Um sich kritisch mit dem Humanismus auseinanderzusetzen, ist es unumgänglich den Begriff Humanismus zunächst zu definieren und seine Entstehungsgeschichte grob nachzuzeichnen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es nicht, den Humanismus in seinen Details zu ergründen und vollständig abzubilden, vielmehr geht es darum, ein Verständnis der Grundidee zu schaffen, um sie im Anschluss dem „egoistischen Gen“ von Richard Dawkins gegenüberzustellen.
In der Fachliteratur gibt es eine Vielzahl an Definitionsversuchen, die sich zwar teilweise entscheidend voneinander differenzieren, in ihrer Grundaussage jedoch alle identisch sind, denn Humanismus bedeutet per Definition Menschlichkeit (lat. humanitas = Menschlichkeit) und stellt den Menschen somit in den Vordergrund.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Begriff Humanismus
1.2 Phasen des Humanismus
1.3 Humanismus in der Gegenwart
2. Der Autor Richard Dawkins
3. Warum gibt es Menschen?
3.1 Verwandtenselektion
3.2 Gruppenselektion
4. Die Genmaschine
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die kritische Vereinbarkeit des humanistischen Menschenbildes mit der Theorie des "egoistischen Gens" von Richard Dawkins. Ziel der Analyse ist es, zu hinterfragen, ob antihumanistisches Verhalten in der Gegenwart durch biologische Determinismen erklärt werden kann oder ob der Mensch trotz seiner evolutionären Programmierung zu einer humanistischen Lebensweise fähig ist.
- Definition und historische Entwicklung des Humanismus
- Die sozialbiologische Perspektive nach Richard Dawkins
- Evolutionäre Mechanismen wie Verwandten- und Gruppenselektion
- Das Konzept der "Genmaschine" als Erklärungsmodell menschlichen Verhaltens
- Reflexion über die Grenzen und Chancen von Humanität im Kontext der Evolutionsbiologie
Auszug aus dem Buch
Die Genmaschine
In einem weiteren Kapitel beschreibt Dawkins die sogenannte Genmaschine. Zu Beginn dieses Kapitels beschreibt er sehr treffend den evolutionären Prozess und die damit einhergehende Entstehung von Überlebensmaschinen:
„Die Überlebensmaschinen begannen als passive Gefäße für die Gene, wobei sie diese mit kaum mehr versorgten als mit Wänden zum Schutz vor der chemischen Kriegsführung ihrer Rivalen und vor den Gefahren zufälligen Molekülbeschusses. Zu Beginn „ernährten“ sie sich von organischen Molekülen (..) die unter dem energetischen Einfluß jahrhundertelanger Sonneneinstrahlung (..) gänzlich aufgebraucht war(en) (..). Eine Hauptgruppe der Überlebensmaschinen, heute als Pflanzen bezeichnet, begann die Energie des Sonnenlichtes unmittelbar dazu zu verwenden, in eigener Regie aus einfachen Molekülen komplexere Verbindungen aufzubauen. Damit vollzog diese Gruppe Synthesevorgänge (..). Es bildeten sich Unterzweige heraus (..). Diese Verzweigung war der Ursprung der ungeheuren Vielfalt von Pflanzen und Tieren (..). Sowohl Tiere als auch Pflanzen entwickelten sich zu vielzelligen Lebewesen, wobei jede Zelle vollständige Kopien aller Gene zugeteilt bekam.“
Tiere sind demnach zu aktiven, draufgängerischen Genvehikeln geworden, die man entsprechend auch abstrakt Genmaschinen nennen kann. Muskeln sind Maschinen, die aus Knochen, Sehnen und Gelenken bestehen. Das Gehirn steuert und koordiniert die Muskeln, wofür motorische Nerven benötigt werden. Überlebensmaschinen stehen für Zielstrebigkeit bzw. zielbewusstes menschliches Verhalten. Gene haben in diesem Kontext eine Aufgabe zu erfüllen, denn es geht um das Überleben der Gene. Verschiedene Lernstrategien müssen angewendet werden, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Humanismus, beleuchtet dessen geschichtliche Wurzeln und steckt den Rahmen für die Gegenüberstellung mit der Theorie Dawkins ab.
2. Der Autor Richard Dawkins: Hier wird der Sozialbiologe Richard Dawkins kurz porträtiert, um ein Verständnis für seinen evolutionstheoretischen Ansatz als Basis der folgenden Analyse zu schaffen.
3. Warum gibt es Menschen?: Das Kapitel führt in Dawkins' These ein, dass Menschen Maschinen sind, die durch Gene erschaffen wurden, welche einen skrupellosen Egoismus verfolgen.
4. Die Genmaschine: Hier wird der Prozess der evolutionären Entstehung von Organismen als „Überlebensmaschinen“ dargelegt, die als Vehikel zur Verbreitung von Genen fungieren.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Kontroverse zwischen der humanistischen Utopie und der biologischen Realität zusammen und plädiert für die menschliche Verantwortung, trotz biologischer Programmierung moralisch zu handeln.
Schlüsselwörter
Humanismus, Egoistisches Gen, Richard Dawkins, Sozialbiologie, Evolution, Verwandtenselektion, Gruppenselektion, Genmaschine, Überlebensmaschinen, Menschlichkeit, Menschenrechte, Ethik, Natur, Selektionsprinzip
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung zwischen humanistischen Idealen und der evolutionstheoretischen Perspektive von Richard Dawkins.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die historische Einordnung des Humanismus sowie die Konzepte der Sozialbiologie, insbesondere die Theorie des egoistischen Gens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu hinterfragen, ob das humanistische Menschenbild angesichts einer von Genen gesteuerten, oft egoistischen Evolution überhaupt Bestand haben kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse und kritische Reflexion bestehender wissenschaftlicher Theorien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Ursprung des Menschen nach Dawkins, die Begriffe Verwandten- und Gruppenselektion sowie das Modell der Genmaschine erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Humanismus, Egoistisches Gen, Evolution, Sozialbiologie, Ethik und Menschlichkeit sind die tragenden Begriffe der Analyse.
Wie definiert der Humanismus den Sinn des Lebens im Vergleich zur Biologie?
Während der Humanismus den Sinn in der moralischen Entfaltung des Menschen sieht, betrachtet die Biologie den Menschen als Vehikel zur Erhaltung und Verbreitung der eigenen Gene.
Welche Rolle spielt die "Genmaschine" für das menschliche Handeln?
Nach Dawkins ist das Gehirn lediglich die Instanz des „Ausführens“, wobei das Handeln primär den Interessen der Gene folgt, die ihr eigenes Überleben sichern wollen.
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- Janine Simon (Author), 2015, Ist das egoistische Gen die Antwort auf antihumanistisches Verhalten der Gegenwart?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318036