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Dekonstruktion und Soziale Arbeit. Was können dekonstruktive und poststrukturalistische Argumentationen des feministischen Diskurses für die Soziale Arbeit leisten?

Title: Dekonstruktion und Soziale Arbeit. Was können dekonstruktive und poststrukturalistische Argumentationen des feministischen Diskurses für die Soziale Arbeit leisten?

Term Paper , 2015 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ole Norhausen (Author)

Social Work
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Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, was dekonstruktive und poststrukturalistische Argumentationen des feministischen Diskurses für die Soziale Arbeit leisten können und in welche Richtung dies den Theoriediskurs Sozialer Arbeit beeinflussen kann. Ziel ist es, eine kritische Überprüfung feministischer Positionen innerhalb der Sozialen Arbeit zu ermöglichen, um einen gesellschaftskritischen Impetus des Feminismus zurückzugewinnen.

Zentrale These wird dabei sein, dass die spezifische subjekt- und Identitätskonstruktion bzw. -dekonstruktion in poststrukturalistischen Perspektiven auf Geschlecht zentrale Anknüpfungspunkte für eine politisch und kritisch informierte und engagierte Soziale Arbeit sein können und diese sogar erst konstituieren.

Es geht so einerseits um das Bemühen, diese Positionen mehr ins Zentrum einer genderorientierten Forschungsperspektive in der Sozialen Arbeit zu rücken. Andererseits geschieht dies auch im Zuge des Vorwurfs einer Art feindlicher Übernahme des Feminismus durch hegemoniale Globalisierungs- und Neoliberalisierungsinteressen der Gesellschaft.

Trotz einer bereits langandauernden Rezeption dekonstruktiver und poststrukturalistischer Theorien in sozialwissenschaftlichen Diskursen sind die Denkfiguren und theoretischen Argumentationen dieser Theoriestränge von einer breiteren Einmündung in den Mainstream der sozialwissenschaftlichen Akademie weit entfernt.

Dies teilen sie mit dem Thema Gender sowie Fragen nach geschlechtlicher Identität und Differenz und dem Geschlechterverhältnis, die als sozialwissenschaftliche Querschnittsthemen nahezu jeden Diskurs in diesem Feld berühren könnten. Durch die feministische Theorie sind diese Themen bereits als eigene Forschungsrichtung mit unterschiedlichen Ausrichtungen etabliert, werden aber bislang immer (noch) nur als Spezialthemen diskutiert.

Zusätzlich ist „aller postmodernen Vielfalt zum Trotz“ die Geschlechtszugehörigkeit, nach wie vor gehandelt als ontologische Tatsache, neben Schicht und Ethnie gesamtgesellschaftlich und alltagspraktisch weiterhin ein machtvoller ‚sozialer Platzanweiser‘.

Auf der Subjektebene ist das Bearbeitungsfeld Gender trotz der Individualisierung von Lebenslagen, von Frau-Sein und Mann-Sein, der Zuweisung und Konstruktion von Ein- und Ausschlüssen in Form des „doing gender“, also der „An – und Übernahme und der Ausgestaltung geschlechts-spezifischer Muster“, weiterhin ebenfalls eine sehr bedeutende identitätsrelevante Konstante.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Konturen und Grundfiguren des Dekonstruktivismus und des Feminismus I: poststrukturalistisches Denken

2. Konturen und Grundfiguren des Dekonstruktivismus und des Feminismus II: dekonstruktives Denken

3. Soziale Arbeit und Dekonstruktion

4. Ausblick - Dekonstruktive und feministische Implikationen für die Soziale Arbeit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial dekonstruktiver und poststrukturalistischer Argumentationen aus dem feministischen Diskurs für die Soziale Arbeit. Ziel ist es, diese theoretischen Ansätze als Basis für eine kritische und politisch informierte Praxis zu etablieren, um Identitätskonstruktionen und Machtverhältnisse in der sozialpädagogischen Arbeit neu zu reflektieren.

  • Grundlagen des Poststrukturalismus und dekonstruktiven Denkens
  • Die Rolle der Performativität von Sprache in der Identitätsbildung
  • Kritische Analyse von Normalisierungsaufträgen in der Sozialen Arbeit
  • Anerkennung marginalisierter Subjektpositionen und Differenzkonstruktionen
  • Entwicklung dekonstruktiver Haltungen als professionelle Ethik

Auszug aus dem Buch

2. Konturen und Grundfiguren des Dekonstruktivismus und des Feminismus II: dekonstruktives Denken

Wie bereits ausgehend von einer zeichentheoretische Betrachtung der Prozesse des Herstellens von Differenz zwischen Geschlechtern gezeigt werden konnte, ist poststrukturalistisches Denken gekennzeichnet durch sein Potenzial, den Blick für ein Wahrnehmen von Dualismen und bipolaren Ordnungsschemata zu schärfen. Der Poststrukturalistische Feminismus bezieht sich nach Schmidt in seiner Analyse des Systems der hierarchischen Zwiegeschlechtlichkeit und einer damit verbundenen Setzung von Heterosexualität als Norm auf die Kategorien Sprache, Macht und Subjekt und versucht auf dieser Basis diese Systeme zu dekonstruieren. Bei der Dekonstruktion als eine spezifischere Form eines poststrukturalistischen Vorgehens, soweit dies überhaupt so bezeichnet werden kann, geht es um die Sichtbarmachung von Brüchen, Verschiebungen und Widersprüchen (vgl. Schmidt 2001, S. 270).

