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Dürfen wir Gott spielen? Überlegungen zur Sterbehilfe und deren ethische Bewertung

Title: Dürfen wir Gott spielen? Überlegungen zur Sterbehilfe und deren ethische Bewertung

Research Paper (undergraduate) , 2010 , 26 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Sandy Thiel (Author)

Ethics
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Studienarbeit beschäftigt sich primär aus ethischer Sicht mit der Problematik der Sterbehilfe. Sie beginnt mit einer Begriffsklärung und den verschiedenen Arten der Sterbehilfe. Im zweiten Kapitel wird zuerst kurz eine Darstellung aus medizinischer Sicht erfolgen, um dann die religiöse und ethische Sicht genau zu beleuchten. Biblische Textstellen sollen dabei zeigen, wie die christlich-religiöse Sichtweise aussieht. Des weiteren werden einige deontologische und konsequentialistische Argumentationsmuster angeführt, um im Anschluss eine ethische Diskussion führen zu können. Auch eine Alternative zur Sterbehilfe wird aufgezeigt, nämlich die Palliativmedizin.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. So jedenfalls steht es im ersten Artikel des deutschen Grundgesetzes. Aber kann der Mensch auch in der letzten Lebensphase, nämlich im Sterben, seine Würde bewahren? Zum Leben gehört das Sterben schließlich dazu, woraus sich schlussfolgern lässt, dass deshalb auch die Sterbephase menschenwürdig ablaufen sollte. Jedoch ist es in Deutschland keine Seltenheit, dass es bei den Betroffenen, die dem Tode geweiht sind, eher mit einer qualvollen Sterbeverzögerung endet statt mit einem schnellen und schmerzlosen Tod.

Schon seit Jahren gibt es heftige Debatten und kontroverse Diskussionen rund um dieses Thema, sowohl im medizinischen und strafrechtlichen als auch im ethischen Terrain. Auch wenn es unterschiedliche Antworten geben mag, stellen sich folgende Fragen stets gleich: Hat irgendjemand auf dieser Welt außer Gott die Befugnis, über Leben und Tod zu entscheiden? Können sich Menschen dieses Recht anmaßen, was ihnen nicht naturgegeben ist und deshalb gar nicht erst zusteht? Dürfen wir einfach so Gott spielen und über den Tod Anderer entscheiden? Gibt es überhaupt Alternativen? Generell antworte ich auf all diese Fragen mit einem klaren Ja. Dies wird im Laufe dieser Studienarbeit versucht zu begründen. Die Frage, die sich mir außerdem stellt ist die, warum Gott, wenn es ihn denn als höchste Instanz gibt, zulässt, dass Menschen ein qualvolles Sterben ertragen müssen. Wieso greift er nicht ein und erlöst sie von ihren Schmerzen, anstatt sie weiterleben zu lassen? Wenn er diesen menschenunwürdigen und unerträglichen Schmerz der „Fast-schon-Gestorbenen“ duldet, müssen es ihm dann seine Schöpfungswesen gleich tun? Auch auf diese Frage wird im Hauptteil eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was Sterbehilfe bedeutet

2.1 Begriffsklärung

2.2 Die Arten der Sterbehilfe

3. Über die medizinischen und die ethischen Sichtweisen

3.1 Die medizinische Sicht als Spannungsfeld zwischen Lebenserhaltung und Leidlinderung

3.2 Die ethische und religiöse Sichtweise – Dürfen wir Menschen Gott spielen?

3.2.1 Biblische Aussagen und ihre moralischen Konsequenzen für die Sterbehilfe

3.2.2 Ausgewählte deontologische und konsequentialistische Argumentationsmuster

3.3 Pro und Kontra- Diskussion

4. Eine Alternative zur Sterbehilfe: Die Palliativmedizin

4.1 Über die Prinzipien und die Bedeutung der palliativen Medizin

4.2 Grundsätze der Bundesärztekammer zur Sterbebegleitung

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Problematik der Sterbehilfe auseinander, indem sie ethische, religiöse und medizinische Argumente gegenüberstellt. Das primäre Ziel der Autorin ist es, zu begründen, warum Sterbehilfe unter bestimmten Umständen moralisch gerechtfertigt ist und befürwortet wird, wobei die Forschungsfrage nach der ethischen Legitimität des menschlichen Eingreifens in den Sterbeprozess ("Gott spielen") im Zentrum steht.

  • Begriffliche Einordnung und verschiedene Formen der Sterbehilfe
  • Medizinische und ethische Perspektiven im Konfliktfeld Lebensverlängerung vs. Leidlinderung
  • Religiöse Argumentationsmuster, insbesondere biblische Bezüge
  • Deontologische und konsequentialistische ethische Argumente
  • Palliativmedizin als Alternative und ethische Grundsätze der Sterbebegleitung

Auszug aus dem Buch

3.2.2.1 Deontologische Argumente

Eine deontologische Begründung für die Sterbehilfe liefert das Argument, dass ein verlängertes Leiden für den Patienten grausam und sinnlos ist und es somit die Pflicht eines jeden Arztes ist, dieses Leid zu beseitigen (vgl. Oduncu 2007, S. 131). Ein solches deontologisches Argument gegen Sterbehilfe hingegen ist das so genannte Tötungsverbot, auch „Die Heiligkeit des Lebens“ genannt (vgl. ebd.). Nach Oduncu nimmt dieses Argument eine Schlüsselposition innerhalb der Sterbehilfe-Debatte ein, da es sowohl Befürworter als auch Gegner der Sterbehilfe betrifft. Das Kontra-Argument bezüglich des Todesverbots besagt, dass die Menschen das von Gott erhaltene Leben als Geschenk des Schöpfers betrachten müssen und es deswegen nicht aus Vorsatz beenden dürfen (vgl. ebd.).

