Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik

Corporate Social Responsibility im Spannungsfeld von Business Case und Moral Case

Titel: Corporate Social Responsibility im Spannungsfeld von Business Case und Moral Case

Bachelorarbeit , 2016 , 58 Seiten

Autor:in: Michael Schweipert (Autor:in)

BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit wird, nach der Herleitung einer Definition des Untersuchungsgegenstandes CSR und einer Darstellung des Spannungsfeldes zwischen Business Case und Moral Case (Kapitel 2), diese beiden divergenten unternehmensethischen Positionen zu CSR in Kapitel 3 und 4 systematisch darstellen und kritisch würdigen. Anschließend wird in Kapitel 5 mittels einer kritisch vergleichenden Analyse der Versuch eines Brückenschlags zwischen beiden Positionen unternommen.

Weil Unternehmen in hohem Maße zur Verbesserung oder Verschlechterung der ökologischen, sozialen oder ökonomischen Situation einer Gesellschaft beitragen können, sind sie gleichzeitig Adressat großer Hoffnungen und Befürchtungen. In Anbetracht dieser Machtsituation zwischen privater Wirtschaft und Nationalstaaten steigen auch die Erwartungen an den Wirtschaftssektor vermehrt Verantwortung für gesellschaftliche Probleme zu übernehmen und das entstandene Machtvakuum gewissenhaft zu füllen.
Eine Unternehmensethik in diesem Sinne ist dabei nicht frei von inneren Spannungen. Während der Staat über Steuern, Abgaben und die Erhöhung der Staatsverschuldung Einkommen generiert, muss der private Wirtschaftssektor zunächst einmal Gewinn erwirtschaften, um seinen dauerhaften Bestand zu sichern. Lange wurde deshalb die Verknüpfung von finanziellem Erfolg und der Übernahme von Verantwortung als ein Oxymoron bezeichnet. Man müsse sich eben entscheiden, entweder Gewinn oder Ethik. Nach dieser Lesart ist die Übernahme von Verantwortung den guten Zeiten vorbehalten, während in schlechten Zeiten die Moral schlicht nicht zu finanzieren ist.

Im Bewusstsein dieses Problems haben sich zwei divergente Positionen zu CSR herausgebildet. Auf der einen Seite der sog. Business Case, der mittels einer ökonomischen Instrumentalisierung von moralischen Wertvorstellungen aus dem Kostenfaktor Ethik, einen Erfolgsfaktor Ethik machen will. Klug umgesetzte Ethik koste demnach kein Geld, sondern lasse sich vielmehr zum Motor des ökonomischen Erfolgs machen. Auf der anderen Seite steht der sog. Moral Case, der eingesteht: Ja, Ethik kostet Geld! Aber der private Wirtschaftssektor sei eben nicht nur der eigenen Gewinnmaximierung, sondern als gesellschaftliche Institution auch dem Gemeinwohl verpflichtet. Verantwortbar sei eben nicht der maximale, sondern der legitime Gewinn, welcher oftmals genügend Raum für ein erfolgreiches Wirtschaften lasse.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Corporate Social Responsibility – Annäherung an einen Begriff

2.1 Definitionen in Politik, Praxis und Literatur

2.2 Systematisierung von CSR

2.3 Das Spannungsfeld zwischen Business Case und Moral Case

3. CSR als Business Case

3.1 Die Theorie des Business Case

3.2 Unternehmerisches Handeln als Verantwortungsgegenstand

3.2.1 Moralische Konflikte entlang der Wertschöpfungskette

3.2.2 Die moralische Qualität der Wertschöpfungsaufgabe

3.2.2.1 Die Schaffung neuer Märkte

3.2.2.2 Social Entrepreneurship – Die Moral als Markenkern

3.2.3 CSR jenseits der Wertschöpfung

3.3 Mögliche Erfolgswirkungen von CSR

3.3.1 Vorökonomische Erfolgswirkungen

3.3.2 Ökonomische Erfolgswirkungen

3.3.2.1 Problematik einer empirischen Überprüfung des Business Case

3.3.2.2 Der differenzierte CSP-/CFP-Link

3.4 Kritische Würdigung

4. CSR als Moral Case

4.1 Kritik am Gewinnprinzip und an der Ideologie des freien Marktes

4.2 Integrative Unternehmensethik

4.2.1 Das dualistische Grundmodell der Unternehmung

4.2.2 Der ethische Integrationsgrad

4.3 Der Stakeholder-Ansatz des Responsible Leadership

4.4 Der Integrity Case

4.5 Kritische Würdigung

5. Der Brückenschlag zwischen Business Case und Moral Case

5.1 Die normative Unzulänglichkeit des Business Case

5.2 Der moralisch fundierte Business Case

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Spannungsfelder zwischen ökonomisch motivierter Unternehmensverantwortung (Business Case) und moralisch begründeter Verantwortung (Moral Case), um zu bewerten, wie Unternehmen den Konflikt zwischen Gewinnmaximierung und ethischem Handeln in einer globalisierten Wirtschaft auflösen können.

  • Analyse der Definition und Systematisierung von CSR.
  • Gegenüberstellung und kritische Würdigung von Business Case und Moral Case.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Corporate Social Performance (CSP) und Corporate Financial Performance (CFP).
  • Entwicklung eines Konzepts für einen "moralisch fundierten Business Case" als Brückenschlag.

Auszug aus dem Buch

Die moralische Qualität der Wertschöpfungsaufgabe

Dieses Beispiel leitet direkt über zur moralischen Qualität der Wertschöpfungsaufgabe. Die Instrumentalisierung ethischen Handelns ist nämlich nicht auf den Wertschöpfungsprozess begrenzt, sondern kann auch gezielt zur Schaffung neuer Märkte eingesetzt werden. Charakteristisch für den Business Case ist hierbei, dass diese Geschäftsmodelle einerseits moralische Probleme zumindest mildern sollen, andererseits aber gerade aufgrund der vermuteten Absatzmöglichkeiten in die Tat umgesetzt werden.