Dekonstruktion bei Jacques Derrida bedeutet in der Lesart von Münker und Roesler, zunächst (philosophische) Texte auf innere Widersprüche hin zu dechiffrieren und diese mit den formulierten Absichten der Texte zu konfrontieren. Mit der dekonstruktiven Lesart zeige Derrida erstens, dass die von ihm derart dekonstruierten Texte auf der einen Seite etwas behaupten, was auf der anderen Seite genau diese Behauptung untergrabe, und zweitens, dass eine Behauptung immer nur funktioniere, wenn ihr Gegenteil ausgeschlossen werde (vgl. Münker/Roesler 2012, S. 141).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Rezeption dekonstruktiver Theorien in der Sozialen Arbeit ein und umreißt die Relevanz der Gender-Thematik als machtvollen sozialen Platzanweiser.

1. Konturen und Grundfiguren des Dekonstruktivismus und des Feminismus I: poststrukturalistisches Denken: Das Kapitel erläutert die sprach- und zeichentheoretischen Grundlagen des Poststrukturalismus, insbesondere die Arbitrarität des Zeichens nach Saussure und deren Bedeutung für die soziale Konstruktion von Geschlecht.

2. Konturen und Grundfiguren des Dekonstruktivismus und des Feminismus II: dekonstruktives Denken: Hier wird der Fokus auf die dekonstruktive Methode nach Derrida gelegt, die als kritische Haltung zur Sichtbarmachung von Widersprüchen und zur Hinterfragung binärer Oppositionen dient.

3. Soziale Arbeit und Dekonstruktion: Dieses Kapitel diskutiert die Anwendung dekonstruktiver Ansätze in der sozialpädagogischen Praxis, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit Differenz, Anerkennung und der Kritik an Normalisierungs- und Disziplinierungsprozessen.

4. Ausblick - Dekonstruktive und feministische Implikationen für die Soziale Arbeit: Der Ausblick resümiert die Möglichkeiten, Soziale Arbeit als Ort für eine dekonstruktive Ethik zu begreifen, die Machtverhältnisse reflektiert und sich auf das unabgeschlossene, instabile Subjekt einlässt.

Schlüsselwörter

Dekonstruktion, Poststrukturalismus, Soziale Arbeit, Gender Studies, Performativität, Geschlecht, Judith Butler, Jacques Derrida, Differenz, Anerkennung, Machtverhältnisse, Normalisierung, Identitätskonstruktion, Subjektivierung, Heteronormativität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie dekonstruktive und poststrukturalistische Theorien des Feminismus genutzt werden können, um die professionelle Praxis der Sozialen Arbeit theoretisch fundiert zu erweitern und kritisch zu reflektieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die soziale Konstruktion von Geschlecht, die Macht der Sprache (Performativität), die Kritik an binären Ordnungsschemata sowie die Analyse von Normalisierungs- und Ausgrenzungsprozessen in der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, was dekonstruktive Argumentationen für die Soziale Arbeit leisten können und in welche Richtung sie den Theoriediskurs innerhalb der Disziplin beeinflussen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der theoretischen Diskursanalyse, insbesondere die dekonstruktive Lesart von Texten und Konzepten, um die zugrunde liegenden Machtstrukturen und Identitätskonstruktionen offenzulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der poststrukturalistischen Sprach- und Zeichentheorie, die Vorstellung der dekonstruktiven Methode nach Derrida sowie deren Übertragung auf sozialpädagogische Fragestellungen und Handlungsfelder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Dekonstruktion, Poststrukturalismus, Gender, Performativität, Machtverhältnisse, Soziale Arbeit und Subjektivierung.

Wie unterscheidet sich die dekonstruktive Haltung von traditionellen pädagogischen Zielen?

Während traditionelle Pädagogik oft auf stabile Identitätsbildung abzielt, setzt die dekonstruktive Haltung auf ein Verständnis des Subjekts als offen, instabil und situativ veränderlich, was den Umgang mit Unabgeschlossenheit erfordert.

Was bedeutet "Performativität" in diesem Kontext?

Performativität beschreibt das Prinzip, dass Sprache nicht nur Wirklichkeit abbildet, sondern diese durch Wiederholung und Zitieren sozialer Normen erst herstellt, was insbesondere die Geschlechtsidentität als "produzierten Effekt" erscheinen lässt.

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Details

Title
Dekonstruktion und Soziale Arbeit. Was können dekonstruktive und poststrukturalistische Argumentationen des feministischen Diskurses für die Soziale Arbeit leisten?
College
Leuphana Universität Lüneburg  (Institut für Sozialpädagogik)
Course
Gender Studies als Bezugsdisziplin der Sozialpädagogik
Grade
1,0
Author
Ole Norhausen (Author)
Publication Year
2015
Pages
24
Catalog Number
V318096
ISBN (eBook)
9783668173323
ISBN (Book)
9783668173330
Language
German
Tags
Soziale Arbeit Sozialpädagogik Gender Postrukturalismus Dekonstruktion Kritik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ole Norhausen (Author), 2015, Dekonstruktion und Soziale Arbeit. Was können dekonstruktive und poststrukturalistische Argumentationen des feministischen Diskurses für die Soziale Arbeit leisten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318096
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