Die Relevanz der Motivationsdiagnostik. Modelle zum Messen von Motivation


Referat (Ausarbeitung), 2014

17 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedeutung der Motivation in unserem täglichen Leben

2. Falko Rheinberg

3. Definitionen zu Diagnostik

4. Motivationsdiagnostik im Alltag

5. Professionelle Motivationsdiagnostik

6. Pädagogische Diagnostik.

7. Identität als motivationale Quelle

8. Analyseschema

9. Erfassung motivationsrelevanter Tätigkeitsqualitäten

10. Thematischer Auffassungstest (TAT)

11. Fazit

12. Quellenverzeichnis

13. Anhang

1. Bedeutung der Motivation in unserem täglichen Leben

Eines der wichtigsten Bestandteile in unserem Leben ist das Thema Motivation. Dieser Begriff begleitet uns bereits von frühem Kindesalter an und spielt bis zuletzt eine große Rolle in unseren auszuführenden Handlungen und Tätigkeiten. Die Motivation ist entscheidend dafür, ob wir eine Tätigkeit gerne und mit Freude ausführen und ob wir nach einem bestimmten Ziel streben. Diverse Studien zeigen immer wieder auf welch enorme Bedeutung die Motivation auf unsere Lern- und Leistungserfolge hat. Motivierte Schüler können neue Lerninhalte besser aufnehmen und nachhaltig im Gedächtnis abspeichern. Des Weiteren zeigen Forschungen, dass die Intelligenz der Schüler schon längst nicht mehr für Erfolge und Misserfolge ausschlaggebend ist. Zahlreiche Motivationsmodelle dienen geradezu besonders im Lehrerberuf Schüler bei Laune zu halten und deren Motivation nicht nur kurzfristig aufzubauen sondern auch langfristig zu erhalten. Demotivierten Schülern fällt es schwer neues Wissen anzunehmen und zu einem späteren Zeitpunkt bei Lernzielkontrollen das Gelernte abzurufen. Demzufolge ist es vornehmlich, dass sich Lehrer verschiedenste Motivationskonzepte aneignen und ihren Schülern so geschickt zu Erfolgen führen und Misserfolge möglichst vermieden werden. Damit der Demotivation bei Schülern entgegengewirkt werden kann, bedarf es grundlegender Ansätze zur Intervention. Es gilt also herauszufinden welche individuellen Motive bei der Person vorliegen und mitwirken und über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Viele Pädagogen und Psychologen beschäftigen sich seit geraumer Zeit mit der Diagnostik von Motivation und entwickeln Testverfahren um die personenbezogenen Motive zu erfassen und zu messen. Anliegend lassen sich nicht nur die Motive eines Individuums erforschen, sondern lassen sich auch für die Motivation auf Gruppenebene diagnostizieren. Mehrere ausgearbeitete Verfahren und Instrumente sind bei der Analyse von Motivationsproblemen behilflich.

2. Falko Rheinberg

Professor Dr. Falko Rheinberg ist sowohl Autor als auch Psychologe. Bis Anfang des Jahres 2007 war Rheinberg Leiter der Abteilung für Allgemeine Psychologie. Zu seinen Arbeits- und Forschungsbereichen zählen Motivation, Emotion und Handlungssteuerung, wobei seine Forschungsinteressen auf Motivationspsychologie und Pädagogischer Psychologie spezifiziert sind. Rheinbergs Karriere beginnt in den 1960er Jahren mit einem Studium der Psychologie und Philosophie an der Universität Innsbrucks, gefolgt von einem Studium der Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum. An der Universität Bochum absolviert er zuerst eine Diplom-Vorprüfung der Psychologie und anschließend die Diplom- Hauptprüfung für Psychologen. Währenddessen war Falko Rheinberg als freier Mitarbeiter der Friedrich Krupp GmbH in der Stabsabteilung Personalentwicklung in Essen tätig. Bereits fünf Jahre nach Beendigung seiner Hauptprüfung promovierte Falko Rheinberg an der Universität Bochum im Bereich der Philosophie. Unterdessen zählt Rheinberg zu den wissenschaftlichen Mitarbeitern am Psychologischen Institut der Ruhr- Universität Bochum und pflegt Privat-Arbeitsverträge mit Prof. Dr. H. Heckhausen. Folglich gehörte Falko den wissenschaftlichen Angestellten am Psychologischen Institut der Ruhr-Universität Bochum am Lehrstuhl von Prof. Dr. H. Heckhausen an. In den frühen 1980er Jahren beginnt Rheinberg als Professor für Pädagogische Psychologie und Psychologische Interventionsmethoden am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg zu arbeiten. Anfang der 1990er Jahre wechselt Rheinberg zum Institut für Psychologie an die Universität Potsdam und arbeitet dort zunächst im Bereich der Pädagogischen und anschließend im Bereich der Allgemeinen Psychologie. Bis zuletzt war Falko Rheinberg als Professor für Allgemeine Psychologie II an der Universität Potsdam tätig.12

3. Definitionen zu Diagnostik

Betrachtet man den Begriff Diagnostik gesondert, so lässt sich dieser multilateral definieren.

