Möglichkeiten und Rolle der Beobachtung im individualisierten Unterricht


Hausarbeit, 2014

13 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Die Notwendigkeit der Beobachtung im Unterricht ...2

2. Möglichkeiten und die Rolle der Beobachtung im individualisierenden Unterricht ...2
2.1 Der Begriff „Beobachtung“ ...2
2.2 Der Prozess der Beobachtung ...3
2.2.1 Empfindung/ Reiz ...3
2.2.2 Wahrnehmungen ...4
2.2.3 Beobachtung ...4
2.3 Von der Beobachtung zur Beurteilung ...4
2.3.1 Beschreibung ...4
2.3.2 Beurteilung ...5
2.4 Aspekte der Beobachtung ...5
2.5 Methoden der Beobachtung ...6
2.5.1 Indirekte Beobachtung ...6
2.5.2 Direkte Beobachtung ...8
2.6 Rolle der Beobachtung im individualisierten Lernen ...8
2.7 Umgang mit Fehlern im individualisierenden Unterricht ...9

3. Ergebnisse der Beobachtungsfragen ...10

4. Ausblick ...12

5. Literaturverzeichnis ...13

1. Die Notwendigkeit der Beobachtung im Unterricht

„Fangt also damit an, eure Schüler besser zu studieren, denn ihr kennt sie bestimmt nicht“ (Rousseau / Schöningh1762/1995, S. 6) Schon Jean-Jacques Rousseau erkannte die Wichtigkeit des Beobachtens. Aber Beobachten ist mehr als Zuschauen. Im pädagogisch-diagnostischen Prozess sind Beobachtungsergebnisse Grundlage zur Förderplanung, Unterrichtsplanung, Bewertung von Schülerleistungen bis hin zur Beurteilung der Schülerpersönlichkeit. Auf der Grundlage von Beobachtungsergebnissen werden Lebensperspektiven von Schülern mit beeinflusst. Deshalb müssen Beobachtungen sehr sorgfältig und vorsichtig vorgenommen werden. Im Folgenden werden der Begriff Beobachtung, der Prozess des Beobachtens und die Bedingungsfaktoren genauer analysiert.

2. Möglichkeiten und die Rolle der Beobachtung im individualisierenden Unterricht

2.1 Der Begriff „Beobachtung“

Zunächst soll der Begriff „Beobachtung“ geklärt werden. In der Literatur lassen sich hierzu viele verschiedene Definitionen finden. Nach Graumann und Heckhausen ist Beobachtung „die absichtliche, aufmerksam selektive Art des Wahrnehmens, die ganz bestimmte Aspekte auf Kosten von anderen … beachtet. Gegenüber dem üblichen Wahrnehmen ist das beobachtende Verhalten planvoller, selektiver, von einer Suchhaltung bestimmt und von vornherein auf die Möglichkeit der Ausweitung des Beobachteten im Sinne der übergreifenden Absicht gerichtet.“ (Graumann / Heckhausen 1973, S. 15)

Silenius hebt in seiner Definition noch mehr den subjektiven Charakter der Beobachtung hervor: „Was wir beobachten und wahrnehmen ist nie das „wahre“ Abbild der Wirklichkeit. Stets wählen wir unter den Reizen aus, die auf uns einströmen. Objektives Wahrnehmen ist nicht möglich. Was wir in Lebenssituationen oder auch in Problemen wahrnehmen oder behalten, hängt von den Filtern ab, die wir selbst in die Situationen mit einbringen. Wahrnehmend wählen wir aus. Unser Wahrnehmen ist wie das Erinnern selektiv. Vorurteile sind selektive Filter.“ (Silenius 1966, S. 20)

Daraus lassen sich folgende Eigenschaften der Beobachtung folgern: Beobachtungen sind zielbewusst, aufmerksam, absichtlich, planmäßig und subjektiv vom Beobachtenden bestimmt.

Beobachtungen hängen von vielen Faktoren ab:

- von unseren Erwartungen
- von unseren Erfahrungen
- von unseren Interessen und Bedürfnissen
- von unseren momentanen Verfassung
- von unserer momentanen Einstellung und Werthaltung
- von der Art, Intensität, Anzahl und Häufigkeit der Reize
- von der Begrenztheit unserer Wahrnehmungsfähigkeit (vgl. Langer et. al. 1993, S. 14)

2.2 Der Prozess der Beobachtung

Beobachten ist ein komplizierter Prozess. Will man Beobachten als Phänomen erläutern, ist zwischen der Stufe des Empfindens, der Stufe der Wahrnehmung und der Stufe der Beobachtung zu unterscheiden. (vgl. Weigert / Weigert 1993, S. 11)

2.2.1 Empfindung/ Reiz

Im Alltag begegnen wir einer Vielzahl an Reizen, die auf uns einströmen, aber viele erreichen uns nur so schwach, dass sie uns erst gar nicht bewusst werden. Diejenigen Außenreize, die die Bewusstseinsschwelle überschreiten, gewissermaßen nach Überwindung eines physischen Filters, nennt man Empfindungen.

