Verkehrserziehung: Was ziehe ich an, damit man mich besser sehen kann? (Sachunterricht, 1./2. Klasse)


Unterrichtsentwurf, 2014
12 Seiten, Note: 3
Christa Lenz (Autor)

Leseprobe

Thema der Unterrichtsreihe

„Sicher auf dem Schulweg“

Wir lernen uns am Straßenverkehr vielseitig und sicher zu beteiligen, sowie Gefahren einzuschätzen und zu vermeiden.

Thema der Unterrichtsstunde

„Was ziehe ich an, damit man mich besser sehen kann?“

Wir überprüfen durch die Durchführung eines Versuchs in Partnerarbeit, welche Farben bei Dunkelheit, Regen oder Nebel im Straßenverkehr gut sichtbar sind.

Zentrale Absichten der Reihe: „Sicher auf dem Schulweg“

- Erwerb grundlegender Kenntnisse über das Verhalten als Fußgänger im Straßenverkehr
- Bedeutung einer umsichtigen, sicherheits- und gefahrenbewussten Teilnahme am Straßenverkehr erfassen und benennen können
- Erwerb eines flexiblen, situationsbezogenen Verhaltens und die Fähigkeit zur Antizipation von Risiken im Straßenverkehr
- Einführung in erste kooperative Arbeitsformen und naturwissenschaftliche Methoden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Zentrale Absicht der Stunde und Lernchancen

Meine Absicht

Die SuS sollen gut bzw. schlecht zu sehende Farben bei Dunkelheit unterscheiden und benennen können. Ihnen soll bewusst werden, dass sie als Verkehrsteilnehmer stets sichtbar sein müssen, um ein Gefahrenrisiko zu vermindern.

Im Sinne meiner formulierten Absicht eröffne ich folgende Lernchancen:

Auf der Ebene der Sacherfahrungen

Die SuS haben die Chance,

- mit Hilfe der Dunkelkammer die gut bzw. schlecht zu sehenden Farben zu überprüfen und zu unterscheiden.
- die gut (weiß, hellgrün, hellblau, orange, gelb) bzw. schlecht (schwarz, dunkelbraun, dunkelgrün, dunkelblau) zu sehenden Farben zu benennen.
- Merkmale sicherheitsorientierter Kleidung zu reflektieren und zu beschreiben.
- zu erkennen, dass helle Kleidung und Reflektoren sie vor Gefahren im Straßenverkehr schützen können.
- sich im Kommunizieren und äußern von Vermutungen zu schulen.

Auf der Ebene der Individualerfahrungen

Jede/r SchülerIn hat die Chance,

- eigene Konzepte zur Kleiderwahl bei Dunkelheit im Straßenverkehr zu festigen oder zu verändern (conceptual growth / change).
- sicherheitsorientierte Kleidung im Verkehr als bedeutsam zu erleben.
- nach seinem/ ihrem individuellem Lernniveau zu arbeiten und auszuprobieren.

Auf der Ebene der Sozialerfahrungen

Die SuS haben die Chance,

- durch den gemeinsamen Austausch die eigenen Grenzen der Vorstellung zu überwinden und neue Konzepte aufzubauen.
- die Partnerarbeit als unterstützende und entlastende oder herausfordernde Sozialform wahrzunehmen.

- Sachinformationen zur Stunde / Fachdidaktische Analyse / Analyse der Lernaufgabe

Ziel der Verkehrs- und Mobilitätserziehung in dieser Unterrichtsreihe ist es unter anderem die Bedeutung einer umsichtigen, sicherheits- und gefahrenbewussten Teilnahme am Straßenverkehr zu erfassen (vgl. Spitta 2005, S.7). Die Stunde „Was ziehe ich an, damit man mich besser sehen kann?“ trägt dazu bei, dass die SuS die Fähigkeit zur Antizipation von Risiken im Straßenverkehr erwerben und Gefahren vermeiden. Sie verstehen, dass sie als Verkehrsteilnehmer stets sichtbar sein müssen, und setzen dies durch die Wahl der entsprechenden Kleidungsstücke bzw. Reflektoren um.

Im Herbst und Winter ist die Gefahr für Kinder besonders groß, von Autofahrern übersehen zu werden. Bei Unfällen mit Fußgängern bei Dunkelheit, Nebel oder Regen geben 90 Prozent aller Autofahrer an, die Passanten zu spät oder gar nicht gesehen zu haben (bei guten Sichtverhältnissen sind es nur 12 Prozent). Hieran wird deutlich, wie stark Verkehrsteilnehmer, insbesondere Kinder auf ihrem morgendlichen Schulweg gefährdet sind, denn Kinder können die Geschwindigkeit der Autos häufig noch nicht richtig einschätzen (vgl. Baader 2011, S.3).

