Die vorliegende Zusammenfassung gibt einen Überblick zu den Beiträgen der Autoren Kanner, Asperger, Heller und Rett in den "Leitlinien zu psychischen Störungen im Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalter (S2k)" der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
Es werden die Symptomatik bei unterschiedlichen Autismusformen, die Prävalenz, Differentialdiagnosen, die Komorbidität, die Ätiologie sowie folgende Therapieverfahren (Medikamentöse Therapie, Verhaltenstherapie, TEACCH, TSF, Soziale Geschichten, ToM-Training, PECS, FC, ergänzende Maßnahmen, Floor-Time, Festhaltetherapie, häusliches Therapieprogramm, Videoberatung) aufgeführt.
Anschliessend befasst sich die Arbeit mit Diagnoseverfahren.
Inhaltsverzeichnis
Beiträge von Kanner, Asperger, Heller, Rett
Symptomatik und Klassifikation
Prävalenz:
Differentialdiagnosen
Komorbidität
Ätiologie
Verlauf
Therapieverfahren
Medikamentöse Therapie
Intensive globale Verhaltenstherapie
TEACCH
TSF
Soziale Geschichten
ToM-Training
PECS
FC
Ergänzende Maßnahmen
Floor Time- Programm
Festhaltetherapie
häusliches Therapieprogramm
Videoberatung
Diagnoseverfahren
BADO (Basisdokumentationssystem für KJP)
CHAT (Checklist for Autism in Toddlers)
U-Checklisten des Regionalverbandes „Hilfe für das autistische Kind“
CESA (Checkliste zur Erfassung früher Symptome bei Autismus)
KCFA (Komorbiditätscheckliste frühkindlicher Autismus)
EEFA (Elternexplorationsschema für frühkindlichen Autismus)
Achse VI (ICD-10)
CAV (Checkliste adaptiven Verhaltens)
BSFA (Beobachtungsschema für frühkindlichen Autismus)
ADOS (Beobachtungsskala für Autistische Störungen)
FEFA (Frankfurter Test und Training des Erkennens von fazialem (zum Gesicht gehörend) Affekt)
FSK (Fragebogen zur sozialen Kommunikation)
ADR-I (Diagnostisches Interview für Autismus – revidiert)
K-SADS-PL (Kiddie Schedule for Affective Disorders and Schizophrenia Present/Lifetime)
CBCL4-18 (Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen)
WET (Elternfragebogen des Wiener Entwicklungstests)
PEP-R (Entwicklungs- und Verhaltensprofil für Kinder). (AAPEP), Jugendliche, Erwachsene
- Entwicklungsskala
Leitlinien zur Diagnostik, Verlaufskontrolle, Beratung und Therapie bei autistischen Störungen (Poustka, Bölte, Feneis-Matthews, Schmötzer 2008)
L1: Früherkennung
L2: Exploration und Befragung der Bezugspersonen
Sektion 1: Autistische Symptomatik des Kindes/ Jugendlichen/ Erwachsenen
Sektion 2: Entwicklungsgeschichte und medizinische Anamnese
Sektion 3: Psychiatrische Komorbidität und Differenzialdiagnose
Sektion 4: Adaptive Fähigkeiten/ Funktionsniveau
Sektion 5: Therapie und Familienanamnese
Leitlinie 3: Verhaltensbeobachtung und/oder Exploration und Verhaltensanalyse
Leitlinie 4: Testpsychologische Untersuchung
Leitlinie 5: Körperliche und neurologische Untersuchung
Leitlinie 6: Multitaxiale Klassifikation
Leitlinie 7: Verlaufskontrolle
Leitlinie 8: Indikationen für ambulante, teilstationäre und stationäre Therapie
Leitlinie 9: Eltern- und Familienberatung/Selbsthilfe
Leitlinie 10: Eltern- und Erziehertraining
Leitlinie 11: Verhaltenstherapie und Frühförderung
Leitlinie 12: Sprachanbahnung
Leitlinie 13: TSF
Leitlinie 14: Ergänzende Maßnahmen
Leitlinie 15: Alltagsstrukturierung, wohnen zu hause, externe Betreuung
Leitlinie 16: Kindergarten, Beschulung, Hilfe bei der Arbeitssuche
Leitlinie 17: Krisenintervention
Leitlinie 18: Medikamentöse Intervention
STEP-Programm bzw. STEP-Curriculum
STEP-Curriculum: Trainingsaufgaben für Kinder mit ASS
1. Aufmerksamkeit, Blickkontakt und gemeinsamer Blickbezug
2. Zuordnen
3. Imitation
4. Sprachverständnis
5. Erste Äußerungen
6. Erweiterte Kommunikation
7. Spiel- und Sozialverhalten
Sonstiges
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über autistische Störungen, deren Symptomatik, Diagnostik und therapeutische Interventionsmöglichkeiten. Ziel ist es, sowohl die historischen Beiträge zur Erforschung des Autismus aufzuarbeiten als auch evidenzbasierte sowie komplementäre Therapieansätze und Diagnoseverfahren praxisnah darzustellen, um Betroffenen und Angehörigen eine strukturierte Orientierung im Umgang mit der Störung zu bieten.
