Die deutsche Stahlindustrie. Eine wirtschaftliche Betrachtung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004
42 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVRZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

1 Zielsetzung und Aufgabenstellung

2 Einleitung

3 Branchenstruktur
3.1 Gruppierung der Stahlindustrie nach der nationalen Wirtschaftsklassifikation
3.2 Geographische Schwerpunkte in Deutschland
3.3 Anzahl der Unternehmen
3.4 Beschäftigte
3.5 Die größten Stahlproduzenten in Deutschland

4 Wirtschaftliche Kennzahlen der Stahlindustrie
4.1 Entwicklung des Stahlindustrie 2003
4.2 Umsatz- und Preisentwicklung in Deutschland: 1995 -2003
4.3 Produktivität 1960 - 2003
4.4 Entwicklung der Rohstoffpreise

5 Internationaler Vergleich

6 Deutscher Stahlaußenhandel
6.1 Außenhandelsbilanz
6.2 Inlandslieferungen und Einfuhren
6.3 Ausfuhren

7 Kundenstruktur

8 Politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

9 Nationale und internationale Vorgaben

10 EU-Erweiterung

11 Aktuelle und langfristige Entwicklung

12 Fazit

LITERATURVERZEICHNIS

ANHANGVERZEICHNIS

ANHANG

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungverzeichnis

Abbildung

Abbildung 1 Die bedeutendsten Standorte der Stahlerzeugung in der Bundesrepublik Deutschland

Abbildung 2 Die größten Stahlerzeuger in Deutschland 2003

Abbildung 3 Die größten Stahlerzeuger in Deutschland 1981

Abbildung 4 Stahlerzeuger in Deutschland von 1970-2003

Abbildung 5 Anteil Herstellungsverfahren an der Gesamtproduktion

Abbildung 6 Umsatzentwicklung Eisen- und Stahlindustrie 1995-2003

Abbildung 7 Preisentwicklung 2. Quartal 2001 - 1. Quartal 2003

Abbildung 8 Beschäftigte

Abbildung 9 Produktivität

Abbildung 10 Rohstahlerzeugung

Abbildung 11 Preisentwicklung Feinerz

Abbildung 12 Preisentwicklung Schrott

Abbildung 13 Globale Preisentwicklung Kohle

Abbildung 14 Die zehn größten Rohstahl-Erzeugerländer 2003

Abbildung 15 Drittlandimporte 2003

Abbildung 16 Drittlandexporte 2003

Tabellenverzeichnis

Tabelle

Tabelle 1 Anzahl der Angestellten und Arbeiter in der Stahlindustrie

Tabelle 2 Stahlerzeugung in Deutschland 1999 –2003

Tabelle 3 Stahlerzeugung in der EU 15 und weltweit 1999 –2003

Tabelle 4 Die zehn größten Stahlunternehmen 2002

1 Zielsetzung und Aufgabenstellung

Im Mittelpunkt der Branchenanalyse steht die wirtschaftliche Betrachtung der Stahlindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf den nationalen Faktoren. Es werden die verschiedenen Rahmenbedingung betrachtet, die Auswirkungen auf die aktuelle und zukünftige Entwicklung der Branche haben. Ziel ist es, die Stabilität der Stahlindustrie, ihre Stellung und Bedeutung im Konjunkturzyklus und die technologischen und strukturellen Veränderungen darzustellen.