Mit heller Kleidung lässt sich die Sichtbarkeit wesentlich verbessern, da dunkle Kleidung zu wenig reflektiert. Ein dunkel gekleideter Fußgänger wird erst auf eine Entfernung von 25 bis 30 Metern gesehen, während eine hell angezogene Person sich bereits aus einem Abstand von 40 bis 50 Metern erkennen lässt (vgl. ebd., S.4).

Noch effektiver sind retroreflektierende Materialien aller Art, die in Kinderkleidung eingearbeitet sind oder zusätzlich angebracht werden. Mit Reflektoren ausgestattete Personen sind bereits aus einer Entfernung von 130 bis 160 Metern zu erkennen (vgl. ebd., S.5).

In der vorliegenden Stunde können die SuS ihre Vorstellungen und Vermutungen zur Sichtbarkeit verschiedener Farben im Dunkeln äußern und anhand von einfachen Versuchen in Partnerarbeit überprüfen oder widerlegen. Sie sollen sich beraten und ihre Vorstellungen miteinander vergleichen, Widersprüche und Unstimmigkeiten beim Untersuchen erkennen und sprachlich verständlich darstellen. Ihre Ergebnisse sollen sie interpretieren und die Konsequenz auf sich selbst als Verkehrsteilnehmer beziehen und somit verstehen, dass helle Kleidung ein Unfallrisiko mindern kann. „Verstehensprozesse entstehen dann, wenn Wissensbestände sinnvoll aufeinander bezogen sind und mit bereits vorhandenen Wissensstrukturen verbunden werden […]“ (vgl. GDSU 2013, S. 21). Das Thema der Unterrichtsstunde knüpft an die Lebenswelt der Kinder an und ermöglicht ihnen eine Übertragung vorhandenen Wissens in neue Kontexte.

Im Anknüpfen, Aufgreifen und Verändern von Vorstellungen liegt der Schwerpunkt der Stunde. Die Präkonzepte von Kindern sowie von Erwachsenen können sehr gefestigt sein. Sie können sogar so stabil sein, dass die Kinder beim Durchführen von Versuchen nach Ergebnissen suchen, die ihren Erwartungen entsprechen. Um dies zu vermeiden, muss die Lehrperson über entsprechende Impulse kognitive Widersprüche aufdecken und zum Weiterlernen motivieren (vgl. Kursbuch 2009, S. 626).

Eine didaktische Reduktion besteht darin, dass die SuS Versuche durchführen und Ergebnisse festhalten, diese jedoch nicht physikalisch erklären müssen. Dies beinhaltet die Reflektionseigenschaften verschiedener Farben („Warum leuchten helle Farben im Dunkeln besonders gut?“) sowie die genaue Funktion von Reflektoren („Wodurch leuchten Reflektoren?“).

Des Weiteren schult die Unterrichtsstunde den SuS naturwissenschaftliche Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen anzuwenden. Die SuS müssen an ihren Vorstellungen anknüpfen und Vermutungen äußern, ggf. Vorstellungen verwerfen und neue aufgreifen und sich im strukturierten Durchführen von Versuchen üben (vgl. GDSU 2013, S.39). Die naturwissenschaftliche Arbeitsweise des Durchführens von Versuchen ist den Erstklässlern noch neu. Anhand von Piktogrammen können sie sich am Verlaufsplan der Stunde orientieren.

Die Unterrichtsstunde entspricht den Kompetenzerwartungen des Lehrplans: „Die SuS untersuchen, reflektieren und beschreiben Merkmale sicherheitsorientierter Kleidung“ im Bereich „Raum, Umwelt und Mobilität“ mit dem Schwerpunkt „Verkehrsräume und Verkehrsmittel“ (vgl. Lehrplan, S. 16) und greift die Zielsetzung der Mobilitätserziehung, durch „Erziehung zur Verkehrssicherheit“ auf (vgl. Kursbuch 2009, S. 624). Für die SuS hat das Thema Lebensweltbezug kurz vor der dunklen Jahreszeit eine besonders große Bedeutung auf ihrem morgendlichen Schulweg, da sie hier neu aufgebauten Konzepte direkt anwenden und überprüfen können.

Erhebung der Lernvoraussetzungen für die konkrete Sachunterrichtsstunde

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Verkehrserziehung: Was ziehe ich an, damit man mich besser sehen kann? (Sachunterricht, 1./2. Klasse)
Note
3
Autor
Jahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V318064
ISBN (eBook)
9783668177055
ISBN (Buch)
9783668177062
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verkehrserziehung, sachunterricht, klasse
Arbeit zitieren
Christa Lenz (Autor), 2014, Verkehrserziehung: Was ziehe ich an, damit man mich besser sehen kann? (Sachunterricht, 1./2. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318064

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