„Do what you can do best, outsource the rest“. Das klassische betriebswirtschaftliche Optimierungskonzept des Outsourcing, die Nutzung von externen Produktions- bzw. Dienstleistungsangeboten anstelle bisheriger unternehmensinterner Leistungen, hat bis heute nichts an seiner Aktualität verloren.
Letztendlich sind es i. d. R. zwei Gründe, die Unternehmen in der Praxis zum Outsour-cing bewegen: Kostenreduktion und das Know-how des am Outsourcingvorgang betei-ligten Partners – der Partner soll helfen, den outgesourcten Betrieb wirtschaftlicher zu betreiben. Die internationale, auf Outsourcing spezialisierte Unternehmensberatung GARTNER DEUTSCHLAND GMBH räumt allerdings jedem Outsourcingprojekt maximal eine Erfolgschance von 50 Prozent ein. Diese beim Outsourcing auftretenden Probleme resultieren oftmals aus einer unzureichenden Analyse des Outsourcingkonzeptes. Insbe-sondere arbeitsrechtliche Aspekte werden hierbei oftmals vernachlässigt, können aber erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen mit sich bringen bzw. geplante Kostenreduktionen, z.B. Tarifwechsel, zunichte machen. Nach genauerer arbeitsrechtlicher Betrach-tung der Konsequenzen, die mit Outsourcing verbunden sind, ist dann in vielen Fällen Outsourcing auch nicht das geeignete Werkzeug um wirtschaftlicher bestimmte Leistungen zu erbringen.
Ziel dieser Arbeit ist daher die Darstellung arbeitsrechtlicher Probleme des Outsourcing in den Bereichen der individuellen Arbeitsverhältnisse, des Tarifvertrags und der Be-triebsverfassung.
Gang der Untersuchung und Abgrenzungsfragen
Um das obige Ziel der Arbeit verständlich zu vermitteln, erfolgt als Einführung in die Thematik im zweiten Kapitel der Arbeit eine betriebswirtschaftliche und arbeitsrechtli-che Darstellung der gängigen Realisationsformen des Outsourcing in der Praxis. Darauf aufbauend wird die Verankerung des Outsourcing im deutschen Recht aufgezeigt. Je nach Realisationsform des Outsourcing sind hier verschiedene arbeitsrechtliche Konse-quenzen zu beachten. Diese und weitere Konsequenzen bzw. Probleme des Outsourcing werden dann im dritten Kapitel der Arbeit für die ausgewählten Bereiche des Arbeits-rechtes dargestellt. Das vierte Kapitel der Arbeit fasst abschließend die dargestellten Sachverhalte zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der rechtlichen Aspekte des Outsourcing.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung und Abgrenzungsfragen
2 Begriffliche Grundlagen des Outsourcing
2.1 Grundlagen und Realisationsformen des Outsourcing in der Praxis
2.2 Grundlagen der arbeitsrechtlichen Verankerung des Outsourcing
3 Arbeitsrechtliche Probleme des Outsourcing
3.1 Auswirkungen auf das einzelne Arbeitsverhältnis
3.2 Auswirkungen auf den Tarifvertrag
3.3 Auswirkungen auf die Betriebsverfassung
4 Zusammenfassende Betrachtung und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die arbeitsrechtlichen Implikationen von Outsourcing-Prozessen in Deutschland, mit dem Ziel, die rechtlichen Rahmenbedingungen und Konsequenzen für Unternehmen und Arbeitnehmer bei verschiedenen Realisationsformen darzustellen und kritisch zu bewerten.
- Analyse der arbeitsrechtlichen Grundlagen für verschiedene Outsourcing-Modelle
- Untersuchung der Auswirkungen von Betriebsübergängen nach § 613a BGB auf individuelle Arbeitsverhältnisse
- Bewertung der tarifrechtlichen Konsequenzen und potenzieller Tarifveränderungen
- Erläuterung der betriebsverfassungsrechtlichen Mitbestimmungsrechte bei Betriebsänderungen
- Darstellung der wirtschaftlichen Risiken und praktischen Handlungsnotwendigkeiten bei Outsourcing-Projekten
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
„Do what you can do best, outsource the rest“. Das klassische betriebswirtschaftliche Optimierungskonzept des Outsourcing, die Nutzung von externen Produktions- bzw. Dienstleistungsangeboten anstelle bisheriger unternehmensinterner Leistungen, hat bis heute nichts an seiner Aktualität verloren. Die im Januar 2004 erschienende Ausgabe des Manager Magazins beschäftigt sich beispielsweise in einem mehrseitigen Artikel mit diesem Thema – allerdings nur sehr oberflächlich und aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht. Gründe für das Outsourcing interner Leistungen sind in diesem Artikel z. B. die Flexibilisierung von Organisationsstrukturen oder die Reduktion und Kontrolle von Betriebskosten, wie z. B. bei der Infineon AG. Der Chiphersteller hat als eines der ersten deutschen Unternehmen seit Januar 2004 die gesamte Gehalts- und Spesenabrechnung vollständig auf den externen Dienstleister Electronic Data Systems (EDS) übertragen.
