Image einer Stadt aktiv mitgestalten und ob dabei Prozesse der Stigmatisierung auftreten.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Imagebildung, die Rolle von Tageszeitungen als Informationsquellen, der städtische Wettbewerb sowie die theoretischen Ansätze zur Diskurs- und Medienwirkungsforschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu analysieren, ob sich die mediale Darstellung von Neumünster in verschiedenen Medien (Print vs. Online) unterscheidet und ob diese Unterschiede Auswirkungen auf die Außenwahrnehmung der Stadt haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um Berichterstattungen über Neumünster systematisch zu kategorisieren und in ihrer Wirkungsrichtung zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Imagebildung, die methodische Operationalisierung sowie die detaillierte Auswertung des gesammelten Textmaterials aus dem "Holsteinischen Courier" und den "Kieler Nachrichten".

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Stadtimage, Stigmatisierung, mediale Konstruktion, Standortwettbewerb und Neumünster definieren.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung der beiden Zeitungen?

Der "Holsteinische Courier" fungiert als lokales Medium mit Fokus auf Information und Kultur, während die "Kieler Nachrichten" ein räumlich distanzierteres, landesweites Medium sind, das häufiger über Wirtschaft, Politik und sicherheitsrelevante Themen berichtet.

Welchen Einfluss hat das Internet auf die Imagekonstruktion?

Das Internet bietet durch Online-Archive und multimediale Möglichkeiten eine andere Form der Selektivität und Interaktivität, die eine dynamischere Verbreitung von Stadt-Images ermöglicht, als es bei klassischen Printmedien der Fall ist.

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Details

Title
Eine Stadt und ihr Ruf. Zur medialen Konstruktion von Stadtimages in Tageszeitungen am Fallbeispiel Neumünster
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Geographisches Institut)
Grade
1,0
Author
Markus Metzler (Author)
Publication Year
2015
Pages
106
Catalog Number
V317911
ISBN (eBook)
9783668175785
ISBN (Book)
9783668175792
Language
German
Tags
stadtimage stadt-image imagebildung imagekonstruktion städtewettbewerb neoliberaler wettbewerb stadtentwicklung stadtgeographie stadt-marketing neoliberalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Metzler (Author), 2015, Eine Stadt und ihr Ruf. Zur medialen Konstruktion von Stadtimages in Tageszeitungen am Fallbeispiel Neumünster, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317911
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