3.2.2.1 Die Schaffung neuer Märkte

Eine wichtige Ebene besteht demnach in der Schaffung neuer Märkte, auf denen moralische Anliegen gewinnbringend realisiert werden können (Schreck 2011, S. 754). Zentral ist hierbei nicht (nur) der Entstehungsprozess, sondern das Produkt selbst oder zumindest das Ideal, welches mit diesem assoziiert wird. Die moralische Wertigkeit kann eine Nische in einem bestehenden Markt bilden oder vollständig neue Märkte kreieren.

So war lange Zeit der Einstieg in den deutschen Lebensmitteleinzelhandel aufgrund der Stärke der Discounter praktisch unmöglich (siehe das Scheitern von Wal-Mart in Deutschland), bis sich ein Marktsegment für Bio-Supermärkte aufgetan hat. Alnatura & Co. verbinden also den nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln mit der klassischen betriebswirtschaftlichen Strategie der Nischenfindung auf einem gesättigten Markt. Dean&David bedienen das Bedürfnis vieler Kunden nach einem gesunden Snack, abseits von Döner und Fast Food Ketten. Und selbst McDonald’s bietet mittlerweile Bio-Burger und Salate an, um die Nachfrage der gesundheitsbewussten Großstadtklientel bedienen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung der zunehmenden Bedeutung von CSR vor dem Hintergrund globaler wirtschaftlicher Entwicklungen und der Machtverschiebung zwischen Nationalstaaten und Unternehmen.

2. Corporate Social Responsibility – Annäherung an einen Begriff: Herleitung einer Definition von CSR sowie Systematisierung entlang der Dimensionen Profit, Menschen und Planet.

3. CSR als Business Case: Untersuchung des instrumentell-ökonomischen Ansatzes, bei dem CSR als strategischer Erfolgsfaktor zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit eingesetzt wird.

4. CSR als Moral Case: Analyse der Position, die gesellschaftliche Verantwortung als originäre Verpflichtung von Unternehmen begreift, unabhängig von unmittelbarer ökonomischer Rentabilität.

5. Der Brückenschlag zwischen Business Case und Moral Case: Entwicklung eines "moralisch fundierten Business Case" als pragmatischer Kompromiss zwischen ethischem Anspruch und ökonomischer Notwendigkeit.

6. Fazit: Resümee über die Notwendigkeit einer pragmatischen Herangehensweise, bei der moralische Grundsätze die Basis für ein verantwortungsvolles Gewinnstreben bilden.

Schlüsselwörter

Corporate Social Responsibility, CSR, Business Case, Moral Case, Unternehmensethik, Gewinnmaximierung, Nachhaltigkeit, Stakeholder-Ansatz, Wertschöpfungskette, Responsible Leadership, Markttransparenz, Corporate Citizenship, ökonomische Erfolgswirkungen, Moralisierung der Märkte, Integrierte Unternehmensführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Publikation im Kern?

Die Arbeit analysiert die theoretischen und praktischen Spannungsfelder zwischen zwei Sichtweisen auf unternehmerische Verantwortung: dem Business Case, bei dem Ethik als ökonomischer Erfolgsfaktor dient, und dem Moral Case, der Ethik als originäre gesellschaftliche Pflicht definiert.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Publikation behandelt die Definition von CSR, die strategische Implementierung von Ethik in die Wertschöpfungskette, die empirische Messbarkeit von Erfolgswirkungen und Ansätze zur integrativen Unternehmensführung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, wie Unternehmen ihren originären wirtschaftlichen Zweck mit der wachsenden gesellschaftlichen Erwartung nach verantwortungsvollem Handeln vereinbaren können, ohne ihre Existenzgrundlage zu gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der kritischen Systematisierung bestehender unternehmensethischer Konzepte, ergänzt durch eine vergleichende Analyse der Argumentationslogik verschiedener Forschungsströmungen.

Welcher Aspekt steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Gegenüberstellung des Business Case und des Moral Case, wobei insbesondere aufgezeigt wird, welche Rolle moralische Konflikte innerhalb der Wertschöpfungskette spielen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Corporate Social Responsibility, Business Case, Moral Case, Unternehmensethik, Nachhaltigkeit und Stakeholder-Ansatz sind die prägenden Begriffe.

Wie unterscheidet sich der "moralisch fundierte Business Case" von rein ökonomischen Ansätzen?

Er unterscheidet sich dadurch, dass er moralische Prinzipien als unbedingtes Fundament voranstellt, an denen sich das Gewinnstreben ausrichten muss, anstatt Ethik lediglich als Mittel zum Zweck für ökonomische Renditen zu nutzen.

Welche Rolle spielen "Moralisierung der Märkte" und "Moralisierung des Managements"?

Diese Konzepte beschreiben den Prozess, in dem durch gesellschaftlichen Druck (z.B. kritische Konsumenten) oder durch eine innere ethische Haltung des Managements Standards etabliert werden, die über gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehen.

Ende der Leseprobe aus 58 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Corporate Social Responsibility im Spannungsfeld von Business Case und Moral Case
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Personalführung und Organisation)
Autor
Michael Schweipert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
58
Katalognummer
V318353
ISBN (eBook)
9783668175082
ISBN (Buch)
9783668175099
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Corporate Social Responsibility CSR Business Case Moral Case Unternehmensverantwortung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Schweipert (Autor:in), 2016, Corporate Social Responsibility im Spannungsfeld von Business Case und Moral Case, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318353
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  58  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum