Kaum ein Industriezweig entwickelt sich so schnell wie die IT-Branche. Die Rechnerkapazitäten und deren Leistungen steigen immer weiter, sodass ebenso die Anforderungen an die Software zunehmen. Anwender, welche die damit verbundenen Möglichkeiten für sich nutzen wollen, sind folglich gezwungen, sich diesem Prozess anzupassen.
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, eine Rückwaren-Datenbank, die Mitte der Neunzigerjahre mit der mittlerweile veralteten Software Microsoft Access 97 entwickelt und mit der bis dato gearbeitet wurde, in eine zeitgemäße Systemumgebung zu übertragen.
Die Hauptaufgabe besteht darin, eine Datenbank, zu der es keine Dokumentation gibt, zu analysieren sowie das sogenannte Reengineering durchzuführen. Damit gilt es, ein Konzept zu entwickeln, mit dem man das neue Datenbanksystem projektieren kann. Zusätzlich steht im Fokus dieser Bachelorarbeit die Migration von Datensätzen aus der Struktur der ursprünglichen Rückwaren-Datenbank in die neue Systemumgebung.
Diese Arbeit dient nicht dem Zweck, neue Strategien in diesem Bereich zu entwickeln. Sie gibt vielmehr einen Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft, verdeutlicht anhand des Fallbeispiels konkrete Problemstellungen und zeigt Lösungswege auf. Im Fokus steht hier insbesondere die Migration der Daten, welche aufgrund der unkonventionellen Ablage im Ausgangssystem eine besondere Herausforderung darstellt.
Der Verfasser dieser Bachelorarbeit hat bereits neben dem Studium als Werkstudent bei einer Migration von einem Unternehmen zu einem anderen mitgewirkt. Bei solchen Großprojekten bleibt oftmals keine Zeit, sich um die „kleinen Projekte“ zu kümmern, weshalb sich die Datenbanken häufig unverändert jahrzehntelang im Einsatz befinden. Aus diesem Grund besteht das Interesse daran, diesen Sachverhalt näher zu beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Problemstellung und Praxisphase
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen des Reengineering
2.1 Definitionen
2.2 Einführung in das Reengineering
2.2.1 Technisches Reengineering
2.2.2 Reengineering aus Projektmanagement Sicht
2.2.3 Risiken des Reengineering
2.3 Best Practices und Strategien des Reengineering
2.4 Migration
3 Konzept des Reengineerings
3.1 Das Ausgangssystem
3.2 Gründe und Strategien für ein Reengineering
3.3 Bestimmung des Zielsystem
4 Durchführung des Reengineering
4.1 Vorgehensweise
4.2 Entwurf der neuen Datenbank
4.3 Implementierung der Zieldatenbank
4.4 Migration der Daten
4.5 Reengineering der Programmlogik und der Benutzeroberfläche
4.6 Problematiken
4.7 Alternative Lösungsansätze
5 Fazit und Ausblick
5.1 Zusammenfassung
5.2 Fazit
5.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Durchführung eines Reengineerings und einer Datenmigration für ein veraltetes Rückwaren-Datenbanksystem, das mangels Dokumentation und moderner Systemumgebung nicht mehr zukunftsfähig war. Die Arbeit entwickelt ein Konzept zur Ablösung dieses Legacy-Systems durch eine zeitgemäße Client/Server-Architektur, unter Beibehaltung der bestehenden fachlichen Funktionalität und Migration der vorhandenen Datensätze.
- Analyse und Strukturierung eines undokumentierten Legacy-Systems (Microsoft Access 97)
- Entwicklung und Implementierung einer zukunftsfähigen Datenbankarchitektur
- Herausforderungen und Methodik bei der Datenmigration von unkonventionellen Strukturen
- Risikomanagement und strategische Entscheidungsfindung in Reengineering-Projekten
- Erweiterung des Systems um Bilddokumentationen
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Technisches Reengineering
Hauptsächlich interessieren wir uns für die Aktivität in der Wartungsphase, welche in der englischen Sprache typischerweise durch die Vorsilbe Re- gekennzeichnet wird: Reengineering.