„Die Wörter Diagnose und Diagnostik gehen zurück auf das griechische Verb ‚diagignoskein´, das unterschiedliche Aspekte eines kognitiven Vorgangs bezeichnet, vom Erkennen bis zum Beschließen. Das Verb bedeutet ‚gründlich kennenlernen´, ‚entscheiden´ und ‚beschließen´.“3

Die Herkunft dieses Begriffes lässt sich auch historisch bis zum Ursprung zurückverfolgen.

„Von der ursprünglichen Wortbedeutung her (dia: durch, hindurch, auseinander, gnosis: Erkenntnis) ist Diagnostik Erkenntnisgewinnung zur Unterscheidung zwischen Objekten. In allen Bereichen (z.B. Technik, Medizin, Psychologie) ist Diagnostik dabei keine Informationsansammlung zum Selbstzweck, sondern hat das Ziel Handeln zu optimieren. Die kann durch Selektion von Personen bzw. Objekten geschehen.“4

„Die Diagnostik ist entweder symptomatisch, d.h. sie begnügt sich mit dem Hervorheben der hervorragendsten Symptome (z.B. Fieber, Husten, Schmerzen, Wassersucht), ohne auf deren Ursache einzugehen, oder anatomisch, topographisch und zugleich ätiologisch, wenn sie die ihnen zugrunde liegenden Anatom Veränderungen der Organe und deren Ursache (Erreger) zu erforschen sucht.“5

Der Begriff Diagnostik lässt sich in mehrere Teilbereiche gliedern, wobei ein Sektor davon die psychologische Diagnostik beinhaltet.

„Psychologische Diagnostik (oder Psychodiagnostik) bezeichnet ein überwiegend anwendungsbezogenes Methodenfach der Psychologie mit dem Ziel interindividuelle Unterschiede im Verhalten und Erleben sowie intraindividuelle Merkmale und Veränderungen einschließlich ihrer jeweiligen Bedingungen so zu erfassen, dass hinlänglich präzise Vorhersagen künftigen Verhaltens und Erlebens sowie deren eventuelle Veränderung in definierten Situationen möglich werden.“6

4. Motivationsdiagnostik im Alltag

Die Motivationsdiagnostik begleitet uns stets im Alltag und basiert auf einer oberflächlichen Schnelldiagnose die jedermann anwenden kann. Eine Form der Motivationsdiagnostik im Alltag ist die Erlebens-Stichproben-Methode. Hierbei werden Testpersonen längerfristig herangezogen die sich verpflichten ihre individuelle aktuelle Beschäftigung zum Zeitpunkt eines Signaltons aufzuzeichnen. Beobachtungen zeigen dabei, dass sich diese Probanden nur selten in Phasen befinden, in denen sie bewusst darüber nachdenken warum und wozu sie gerade diese Tätigkeit ausführen. Grund dafür ist, dass gewöhnlich „schon der Kontext und Besonderheiten der Handlungsausführung die Art von Informationen zum Handeln unserer Mitmenschen, die uns genügen“7 liefern. Diese Besonderheiten teilen uns mit „was jemand wohl gerade erreichen will und was evtl. seine Handlung in Gang gesetzt haben mag.“8 Personen die sich zum Beispiel außergewöhnlich schnell fortbewegen lassen und vermuten, dass sie zeitlich eingeschränkt und in Eile unterwegs sind und versuchen ihr Ziel noch pünktlich zu erreichen. Ein Gast der in einem Restaurant den Kellner zu sich ruft, wird vermutlich etwas bestellen, bezahlen oder sich beschweren wollen. Solch wiederkehrende Verhaltensmuster und Handlungsziele unserer Mitbürger lassen uns immer wieder Schnelldiagnosen wagen.