Sie sind das Rohmaterial für die Beobachtung. Reize, die die Bewusstseinsschwelle nicht überschreiten, sind für die Beobachtung irrelevant. Welche Reize man wahrnimmt und welche nicht, hängt grundsätzlich von den physiologischen Vorbedingungen eines jeden einzelnen ab. Allerdings können wir unsere Aufmerksamkeit gezielt beeinflussen, welche Reize unser Bewusstsein erreichen sollen. Unserer Hörfähigkeit z.B. sind Grenzen gesetzt, aber trotzdem können wir bestimmte Töne hören, wenn wir uns anstrengen, die wir normalerweise nicht hören würden.

Empfinden ist also nicht nur ein passiver Prozess, wir können auch ihn auch aktiv beeinflussen. Allerdings nicht si weitgehend, dass es ausschließlich vom Willen abhängt, ob man einen Reiz empfindet oder nicht. Die physiologischen Vorbedingungen lassen sich ebenso wenig beiseite schieben, wie Störungen ausgeklammert werden können. Bereits durch kleine Geräusche oder Verkehrslärm, der einen Gedankengang unterbricht, werden Reize verursacht, die aufgenommen werden, obwohl wir uns gerade bemühen, gerade jetzt andere Reize empfinden zu wollen. (vgl. ebd., S. 11f.)

2.2.2 Wahrnehmungen

Reize, die wir empfinden, bilden die Grundlage für Wahrnehmungen. Wir äußern uns im Normalfall aber nicht über einzelne Empfindungen, weil wir gewöhnt sind und es gelernt haben, einzelne Empfindungen im Kopf zu einem ganzheitlichen Bild zusammenzufassen.

Wir stellen nicht fest: „da ist eine grüne Fläche“, sondern „Petra trägt heute einen grünen Pullover“. Wir geben unsere Aussagen – schon im Denken - also nicht in Empfindungen wieder, sondern in Wahrnehmungen. Wahrnehmungen sind strukturierte Empfindungen.

In jeder Wahrnehmung sind auch unseren Erfahrungen und die dazugehörigen Interpretationen enthalten. Bestimmte Situationen können von verschiedenen Menschen anders wahrgenommen werden, weil sie die Reize in ihrem Bewusstsein verschieden anordnen und weil sie auf unterschiedlichen Erfahrungen basieren. Man könnte sagen: Wahrnehmen lernt man durch Erfahrung. (vgl. ebd., S. 12f.)

2.2.3 Beobachtung

Wahrnehmungen sind die Grundlage der Beobachtung. Die Beobachtung ist eine Art Spezialfall der Wahrnehmung, weil sie von unserem Willen gelenkt ist und auch oft schon auf ausgewählte Ereignisse konzentriert ist.

Die Schülerbeobachtung als Besonderheit der Beobachtung vollzieht in der Regel als „teilnehmende Beobachtung“. Die Lehrkraft ist gleichzeitig Interaktionspartner und Beobachtender, weil normalerweise kein Dritter als Beobachter verfügbar ist. (vgl. ebd., S. 14)

2.3 Von der Beobachtung zur Beurteilung

Die Gewinnung diagnostischer Information ist eine Voraussetzung für die Arbeit des Lehrers. Diese Informationen dienen nicht dem Selbstzweck, sie sind die Grundlage für Erziehung und Unterricht. Zur Gewinnung der diagnostischen Information gehören drei Schritte: Beobachtung – Beschreibung – Beurteilung. (vgl. Langer, Andreas et. al 1993, S. 13)

[...]


Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Möglichkeiten und Rolle der Beobachtung im individualisierten Unterricht
Hochschule
Universität Passau
Note
2,0
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V318417
ISBN (eBook)
9783668177482
ISBN (Buch)
9783668177499
Dateigröße
608 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beobachtung im Unterricht, Beobachtung Schule, individualisierter Unterricht
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Möglichkeiten und Rolle der Beobachtung im individualisierten Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318417

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