Ein essenzieller Punkt der Software-Wartung und des Reengineerings ist das Verstehen der Software. Oftmals müssen Jahre nach der Entwicklung der Software Änderungen daran vorgenommen werden oder ein Entwickler, der mit dieser Software absolut nicht vertraut ist, soll daran Modifikationen durchführen, Erweiterungen vornehmen oder schlichtweg nur einen Fehler beheben. Deshalb ist das Programmverstehen eine unabdingbare Voraussetzung der Wartung und gleichzeitig ebenfalls der größte Zeitfresser.
Eine Studie von Fjeldstad und Hamlen ist zwar schon etwas älter, aber hat dennoch einen aussagekräftigen Charakter. Sie untersucht die einzelnen Aktivitäten der Wartung von Software. Diese Einzelpunkte und der entsprechende Aufwand führt Tabelle 2.1 auf. [FH83]
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Motivation für das Projekt, basierend auf einer Praxisphase in einem Unternehmen, und Definition des Projektziels.
2 Grundlagen des Reengineering: Einführung in Begriffe und Theorien wie Reengineering, Wartung und Migration sowie Erläuterung von Risiken und Best Practices.
3 Konzept des Reengineerings: Detaillierte Analyse des Ausgangssystems (Legacy-Datenbank) sowie Festlegung des Zielsystems und der Vorgehensweise.
4 Durchführung des Reengineering: Praktische Umsetzung des Entwurfs, der Migration der Daten sowie der Anpassung der Programmlogik und Problemlösung.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der erreichten Ergebnisse, ein Resümee über das Projekt sowie ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Reengineering, Migration, Legacy-System, Datenbank, Datenmigration, Software-Wartung, Programmverstehen, Access 97, SQL Server, Client/Server-Architektur, IT-Infrastruktur, Best Practices, Prozessoptimierung, Datenbankentwurf, Normalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit im Kern?
Die Arbeit behandelt das Reengineering und die Datenmigration einer veralteten Rückwaren-Datenbank, die ursprünglich mit Microsoft Access 97 entwickelt wurde und nicht mehr den aktuellen IT-Sicherheitsanforderungen entsprach.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Zentrale Themen sind die Analyse von undokumentierten Altsystemen, Migrationsstrategien, die Erstellung einer Client/Server-Architektur, die Durchführung von Datenmigrationen sowie das Risikomanagement in IT-Projekten.
Was war das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel war die Überführung der veralteten Datenbank in eine zeitgemäße Systemumgebung, die Implementierung eines Mehrbenutzerzugriffs sowie die fehlerfreie Migration von über 15.000 Datensätzen.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?
Der Autor stützt sich auf Literatur zu Reengineering-Konzepten (z.B. Chikofsky und Cross, Sneed) und wendet diese auf das praktische Fallbeispiel an, insbesondere durch Systemanalysen, Entity-Relationship-Modellierung und iterative Testverfahren.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Reengineerings, die konzeptionelle Planung des Zielsystems und die konkrete technische Durchführung inklusive der Problemlösung bei der Migration und Skript-Syntax-Fehlern.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Reengineering, Legacy-System-Migration, Datenbankentwurf, SQL Server, VBA und Prozess-Wartung charakterisieren.
Warum war die Migration der Daten eine besondere Herausforderung?
Die größte Herausforderung war die unkonventionelle Struktur des ursprünglichen Datenbankschemas, das kaum Beziehungen auf Datenbankebene aufwies, sowie die fehlende Dokumentation der Anwendung.
Welche Lösung wurde für die technischen Probleme bei der SQL-Skript-Generierung gefunden?
Das Problem lag in inkompatiblen Syntax-Elementen ("default") im SQL-Skript für den Server 2012; die Lösung bestand in der Verwendung des Profils für den SQL-Server 2008 zur Generierung, was technisch einwandfrei funktionierte.
- Quote paper
- Florian Münch (Author), 2016, Reengineering und Datenmigration einer Rückwaren-Datenbank in eine neue Systemumgebung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318293