„Warum oder wozu jemand sein offenkundiges Ziel verfolgt, wie schlimm es für ihn wäre, wenn er sein Ziel verfehlte, wie sicher er sich ist, dieses Ziel noch erreichen zu können, ob er sich zur Aktivität überwinden muss oder im Gegenteil mit viel Freude bei der Sache ist - all das interessiert uns nicht […].“9

Die oberflächliche Schnelldiagnose lässt sich nicht nur auf das Verhalten unserer Mitmenschen beschränken, sondern betrifft auch unser eigenes Verhalten. Der komplikationsarme Regelfall des gut geordneten Alltags sieht vor, dass sich das Individuum keine Gedanken zu gegenwärtigen Handlungszielen macht, da sie im Alltag hinreichend klar zu sein scheinen und das Individuum „mit der Regulation oder Planung seiner Aktivität viel zu sehr beschäftigt“10 ist. Die Motivationsdiagnostik im Alltag erfolgt durch gezieltes Beobachten, Nachfragen und den Rückgriff auf „naive“ Theorien. In der Motivationsdiagnostik erfordert die Schnelldiagnose aber auch Grenzen und weist Abweichungen auf. Abweichungen können zum einen Handlungen beinhalten, bei der der Person klar ist was sie eigentlich tun möchte. Solche Grenzen können in den verschiedensten Bereichen auftreten. Dazu zählen beispielsweise Raucher die trotz ihres Willens das Rauchen komplett aufzugeben versuchen weiter rauchen, aber auch Studenten, die sich auf bevorstehende Prüfungen vorbereiten wollen, sich aber letztendlich lieber mit anderen Tätigkeiten wie Putzen, Telefonieren, etc. beschäftigen oder der Chef einer Firma der sich vornimmt in Zukunft weniger zu arbeiten, um somit mehr auf seine Gesundheit zu achten, schließlich aber doch wieder ständig am Arbeiten ist. Schleierhaft ist es jedoch wenn Personen sich Tätigkeiten nicht annehmen die für sie offenbar zweckmäßig sind und im Gegenzug sind engagierte Tätigkeiten von Personen rätselhaft bei denen man keine feststellbare Brauchbarkeit erkennen kann. Diesem Sektor sind zum Beispiel jugendliche Graffiti-Sprayer oder Anwender von Computerspielen zuzuordnen, die ihre Tätigkeiten rein intrinsisch, also ohne offensichtliche Belohnung (z. B. durch Geld) ausführen. All diese Muster geben uns einen Anlass für die Suche nach Informationen zu diesen Mustern und diese anschließend zu durchleuchten.11

5. Professionelle Motivationsdiagnostik

Die professionelle Motivationsdiagnostik beruht auf einem ähnlichen Verfahren wie die der Motivationsdiagnostik im Alltag. Bei dieser Art von Diagnostik ist das Vorgehen allerdings stärker reguliert und stützt sich auf Routineverfahren. Hierbei wird sich an bewährten Theorien orientiert. Ehe eine Diagnose erfolgen kann, muss erst geklärt werden was genau diagnostiziert werden soll. Unter Motivation lässt sich „die aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzuges auf einen positiv bewerten Zielzustand verstehen.“12 Der Begriff Psychodiagnostik lässt sich als „Methode zur regelgeleiteten Feststellung inter- und intraindividueller Unterschiede in psychologisch relevanten Merkmalen“13

[...]


1 Vgl. Universität Potsdam, Zugriff: 04.01.2014

2 Vgl. Buchpreis-Seite, Zugriff: 04.01.2014

3 Fisseni, H.-J. (1990), S. 1

4 Hossiep, R. / Wottawa, H. (1993), S. 131

5 Brockhaus, Band 3, (1953), S. 243

6 Pawlik, K. (2006), S. 563

7 Rheinberg, F. (2004), S. 15

8 Rheinberg, F. (2004), S. 15

9 Rheinberg, F. (2004), S. 15

10 Rheinberg, F. (2004). S. 15

11 Vgl. Rheinberg, F. (2004), S. 15-16

12 Rheinberg, F. (2004), S. 17

13 Rheinberg, F. (2004), S. 17

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Relevanz der Motivationsdiagnostik. Modelle zum Messen von Motivation
Note
1,7
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V318418
ISBN (eBook)
9783668181847
ISBN (Buch)
9783668181854
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Motivation, Schulpädagogik, Pädagogik, Schule, Motivationsdiagnostik
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Die Relevanz der Motivationsdiagnostik. Modelle zum Messen von Motivation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318418

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