2 Einleitung

„In der Krise erwacht das Selbstbewusstsein“.[1] Die Stahlindustrie hat nach 10 schwierigen Jahren den Strukturwandel abgeschlossen und ist heute als Schlüsselindustrie eine wichtige Säule der deutschen Wirtschaft. Stahl bildet in vielen Bereichen des Lebens und der Technik die Grundlage für hochwertige und innovative Lösungen. Der Strukturwandel ist das Ergebnis einer langjährigen Stahlkrise. In den Boomjahren zur Zeit des 2. Weltkrieges, war die Stahlindustrie ein wichtiger und mächtiger Zweig der deutschen Wirtschaft. Der Schwerpunkt lag in dieser Zeit auf der Waffenproduktion. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges ging der Bedarf an Waffen stark zurück und der Weg in die große Stahlkrise begann. In den 70er und 80er Jahren mussten drei Viertel der westdeutschen Stahlwerke schließen und die Beschäftigtenzahl sank von 1970 374.000 auf 175.000 Mitarbeiter Ende der 80er Jahre.[2] Der „deutsche Stahl“ war trotz staatlicher Subventionen nicht konkurrenzfähig mit dem Stahl aus den osteuropäischen Ländern. Der Wendepunkt kam in den 90er Jahre. Die Zeiten der Dumpingpreise waren vorbei und durch neue und effektivere Produktionsmöglichkeiten ging es stetig bergauf. Stahl wird heute mit zwei Verfahren hergestellt: dem Oxygenstahlverfahren und dem Elektrostahlverfahren. Beide Verfahren produzieren hochwertigen und konkurrenzfähigen Stahl (siehe Anlage 1). Die deutschen Stahlunternehmen haben in den letzten Jahren die Kundenbedürfnisse erfasst und bis 2004 konsequent umgesetzt. Speziell durch die modernen Technologien definieren sich dabei höchste Materialanforderungen. Dafür wurden komplexe und umweltschonendende Methoden entwickelt, die sehr effektiv qualitativ, hochwertigen Stahl erzeugen. Trotz der Absatzkrisen der vergangenen Jahre konnte so die Weltstahlproduktion in den letzten 35 Jahren nahezu verdoppelt werden. Dieses Wachstum zeigt, dass Stahl einer der wichtigsten Rohstoffe der modernen Industrie ist der auf verschiedenen Faktoren basiert. Auf der einen Seite führte der rasante Strukturwandel zu einer Konzentration an wenigen Standorten. Auf der anderen Seite steht der Wandel vom klassischen Werkstoff zum Systemlieferanten und Dienstleister.[3] Der Kunde bekommt nicht nur den Rohstoff Stahl sondern auch ganze Konzepte zur Verfügung gestellt. Ingenieure begleiten Projekte bis zur endgültigen Verarbeitung, stehen beratend zur Seite und sorgen so für einen optimalen Einsatz des Rohstoffes. Ein weiterer Faktor ist die aktuelle Stahlnachfrage am Weltmarkt: In China ist der Bedarf an Stahl explosionsartig gestiegen. Dieser führt zu Engpässen in der Stahlversorgung und gleichzeitig zu neuen Rekordpreisen.

Der Werkstoff Stahl ist heute gefragt wie nie zuvor in seiner langen Geschichte. Das Jahr 2003 war für die Weltstahlproduktion sehr erfolgreich. Ein Hauptgrund dafür ist der langsam in Schwung kommende konjunkturelle Erholungsprozess in Europa und speziell in Deutschland. Bemerkenswert dabei ist, dass die Industrie zum Motor der Konjunktur geworden ist.

3 Branchenstruktur

3.1 Gruppierung der Stahlindustrie nach der nationalen Wirtschafszweigklassifikation

Die Stahlindustrie fällt nach der nationalen deutschen Wirtschaftszweigklassifikation/WZ 2003 unter die Gruppierung „verarbeitendes Gewerbe“ und hier speziell unter die Wirtschaftsbereiche „Metallerzeugung und -bearbeitung“ (Klassifikation 27 mit 28 Unterbereichen) und „Herstellung von Metallerzeugnissen“ (Klassifikation 28 mit 34 Unterbereiche).[4]

Im groben lassen sich aus diesen beiden Hauptklassifikationen vier Einzelbranchen herausfiltern:

- Eisen – und Stahlindustrie (EGKS)
- NE-Metallwirtschaft (Nichteisenmetallerzeugung)
- Gießereierindustrien
- Stahl – und Metallverarbeitung

Im weiteren beschäftigt sich diese Analyse mit der Eisen- und Stahlindustrie, die sich wiederum nach der Art der Stahl Erzeugung ausgerichtet hat:

- Roheisenerzeugung
- Rohstahlerzeugung
- Walzstahlerzeugung
- Röhrenstahlerzeugung
- Rohrstahlerzeugung

Die Stahlindustrie gilt als Basisindustrie für die nachfolgenden stahlverarbeitenden Industrien:

- Verpackungsindustrie l Schiffsbau
- Weiterwalzer l Rohrindustrie
- Fahrzeug-/ Automobilindustrie l Metallwaren
- Maschinen – und Anlagenbau l Bauindustrie

3.2 Geographische Schwerpunkte in Deutschland

Geografische Schwerpunkte lassen sich anhand der historischen Ansiedlung der deutschen Stahlindustrie in der Nähe zur Kohle abbauenden Industrie sowie der Eisenerz Industrie aufzeigen. Hier sind heute vor allem das Ruhrgebiet (insbesondere Duisburg, u.a. der Sitz des größten deutschen Stahl Produzenten ThyssenKrupp Stahl) und das Saarland mit den höchsten Ausstoßmengen zu nennen. Weitere Schwerpunkte liegen in Bremen, Niedersachsen (vor allem um Salzgitter) und im Osten um Eisenhüttenstadt. Der Süden Deutschland dagegen ist weniger wichtig für diese Industrie.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.3 Anzahl der Unternehmen am Markt

Die deutsche eisenschaffende Industrie inkl. der Stahlindustrie umfasste Ende April 2004 insgesamt 1.083 Unternehmen.[5] Die Stahlindustrie selbst ist weitaus konzentrierter aufgestellt. Hier waren zum Stichtag 96 Unternehmen gemeldet. Die Größenverteilung der Unternehmen sieht wie folgt aus:[6]

20 % > 1.000 MA

14 % 500 – 999 MA

11 % 250 – 499 MA

5 % 100 – 249 MA

8 % 20 – 99 MA

42 % < 19 MA

In den 20 % Großunternehmen mit über 1.000 Beschäftigten sind heute mehr als 80 % der Gesamtbeschäftigten dieses Industriezweiges tätig. So arbeiten alleine bei den beiden deutschen Branchenführern ThyssenKrupp Stahl und Salzgitter AG zusammen 58.000 Beschäftigte[7].

3.4 Beschäftigung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die deutsche Stahlindustrie beschäftigte in Deutschland Ende 2003 insgesamt 72.135 Mitarbeiter (davon ca. 10 % in Ostdeutschland). Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Jahr 2002 von 2 %, wobei hier zu beobachten ist, dass

nahezu nur Arbeiter von dieser Reduktion betroffen sind. Im Vergleich zur Gesamtbelegschaft der eisenschaffenden Industrie (Rückgang 2003 vs. 2002 um 3 %) hat sich der Stahlsektor weniger negativ entwickelt. Generell ist aber ein Rückgang der Beschäftigung in der eisenschaffenden Industrie von 1960 noch 417.000 Beschäftigte auf 2003 mit 95.000 Beschäftigte zu verzeichnen.[8] Dies entspricht einer Quote von minus 77 % in den letzten 43 Jahren. Der deutsche Marktführer ThyssenKrupp Stahl beschäftig in Deutschland 2003 40.641 Mitarbeiter[9], dies entspricht 44 % der gesamten Branche.

Wenn man sich die Altersverteilung über die Gesamtbeschäftigten der Eisen- und Stahlindustrie ansieht wird sichtbar, dass rund 35 % (entspricht 2002 = 25.040 MA) der Beschäftigten von 25 bis unter 40 Jahren alt und weitere 32 % zwischen 40 und unter 50 Jahren alt sind.[10] Über 60 Jahre sind nur noch 1,6 %[11] der Beschäftigten in dieser Branche, was zum einen vermutlich auf die schwere der Arbeit und zum anderen auf die rückläufige Beschäftigung in Form von vorzeitigem Ruhestand zurückzuführen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.5 Die größten Stahlproduzenten in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Größter Stahlproduzent in Deutschland ist ThyssenKrupp Stahl mit einer Jahresausbringungsmenge von 15,8 Mio. t im Jahr 2003, was in Bezug auf die Gesamtausbringungsmenge aller Unternehmen im Jahr 2003 einen Marktanteil von 35 % darstellt. ThyssenKrupp Stahl erzielte einen Umsatz im Jahr 2003 von rund 12 Mrd. Euro.[12]