Letztendlich sind es i. d. R. zwei Gründe, die Unternehmen in der Praxis zum Outsourcing bewegen: Kostenreduktion und das Know-how des am Outsourcingvorgang beteiligten Partners – der Partner soll helfen, den outgesourcten Betrieb wirtschaftlicher zu betreiben. Die internationale, auf Outsourcing spezialisierte Unternehmensberatung GARTNER DEUTSCHLAND GMBH räumt allerdings jedem Outsourcingprojekt maximal eine Erfolgschance von 50 Prozent ein. Diese beim Outsourcing auftretenden Probleme resultieren oftmals aus einer unzureichenden Analyse des Outsourcingkonzeptes. Insbesondere arbeitsrechtliche Aspekte werden hierbei oftmals vernachlässigt, können aber erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen mit sich bringen bzw. geplante Kostenreduktionen, z.B. Tarifwechsel, zunichte machen. Nach genauerer arbeitsrechtlicher Betrachtung der Konsequenzen, die mit Outsourcing verbunden sind, ist dann in vielen Fällen Outsourcing auch nicht das geeignete Werkzeug um wirtschaftlicher bestimmte Leistungen zu erbringen.
Ziel dieser Arbeit ist daher die Darstellung arbeitsrechtlicher Probleme des Outsourcing in den Bereichen der individuellen Arbeitsverhältnisse, des Tarifvertrags und der Betriebsverfassung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Outsourcings ein, benennt die wirtschaftlichen Beweggründe sowie die Forschungsziele und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2 Begriffliche Grundlagen des Outsourcing: Hier werden die verschiedenen Realisationsformen des Outsourcings in der Praxis erläutert und die arbeitsrechtliche Verankerung im deutschen Recht, insbesondere der Bezug zu § 613a BGB, dargestellt.
3 Arbeitsrechtliche Probleme des Outsourcing: Dieses zentrale Kapitel analysiert detailliert die Auswirkungen des Outsourcings auf individuelle Arbeitsverhältnisse, Tarifverträge und die Betriebsverfassung unter Berücksichtigung relevanter Rechtsnormen und Rechtsprechung.
4 Zusammenfassende Betrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst die arbeitsrechtlichen Konsequenzen zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Handhabung der rechtlichen Aspekte im Outsourcing-Kontext.
Schlüsselwörter
Outsourcing, Arbeitsrecht, Betriebsübergang, § 613a BGB, Individualarbeitsverhältnis, Tarifvertrag, Betriebsverfassung, Mitbestimmung, Betriebsänderung, Fremdvergabe, Abspaltung, Sozialplan, Rechtssicherheit, Arbeitnehmerrechte, Personalabbau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die arbeitsrechtlichen Herausforderungen und Problemstellungen, die bei der Auslagerung von betrieblichen Leistungen (Outsourcing) in einem Unternehmen auftreten können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung fokussiert sich auf die drei Bereiche individuelle Arbeitsverhältnisse, tarifvertragliche Regelungen sowie die Mitbestimmungsrechte im Rahmen der Betriebsverfassung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die arbeitsrechtlichen Konsequenzen von Outsourcing-Entscheidungen darzustellen, damit Unternehmen die rechtlichen Risiken bei der Planung und Umsetzung solcher Projekte besser einschätzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse, die einschlägige Gesetze wie das BGB, das UmwG, das BetrVG sowie relevante Gerichtsurteile (EuGH, BAG) untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erörtert die rechtlichen Folgen für das einzelne Arbeitsverhältnis (insbesondere § 613a BGB), den Status von Tarifverträgen nach dem Betriebsübergang und die Beteiligungsrechte des Betriebsrats bei Betriebsänderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Outsourcing, Betriebsübergang nach § 613a BGB, Arbeitsverhältnis, Tarifvertrag, Betriebsverfassung und Mitbestimmung.
Welche Rolle spielt der Betriebsübergang nach § 613a BGB in der Arbeit?
§ 613a BGB fungiert als zentrale Rechtsnorm, die definiert, wie Arbeitsverhältnisse bei einem Betriebsübergang auf einen neuen Inhaber übergehen und welche Schutzrechte den Arbeitnehmern dabei zustehen.
Kann man durch Outsourcing einen Tarifwechsel erzwingen?
Die Arbeit zeigt, dass Outsourcing zwar theoretisch zur Kostenreduktion mittels Tarifwechsel genutzt werden kann, jedoch die gesetzliche Übergangssperre und die geltende Rechtsprechung die praktische Umsetzung erschweren und juristisch komplex machen.
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- Andreas Weth (Author), 2004, Outsourcing und Arbeitsrecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31839