Demgegenüber argumentieren die Befürworter der Sterbehilfe, dass jeder Mensch das Recht auf Autonomie und Selbstbestimmung hat und somit auch ein Recht auf den eigenen Tod (vgl. Oduncu 2007, S. 132). Dabei soll der Grundsatz lauten: Jede medizinische Handlung oder Unterlassung muss dem erklärten oder mutmaßlichen Willen des Patienten entsprechen. (vgl. Oduncu 2007, S. 136). Eine willentliche Patientenentscheidung müsste jedoch erst dann als hinreichend autonom angesehen werden, wenn der Patient erstens urteilsfähig ist und demzufolge wohlüberlegt handeln kann und zweitens der Betroffene seine Entscheidung auf der Grundlage von ausreichenden Informationen und ohne Zwang von Dritten treffen kann (vgl. Oduncu 2007, S. 137).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Sterbehilfe im Spannungsfeld von Menschenwürde und unerträglichem Leiden und formuliert die zentrale ethische Fragestellung der Arbeit.

2. Was Sterbehilfe bedeutet: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Sterbehilfe und differenziert zwischen den verschiedenen, teils umstrittenen Arten der Sterbehilfe.

3. Über die medizinischen und die ethischen Sichtweisen: Hier werden medizinische Wertekonflikte sowie religiöse und ethische Argumentationsmuster (deontologisch und konsequentialistisch) detailliert analysiert.

4. Eine Alternative zur Sterbehilfe: Die Palliativmedizin: Das Kapitel stellt die Palliativmedizin als Alternative vor und erläutert deren Prinzipien sowie die Grundsätze der Bundesärztekammer zur Sterbebegleitung.

5. Schlussbetrachtung: Die Autorin fasst ihre Untersuchungsergebnisse zusammen und bekräftigt ihre persönliche Befürwortung der Sterbehilfe unter bestimmten Voraussetzungen.

6. Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Quellen und Fachbücher aufgeführt.

Schlüsselwörter

Sterbehilfe, Euthanasie, Patientenautonomie, Palliativmedizin, Ethik, Deontologie, Konsequentialismus, Menschenwürde, Sterbebegleitung, Patientenverfügung, medizinische Ethik, Lebensqualität, Schmerzlinderung, Bundesärztekammer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die moralische und ethische Vertretbarkeit der Sterbehilfe aus verschiedenen Perspektiven, einschließlich der religiösen und medizinischen Sichtweise.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Definition verschiedener Sterbehilfearten, die Abwägung zwischen Lebenserhaltung und Leidlinderung sowie die ethische Analyse durch deontologische und konsequentialistische Argumente.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Problematik der Sterbehilfe wissenschaftlich zu beleuchten und zu begründen, warum die Autorin die Sterbehilfe, unter Berücksichtigung des Patientenwillens, ethisch für gerechtfertigt hält.

Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der ethischen Diskussion und Bewertung verschiedener theoretischer Argumentationsmuster anhand medizinischer und religiöser Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Sterbehilfe, die ethische und religiöse Analyse – inklusive biblischer Bezüge –, die Auseinandersetzung mit der Palliativmedizin und die kritische Diskussion der Argumente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Studie?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Sterbehilfe, Patientenautonomie, Palliativmedizin, ethische Argumentation und Menschenwürde geprägt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Religion in der Sterbehilfe-Debatte?

Die Autorin setzt sich mit biblischen Textstellen auseinander, hinterfragt kritisch die Vorstellung der göttlichen Verfügungsgewalt über Leben und Tod und argumentiert, dass Leid nicht einfach hingenommen werden sollte.

Welchen Stellenwert räumt die Arbeit der Patientenverfügung ein?

Die Patientenverfügung wird als essenzielles Instrument hervorgehoben, um den Patientenwillen auch dann zu wahren, wenn der Betroffene selbst nicht mehr urteilsfähig ist.

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Details

Title
Dürfen wir Gott spielen? Überlegungen zur Sterbehilfe und deren ethische Bewertung
College
University of Applied Sciences Gera-Eisenach
Grade
1,4
Author
Sandy Thiel (Author)
Publication Year
2010
Pages
26
Catalog Number
V318229
ISBN (eBook)
9783668310391
ISBN (Book)
9783668310407
Language
German
Tags
Sterbehilfe Ethik Palliativ Sterbebegleitung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandy Thiel (Author), 2010, Dürfen wir Gott spielen? Überlegungen zur Sterbehilfe und deren ethische Bewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318229
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