Die wichtigsten Begriffe der Praktischen Stilistik


Unterrichtsentwurf, 2002

15 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Assonanzen

2 Alliteration
2.1 Redewendungen und Zwillingsformen
2.2 Öffentlicher Sprachgebrauch
2.3 Eigene Beispiele

3 Rhythmus und Reim
3.1 Jambus und Paarreim
3.2 Trochäus und Kreuzreim
3.3 Schweifreim

4 Limerick

5 Übertragung eines Gedichtes aus einer anderen Sprache

6 Figurenwörter, Figurentexte, Sprachspielereien

7 Satzbau

8 Aktiv und Passiv, Infinitive
8. 1 Rezept für Kreide – Passivkonstruktionen
8. 2 Rezept für Kreide – Infinitive

9 Direkte und indirekte Rede
9. 1 Direkte Rede
9. 2 Indirekte Rede

10 Wortschatz
10. 1 Text ohne Adjektive
10. 2 Text mit Adjektiven

11 Phraseologismen, bildhafte Sprache und sprachliche Bilder
11. 1 Die Glosse
11. 2 Lexikalisierte Metaphern
11. 3 Eigene metaphorische Wendungen
11. 4 Ein sprachliches Bild

1 Assonanzen

Die Assonanz bezeichnet den Gleichklang artikulatorisch nahe beieinander liegender Laute. Sie ist die abgeschwächte Form des Reims, bei der durch die häufige Wiederkehr eines Vokals eine gleichmäßige Grundstimmung erzeugt wird. Die praktische Umsetzung erwies sich als recht einfach. In den folgenden Beispielen sind die sich ähnelnden Laute gekennzeichnet.

Beispiel 1

Eine Biene fliegt schnell wie ein Wiesel über eine riesige Wiese, auf der eine biedere Ziege liegt und Lieder singt. Von oben bewirft sie diese mit einem kleinen Kiesel. „Na warte, du Fiesling“, denkt sich die Ziege, „wenn ich dich kriege, wirst du zerdrückt wie ne Fliege!“ Da reißt sich das Bienchen am Riemchen und fliegt davon.

Beispiel 2

Die Herren fegen selbst bei Regen die Wege, die sie sonst begehen und legen den Besen erst spät daneben – so ist das Leben!

2 Alliteration

Ähnlich wie die Assonanz durch Vokalgleichheit, erzeugt die Alliteration durch Parallelität der anlautenden Konsonanten reimähnliche Strukturen. Bei ihr beginnen mehrere, nicht unbedingt direkt aufeinanderfolgende Worte eines Verses mit demselben Buchstaben. Dieses rhetorische Mittel ist auch in der Alltagssprache präsent. Alliterationen findet man nahezu überall, sie sind auch sehr leicht selbst zu erstellen.

Im folgenden sind einige Beispiele aus Redewendungen und Zwillingsformen, aus dem öffentlichen Sprachgebrauch, sowie einige selbst erdachte Alliterationen aufgelistet

2.1 Redewendungen und Zwillingsformen

- Kind und Kegel
- Land und Leute
- Haus und Hof
- Mann und Maus
- Ross und Reiter
- drunter und drüber
- rauf und runter

2.2 Öffentlicher Sprachgebrauch

- Bios Bahnhof
- Bios Boulevard
- Bericht aus Bonn
- Talk im Turm
- Mensch Meier
- Hier und heute
- Mars macht Mobil
- Lila Launebär

2.3 Eigene Beispiele

- Echte Elefanten essen emsig Essiggurken.
- Kleine Kinder krabbeln kilometerlang.
- Manche Männer mögen mollige Mädchen.
- Lustig lachend lutscht Lars lila Lutscher.
- Acht Ameisen aßen achtzehn Affen auf abenteuerliche Art.
- Turbulent tanzt Tina Tango.
- Katzen kratzen Krater in die Kiste.

3 Rhythmus und Reim

Besonders in Gedichten findet sich oft ein bestimmtes Betonungsmuster eines Taktes (Versfuß), sowie ein spezielles Reimschema. Während letzteres keinerlei Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung darstellte, empfand ich es als äußert schwierig ein jambisches oder trochäisches Versmaß zu erstellen.

3.1 Jambus und Paarreim

In dem folgenden Gedicht liegt die Betonung auf der zweiten Silbe, es handelt sich um ein jambisches Versmaß. Außerdem liegt ein Paarreim vor, d.h., dass sich immer zwei aufeinander folgende Verse reimen:

Ich sitze im Dunkeln, a

die Sterne, sie funkeln a

Sie schimmern und blinken, b

als wollten sie winken b

Sie flüstern mir leise: c

„Komm mach eine Reise, c

ins Meer voller Schäume, d

das Land deiner Träume!“ d

3.2 Trochäus und Kreuzreim

Liegt die Betonung auf der ersten Silbe, wie bei dem folgenden Gedicht, handelt es sich um einen Trochäus. Es liegt nun ein Kreuzreim vor, bei dem der Reim erst in der übernächsten Zeile folgt:

Fällt der Regen auf dich nieder, a

wenn du läufst durch dunkle Gassen, b

scheint der Alltag dir zu wider a

und die Welt scheint zu erblassen. B

3.3 Schweifreim

Der Schweifreim schlägt von der ersten Zeile einen den zweiten und dritten Vers umarmenden Bogen zum vierten Vers, wobei sich zweiter und dritter Vers ebenfalls reimen:

Unkreativ sind diese Zeilen... a

Mir fällt halt nix ein, b

bin wohl ein faules Schwein! b

Soll ein anderer dran feilen a

Ich kann drauf verzichten, c

was tolles zu dichten c

bin halt derweilen- a

ihr könnt ruhig lachen, d

bei diesen stupiden Sachen- d

drauf und dran mich zu langweilen! a

4 Limerick

Der Limerick besteht aus 5 Zeilen und hat ein festgelegtes Vers- und Reimschema: Die Zeilen 1, 2 und 5 sind dreihebig und reimend, Zeile 3 und 4 zweihebig und reimend. Nach der Betrachtung einiger Beispiele mit Orts- und Personennamen, fiel mir der eigene Versuch einen Limerick zu schreiben sehr einfach.

Da war mal ein Junge aus Hessen,

der wollte mal wieder nichts essen.

Trank nur Bier, trank nur Wein,

mal auch Tee, nur zum Schein.

Da war er schon bald auch vergessen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die wichtigsten Begriffe der Praktischen Stilistik
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
Praktische Stilistik
Note
2
Autor
Jahr
2002
Seiten
15
Katalognummer
V31824
ISBN (eBook)
9783638327176
ISBN (Buch)
9783640157402
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit gibt einen guten Überblick über die wichtigsten Begriffe der Praktischen Stilistik. Begriffe wie beispielsweise 'Assonanzen', 'Phraseologismen', 'direkte' und 'indirekte Rede' usw. werden erklärt und an Beispielen verdeutlicht. Ohne Sekundärliteratur.
Schlagworte
Begriffe, Praktischen, Stilistik, Praktische, Stilistik
Arbeit zitieren
Birte Glass (Autor), 2002, Die wichtigsten Begriffe der Praktischen Stilistik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31824

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