Zweitgrößter Produzent ist die Salzgitter AG mit einem Umsatz von rund 4,85 Mrd. Euro, 18.000 Mitarbeitern und einer Rohstahlkapazität von 8 Mio. t.[13] Die Top 15 Unternehmen dieser Branche haben einen Anteil an der Gesamterzeugung in Deutschland von 96,3 %. Dies zeigt, dass dieser kapitalintensive Markt oligopolistisch aufgestellt ist, d.h. wenige Unternehmen teilen sich den Markt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Schaubild sieht man die größten Stahlproduzenten Deutschlands aus dem Jahre 1981. Vergleicht man diese mit der Abb. 2 erkennt man, dass es viele der Unternehmen heute nicht mehr in dieser Form gibt. Bedingt durch den Strukturwandel erfolgte durch Zusammenschlüsse bzw. Fusionen und Übernahmen eine stärkere Konzentration. Auch ausländische Stahlkonzerne haben kräftig auf dem deutschen Markt Unternehmen gekauft. Der Bund ist ab den 80er Jahren weitgehend aus dem Stahlgeschäft ausgestiegen, d.h. auch hier ist die Privatisierung wie z.B. im Telekommunikation- oder im Postmarkt durchgeführt worden.

[...]


[1] Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung WSM: Die globale Rohstoffkrise verheizt den Mittelstand, Oktober 2004, S. 10

[2] Vgl. Stahlinstitut VDEh: Stahl-Zentrum: Aufgaben, Themen, Fakten, Februar 2004, S.34

[3] Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (Hrsg.): www.bmwi.de/bmwa/generator/Navigation/
Wirtschaft/Branchenfokus/Industrie/staehle-und-metalle,did=31320.html, 25.10.2004

[4] Statistisches Bundesamt (Hrsg.):http://www.destatis.de/allg/d/klassif/wz93.htm, 25.10.2004

[5] Statistisches Bundesamt: Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2003 (WZ 2003), S.23

[6] Statistisches Bundesamt: Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2003 (WZ 2003)S.23

[7] Vgl. ThyssenKrupp Stahl und Salzgitter AG: Geschäftsberichte 2003, S.2+http://www.salzgitter-AG.de/gb2003

[8] Vgl. Stahl-Zentrum (Hrsg.): http://www.stahl-online.de/wirtschafts_und_Politik/stahl_in_zahlen/
2004/D04prod_besch.JPG, 25.10.2004

[9] Vgl. ThyssenKrupp Stahl: Geschäftsbericht 2003, S. 2

[10] Vgl. Statistisches Bundesamt: Fachserie 4, Reihe 8.1,12/2003, S.29

[11] Vgl. Statistisches Bundesamt: Fachserie 4, Reihe 8.1,12/2003, S.29

[12] Vgl. Stahl-Zentrum (Hrsg.):http://www.stahl-online.de/wirtschafts_und_Politik/stahl_in_zahlen/
2004/D_gr_Stahlerzeuger_03.jpg, 25.10.2004

[13] Vgl. Stahl-Zentrum (Hrsg.):http://www.stahl-online.de/wirtschafts_und_Politik/stahl_in_zahlen/
2004/D_gr_Stahlerzeuger_03.jpg, 25.10.2004

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten

Details

Titel
Die deutsche Stahlindustrie. Eine wirtschaftliche Betrachtung
Hochschule
Hochschule Mainz
Veranstaltung
Branchenkompass
Note
1,7
Autoren
Jahr
2004
Seiten
42
Katalognummer
V31816
ISBN (eBook)
9783638327091
ISBN (Buch)
9783656207016
Dateigröße
1749 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stahlindustrie, Branchenkompass
Arbeit zitieren
Christian Mahler (Autor)Simone Kraus (Autor), 2004, Die deutsche Stahlindustrie. Eine wirtschaftliche Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31816

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