- Historische Einordnung und Klassifikation autistischer Störungen
- Ätiologische Theorien und neuropsychologische Modelle
- Detaillierte Übersicht diagnostischer Verfahren und Screening-Instrumente
- Evidenzbasierte Therapiemethoden (u.a. Verhaltenstherapie, TEACCH, TSF)
- Strukturierte Förderprogramme (STEP-Curriculum) zur Alltagsbewältigung
Auszug aus dem Buch
3. Imitation
Gründe:
- Wichtig beim Aufbau der kognitiven, kommunikativen und sozialen Fähigkeiten
- Beim Nachahmen von Mundbewegungen etc. werden wichtige Grundlagen für das Verständnis von Kontingenzen, Kommunikation und Sozialverhalten geschaffen
- Ohne Nachahmen wäre das Lernen sozialer Regeln, Erwerb von Spielfähigkeiten, Selbstversorgung wie Zähneputzen schwierig
Normale Entwicklung:
- 1. Jahr: ahmen Gesten wie „tschüss“ nach. So tun, als ob sie aus leerer Tasse trinken
- 2. Jahr: können zweigliedrige Handlungen und zurückliegende Handlungen nachahmen
Autistische Entwicklung:
- Schwierigkeiten, Handlungen nachzuahmen
Individuelle Schlüsselfragen:
- Ahmt ihr Kind mit sensorischen Materialien besser nach? (Dreheffekt, Schalter)
- Ahmt es besser mit Musik nach? (Instrumente, Sprachlieder)
- Ahmt es besser in Tisch oder Spielsituationen nach?
Zusammenfassung der Kapitel
Beiträge von Kanner, Asperger, Heller, Rett: Historischer Abriss über die Erstbeschreiber des Autismus und ihre klinischen Beobachtungen.
Symptomatik und Klassifikation: Darstellung der diagnostischen Kriterien gemäß ICD-10 und Definitionen verschiedener Ausprägungen wie frühkindlicher Autismus oder Asperger-Syndrom.
Prävalenz: Statistische Daten zur Häufigkeit der unterschiedlichen autistischen Störungen.
Differentialdiagnosen: Abgrenzung von Autismus gegenüber anderen psychischen Störungen und Entwicklungsverzögerungen.
Komorbidität: Übersicht über häufig mit Autismus auftretende Begleiterkrankungen wie Intelligenzminderung oder Epilepsie.
Ätiologie: Zusammenfassung biologischer, genetischer und neuropsychologischer Hypothesen zur Entstehung des Autismus.
Verlauf: Beschreibung der altersabhängigen Symptomatik und typischer Entwicklungsphasen bei Autismus.
Therapieverfahren: Vorstellung therapeutischer Ansätze, unterteilt nach ihrem Grad der empirischen Absicherung.
Diagnoseverfahren: Auflistung spezifischer Screening- und Diagnoseinstrumente für verschiedene Altersgruppen.
Leitlinien zur Diagnostik, Verlaufskontrolle, Beratung und Therapie bei autistischen Störungen (Poustka, Bölte, Feneis-Matthews, Schmötzer 2008): Praktischer Leitfaden zur klinischen Vorgehensweise bei Diagnostik und Therapieplanung.
STEP-Programm bzw. STEP-Curriculum: Erläuterung des strukturierten Trainingskonzepts zur Förderung autistischer Kinder.
STEP-Curriculum: Trainingsaufgaben für Kinder mit ASS: Konkrete Übungsmodule zur Förderung spezifischer Fertigkeiten wie Aufmerksamkeit, Imitation und Kommunikation.
Sonstiges: Klärung häufiger Irrtümer und Begriffe im Kontext des autistischen Spektrums.
Schlüsselwörter
Autismus, Asperger-Syndrom, Frühförderung, Verhaltenstherapie, TEACCH, Kommunikation, Sozialverhalten, Diagnostik, Entwicklung, Komorbidität, Imitation, Sprachverständnis, Elternberatung, Symptomatik, STEP-Curriculum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht über das gesamte Spektrum autistischer Störungen, angefangen bei den historischen Grundlagen bis hin zu modernen Therapie- und Diagnosekonzepten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen Symptombeschreibungen, Ätiologie, Differentialdiagnostik, evidenzbasierte Behandlungsmethoden sowie konkrete Trainingsprogramme für den Alltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Vermittlung von aktuellem Wissen über Autismus, um Therapeuten, Pädagogen und Eltern eine fundierte Basis für eine effektive Therapie und Förderung der Betroffenen zu geben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden erwähnt?
Es werden verschiedene klinische Verfahren besprochen, insbesondere verhaltenstherapeutische Ansätze (ABA/Lovaas), TEACCH, sowie neuropsychologische Diagnostikverfahren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit Diagnoseverfahren, therapeutischen Interventionsleitlinien und praktischen Trainingsaufgaben des STEP-Curriculums.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Autismus-Spektrum-Störung, Verhaltenstherapie, Frühförderung, Diagnostik, Kommunikation und Förderung sozialer Kompetenzen.
Wie unterscheidet sich die "Natürliche Lernmethode" vom "Diskreten Lernformat"?
Das diskrete Lernformat ist stark strukturiert und therapeutenzentriert (Tischsituationen), während die natürliche Lernmethode kindzentriert ist und das Gelernte direkt in Alltagshandlungen und Spielsituationen integriert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen verschiedenen Diagnoseverfahren wie ADOS und ADI-R wichtig?
Diese Verfahren haben unterschiedliche Schwerpunkte; während der ADI-R ein umfassendes diagnostisches Interview mit Bezugspersonen darstellt, fokussiert ADOS auf eine strukturierte Beobachtung der direkten Interaktion mit dem Betroffenen.
- Quote paper
- Mareike Korp (Author), 2010, Autismus. Diagnose, Therapie und STEP-Programm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318388